Fürs Fahrrad abstellen bezahlen, bitte was?

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  • Forum-Beiträge: 9.729

09.05.2019, 10:51:28 via Website

Gestern ging ein Kommentar durch die Presse vom CDU-Politiker Andreas Hartnigk, seines Zeichens CDU-Fraktionsvize in Düsseldorf, der für manche Verwunderung gesorgt hat. Auch bei uns im Büro natürlich, wie Steffens Meinungsartikel gestern Abend dazu zeigt.

Andreas Hartnigk ist der Meinung, dass viel Geld für die Infrastruktur für Fahrräder investiert werden würde, und die Fahrradfahrer entsprechend zur Kasse gebeten werden sollten. So wie Autofahrer eben auch. Steffens deutliches Argument dagegen: Die Kosten stehen in keinem Verhältnis. Der Bau von Straßen ist um ein vielfaches teurer, als jegliche Infrastruktur für Fahrräder. Wieso sollten dann die Nutzer so zur Kasse gebeten werden?

Steffens Argument kann ich nur zustimmen, ich sehe aber noch einen anderen, für mich entscheidenderen Punkt. Wir diskutieren spätestens seit der Diesel-Krise, also seit 2015, über neue Strategien in Sachen Mobilität, vor allem in Städten. Eins ist wohl mittlerweile fast allen klar, die Autos müssen in Städten weniger werden, deutlich weniger. Das Fahrrad erlebt seit Jahren einen zumindest kleinen Hype, immer mehr Menschen steigen um, und das ist wahrlich gut so. Auch wenn der Ausbau der Infrastruktur höhere Kosten verursachen würde, sollten diese Kosten nicht ausschließlich auf Fahrradfahrer umgelegt werden. Fahrräder sind das wohl grünste Verkehrsmittel, und die Politik sollte massives Interesse daran haben, dass immer mehr Menschen umsteigen. Ein solcher Schritt wäre da wohl nur kontraproduktiv. Mich macht es fast sprachlos, wie man soetwas fordern kann. Aber hey, ist ja irgendwie auch Wahlkampf, nicht wahr?

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  • Forum-Beiträge: 2.154

09.05.2019, 11:03:59 via Website

Passt ja ins Bild: als sich Bonn als Lead City aufspielen wollte, erhöhte man kurzerhand die Fahrpreise (im Verkehrsverbund Rhein-Sieg, wozu u. a. Bonn, Köln, Leverkusen u. v. m. gehören) und veringerte das Angebot der Busse und Straßenbahnen. Notwendige Bauwerke wie die Hardtbergbahn, die U-Bahn nach Dottendorf, eine Verlängerung der Linie 7 von Zündorf hinweg nach Beuel, Verlängerung der 16/63 nach Bonn-Mehlen, 10-Minuten-Takt der Linien 16 und 18 sind auch eigentlich schon beschlossene Sachen, aber werden bis in alle Ewigkeit in den Schubladen bleiben.
So ist es nun einmal: Mobilität fordern und wenn man dem nachkommt, wird man zur Kasse gebeten. Hinzu kommt nun, dass man Mobilität auf andere, umweltfreundliche Wege erreichen will und erhöht da auch noch die Preise bzw. reduziert das Angebot.
Chapeau, so viel Blödsinn fiele mir im ganzen Leben nicht ein.

Und zu den Fahrrädern bzw. deren Parkgebühren: wenn einem sonst keine sinnvollen Ideen kommen, versucht man halt mit einer Schwachsinns-Idee Geld zu verdienen bzw. einzunehmen. Kapitalismus in Reinform.

— geändert am 09.05.2019, 11:05:30

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  • Forum-Beiträge: 501

09.05.2019, 11:05:21 via Website

Hallo!

