Apple AirTag im Test: Das können die neuen Tracker von Apple

Apple AirTag im Test: Das können die neuen Tracker von Apple

Apple hat sich für seinen neuen Tracker AirTag Zeit gelassen. Seit rund zwei Jahren geisterte bereits das Gerücht, dass man in Cupertino an einem Produkt arbeiten könnte, mit dessen Hilfe man Schlüssel, Geldbeutel und vieles mehr über ein iOS-Gerät wiederfinden kann. Nun ist es soweit – und wir haben die Apple AirTags für Euch getestet. Was Apple AirTag kann, welche Reichweite sie haben, wo Ihr sie kaufen könnt und was die AirTags kosten und vor allem, wie man die Batterie wechselt – all das klären wir für Euch in unserem Test.

Bewertung

Pro

  • Intuitive Bedienung
  • Zuverlässiges Tracking, gerade in Verbindung mit dem U1-Chip
  • Guter Datenschutz
  • Lange Batterielaufzeit (circa 1 Jahr)
  • Personalisierbar über Gravuren

Contra

  • Genaues Tracking nur auf iPhone-Modellen ab iPhone 11 möglich
  • Schlüsselanhänger nur als Zukauf

Das kosten die Apple AirTag

Apple bietet die AirTags entweder einzeln oder im Bundle an. Während ein Tracker 35 Euro kostet, gibt es vier Stück zum Preis von 119 Euro.

Es gibt natürlich mehrere Händler, wie Amazon, die die AirTags verkaufen. Bei Apple selber gibt es bei der Bestellung die Möglichkeit die Tracker zu personalisieren. Ihr könnt dabei entweder aus vier Buchstaben oder aber aus einer Reihe von Emojis auswählen und Euren Wunsch dann in die weiße Fläche gravieren lassen. Übrigens: Die weiße Fläche ist auch der Lautsprecher beziehungsweise die Membran, die die Töne erzeugt.

Die AirTag kommen bei Auslieferung direkt mit einer eingebauten Batterie.

AirTag Zubehör: Schlüsselanhänger & mehr

Apple bietet eine Reihe von Zubehör für die AirTags an. Bisher gibt es einen Schlüsselanhänger in drei Farben aus Leder, sowie einen Anhänger, der für Taschen und Gepäck gedacht ist. Diesen gibt es wahlweise aus Leder oder einem hochwertigen Kunststoff. Der Schlüsselanhänger kostet 39 Euro, der Anhänger aus Leder 45 Euro und der aus Kunststoff 35 Euro.

NextPit Apple AirTag 9
Statt dess Apple-Logos könnt Ihr die Metallseite der AirTag auch individuell personalisieren. / © NextPit

Wer es (sehr viel) exklusiver mag, kann auch bei den AirTags einen von Hermès designten Schlüssel- oder Gepäckanhänger erwerben. Wie bei Hermès üblich, sind die Preise hier allerdings nichts für schwache Nerven. Für den Schlüsselanhänger sind 349 Euro fällig und für den Gepäckanhänger sogar 449 Euro. Wow.

Mittlerweile gibt es auch schon Lösungen von Drittanbietern. Belkin bietet beispielsweise einen Schlüsselanhänger für 13,95 Euro und auch einen Anhänger für Gepäck oder Kinderwagen für den selben Preis an.

Wer sich übrigens fragt: Kann ich mit den AirTags eigentlich auch mein Fahrrad schützen? Man kann es selbstverständlich versuchen. Aber ich denke, dass sich der Einsatz hierfür nicht eignet. Wenn die AirTags von einer fremden Person bewegt werden, melden sich sich zu Wort. Darauf gehe ich weiter unten noch genauer ein.

Das Einrichten der Apple AirTag

Die AirTag kommt standardmäßig mit einer Batterie, die laut Apple nach etwa einem Jahr erneuert werden muss. Wenn die Batterie einen niedrigen Ladestand hat, weist das iPhone Dich darauf hin.

