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Digitale Jury: Birdwatch ist Twitters jüngster Plan, Inhalte zu moderieren

Digitale Jury: Birdwatch ist Twitters jüngster Plan, Inhalte zu moderieren

Im Kampf gegen falsche Informationen startete Twitter nun die Pilotphase von Birdwatch. Nutzer des Microblogging-Dienstes sollen damit in Zukunft selbst bei der Moderation helfen und Hinweise hinterlassen können.

Während Twitter bekanntlich bereits seit einiger Zeit insbesondere bei Politikern eingreift und diese Tweets mit eigenen Hinweisen markiert, will man mit Birdwatch nun einen Schritt weitergehen. Auf einer zunächst separaten Seite will man den Twitter-Nutzern die Möglichkeit geben, Kommentare zu den Tweets anderer Nutzer zu hinterlassen. Diese Hinweise können dann wiederum erneut bewertet werden, um anderen Nutzern zu helfen.

Eines der Ziele ist es laut Twitter, dass man den Nutzern Kontext zu Tweets geben will. Gleichzeitig sieht man das Potenzial, dass man schneller auf irreführende Informationen reagieren kann, während sich diese über die Plattform verbreiten. Birdwatch erinnert damit ein wenig an die Diskussionsseiten auf Wikipedia.

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Zu jedem Tweet können Kommentare und Hinweise auf Birdwatch hinterlassen werden / © Twitter

Birdwatch: „Wir wissen, dass dies chaotisch sein könnte“

Twitter sagte am Ende der Ankündigung bereits, dass man sich bewusst sei, dass dieses Projekt chaotisch sein und für Probleme sorgen könnte. Um diese erwarteten Anlaufschwierigkeiten in Grenzen zu halten, wird Birdwatch vorerst separat vom Kernprodukt auf einer eigenen Seite betrieben. Dies könne sich jedoch in Zukunft ändern.

Des Weiteren ist Birdwatch aktuell nur für Nutzer in den USA verfügbar. Aber selbst dann müssen interessierte Anwender eine Reihe von Kriterien erfüllen. So werden eine verifizierte (US-)Telefonnummer und E-Mail-Adresse, aktivierte Zwei-Faktor-Authentifikation und keine aktuellen Verstöße gegen Twitters Regeln vorausgesetzt. Durch diese Hürden will man verhindern, dass beispielsweise automatisierte Bots das System missbrauchen könnten.

Twitter Birdwatch overview
Kommentare zu einzelnen Tweets können von anderen Nutzern bewertet und eingesehen werden / © Twitter

Offene Algorithmen und Downloads

Birdwatch soll darüber hinaus über „Reputations- und Konsenssysteme“ verfügen, die über öffentlich verfügbare Algorithmen gesteuert werden. Dadurch will man Transparenz schaffen, die zeigt, warum beispielsweise ein Hinweis von Birdwatch als hilfreich bewertet und daher hervorgehoben wurde. Gleichzeitig stehen die hinterlassenen Kommentare für alle interessierten Anwender zum Download parat.

Es bleibt abzuwarten, wie Twitter diese Lösung umsetzen wird, ohne dass sie in einem Chaos endet. So kann man sich etwa ein langatmiges Hin und Her in den Kommentaren vorstellen, welches bereits für Probleme bei der Darstellung sorgen könnte. Einige Beobachter befürchten darüber hinaus aber auch, dass einzelne Nutzer, welche korrigierende Hinweise hinterlassen haben, ins Visier eines virtuellen Mobs gelangen könnten.

Wann Twitters Birdwatch auch für Nutzer außerhalb der USA verfügbar sein wird, ist derzeit nicht bekannt.

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