Wenn die Regierung Misswirtschaft betreibt kommen eben immer solche Vorschläge. Ich bezweifle sehr sehr stark, dass die Einnahmen tatsächlich für den Ausbau der Radwege genutzt werden. Das wird ganz sicher keine zweckgebundene Steuer. Die Gelder werden, wie die Mineralölsteuer auch, anderweitig ausgegeben. Z.B. für 60.000,- Euro teure Kronleuchter. Über eine Pflichtversicherung mit Kennzeichen könnte man diskutieren, aber nicht über Fahrrad-Parkgebühren.

Gruß, René

Öffne Dein Herz und Du wirst die Welt sehen, öffne Deinen Geist und Du wirst sie verstehen.

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  • Forum-Beiträge: 20.052

09.05.2019, 11:05:22 via Website

So gehört sich das. Und gleich auch noch eine Fußgängersteuer einführen. Mitsamt Abgasplakette und Umweltzonen. Es kann ja nicht angehen, dass die Methanschleudern "Mensch" die Innenstädte verpesten.

Bastian SiewersIngalena

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  • Forum-Beiträge: 3.645

09.05.2019, 11:11:18 via Website

Hallo Bastian ,

ich bin da völlig anderer Meinung , denn Jeder sollte auch dazu beitragen, was für ihn speziell errichtet worden ist. (Radwege, Beschilderung, Ampelanlagen, Abstellplätze)

Es kann nicht angehen, dass derzeit alle Verkehrsteilnehmer für Ihre Strassen KFZ-Steuern, Benzin-Steuern und Mautgebühren bezahlen, allerdings Rad-Einrichtungen von der Allgemeinheit getragen werden.

Sie sind auch Verkehrsteilnehmer und benutzen auch die Strassen.

Wie hoch die Abgaben schlussendlich für Fahrradfahrer angesagt sein würden, kann niemand derzeit beziffern.
Einen Obolus sollten sie allerdings auch dazu beitragen. Das wäre mehr als fair.

— geändert am 09.05.2019, 11:22:59

Liebe Grüße - Stefan
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  • Forum-Beiträge: 501

09.05.2019, 11:27:22 via Website

Dann müssen aber auch Fußgänger zahlen. Auch sie nutzen die Straßen, Fußwege und Fußgängerzonen. Auch Fußwege sind teuer, und werden speziell für Fußgänger gebaut. Dann kann man ja gleich eine "Allgemeine Straßennutzungsgebühr" einführen.

Öffne Dein Herz und Du wirst die Welt sehen, öffne Deinen Geist und Du wirst sie verstehen.

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  • Forum-Beiträge: 3.645

09.05.2019, 11:40:42 via Website

Auch Fußwege sind teuer, und werden speziell für Fußgänger gebaut. Dann kann man ja gleich eine "Allgemeine Straßennutzungsgebühr" einführen.

Falsch : Trottoirs werden zum größten Teil mit der Anliegerschaft &, Grundsteuer beglichen, die
der Hauseigentümer entrichtet. Auch bei einem nachträglichen Bau eines Weges oder Fussgängerzone, wird der jeweilige Grundstückseigentümer prozentual zur Kasse gebeten.

Ja , die Hauseigentümer müssen sogar Schnee - Schüppen , damit auch die Fahrradfahrer dort
fahren- oder besser schieben - können :-)

Allerdings eine Strassenverbreiterung, damit ein Fahrradweg enstehen kann, wird von den Steuern der KFZ/LKW Verkehrsteilnehmern errichtet.
(Abhängig von Bund,Kreis,Land,Gemeinde)

— geändert am 09.05.2019, 11:59:33

Liebe Grüße - Stefan
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  • Forum-Beiträge: 501

09.05.2019, 11:48:37 via Website

swa00

Trottoirs werden zum größten Teil mit der Anliegerschaft &, Grundsteuer beglichen, die
der Hauseigentümer entrichtet.