Wer sich übrigens – zugegeben habe ich mich das gefragt, – fragt, wie sich die Batterie der AirTag wechseln lässt: Einfach mit beiden Daumen auf die silberne Scheiben drücken und dabei nach links drehen. Darunter befindet sich eine CR2032 Batterie – also eine Standardzelle, die sich überall kaufen lässt. Übrigens: Der Akkuverbrauch meines iPhones wird durch die AirTag nicht beeinträchtigt. Ich habe in meinem Test keinerlei Veränderung bemerkt.

NextPit Apple AirTag 4
Schlüsselanhänger aus Leder oder Polyurethan müsst Ihr zusätzlich dazukaufen. / © NextPit

Die AirTag selber sind IP67 zertifiziert und damit Wasser- und Staubresistent. Also kein Problem, wenn sie mal am Strand in den Sand fallen oder man im Regen läuft.

Setup der AirTag mit einem iPhone

Das Verbinden der AirTag ist bei Apple wie immer ganz einfach und passiert eigentlich wie von selbst. Bringt man den AirTag in die Nähe eines iPhones, startet das Pairing automatisch.

Beim Setup könnt Ihr dann aus einer Reihe von Vorschlägen auswählen, um Euren getaggten Gegenstand zu benennen. Es gibt bereits einige vordefinierte Bezeichnungen. Aber man kann auch einen eigenen Begriff wählen.

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Nehmt Ihr den metallenen Part und die Scheibe aus Kunststoff auseinander, könnt Ihr die Batterie der AirTag tauschen. / © NextPit

Nach dem Setup ist er mit Eurem iCloud-Account verbunden und der getaggte Gegenstand beziehungsweise der AirTag ist im “Wo ist”-Menü zu finden.

Suchen und Finden der Apple AirTags

Das Suchen und Finden von AirTags funktioniert über die App “Wo ist?”. Dort sind alle Gegenstände aufgelistet, die man seinem iCloud-Account hinzugefügt hat.

Suchen eines Gegenstands in unmittelbarer Nähe

Befindet sich der Gegenstand in der unmittelbaren Nähe, lässt sich über die “Wo ist”-App ein Ton abspielen, der einen zum Gegenstand führen kann. Hier kann übrigens auch Siri helfen, wenn man “Hey Siri, wo sind meine Schlüssel” sagt. Sollte der Ton nicht ausreichen, gibt es auch Precision Finding. Für diese Funktion benötigt das iPhone einen U1-Chip, den Apple seit dem iPhone 11 verbaut.

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Befindet sich ein AirTag in Bluetooth-Reichweite, könnt Ihr ihn über die "Wo ist?"-App genau tracken. / © NextPit

Für die Funktion Precision Finding muss der Gegenstand in Bluetooth-Reichweite sein. Das sind in der Regel so etwa 7 bis 8 Meter. Mit Hilfe von Ultra Breitband ermittelt iPhone dann die Reichweite und zeigt einem dann mit Hilfe der Kamera, ARKit, dem Beschleunigungssensor und dem Gyroskop den genauen Weg zum Gegenstand.

Was, wenn der Gegenstand nicht in der Reichweite meines iPhones ist?

Wenn Du etwas verloren hast, was wirklich weiter weg ist, dann kann man diesen mit Hilfe des “Find My”-Netzwerks als verloren kennzeichnen oder direkt lokalisieren.

Gibt man den Gegenstand als verloren an, kann man eine Telefonnummer angeben, die einem Finder dann über eine Webseite angezeigt wird. Ein Finder kann sich diese entweder mit einem iOS-Gerät oder auch einigen Android-Smartphones anzeigen lassen.

Mit dem Find My-Netzwerk kann man schon länger iPhones, iPads und auch Macs lokalisieren und so wiederfinden, selbst wenn diese offline sind. Das Netzwerk bildet im Grunde alle Apple-Produkte mit “Wo ist”-Funktion. Apple bietet aber auch hier den Nutzern die Möglichkeit, Geräte davon auszunehmen.

