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Apple ist Schuld: Facebook hat zunehmend ein Problem

Apple ist Schuld: Facebook hat zunehmend ein Problem

Apples Tracking-Transparenz seit iOS 14.5 zeigt Wirkung – und das bringt Werbetreibende und vor allem Facebook offenbar in große Bedrängnis. Die Werbung beim Social-Media-Riesen ist offenbar seit der Einführung der Funktion 40 % weniger effizient als noch davor. Reklametreibende geraten regelrecht "in Panik" heißt es in einem Bericht.

Dass die Gesellschaft der Werbetreibenden Apples sogenannte Tracking-Transparenz (ATT) nicht allzu gut findet, hat man alleine schon an einer Wettbewerbsbeschwerde beim Kartellamt gesehen. Die Verbände fürchten um ihr Geschäft und werfen Apple Missbrauch vor. Seit einigen Monaten verpflichtet Apple Entwickler ATT einzusetzen – und seit iOS 14.5 ist eine der Neuerungen, dass Nutzerinnen und Nutzer entscheiden dürfen, mit wem sie ihre Daten teilen wollen. Und mit wem nicht. 

Bloomberg: Nur 25 % erlauben App-Tracking durch Facebook

Die Finanznachrichtenagentur Bloomberg  schreibt in einem Bericht, dass rund Dreiviertel aller Nutzerinnen und Nutzer das Tracking durch Facebook ablehnen. Damit kann das soziale Netzwerk nicht mehr wie gewohnt auf Nutzerdaten außerhalb des eigenen Einflussbereichs zurückgreifen. Bisher konnte die App auch auf Daten, wie beispielsweise den Standort zurückgreifen – auch, wenn man selbst Facebook gerade nicht geöffnet hatte. 

Aus den gesammelten Daten lassen sich teilweise umfangreiche Profile mit bis zu 5.000 Merkmalen (hier zu lesen: Warum Apple beim Datenschutz eine Vorreiterrolle einnimmtzu einer Person erstellen. Es ist eine logische Konsequenz, dass mit einem Profil mit weniger Daten auch die Effizienz der Werbung zurückgehen sollte.

Effizienz der Werbung bei Facebook sinkt dramatisch ab

Dave Herrmann, Betreiber einer auf Facebook spezialisierten Medienagentur, geht aber davon aus, dass die Effizienz um satte 40 Prozent nachgelassen haben dürfe. Seine Kunden, die hauptsächlich auf Facebook-Werbung und entsprechendes Werbe-Targeting setzen, gerieten "in Panik". Sehr viele Geschäfte weltweit hingen wohl zu 100 Prozent an Facebook und entsprechend auch an einer funktionierenden Werbung auf der Plattform. Er glaube, dass insbesondere "kleinere Firmen" darunter litten und dass er nicht sicher sei, ob Apple das wirklich durchdacht habe. 

Auch App- und Spieleentwickler üben Kritik. Brian Bowman vom Werbespezialisten Consumer Acquisition sagte in einem Interview, er habe Umsatzrückgänge von bis zu 20 Prozent erlebt. Und manche Kundinnen und Kunden sogar bis zu 40 Prozent.

Und das ist meine Meinung...

Ich habe tiefes Verständnis und Mitgefühl für die Unternehmen, die wirklich leiden. Es gibt tatsächlich einige Unternehmen, die ganz und gar ihre Produkte auf Facebook und Instagram bewerben und so ihren Umsatz stemmen. Es ist aber aus meiner Sicht ein schlechtes Geschäftsmodell, wenn der Geschäftserfolg nur dann funktionieren kann, wenn ein Unternehmen möglichst viel von mir persönlich weiß – und zwar ohne, dass ich mitbekomme, was und wozu von mir erhoben wird. 

Oder täusche ich mich da?

Quelle: Heise

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Top-Kommentare der Community

  • Tim vor 3 Monaten

    Ich teile die Meinung von Fabien hier komplett.
    Die Unternehmen sind irgendwo selbst Schuld, wenn das Geschäftsmodell im wesentlichen darauf basiert, Nutzern ihre Daten quasi zu stehlen (im Grunde ist es nichts anderes).
    Wenn man sich zudem ausschließlich auf Facebook als einziges Standbein verlässt, ist das mMn auch eigenes Verschulden.

    Also so richtig Mitleid will da bei mir nicht hochkommen. Und angesichts dessen, wie etwaige Unternehmen (vor allem Facebook selbst) deswegen jetzt durchdrehen, hat Apple hier aber sowas von alles richtig gemacht.

