Die zwei Wochen mit dem Acer Liquid E700

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07.10.2014, 12:24:41 via Website

Auspacken / Specs / Performance

Das Handy selbst hat eine recht stattliche Größe von 5 Zoll und für einen Preis von unter 200€ eine sehr gute Ausstattung. Ich habe die rote Version bekommen und, na ja, es ist eben Geschmackssache. Aber am Ende des Tages guckt man ja meist nur die Vorderseite des Smartphones an. Und die Vorderseite ist auf jeden Fall vorzeigbar.
Highlights sind auf jeden Fall die 2GB RAM, das exzellente Display, der große Akku, die 3 SIM-Slots sowie die 2 MP Frontkamera. Nach dem ersten Anschalten und ausprobieren war nichts auszusetzen. Die 2 GB RAM wedren vielleicht benötigt um 3 SIMs gleichzeitig zu verwalten. Sonst bin ich es gewohnt, dass ein Smartphone dieser "Gewichtsklasse" 1 GB RAM hat. Schaden tut es jedenfalls nicht. Und da ich noch eine "alte, normale" Sim Karte hatte, habe ich kurzerhand eine Schablone ausgedruckt und die Karte mit einer Schere und einer Feile so bearbeitet, dass diese auch im ACER e700 problemlos ihren Dienst verrichtet. Ansonsten liegt es gut in der Hand, keine Spalten und ist gut verarbeitet. Es ist nicht zu leicht und nicht zu schwer :) Und eine Sache gibt es, die mich besonders freut. Die Rapid-Taste auf der Rückseite des Gehäuses und das diese auch mit einer Funktion selbst konfiguriert werden kann. Sei es zum starten der Kamera oder zum starten des Musik-Players.

Fotos / Kamera

Die Fotos sind in Ordnung. In einigen anderen Testberichten werden diese zwar bemängelt, jedoch ist dieser Punkt für mich nicht wirklich relevant. Stand jetzt habe ich noch nie eine Smartphonekamera gesehen, die an eine Systemkamera heranreicht. Die Schnappschüsse sind - subjektiv gesehen - in Ordnung (Sofern die Lichtverhältnisse stimmen). 8 MP sind genug. Bei modernen Smartphones wünscht man sich nicht unbedingt mehr MP, sondern einen flächenmäßig größeren Sensor. In der Hinsicht muss sich das e700 nicht verstecken. Schnappschüsse mit dem Smartphone sind immer wie eine 5-Minuten-Terrine. Man benutzt es, wenn nichts Anständiges zur Hand ist.
Der Blitz für die Frontkamera-Selfies ist nett gemeint, aber bei jedem Selfie geblitzt zu werden geht bei mir mit der Zeit aufs Augenlicht. Es ist ein wenig so wie bei Men in Black - ohne das man gleich alles vergisst oder Aliens einen ans Leder wollen.

Akku

Der Akku ist eine anderes Thema. Nominell ist er ziemlich groß. Aber er reicht bei mir nur 2 Tage, was dem Standard heutzutage entspricht. Problematisch wurde es jedoch nach einem Firmware-Update vor einiger Zeit. Danach trat das Problem auf, dass ich bei 20% Restenergie langsam runterzählen kann und das Acer auch in diesem Takt "mitzählt". Es ist schlicht ein Software-Bug und ich denke, dass es mit dem nächsten Update behoben sein wird. Wir haben jetzt Anfang Oktober und das Smartphone ist 2 Monate auf dem Markt. Das ist auf jeden Fall ein Zeitraum in dem Acer den Bug-Fix hätte nachreichen können. Mittlerweile hat sich mein Gehirn darauf geeicht die 20% Marke als neue 2% Marke wahrzunehmen. Ich gucke just aufs Display, sehe 30% auf der Anzeige und bekomme schweißnasse Hände, weil keine Steckdose in der Nähe ist.