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Der Lederanhänger samt Schlüsselring kostet Euch zusätzliche 45 Euro. / © NextPit

Immer wenn ein Gerät aus dem Find-My-Netzwerk mit einem anderen Gerät daraus zufällig in Verbindung kommt, wird der Ort an iCloud gesendet. Dies geschieht voll verschlüsselt. Im übrigen hat Apple auch hier wieder sehr viel Wert auf Datenschutz gelegt. Nur man selbst kann den Ort des AirTag sehen und die Historie wird nicht auf dem Tag gespeichert. Alle Daten sind zu jeder Zeit verschlüsselt. Und selbstverständlich sind alle Teilnehmer des “Find My”-Netzwerks anonym. Das Bluetooth-Signal, das hier zum Einsatz kommt, wird regelmäßig geändert, so dass niemals Rückschlüsse auf Personen oder Bewegungsprofile hergestellt werden können.

Das Tracken von Personen soll verhindert werden

Apple legt also wie immer sehr viel Wert auf den Datenschutz. Da ist es nur folgerichtig, dass AirTag nicht auch missbräuchlich zum Verfolgen von Personen genutzt werden kann – egal ob beabsichtigt oder nicht. Dein iOS-Gerät kann einen fremden AirTag identifizieren und Dich dann hinweisen, dass Du diesen Gegenstand bei Dir hast. Du kannst dann einen Ton abspielen, um den AirTag zu lokalisieren. Solltest Du kein iOS-Device besitzen und unwissentlich einen fremden AirTag bei Dir tragen, wird der AirTag nach einiger Zeit automatisch einen Ton abspielen.

Das ist mein persönliches Fazit

Zunächst: Wer sich in meinem Artikel wundert, dass ich manchmal sowohl im Singular, als auch im Plural von AirTag spreche, dem sei gesagt: Ich bin noch etwas verwirrt. Denn Apple selbst verwendet konsistent das Wort AirTag – selbst wenn es um Mehrere geht. Nun will ich mich nicht ganz zur Wehr setzen und den Namen immer mit einem s versehen, wenn es um die Vielzahl geht. Aber manchmal, da hat es mich geschüttelt und ich habe ein s drangehängt. Man möge es mir bitte verzeihen, dass ich noch keinen klaren und guten Weg für mich gefunden habe. Ich arbeite daran – versprochen!

Es gibt ja immer wieder Produkte, auf die man sich schon lange im Vorfeld freut. Die AirTag(s) gehören dazu! Bei jeder Apple-Produktankündigung der letzten Monate habe ich gehofft, dass Tim Cook oder eine/r seiner KollegInnen die Tracker aus dem Hut oder Jacket zaubert. Es passiert mir zwar nicht oft. Aber wenn ich mal meine Schlüssel oder meinen Geldbeutel suche, dann richtig. Mein Puls schlägt dann auch gerne mal Purzelbäume und ich fange an an mir selbst, aber vor allem an der Welt zu zweifeln.

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Der Gepäckanhänger aus Polyurethan. / © NextPit

Dass die AirTag gut funktionieren würden, war mir immer klar. Ebenso, dass die Qualität dem entspricht, die man sich für ein solches Gerät zu diesem Preis erwartet. Aber es ist eben diese Detailverliebtheit, die Apple ausmacht. Anfangen vom Pairing, das so einfach funktioniert bis hin zum Datenschutz. Ich habe Anfangs gar nicht darüber nachgedacht. Aber es macht einfach sehr viel Sinn, dass sich die AirTags auch dann melden, wenn unbekannte Dritte diese mit sich tragen. Ja, stimmt, ein Dieb wird so recht schnell auf das Tracking aufmerksam und kann es verhindern. Aber die Tatsache, dass man mit einem AirTag sonst Menschen ohne ihr Wissen aufspüren und nachverfolgen kann, ist gruselig.

Die AirTags sind also nicht – oder nur bedingt – für ein Wiederfinden bei Diebstahl sinnvoll. Das Produkt richtet sich eher an die ehrlichen Finder, die gerne Verlorenes an ihre Besitzer wiedergeben wollen.

