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Apple

Apple iPhone 8 Plus

4,0

Pro

  • Lange Akkulaufzeit
  • Einwandfreie Performance
  • Qualitativ hochwertige Apps im App Store
  • Beste AR-Plattform in der mobilen Welt
  • Kabelloses Laden
  • Telefoto
  • Video in 4K bei 60 fps und 1080p bei 240 fps

Contra

  • Bildschirm-zu-Gehäuse-Verhältnis
  • Kein Klinkenanschluss
  • Hohes Gewicht
  • Kein manueller Modus bei der Kamera
  • Erhitzt stark unter Belastung
Foto: Handy Apple apple-iphone-8-plus

Pros des Apple iPhone 8 Plus

  • Lange Akkulaufzeit
  • Einwandfreie Performance
  • Qualitativ hochwertige Apps im App Store
  • Beste AR-Plattform in der mobilen Welt
  • Kabelloses Laden
  • Telefoto
  • Video in 4K bei 60 fps und 1080p bei 240 fps

Contras des Apple iPhone 8 Plus

  • Bildschirm-zu-Gehäuse-Verhältnis
  • Kein Klinkenanschluss
  • Hohes Gewicht
  • Kein manueller Modus bei der Kamera
  • Erhitzt stark unter Belastung

Apple iPhone 8 Plus: Preis und Verfügbarkeit

Das iPhone 8 Plus ist in drei verschiedenen Farben und zwei Speichervarianten erhältlich. Die Versionen in Silber, Gold und Space Gray sind jeweils mit 64 Gbyte oder 256 GByte zu einem Preis von 949 bzw. 1119 Euro verfügbar.

Unsere Testversion ist mit 256 GByte Speicher ausgestattet und ich muss gestehen, dass mir die neue Farbvariante sehr gut gefällt, aber mehr dazu später. Der Preis ist wirklich sehr hoch, vor allem wenn man bedenkt, dass man dafür vor nicht allzu langer Zeit ein neues MacBook kaufen konnte. Aber so langsam gewöhnt man sich an diese doch sehr hohen Preise, da Apple bekannterweise nicht der einzige Hersteller ist, der solche eine Strategie gewählt hat.

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Beide helle Varianten sind sehr elegant. / © NextPit

Apple iPhone 8 Plus: Design und Verarbeitung

Nimmt man das iPhone 8 Plus zum ersten Mal in die Hand, hat man nicht direkt das Gefühl, ein neues Smartphone in den Händen zu halten. Die Front gleicht dem Vorgänger in jeder Hinsicht und ist in meinem Fall in Weiß gehalten. Den größten Unterschied finden wir auf der Rückseite. Das iPhone kommt nicht mehr im Unibody-Design aus Aluminium, sondern macht nun Platz für Glas auf der Rückseite.

Erneut fällt hier wieder die hervorstehende Kamera auf, die wir schon vom iPhone 7 Plus kennen. Sie ist nun von einem dünnen Metallrahmen umgeben, der in der gleichen Farbe wie der Metallrahmen des Smartphones gehalten ist. Alles andere, also das Logo, der Blitz und auch der Schriftzug “Designed by Apple in California” befindet sich unter dem schützenden Glas. Die amerikanische Version kommt sogar ohne jegliche CE-Zeichen oder ähnliches daher, und zeigt daher nur das ikonische Apple Logo und den Modell-Namen “iPhone”. Natürlich tendiert das neue iPhone wieder einmal zum leichten Kippeln, wenn man es auf eine glatte Oberfläche legt.

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Auch das kleinere iPhone kommt mit abstehender Kamera. / © NextPit

Am Besten an der goldenen Version des iPhone 8 Plus gefällt mir Creme-Stich hinter dem Glas, der sehr gut zu der etwas stärkeren Tönung des Metallrahmens und des Apple-Logos passt, die eher ins rote/kupferfarbene sticht. Der Rahmen fügt sich fast nahtlos zwischen den beiden Glasflächen ein. In manchen Lichtverhältnissen erinnert die Farbgebung sogar an das iPhone 6S in Rosé-Gold, aber von allen drei Farbvarianten, gefällt mir diese nach wie vor am Besten. Sie ruft Erinnerungen an Slickwraps’ Retro Skin hervor und beschert dem iPhone 8 Plus einen sehr eleganten Auftritt, der etwas an die 70er Jahre erinnert.