Dann schafft man eben Fairness, entlastet Grundstückseigentümer und lässt den Fußgänger zahlen. ;)

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  • Forum-Beiträge: 3.645

09.05.2019, 11:51:10 via Website

Dann schafft man eben Fairness, entlastet Grundstückseigentümer und lässt den Fußgänger zahlen

Cool, damit beantwortest du ja selbst die Frage , indem auch die Fahrradfahrer etwas zahlen sollten :-)

— geändert am 09.05.2019, 11:52:01

Liebe Grüße - Stefan
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  • Forum-Beiträge: 501

09.05.2019, 12:01:39 via Website

Sollte sowas kommen wird Deutschland vors EU-Gericht gezerrt. Auch Urlauber müssten dann für ihr Radl Parkgebühren zahlen (Gleiches Recht und gleiche Pflicht für alle), vor allem unseren österreichischen Nachbarn würde das ganz und garnicht gefallen (die wollen ja noch nicht einmal Maut zahlen).

— geändert am 09.05.2019, 12:02:27

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  • Forum-Beiträge: 9.729

09.05.2019, 12:58:59 via Website

@swa00: Ich verstehe den Ansatz, keine Frage. Ich kann ihm aber aus genannten Gründen nicht zustimmen. Uns sollte etwas daran liegen, dass das Fahrrad genutzt wird, eine solche Gebühr wäre da einfach das falsche Zeichen.

Und ja, Bürgersteige werden über andere Einnahmen finanziert, aber bräuchten wir ohne Fußgänger überhaupt noch Fußgänger-Ampeln? ;)

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  • Forum-Beiträge: 20.052

09.05.2019, 13:05:27 via Website

Wer jetzt auch noch den umweltfreundlichen Verkehrsmitteln Gebühren auferlegt, hat den Schuß wirklich nicht gehört.

Bastian Siewers

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  • Forum-Beiträge: 31.878

09.05.2019, 13:10:46 via Website

Bastian Siewers

Fahrräder sind das wohl grünste Verkehrsmittel, und die Politik sollte massives Interesse daran haben, dass immer mehr Menschen umsteigen.

Jetzt spinne ich den Gedanken weiter.
Die Bundesbürger denken ab sofort umweltfreundlich und legen ihre Autos still.
Statt dicker SUVs für den Familienvater und drei Kleinwagen werden Fahrräder und eBikes angeschafft.
Damit fährt man überall in der Stadt, meidet Parkhäuser und Parkautomaten, braucht keine Gebühren für Anwohnerplaketten zu bezahlen und sämtliche Knöllchen gehören der Vergangenheit.
So.
Was soll dann mit den Politessen geschehen?
Mit den Angestellten von den Parkhäusern, mit den Technikern, die die Parkuhren kontrollieren und warten?
Die Menschen würden arbeitslos werden und müssten Arbeitslosengeld bekommen.
Was würde dann mit den Strassenbaufirmen passieren?
Auch pleite?
Wo keine Autos, da keine Löcher.

Wo soll das Geld in die städtischen Kassen her kommen, wenn kein Mensch mehr sein Auto in Halteverbot abstellt, weil es keine Autos (ausser Lieferwagen und RTW) gibt?

Das ist von den Aktivisten genauso kurzsichtig gedacht, wie “wie schön wäre es, wenn kein Mensch mehr rauchen und saufen würde“.
In dem Fall wäre die Staatskasse seehr schnell leer und es würden andere Steuern erfunden.
Meinetwegen auch für die Fußgänger oder Brillenträger .

— geändert am 09.05.2019, 13:11:43

💕🎀 VETO! 🎀💕

VETO ist die Vereinigung europäischer Tierschutzorganisationen. Als gemeinnützige
Organisation setzt VETO sich für das Wohlergehen von Tierheim- und Straßentieren ein. VETO ist ein
aktives Bindeglied zwischen Spender*innen, Tierschutzorganisationen und starken Partnern
in ganz Europa.
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Tententrixiswa00

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  • Forum-Beiträge: 3.645

09.05.2019, 13:21:34 via Website

@Inga,
so eine Argumentation lag mir auch schon auf der Zunge - jetzt hast du sie zu Papier gebracht :-)

Bastian, richtig es soll uns schon daran liegen , etwas für die Umwelt zu tun .