Das ist für mich sowieso der häufigste Anwendungsfall. Ich bin immer wieder erstaunt, wie viele freundliche und ehrliche Menschen es gibt. Kürzlich ist mir beim Fahrradfahren meine Geldbörse unbemerkt aus der Jackentasche gefallen. Ich hatte das den ganzen Tag über im Büro nicht bemerkt. Am Nachmittag bekam ich einen Anruf von meiner Frau – ob ich etwas vermissen würde. Nein, sagte ich. Dann erzählte sie mir, dass gerade jemand bei uns geklingelt und meine Brieftasche abgegeben habe. Eine Frau hatte meine Brieftasche auf der Straße gefunden und hatte sie mit allem drum und dran zu mir nach Hause gefahren. Die Adresse stand auf meinem Presseausweis. Selbstverständlich habe ich ihr dann noch einen Finderlohn gegeben.

Wie bewertet Ihr die Apple AirTag?
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Es war natürlich gut, dass meine Adresse auf dem Ausweis stand. Was aber, wenn ich mal meine Laptoptasche aus Versehen stehen lasse? Darin befindet sich kein Hinweis auf mich. Ich bin mir sicher, dass die meisten FinderInnen sich dann freuen würden, bekämen sie einen Hinweis auf ihr Telefon, an wen sie sich jetzt wenden können.

Denn auch dann winkt den ehrlichen Menschen ein Finderlohn. Und vor allem jede Menge Karmapunkte, sowie das gute Gefühl einem Anderen geholfen zu haben.

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12 Kommentare

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  • @Fabian Roehlinger: Die "Diskutiere Mit!"-Funktion arbeitet nicht sehr zuverlässig , immer wieder springen die Antworten ganz nach oben.


    Der Beispielhonk hatte diese Idee auch, und hätte auch einen Tiertracker beschafft, wenn er mal etwas Geld übrig gehabt hätte und nicht immer alles versoffen hätte.
    Allerdings sind die Teile auch deutlich klobiger und schwerer.
    Aber zumindest hätte seine Frau keinen noch selber ins Haus gebracht, obwohl es schon interessant gewesen wäre, die Wege von Kater "Fauch" mal nachzuverfolgen.
    Soviel war ihr allerdings schon klar: Ein Tracker kann tracken und hat keinen Trackingschutz. Das wäre absurd.


  • @C.F.:

    Es gibt GPS-Tracker zum Tracken von Haustieren, und diese Anwendung ist legal, und dafür wurden die Tracker entwickelt. Vermutlich lassen sich die Tracker auch gut zum Tracken von Menschen nutzen und noch besser Tracker die speziell dafür entwickelt wurden. Aber ohne die Rechtslage genau zu kennen, gehe ich stark davon aus, dass Tracken von Menschen ohne deren Zustimmung gesetzeswidrig ist, womöglich mit Ausnahmen für Behörden.
    Falls nicht, sollte man vielleicht darüber nachdenken, Gesetze zu ändern, aber das ist kein technisches Problem, sondern ein gesellschaftliches.

    Keinem Hersteller, auch Apple nicht, kann man vorwerfen, wenn ein Produkt die beworbenen und bezahlten Eigenschaften hat und seine versprochene Funktionen erfüllt. Im Gegenteil, das kann man erwarten.
    Wenn ein Produkt aber versprochene und bezahlte Eigenschaften und Funktionen nicht hat, oder in zweifelhafter Implementierung, kann man das jedem Hersteller vorwerfen. Und wieso sollte Apple da eine Ausnahme sein?
    Apple bewirbt Trackingschutz bei den Tags, nicht nur bei iPhonenutzern. Der sollte dann aber bei Nutzern ohne iPhone auch nicht erst nach drei Tagen wirksam sein, denn in diesen drei Tagen gibt es keinen Trackingschutz für solche Personen.
    Kein Hersteller von Trackern bewirbt seine Produkte mit Trackingschutz, das ist auch kaum möglich, dazu müssten die Tracker menschliche von tierischen Trägern unterscheiden können. Was also sollte man solchen Herstellern vorwerfen?