  • Aries vor 3 Monaten

    Ich habe kein Mitleid und auch kein Mitgefühl mit den Firmen. Deren Geschäftsmodell basiert auf Lug und Trug. Das wird Dir, Fabien, wahrscheinlich weh tun, aber anders kann ich es nicht nennen. Denn wie hat sich das ganze denn entwickelt?

    Immer mehr Tracking wurde eingebaut und der Nutzer darüber mehr oder weniger desinformiert als informiert. Dann kam Facebook und hat mit ihrem Like-Button sich sogar Daten übertragen lassen, während die Seite noch geladen wurde. Der Besucher hatte gar keine Chance, vorher zu wählen. Mit Einführung der Smart Devices wurde das ganze System noch perfider.

    Haben die Firmen, die jetzt jammern auf diese Module verzichtet? Nein! Sie haben ihr Geschäftsmodell auf fragwürdige Füße gestellt! Es war ja so einfach.

    Dann kamen Erweiterungen, die blocken, aber das haben noch vergleichsweise wenige genutzt. Selbst die DSGVO wurde so lange verdreht, bis man eine Argumentation hatte, warum man doch so weitermachen konnte wie bisher. Im Wissen, dass die Datenchutzbeauftragten ohnehin nicht alles verfolgen können und zunächst auch keine Strafen drohen, sondern man eine Stellungnahme abgeben muss, die der Datenschutzbeauftragte einfach abheftet und die Akte schließt.

    Jetzt kommt ein Betriebssystemhersteller, zwingt zur Einwilligung und jetzt jammert man? Kein Mitleid!

  • Fabien Roehlinger
    • Admin
    • Staff
    vor 3 Monaten

    Ein Teil des Geschäftsmodells von NextPit ist Werbung. Dass die Werbung so geworden ist, wie sie geworden ist, ist nicht unsere Schuld und ich verdamme das auch. Hersteller brauchen jetzt nicht mehr direkt mit uns zu kommunizieren, sondern buchen fast alles und auf allen Seiten programmatisch ein.

    Damit ist einhergegangen, dass die Werbepreise dramatisch gefallen sind. Es gibt zwar noch etwas besser bezahlte Kampagnen. Aber für 1000 Kontakte gibt es selten mehr als 2 Euro.

    Von daher können wir schon lange nicht mehr von einem echten Modell sprechen. Es ist ein Rudiment! Ich habe an anderer Stelle schon geschrieben, dass ich denke, der digitale Werbemarkt werde sich verändern müssen – und ich bin sehr froh, dass es nun endlich soweit ist.

    Viel weiter werden bei Bannern die Preise gar nicht mehr runtergehen können. Die riesigen Budgets sind eh schon längst woanders hingewandert, dort, wo sich Profile knallhart targeten lassen und dort, wo es keine Ad Blocker gibt. Von daher: Wir experimentieren schon lange mit anderen Umsatzformen, bei denen wir ganz transparent unseren Leserinnen und Lesern und trotzdem effektiv sein können. Und wir betreiben Dienstleistungen, wie beispielsweise Content-Erstellung.

    Es kann kein Geschäftsmodell sein, mit Dingen zu handeln, die einem nicht einmal gehören und die man auch nur deshalb hat, weil diejenigen, die sie einem geben, davon nichts mitbekommen.

36 Kommentare

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  • Bernhard Feder vor 3 Monaten Link zum Kommentar

    Was glaubt ihr eigentlich, wie man mit den Diensten Geld verdienen soll? Selber Geld zahlen wollt ihr nicht. Also zahlt ihr mit euren Daten (ich natürlich auch). Wenn man mit nichts mehr zahlen will, gibt es auch keine Dienste. Und das betrifft nicht nur facebook.
    Ihr wollt eure Daten behalten? Dann bleibt weg von solchen Firmen. Eine ganz einfache Kiste.


  • BuddyHoli vor 3 Monaten Link zum Kommentar

    Transparenz scheint immer nur dann etwas positives zu sein, solange wir selbst es nicht werden. Generell finde ich den Apple-Weg hier nicht schlecht. Und was die Unternehmen angeht... naja, irgendwie selbst Schuld. Man hat erwartet, dass man die Daten eines total transparenten Users bekommt und stellt nun fest, dass ausgerechnet Apple da den Riegel vorschiebt. Das macht die Daten wertlos, Targeting zumindest schwerer.