Display

Das Display ist für die Preiskategorie wirklich klasse. Schlichtweg nichts auszusetzen. Für mich gilt immer folgende Formel für eine Ausreichende Pixeldichte: Bis 4 Zoll: 800x480, bis 5 Zoll: 1280x720 und darüber hinaus darf es gerne Full-HD sein. Darüber hinaus eine gute Helligkeit und sehr gute Farben / Kontraste. Es reagiert toll und punktgenau. An diesem Teil hat Acer zum Glück nicht gespart. Die Göße von 5 Zoll macht viel Spass. Ich hatte privat 4 Jahre lang ein Samsung Galaxy S I9000 und mit 4 Zoll war es anfangs das größte Smartphone auf dem Markt. Kommentar damals: VIEL zu groß! Für meinen Geschmack sollte ein Smartphone NICHT mehr kleiner als 5 Zoll sein.

Telefon / Walkman

An der Sprachqualität ist nichts auszusetzen. An beiden Enden der Leitung ist alles klar und deutlich zu hören. Wenn sich jemand beschwert, warum die Stimme nicht wie in der Realität anhört, dem muss gesagt werden, dass Telefonate generell seit anbeginn der Tage auf eine Bandbreite von 0,3 bis 3,4 Khz begrenzt sind. Von daher wird sich bis zur kompletten VoIP-Umstellung nicht soviel daran ändern. Der MP3-Player ist ebenfalls recht passabel. Fast jeder Hersteller preist ja seine eigene Engine als die ultima ratio an, aber in diesem Fall ist der klang gut und ausgewogen. Die Kopfhörer heben sich nicht ab. Ich habe selber jedoch Bluetoothkopfhörer und diese habe sich ohne Probleme gekoppelt und haben reibungslos funktioniert. Vor allem gibt es keine Blutooth-Verbindungsabbrüche, was ja nicht immer die Regel ist. Ein Wunsch meinerseits: Es wäre schön die recht überflüssigen Kopfhörer über Bord zu werfen und die gesparten 2 Euro in einen NFC-Chip zu investieren.

OS

Um Ehrlich zu sein ist es für mich problematisch das OS vernünftig zu beurteilen. Denn aus meiner Sicht haben alle Smartphones das gleiche Problem: Die Marketingabteilung verspricht ein Erscheinungsdatum für ein Gerät und und die Programmierer kommen mit der Anpassung von OS und Hardware nicht hinterher. Meine Erfahrungswerte kulminieren in folgender Erkenntnis: Das Gerät ist in der Konsequenz voll von Bugs und die Updates werden über die nächsten Monate nachgereicht. Ein bekannter hatte sich vor einigen Jahren das HTC One S frisch nach Erscheinen gekauft und, zu Hause ausgepackt, musste er feststellen, dass das W-Lan-Modul nicht betriebsbereit war. Nach drei Wochen wurde hier ein Update geliefert. Bei mir war es ähnlich. Beim einem Firmware-Update des e700 ist das Gerät mitten im Prozess hängengeblieben und abgestürzt. Nach dem Neustart kam dann die Fehlermeldung, dass eine Androidsystemdatei nicht ausgeführt werden kann... und somit war es hin ums schöne System. Nach einem Reset auf Werkseinstellungen über das Bios habe ich es dann aber wieder zum laufen gebracht. Danach hatte ich das oben genannte Problem mit dem Akku-Drain. Ich gehe davon aus, dass Acer das Problem demnächst behebt. Wie gesagt: drei Monate brauchen alle Hersteller um das OS sauber laufen zu lassen.

Beim eigentlichen Design gibt es nicht viel zu meckern. Im Gegensatz zu Samsung hat Acer zum Glück kein großes Fass aufgemacht und ist nur ein wenig von der ursprünglichen Androidstruktur abgewichen. Wenn ich ein Samsung S4 oder S5 in der Hand habe, dann verwirren mich die oberen Reiter im App-Menü und da ich auch nur ab und an so ein Gerät in der Hand halte, suche ich eine halbe Ewigkeit nach der gesuchten Anwendung. Auch mit zuviel Bloatware hat sich Acer zum Glück zurückgehalten. Man hat ja schon Glück, wenn der Hersteller keine Demoversion eines nutzlosen Spieles in den Systemordner packt, welches dann nur über Root-Rechte entfernt werden kann. Hier hält sich Acer also angenehm zurück.