  • bpo vor 2 Wochen Link zum Kommentar

    Also wenn ich ehrlich bin, finde ich es schon grenzwertig, dass Apple hier ein Gerät heraus bringt, welches dazu missbraucht werden kann, andere zu verfolgen. Das Gerät ist klein genug in einer Tasche zu verschwinden und wenn man kein iPhone hat (davon soll es ein paar Menschen geben) dann meldet es sich nach 3 Tagen. 3. Wirklich?
    Das kann sich kein Geheimdienst besser ausdenken.
    Wie kann es sein, dass über so etwas nicht ernsthafter nachgedacht wird?


    • Tim vor 2 Wochen Link zum Kommentar

      Wenn man kein iPhone hat, dann gibt das Ding einen Ton von sich. Bei den drei Tagen bin ich mir ziemlich sicher, dass Apple da sehr zeitnah was dran ändert.
      Und wenn du das Ding findest, kannst du einfach dein Android-Handy (mit NFC) dran halten und bekommst Infos zu dem Ding usw.

      Bei anderen Trackern ist die Situation zudem noch hundert mal schlimmer, aber das hat bisher noch nie jemand beklagt. Bei Apple kriegst du immerhin eine Benachrichtigung - beim iPhone eben sogar noch deutlich schneller.


    • Fabien Roehlinger
      • Admin
      • Staff
      vor 2 Wochen Link zum Kommentar

      In meinem Test steht ja, dass das eben nicht geht. Wie Tim auch schon schreibt, gibt der AirTag einen Ton ab, wenn ihn eine fremde Person bewegt.


      • Heise berichtet aber auch über drei Tage, die es dauert, bis der Tag sich akustisch bemerkbar macht, und die berichten normalerweise sehr zuverlässig.
        Eine so lange Zeitspanne ist in der Tat nicht nachvollziehbar, da man in drei Tagen schon sehr viel über jemanden herausfinden kann. Kommt der Tag zudem in die Nähe des mit ihm verbundenen iPhones, wird der Timer zurück gesetzt. Einen Ehepartner, den man tagsüber tracken will, könnte man so quasi unbegrenzt tracken.
        Die Idee des Tracking-Schutzes und wie er realisiert ist, nämlich dass ein Ton erzeugt wird, wenn die Bluetooth-Verbindung abbricht und der Tracker zudem bewegt wird, ist dabei gar nicht schlecht, aber eine Zeitverzögerung von drei Tagen einfach viel zu groß. Drei Minuten hätten doch völlig gereicht, dreissig Minuten wären gerade noch o.k. gewesen, aber drei Tage?
        Dass iPhone-Nutzer schneller informiert werden, ist dabei wenig Trost. Zwar dürften GPS-Tracker ohnehin besser für einer lückenlosen Personenüberwachung geeignet sein, aber die nehmen für sich auch nicht in Anspruch, vor Tracking zu schützen, sondern machen nur, wozu sie konstruiert wurden.


        https://www.google.com/url?q=https://www.heise.de/news/AirTags-Kritik-an-unzulaenglichem-Tracking-Schutz-fuer-Android-Nutzer-innen-6033276.html&sa=U&ved=2ahUKEwiIpZGjnqjwAhWS7aQKHfrVBi0QFjAAegQIChAB&usg=AOvVaw0vppL_AwTQOF4H5-CKb_Pv

        Quelle: heise.de


      • C. F.
        • Blogger
        vor 2 Wochen Link zum Kommentar

        Aber jeder frei käuflicher GPS-Tracker kann zum tracken von Personen missbraucht werden und macht sich gar nicht bemerkbar. Da regt sich aber niemand drüber auf. Warum nicht?