Uns sollte etwas daran liegen, dass das Fahrrad genutzt wird, eine solche Gebühr wäre da einfach das falsche Zeichen.

Aber auch das muss doch finanziert werden - von Luft und Wasser kann man nicht leben.

Nimm es mir nicht übel, ich höre da eher ein "bitte alles mir, nur nicht von mir" heraus.

Fordern kann man Vieles, aber ich schüttel eben den Kopf - Geben will keiner was.
Keiner hat hier mal ansatzweise gesagt : Ich wäre bereit was dafür zu zahlen, denn es ist
für mich und die Umwelt .(Aber auf ein neues Smartphone sparen- das Alte ist ja schon 5 Monate alt)

Nein , anstatt dessen wird auf die Politiker , die Industrie und mangelnde Bereitschaft geschimpft :-)

Und genau so eine Einstellung bringt uns niemals voran ....
Sitzen, fordern und Däumchen drehen und Andere machen lassen führt nicht zum Ziel.

Nachtrag - Thema Aktivisten:
Da war doch hier der Witz mit den Schüler-Aktivisten , der da Kontroversen entfacht hat .
Motto : Von Montag bis Donnerstag fahren alle mit Auto, Bahn und Bus zur Schule und
Freitags demonstrieren sie gegen ihre eigenen Fahrzeuge.

Warum stehen sie nicht einfach um 5 Uhr schon auf und fahren mit dem Fahrrad oder gehen zu fuss?
(P.S. Bin selbst Vater zweier Schüler)

— geändert am 09.05.2019, 14:06:54

Liebe Grüße - Stefan
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Tententrixi

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  • Forum-Beiträge: 24.891

09.05.2019, 14:14:19 via App

Wie ich schon zum Artikel geschrieben habe, bei uns am Bahnhof gibt es bereits ein kleines (ca. 500 Räder) bewachtes Fahrradparkhaus. Für 1€ am Tag (10€ im Monat) wird das Teil gerne und viel genutzt.

Zum einen, weil man sich darauf verlassen kann, das Fahrrad so wieder zu bekommen, wie man es abgestellt hat, zum anderen, weil man für einen weiteren Betrag (in etwa der Höhe einer Autowäsche bei der Tankstelle) solche Serviceleistungen wie Inspektion und Reinigung dazubuchen kann.

Sicher wäre es Blödsinn, Parkgebühren in der selben Höhe wie bei Autos zu verlangen. Aber in dieser Höhe? Wo ist das Problem?

Man könnte ja ähnlich wie die TÜV Plaketten einen Aufkleber an die Stoßstange (oder wo auch immer) kleben, um zu zeigen, Parkgebühren bis Ende der Woche /des Monats bezahlt.

— geändert am 09.05.2019, 14:18:52

Änderungen sind meist Rechtschreibfehlern geschuldet. ;)

Tenten

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  • Forum-Beiträge: 9.729

09.05.2019, 14:14:53 via Website

Sehr gute Frage ;)

Bei der Diskussion sollten wir aber bitte nicht einfach aktuelle Gegebenheiten außen vor lassen. Ganz ehrlich, hätten wir keine Autos, bzw. eher keine Umweltprobleme, würde man die Diskussion doch gar nicht erst führen. Also die, dass es mehr Fahrradfahrer braucht.

Auch die Argumentation über Arbeitsplätze finde ich schwierig. Schließlich wird das niemals von heute auf morgen passieren. Unsere Gesellschaft hat sich an solche Veränderung immer wieder anpassen müssen, notgedrungen. Es ist nichts neues, dass gewisse Jobs wegfallen und wiederum neue entstehen. Auch ist schon lange bekannt, dass da eine große Herausforderung auf uns zu kommt, völlig unabhängig von irgendwelchen Fahrrädern.