    Irgendwie liest es sich, als würden diese Unternehmen aber deutlich mehr tun als "nur werben"


  • Reginald Barclay vor 3 Monaten Link zum Kommentar

    Wettbewetbsbeschwerde beim Kartellamt? Weil die Zustimmung zum Tracking gegeben werden muß? Unfassbar!
    Habe neulich einen Artikel über Datenhandel mit u. A. Trackingdaten gelesen. TV2 Dänemark hat ca 60.000 Profile von einer englischen Firma für rund umgerechnet 7000,-€ gekauft und festgestellt, daß man auf konkrete Personen schließen kann. Einer hat eingewilligt, seine Daten als Beispiel zu veröffentlichen. Minutiöse Aufenthaltsdaten über mehr als 1 Jahr und mehr. Bei der Adresse, an der man sich regelmässig, meist nachts aufhält, handelt es sich ja mit Sicherheit um den Wohnort.

    Von allen Werbeträgern, die mir im Laufe des Tages unter die Augen kommen, schere ich mich am wenigsten um die, auf meinem Computer bzw. Telefondisplay. Wer Werbung blockiert o.ä. kauft doch sowieso nichts von all dem Kram. Wie kann es dann sein, daß irgendwer was einbüßt und daher Werbung weniger effektiv sein soll?


  • Hubelix vor 3 Monaten Link zum Kommentar

    Irgendwas verstehe ich da gerade nicht.

    Bei Android kann ich schon lange die einzelnen App Berechtigungen geben bzw zurück ziehen. Ob hinter dem Softwarebutton nun auch wirklich ne Funktion liegt is dann natürlich noch ne andere Sache 😅

    Sprich wenn ich meine Kontakte, Kalender, Standortzugriff etc nicht Teile, bekommt Facebook eh keine Daten. Sollte es zumindest nicht. Dann isses nur ne App für sich.

    Daher verstehe ich nicht was da an Apples ATT so revolutionär sein soll. 🤔


    • C. F.
      • Admin
      vor 3 Monaten Link zum Kommentar

      "Bei Android kann ich schon lange die einzelnen App Berechtigungen geben bzw zurück ziehen. "

      Welche genau?


    • Tim vor 3 Monaten Link zum Kommentar

      Man kann Berechtigungen zurückziehen, aber das hat nichts mit dem Tracking zu tun. Das kam jetzt erst mit iOS14.5 (bei iOS kann man Berechtigungen schon weit länger geben oder eben nicht) und Google will das Tracking zukünftig in Android auch mehr unterbinden.
      Facebook braucht keinen Zugriff auf deinen Standort oder Kontakte, um dich über andere Apps hinweg tracken zu können und genau darum geht es.


  • Ingalena vor 3 Monaten Link zum Kommentar

    Werbung ist heutzutage überflüssig


    • Tim vor 3 Monaten Link zum Kommentar

      Das stimmt nun wirklich nicht ^^


      • Ingalena vor 3 Monaten Link zum Kommentar

        Lässt DU dich von der Werbung manipulieren???
        Weil etwas anderes ist es nicht!


      • Tenten vor 3 Monaten Link zum Kommentar

        Wenn du dich von Werbung derart stark manipulieren lässt, dann ist nachvollziehbar, dass du dagegen bist. Ich glaube aber, die meisten Menschen können sehr gut einschätzen, was man ihnen da zeigt und lassen sich dadurch nicht blind manipulieren. Manche Werbung ist sogar hilfreich, zum Beispiel Vorschauen auf neue Filme oder Serien. Und mache interessanten Produkte habe ich erst durch Werbung in Fachmagazinen entdeckt. Außerdem sind viele abhängig von Werbung, einen Großteil des Internets gäbe es ohne Werbung vermutlich nicht. In diesen Fällen profitiere ich sogar von Werbung, auch wenn diese lästig ist.