        Tim


      • Weil ein GPS-Tracker dafür konstruiert wurde, zu tracken, z.B. Tiere. Dem Produkt und seinem Hersteller kann man nicht vorwerfen, dass es macht, wofür es gebaut wurde. Um heimliches Personentracking zu erschweren, wäre dann halt der Gesetzgeber gefragt.
        Bei einem Messer regt sich auch niemand darüber auf, dass es schneidet, auch wenn Personen damit verletzt werden können.
        Dem Tag wäre in diesem Sinn auch nichts vorzuwerfen, wenn er z.B. auch zum Diebstahlschutz vorgesehen wäre, und somit quasi zum Tracking missbraucht werden könnte.
        Wenn der Tag aber damit beworben wird, vor Tracking zu schützen, und das macht er nur für iPhone-Nutzer gleich, für andere aber erst, nachdem drei Tage lang Tracking damit möglich war, wenn der Timer bei Kontakt mit dem verbundenen iPhone zurückgesetzt wird, sogar noch viel länger, dann wirft das halt Fragen über die Qualität des Tracking-Schutzes auf, und warum er so implementiert wurde, wie das der Fall ist.


      • C. F.
        • Blogger
        vor 2 Wochen Link zum Kommentar

        "Weil ein GPS-Tracker dafür konstruiert wurde, zu tracken, z.B. Tiere."

        Aber nicht Personen. Oder?

        "Dem Produkt und seinem Hersteller kann man nicht vorwerfen, dass es macht, wofür es gebaut wurde."

        Aber Apple kann man es vorwerfen?


      • Fabien Roehlinger
        • Admin
        • Staff
        vor 2 Wochen Link zum Kommentar

        Ich verstehe diese Diskussion nicht. Es ist doch ein Trackingschutz vorhanden. Mit einem iOS-Gerät erhält man sofort einen Hinweis und ohne eben nach etwa drei Tagen. Würde der Tracker früher schon akustische Signale abgeben, dann wäre der Einsatz für jede Menge Objekte stark eingeschränkt – und zwar immer dann, wenn der Tracker am Objekt, aber mein iPhone nicht in der Nähe ist.

        Beispielsweise an einem Fahrrad, das ich abgestellt habe, um in den Biergarten zu gehen. Oder wenn ich meinen Koffer getaggt habe und dann tagsüber im Büro bin. In beiden Fällen müsste nach Deiner Logik der Tracker anfangen akustische Signale zu geben.

        Nun könntest Du argumentieren, er solle nur beepen, wenn er bewegt wird. Das wäre auf der einen Seite ziemlich unkomfortabel, da ich wirklich immer ein iOS-Geräte dabei haben müsste. Beispielsweise, wenn ich eine Radtour machen will. Oder wenn mein Koffer im Laderaum eines Flugzeugs ist. In beiden Fällen würde der Tracker Alarm schlagen - und das wäre ziemlich bescheuert.

        Hinzu kommt, dass der Tracker selber gar nicht funkt. Er braucht ja ein iOS-Gerät, das sich im Find-My-Netzwerk befindet, das wiederum iCloud sagt, wo sich das Ding gerade aufhält. Anders gesagt: Mit einem Android-Gerät kann der Tracker gar nicht tracken.

        Ein weiterer Aspekt, warum Apple hier ganz bestimmt nicht anzuklagen ist: Für den Missbrauch ist und bleibt die Person verantwortlich, die diesen begeht. Apple hat, wie oben geschildert, aus meiner Sicht das Notwendige getan um einen Missbrauch so gut es geht auszuschließen. Wenn Menschen genügend kriminelle Energie reinstecken, dann können sie das bestimmt umgehen. Dann aber würde es auch für viele andere Dinge gelten.


      • Der Tag gibt, das steht in Deinem eigenen Text und anderen, nur wenn er bewegt wird und zugleich keine Bluetooth-Verbindung zum zugeordneten iPhone besteht, einen Piepston von sich. Dabei darf die Bewegung nicht gleichförmig sein, sonst kann ein Beschleunigungsmesser sie nämlich gar nicht feststellen. Dann gibt es aber auch Grenzwerte für die Beschleunigung, bei der Tag eine Bewegung registriert. Also könnte der Tag bei sehr gleichförmigen Bewegungen, wie bei einem Flugzeug nach dem Start und vor der Landung (ohne Turbulenzen) nach einer kurzen Zeit auch wieder aufhören zu piepsen. Und wenn er im Laderaum piepsen würde, wenn würde es da stören?
        Der Tag kann immer Ortsinformationen übermitteln, wenn er einen iPhone oder auch anderen Apple-Geräten in Bluetooth-Distanz begegnet, das soll mit so etwa 1,5 Milliarden-Geräten weltweit möglich sein. Darauf beruht das Finden-Prinzip auf große Distanzen. Damit ist dann aber eben auch eingeschränktes Tracking möglich, selbst wenn die überwachte Person kein iPhone dabei hat. Vielleicht nicht so engmaschig wie bei einem GPS-Tracker, aber in einer Großstadt mit hoher iPhone-Dichte vermutlich engmaschig genug, jedenfalls so gut wie für die Finden-Funktion nötig.