Wie ich schon schrieb, die Kostenbeteiligung würde unter anderen Umständen und ohne die aktuelle Umwelt-Diskussion durchaus Sinn ergeben. Aber in der aktuellen Situation nun mal nicht, das ist ja gerade mein Punkt.

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  • Forum-Beiträge: 31.878

09.05.2019, 15:45:43 via Website

@ Bastian, klar, wird das nicht passieren. Weder von heute auf morgen noch langfristig.
Es war eine Weiterentwicklung des Gedankens, dass die Politik an mehr Fahrradfahrern interessiert sein sollte.

Der Staat braucht jährlich eine Summe xy an Einnahmen/Steuergeldern.
Woher das Geld kommt und ob dabei die Umwelt geschont wird, oder zerstört registrieren die Politiker nicht.
(Siehe Braunkohle Tagebau Garzweiler, Hambach usw. Trotzdem wird daran bos zum bitteren Ende festgechalten).

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  • Forum-Beiträge: 501

09.05.2019, 17:35:36 via Website

trixi

Wie ich schon zum Artikel geschrieben habe, bei uns am Bahnhof gibt es bereits ein kleines (ca. 500 Räder) bewachtes Fahrradparkhaus. Für 1€ am Tag (10€ im Monat) wird das Teil gerne und viel genutzt.

Da bekommt man ja auch eine Leistung, nämlich eine "Parkraumbewachung". Aber irgendwo in der Prärie ein paar Fahrradständer aufbauen, vielleicht sogar im feuchten Grünen, ist m.E. nur Abzocke. Wenn die Einnahmen wirklich und ausschließlich für das Radwegenetz genutzt und das Radwegenetz erheblich ausgebaut wird (vergleichbar mit den Niederlanden) könnte man über Parkgebühren reden. Aber selbst die Niederlanden bauen Radwege und "Fahrradparkplätze" ohne dafür extra zu kassieren, da geht es auch ohne Parkgebühren und neue Steuern. Aber wir Deutschen sind ja Melkkühe.

— geändert am 09.05.2019, 17:37:21

Öffne Dein Herz und Du wirst die Welt sehen, öffne Deinen Geist und Du wirst sie verstehen.

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  • Forum-Beiträge: 2.533

09.05.2019, 17:51:22 via Website

Bastian Siewers

Und ja, Bürgersteige werden über andere Einnahmen finanziert, aber bräuchten wir ohne Fußgänger überhaupt noch Fußgänger-Ampeln? ;)

Gegenfrage: Bräuchte der Fußgänger ohne Autos und Fahrräder denn überhaupt eine Ampel?

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  • Forum-Beiträge: 9.729

09.05.2019, 17:55:56 via Website

Natürlich nicht. Nur sind wir ja alle Verkehrsteilnehmer. Sprich, wenn das Argument ist, dass Autofahrer ja zur Kasse gebeten werden, und deswegen auch Fahrradfahrer, warum dann nicht auch Fußgänger? Ok, immerhin parken wir uns selber nicht irgendwo, zumindest im Normalzustand :D

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  • Forum-Beiträge: 2.533

09.05.2019, 19:12:23 via Website

Weil es wenig Sinn macht, denn Fußgänger ist jeder. Auch der Radfahrer oder Autofahrer benutzt gelegentlich den Fußweg, also müssten am Ende ja alle zahlen.

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  • Forum-Beiträge: 489

09.05.2019, 20:16:18 via App

Weil irgendein Prvovinz-Politiker einen "dummen Spruch" raus lässt so ein Faß aufmachen , tut das echt not ?

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  • Forum-Beiträge: 635

09.05.2019, 21:05:10 via Website

Komme aus der Nähe von Münster . Dort werden alle paar Wochen hunderte von Fahrrädern eingesammelt die einfach irgendwo abgestellt werden und keiner sie mir haben will . Das sind immense Kosten für die Stadt darum wären Parkgebühren in meinen Augen keine schlechte Sache .