Eine Sache gibt es noch, welche nicht zu beurteilen ist: Die Update-Politik. Motorola z.B. hat versorgt seine Modelle recht lange mit dem neusten Android-OS. Andere Hersteller hingegen lassen ihre Geräte nach dem Erscheinen recht schnell "verhungern". Da mir die Erfahrung mit Acer fehlt, ist es interessant zu verfolgen wie Acer sich in Zukunft verhält oder ob ich mir ab einem gewissen Zeitpunkt wieder Cyanogenmod aufspielen muss. Das wäre jedoch schlecht für die softwaregesteuerten Tri-SIM-Funktionalitäten.

Fazit

Bei Smartphones gibt es ja immer zwei Fragen, die man sich stellt: Was brauche ich? Und was bekomme ich für das Geld? Die erste Frage ist recht einfach zu beantworten: Wer zwei Sim-Karten-Slots oder mehr benötigt wird schwer um das Acer liquid e700 herumkommen. Dual-Sim Telefone sind meist China/Frankreich-Kracher wie Wiko, Archos und dergleichen. Die meisten haben eine Dual-Core-CPU und einen wieteren Flaschenhals, welcher die User-Experience schmälert. Das Acer deckt für mich sämtliche Bedürfnisse ab. Nur wenn man jetzt unbedingt 3D-Spiele Zocken muss, sollte man zu einem High-End-Gerät greifen mit einer Snapdragon 80x CPU. Aber dafür muss man dann 400€ in die Hand nehmen und nicht 200€ (Bei Saturn gab es das e700 zwischenzeitlich sogar für 180€). Ich wohne in Berlin-Steglitz und habe in der Schlossstraße nebenan Cyberport, Saturn, Media Markt und Conrad. Ich habe mir einmal alle verfügbaren Dual-SIM Smartphones angeguckt. Ein Dual-Smartphone mit besseren Specs lässt sich nicht finden. Es gibt immer einen Flaschenhals: Keine wechselbare SD-Karte, schlechter Prozessor, zu wenig RAM, schlechtes Display, usw.. Auch verglichen mit dem kolportiert besten Mid-Range-Smartphone, dem Moto G, kann es sich messen (Auch beim Moto gibt es keinen SD-Karten Slot). Und dies führt zur Antwort auf die zweite Frage: Für das Geld bekommt man eine ganze Menge. Aus meiner Sicht ist es mit Einschränkung ein Gerät ohne Flaschenhals. Der einzige Schwachpunkt wäre aus meiner Sicht der MediaTek Prozessor, aber der Quadcore ist ohne Probleme in der Lage das OS performant zu halten und die Pixel anzusteuern. Und zuletzt hoffe ich nun, dass ein Update gegen den nervigen Akku-Drain nachgeliefert wird. Dann ist es eine absolut runde Sache und auf jeden Fall zu empfehlen.

Dirk A.Erwin W.

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07.10.2014, 12:26:58 via Website

Thx, guter Bericht ;)

L.G. Erwin
..................
Wissen ist Macht. Nichts wissen macht nichts.
Wer einen Rechtschreibfehler findet darf ihn behalten.
Am Ende wird alles gut. Und wenn es nicht gut ist, ist es nicht das Ende.
Hat dir mein Beitrag gefallen? Dann würde ich mich über ein Danke freuen.
(cool)

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  • Forum-Beiträge: 37

07.10.2014, 15:48:28 via App

Dein Bericht habe ich gerne gelesen. Cool das Du den Vergleich mit anderen Herstellern beschrieben hast.

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21.04.2015, 10:05:59 via Website

Hi,
guter Bericht vielen Dank.

Ich gebe Dir voll und ganz recht das im unteren Preissegment das Acer Liquid eine gute Wahl ist.
Für 100.--€uronen mehr gibbet es das Asus ZenFone6 mit 2 SIM's mit Intel Prozessor ...
Darunter gibbet ne Menge:
90.--€ WIKO Lenny
100.--€ Sony Xperia E1
105.-€ Phicomm
150.--€ Alcatel C9
160.--€ Mobistel F8
180.--€ Motorola Moto G2

aber ... das Acer hat einfach tolle Features ...

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