      • Michael K. vor 3 Monaten Link zum Kommentar

        Es gibt tatsächlich auch Werbung, die informiert. In Fachzeitschriften wird die häufig neben dazu passenden Artikeln plaziert. Wer sich nun mit einem bestimmten Thema, z.B. einer bestimmten Messaufgabe beschäftigen muss und sich deshalb dazu einliest, bekommt gleich Angebote für entsprechende Geräte. Die muss er ja nicht nehmen, aber er hat erste Adressen, wo er sie bekommen kann, welche Leistungsmerkmale sie bieten und wo er weitere Informationen dazu abrufen kann.
        Manchmal "sponsert" ein Hersteller auch einen ganzen Artikel. Wenn ein Chiphersteller beschreibt, wie er in einem Chip z.B. einen UWB-Transceiver umgesetzt hat, dann sind die Informationen, die er über das Verfahren selber liefert, ja deshalb nicht falsch. Zudem beschreibt er Besonderheiten seiner Umsetzung. Kauft man normalerweise bei einem anderen Hersteller, kann man sich ja überlegen, ob es vorteilhaft wäre, diesmal die Konkurrenz zu wählen.
        Solche Werbung kann ungemein hilfreich sein, und hat mit Manipulation auch nichts zu tun.
        Aber auch wenn ein Alltagsgerät, wie ein Fernsehapparat, eine neue Eigenschaft, wie eine dem Bildschirminhalt angepasste Rückbeleuchtung bekommt, kann Werbung wichtig sein, um darüber zu informieren. Man sucht ja nicht nach etwas, von dem man gar nicht weiß, dass es es gibt, ärgert sich aber womöglich nach dem Kauf eines Gerätes ohne dieses Merkmals darüber, dass man es nicht wusste.
        Ich lehne Werbung nicht unbedingt ab, sie sollte aber informativ, und keineswegs aufdringlich sein.
        Wenn ein Werbebanner sich über einen Artikel poppt, oder ein spannender Film 20 Minuten durch Werbung unterbrochen wird, dann manipuliert mich solche Werbung zu genau einem: die so beworbenen Produkte bewusst nicht zu kaufen.


      • Tim vor 3 Monaten Link zum Kommentar

        @Ingelena
        Habe ich nie behauptet. Es gibt aber, wie Michael und Tenten schon beschrieben haben, nicht nur die eine, manipulative Werbung. Einen Großteil an "Werbung" kriegst du wahrscheinlich nicht mal mit. Viel Werbung trifft dich mehr oder minder "unbewusst".


      • BuddyHoli vor 3 Monaten Link zum Kommentar

        Wenn ich etwas suche, eine Anschaffung irgendeiner Art, mich informiere, Preise vergleiche, dann ist Werbung über Targeting doch mehr als sinnvoll. Die Frage an sich, ob man sich von Werbung manipulieren lässt, kann, da bin ich mir ziemlich sicher, kein Mensch auf diesem Planeten mit "nein" beantworten. Du willst mir doch nicht erzählen, dass Du noch nie etwas gekauft hast, weil Du die Werbung ansprechend gefunden hast, oder?


    • Aries vor 3 Monaten Link zum Kommentar

      Die Beschränkung auf Werbung trifft das Problem nicht. Das Problem ist Tracking und die damit verbundenen Schattenprofilerstellung.

      Werbung außerhalb des Internets erlaubt kein Tracking. Nur weil es im Internet möglich ist, muss man das nicht machen. Wenn die Werbewirtschaft nicht freiwillig auf Tracking verzichtet, dann wehre ich mich mit technischen Mitteln dagegen. Dass ich damit auch ihre Werbung auch nicht mehr sehe, haben sie selbst verschuldet.

      Natürlich kann Werbung auch nervig sein. Erst recht an den kleinen Displays von Smartphones. Auch das könnte ein Grund sein, Werbeblocker einzusetzen. Ich jedoch verwende Tracking-Blocker, denn Tracking verbirgt sich nicht nur hinter Werbung.

      Nicht zuletzt wird dadurch auch ein versehentlicher Kauf verhindert. Nicht selten setzen die Werbebanner auf Falschklicks und schon hat man ein Abo am Hacken.


  • Ingalena vor 3 Monaten Link zum Kommentar

    .........


  •   11
    Gelöschter Account vor 3 Monaten Link zum Kommentar

    Mein Mitgefühl hält sich dagegen in Grenzen


  • Tim vor 3 Monaten Link zum Kommentar

    Ich teile die Meinung von Fabien hier komplett.
    Die Unternehmen sind irgendwo selbst Schuld, wenn das Geschäftsmodell im wesentlichen darauf basiert, Nutzern ihre Daten quasi zu stehlen (im Grunde ist es nichts anderes).
    Wenn man sich zudem ausschließlich auf Facebook als einziges Standbein verlässt, ist das mMn auch eigenes Verschulden.

    Also so richtig Mitleid will da bei mir nicht hochkommen. Und angesichts dessen, wie etwaige Unternehmen (vor allem Facebook selbst) deswegen jetzt durchdrehen, hat Apple hier aber sowas von alles richtig gemacht.


  • paganini vor 3 Monaten Link zum Kommentar

    Sehr schön! Glaube die Zeit von Facebook ist auch so langsam vorbei. Kenne so gut wie niemanden mehr der das nutzt. Braucht man auch nicht mehr wirklich


    • Aries vor 3 Monaten Link zum Kommentar

      Es nutzen doch viele noch Instagram und WhatsApp. Facebook ist nicht nur facebook.com


      • paganini vor 3 Monaten Link zum Kommentar

        Aires
        Ich habe mich auf Facebook.com bezogen

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