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  • Forum-Beiträge: 24.891

09.05.2019, 21:26:38 via App

Ist bei uns genauso. Da stehen allein am Bahnhof Hunderte von Fahrradleichen und rosten vor sich hin.

Änderungen sind meist Rechtschreibfehlern geschuldet. ;)

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  • Forum-Beiträge: 501

09.05.2019, 21:58:59 via Website

Bei uns werden herrenlose Räder eingesammelt und verkauft. Was nicht verkauft werden kann geht zum Schrotthändler. Viele der abgestellten Räder sind gestohlene Räder, die irgendwer gestohlen hat um schneller nach hause zu kommen. Solche Diebe scheren sich wohl kaum um Parkgebühren, zumal Fahrräder nicht zugeordnet werden können solange sie nirgens registiert sind. Parkgebühren haben nur einen Sinn wenn sie registiert sind, und/oder ein Kennzeichen haben (das kann ein Dieb aber auch entfernen), damit sie sich zuordnen lassen um "Parksünder" zur Zahlung zu bewegen. Z.B. in der Fußgängerzone an einem Radlständer oder Laternenpfahl sind wohl kaum Parkgebühren möglich. Und wer läuft schon hunderte Meter von einem Radlparkplatz zu einem Geschäft, wenn er direkt vorm Geschäft abstellen kann. Parkgebühren für Fahrräder mögen eine Idee sein, aber eine sehr schlecht durchdachte Idee.

Öffne Dein Herz und Du wirst die Welt sehen, öffne Deinen Geist und Du wirst sie verstehen.

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  • Forum-Beiträge: 1.069

10.05.2019, 00:32:29 via Website

Steuern sind nicht zweckgebunden und dienen nicht nur Finanzierungszwecken. Vielmehr haben sie zusätzlich eine Lenkungsfunktion, manche Wirtschaftsbücher sprechen auch von einer Umverteilungsfunktion, mit der der Staat einen wirtschaftlichen Ausgleich zwischen wirtschaftlich stärkeren und schwächeren Gruppen herbeiführt.

Ohne Zweifel besteht bei Kohlendioxid und Schadstoffen ein Lenkungsbedarf. Ziel kann aber nicht sein, Autofahrer, die ohnehin schon steuerlich stark belastet sind, noch weiter zu belasten. Viele sind auf das Auto angewiesen, und was eine weitere Belastung bewirken kann, zeigt die französische "Gelbwestenbewegung".
Allerdings kann man für Alle, auch Autofahrer, die Benutzung alternativer Verkehrsmittel attraktiver gestalten. Das erreicht man aber nicht mit zusätzlichen Kosten für Radfahrer oder auch den öffentlichen Nahverkehr.
Wieso sollte ein Autofahrer für die Kurzstrecke auf ein Fahrrad umsteigen, wenn er dafür erneut zur Kasse gebeten werden soll, und für sein Auto ohnehin schon blutet?
Auch der öffentliche Nahverkehr wird vom Steuerzahler subventioniert, und ich finde, noch viel zu wenig.
Wenn es immer noch viel billiger ist, mit dem ohnehin schon teuer bezahlten Auto zu fahren, warum sollte man dann für den ÖPNV extra blechen, nur weil es der Umwelt hilft?

Ist das gerecht? Vielleicht nicht. Ist es sinnvoll? Auf jeden Fall.
Niemand zahlt gerne Steuern, trotzdem sind sie notwendig, um gesellschaftliche Aufgaben erfüllen zu können.