        Was hier versucht wird, ist eine argumentative Quadratur des Kreises und zwar in doppelter Hinsicht, und das geht nicht gut.
        Wenn mit dem Tag kein Tracking möglich wäre, würde auch die Finden-Funktion auf große Distanz nicht funktionieren, denn beides funktioniert gleichartig, nur im einen Fall liegt eine missbräuchliche, im anderen Fall eine gewollte Nutzung der exakt gleichen Funktion vor, und das ist im Fall der gewollten Funktion eine Kernfunktion des Tags, von der schlecht wäre, wenn sie nicht zuverlässig funktionieren würde.
        Im anderen Fall geht es um die drei Tagen Verzögerung, die ein Nutzer ohne iPhone nicht gewarnt wird.
        Sicher wird Apple Gründe für die Verzögerung haben, nur kann eine Person in dieser Zeit eben getrackt werden, denn gewarnt wird sie ja nicht. Solche Dilemmakompromisse, wie mit Zeitkonstanten, werden in der Regel geschlossen, wenn ein Gerät zwei unterschiedlichen, gegensätzlichen Situationen gerecht werden soll, die es nicht unterscheiden kann. Egal für welche man die Funktion optimiert, es geht zu Lasten der anderen.
        Was die Organisationen kritisieren, und da stimme ich Ihnen zu, ist, dass bei einer Verzögerung von drei Tagen kaum noch von einem Tracking-Schutz gesprochen werden kann, da eben drei Tage lang unbemerkt getrackt werden kann, mindestens.
        Eine Frau, die vor ihrem prügelnden Ehemann in ein Frauenhaus oder zu einem Angehörigen fliehen will, braucht in der Regel keine drei Tage dafür, wenn der nicht gerade am anderen Ende der Welt wohnt. Hat der Unhold ihr einen Tag unter geschoben, und die geschundene Frau hat das Pech, genügend iPhone-Besitzern zu begegnen, dann findet der Mann ihren Fluchtort, genau das soll ein Tracking-Schutz aber verhindern.
        Natürlich bleibt eine Person, die andere trackt der Schuldige, und natürlich hätte er auch einen GPS-Tracker verwenden können.
        Aber dann sollte man einen Tag halt auch nicht damit bewerben, vor Tracking zu schützen, oder sollte so ehrlich sein, zu sagen, dass das wirklich effektiv nur funktioniert, wenn man ein iPhone dabei hat.
        Im obigen Beispiel könnte die geschundene Frau ihrem schussligen Sohn die Tags eben im Vertauen darauf geschenkt haben, dass ihr Mann sie im Zweifelsfall nicht dazu verwenden kann, sie zu tracken. Spätestens wenn der mit dem Baseball-Schläger vorm Frauenhaus auftaucht, dürfte ihr bewusst werden, dass das ein Fehler war.
        Wenn ein Produkt mit bestimmten Eigenschaften beworben wird, dann sollten die auch praxistauglich umgesetzt sein, und das ist bei einem Trackingschutz, der erst nach drei Tagen anspricht, ja wohl kaum der Fall.


      • Fabien Roehlinger
        • Admin
        • Staff
        vor 2 Wochen Link zum Kommentar

        OK, aber würde ich denn als prügelnder Ehemann, der auf keinen Fall will, dass die Frau etwas merkt, nicht eher einen Tiertracker unterschieben, der auf keinen Fall mault?

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