Die ergeben sich aus Notwendigkeiten, es geht nicht darum, dem Steuerzahler in anderer Form genau das zurück zu geben, was er als Steuern bezahlt hat. Wäre das anders, könnte der Kinderlose dagegen rebellieren, Steuern für Schulen und Universitäten zu zahlen. Und warum Steuern für sozial Schwache und Hartz4-Empfänger zahlen? Ist nicht jeder seines Glückes Schmied? Ist es nicht ungerecht, Steuern für andere zu zahlen?
Wer so denkt, bedenkt nicht, dass so erbrachte Leistungen an eine solidarische Gesellschaft in anderer Form zurückkommen. Jeder kann durch Schicksalsschläge in die Position des sozial Schwachen kommen, schneller als er denkt, und auf die Solidarität der Gesellschaft angewiesen sein, und jeder hatte als Kind hierzulande eine Schulausbildung, er könnte also noch von vermeintlich unnützen Steuern profitieren, oder hat sogar schon von solchen Leistungen anderer profitiert.
Und jeder Radfahrer verstopft nicht als Autofahrer Strassen und Parkplätze.
Die Steuereinnahmen sprudeln übrigens derzeit, und sicher auch in Düsseldorf. Das sollte zwar kein Grund sein, sie sinnlos zu verpulvern, was leider an viel zu vielen Orten noch der Fall ist, aber schon gar keiner, den Bürger zusätzlich zu schröpfen, dazu noch, um den Umweltgedanken ad absurdum zu führen.

— geändert am 10.05.2019, 00:46:45

Ingalena

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  • Forum-Beiträge: 2.533

10.05.2019, 01:52:47 via Website

Ich halte Parkgebühren für Fahrräder derzeit für ein falsches Signal. Die Diskussion allerdings darüber, wie öffentlicher Raum verteilt und künftig genutzt werden kann und wie man die Mobilität in unseren Städten verbessert (und auch die Luft), ist eine absolut notwendige und kann durch solch vermeintlich unverschämte Forderungen nur befeuert werden.

Bastian Siewers

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Pippi
  • Blogger
  • Forum-Beiträge: 7.564

10.05.2019, 07:13:41 via App

Bei uns gibt es auch so ein Fahrrad-Parkhaus.
und mir wäre es nicht so ganz unrecht wenn auf manchen Abstellplätzen Gebühren verlangt werden. wie auch immer das realisierbar ist und Leute davon abhält, einfach alte Räder dort abzustellen. das Fahrradchaos an diesen Plätzen ist auch nervig, würde mein Rad dort nicht abstellen wollen. die Leute gehen sehr unsorgsam damit um. wenn ein Rad umfällt, dann mehrere - Dominoeffekt.
wenn dann für ordentliche Abstellmöglichkeiten gesorgt wird und das nicht mehr passiert, finde ich es nicht schlimm wenn auch die Radfahrer einen kleinen Beitrag dafür zahlen so wie im radparkhaus.

Antworten
  • Forum-Beiträge: 31.878

10.05.2019, 07:35:43 via Website

Wenn ich sowas lese, muss ich mich an meine Reise nach Japan vor einigen Jahren erinnern.
Das war in Osaka.
An einer Einkaufsstraße alle zig Meter war ein kostenloser Abstellplatz für ca. 100 Fahrräder...
Mehrere Männer haben dort gewissenhaft den ganzen Tag die Fahrräder ordentlich umgestellt, wenn jemand seinen Drahtesel ausgeparkt und weggefahren ist.
Einfach, damit jeder bequem am Ende des Platzes parken konnte und die anderen Fahrräder nicht umkippen.
Solche Bilder hat man überall gesehen.
Aber Japan hat eine andere Kultur und andere Erziehung....

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  • Forum-Beiträge: 2.533

10.05.2019, 09:18:21 via Website

In Japan kannst du auch deinen Geldbeutel verlieren und dir ziemlich sicher sein, ihn ungeplündert zurückzubekommen. Anstand ist etwas, das man in Japan noch kennt. Noch, denn auch dort ziehen langsam westliche Dekadenz und Egomanie ein. Aber das ist ein anderes Thema.

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  • Forum-Beiträge: 501

10.05.2019, 11:39:13 via Website

Pippi

wenn dann für ordentliche Abstellmöglichkeiten gesorgt wird und das nicht mehr passiert, finde ich es nicht schlimm wenn auch die Radfahrer einen kleinen Beitrag dafür zahlen so wie im radparkhaus.

Dann bekommst Du ja auch eine Leistung für Dein Geld. Da passt dann jemand auf Dein Radl auf, und gestohlen wird es dann kaum. Leider passen Versicherungen die Bedingungen nicht an, im bewachten Parkhaus parken müsste sich eigentlich positiv auf Beiträge auswirken. ;)

Öffne Dein Herz und Du wirst die Welt sehen, öffne Deinen Geist und Du wirst sie verstehen.

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  • Forum-Beiträge: 2.154

10.05.2019, 11:44:18 via Website

Es gibt aber auch den Fall (bei uns am Bahnhof), wo es eine Radstation gibt und man genötigt wird, dort sein Fahrrad abzugeben, weil rings herum das Abstellen von Fahrrädern untersagt ist. Kurioserweise gibt es dort aber noch Fahrradständer, die man entweder vergessen hat abzubauen oder diese aus Kalkül hat stehen lassen, um kräftig zu kassieren.

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Pippi
  • Blogger
  • Forum-Beiträge: 7.564

10.05.2019, 11:47:17 via Website

René H.

Pippi

wenn dann für ordentliche Abstellmöglichkeiten gesorgt wird und das nicht mehr passiert, finde ich es nicht schlimm wenn auch die Radfahrer einen kleinen Beitrag dafür zahlen so wie im radparkhaus.

Dann bekommst Du ja auch eine Leistung für Dein Geld. Da passt dann jemand auf Dein Radl auf, und gestohlen wird es dann kaum. Leider passen Versicherungen die Bedingungen nicht an, im bewachten Parkhaus parken müsste sich eigentlich positiv auf Beiträge auswirken. ;)

Da ein Fahrrad sowieso nur in der Hausratversicherung versichert ist, halte ich das für salpp gesagt Schwachsinn.
Wenn es denn beispielsweise gestohlen werden würde, bekommt man auf Nachweis sehr viel von der Versicherung ersetzt.
Als Autofahrer bekommt man ja auch keine Vergünstigungen, wenn man tagsüber während der Arbeitszeit im Parkhaus parkt. Die Vergünstigung bekommt man nur, wenn man zuhause eine Garage oder Stellplatz hat.
Der Vergleich hinkt jetzt schon sehr.

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  • Forum-Beiträge: 501

10.05.2019, 12:55:46 via Website

Es gibt auch Zusatzversicherungen, die mehr abdecken als nur den Zeitwert und Standardzubehör.

— geändert am 10.05.2019, 12:56:16

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  • Forum-Beiträge: 2

16.05.2019, 18:53:34 via Website

Spannend zu sehen, dass die CDU jetzt wie die AfD arbeitet: einen von der breiten Masse abgelehnten Vorschlag machen und dann zurück rudern.
Was bleibt hängen? Der Konsens, dass die Radfahrer sich nicht an den Kosten für den Straßenverkehr beteiligen. Aber das Gegenteil ist der Fall.
htt ps:// www. vcd.org/ themen/verkehrspolitik/kostenwahrheit-im-verkehr/
Die Autofahrer kommen noch nichtmal für die selbst verursachten Kosten auf. In dem verlinkten Artikel sind noch nicht einmal die Kosten durch die Umweltschäden eingerechnet.
Insofern hat der Vorstoß wohl genau das erreicht, was er sollte: alle glauben lassen, dass Autofahrer übermäßig zur Kasse gebeten werden.

Des weiteren werden einem innerstädtische Parkgebühren immer so verkauft, dass sie nicht zur Bereicherung der Stadt dienen, sondern dazu den Anwohnern das Parken im eigenen Wohngebiet zu ermöglichen bzw. die KfZ.

P.S.: Das Forum hat mich als neues Mitglied erkannt sodass ich den link kaputt machen musste um ihn als Quellenangabe an zu hängen.

Bastian Siewers

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