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Die Rückseite ist nicht ganz so pink, wie es scheint. / © NextPit

Die neue Rückseite aus Glas sorgt, meiner Meinung nach auch für einen besseren halt. Zumindest in der Hand ist das neue iPhone nicht so rutschig wie der Vorgänger. Auf anderen Oberflächen sieht das allerdings völlig anders aus. Es ist praktisch unmöglich das iPhone 8 Plus auf dem Bett, auf der Couch oder einem Kopfkissen an einem Punkt abzulegen, der nicht genau gerade ist. Man muss permanent darauf aufpassen, dass das Smartphone nicht einfach abstürzt, aber mit diesem Problem ist Apple alles andere als alleine. Apple sagt, sie haben viel Arbeit in die Rückseite gesteckt, und sie so stark wie kaum eine andere Glasrückseite gemacht. Ob das tatsächlich so ist, wird wohl nur die Zeit und die ersten Unfälle von Besitzern eines iPhone 8 Plus zeigen.

Auch wenn 5,5 Zoll Bildschirmgröße heutzutage nicht mehr als besonders groß gelten, ist das Smartphone selbst noch immer riesig und mit einer Hand praktisch nicht zu bedienen. Das Gewicht von 202 Gramm verschlechtert die Situation noch weiter. Andere Smartphones mit zwar größerem Bildschirm aber deutlich kleinerem Rahmen drumherum sind da im Alltag deutlich angenehmer zu handeln.

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Ich muss gestehen, ich habe mich in den rot-goldenen Rahmen verliebt. / © NextPit

Zusätzlich ist der Power-Button an der rechten Seite für mich etwas zu hoch angebracht, als dass er einfach zu erreichen wäre. Glücklicherweise kann man natürlich auch den Home-Button nutzen, um das Smartphone aufzuwecken, auch wenn man TouchID nicht nutzt.

Am Rande: Die Vibrationstechnik, die Apple nun seite einiger Zeit einsetzt, ist umwerfend und tröstet schnell darüber hinweg, dass der Home-Button keine wirkliche Taste mehr ist. Durch die Vibration wird hier ein Klicken nur simuliert, was aber überraschend gut funktioniert.

Apple iPhone 8 Plus: Display

Das Retina-Display des iPhone 8 Plus misst 5,5 Zoll und löst in Full HD auf (1920 x 1080 Pixel). Die Pixeldichte beträgt somit 401 ppi. Es handelt sich dabei um ein IPS-Panel, welches natürliche Farben, eine hohe Helligkeit und insgesamt eine hohe Gesamtqualität garantiert. Es gibt nur wenige andere große Bildschirme mit Full-HD-Auflösung, die so gut aussehen. Leider gibt es keinen HDR-Modus, keine 120 Herz wie beim iPad Pro und das Bildschirmverhältnis bleibt bei 16:9. Auch beim iPhone 8 Plus setzt Apple natürlich 3D Touch ein.

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Der IPS-Bildschirm des iPhone 8 Plus ist hochwertig, andere Hersteller spendieren ihren Displays aber mehr Features. / © NextPit

All das ist nicht unbedingt herausragend, aber das Display des iPhone 8 Plus ist eindeutig eines der besten IPS-Displays, das man heutzutage auf dem Markt finden kann. Ich persönlich präferiere AMOLED-Panels, aber ich kann mich über die Qualität dieses Displays dank der guten Performance und der tollen Farbwiedergabe nicht beschweren. Der Bildschirm deckt die komplette Farbpalette DCI-P3 ab und bietet auch die True-Tone-Technik, die die Farbtemperatur an die aktuelle Situation und das Umgebungslicht anpasst. In einem Raum mit warmen Licht, welches zu Gelb tendiert, wird auch das Display gelblicher, wärmer, um die Augen des Nutzers zu entspannen.

Die Schwarzwerte kommen natürlich nicht an Samsungs AMOLED-Displays heran und direktes Sonnenlicht ist nicht unbedingt Apples Freund, aber unbenutzbar ist es auch dann nicht. Apple gibt einen Kontrast von 1300:1 an, welcher weit von Samsungs Werten entfernt ist.

Apple iPhone 8 Plus: Besonderheiten

ARKit: Weil die Realität einfach zu langweilig ist

Mit iOS 11 hat Apple den Support von ARKit in seinem mobilen Betriebssystem eingeführt. Apple stattet Entwickler mit allen nötigen Werkzeugen und APIs aus, damit sie entsprechende Apps entwickeln können. Mit Hilfe der Kamera können wir dann unsere Umgebung in einem völlig neuen Licht betrachten und mit allem erdenklichen anreichern.

Richtet Euer Smartphone richtung Himmel und Euch wird die Konstellation der Sterne angezeigt. Studiert die Organe des menschlichen Körpers auf eine völlig neue Art und Weise, indem Ihr sogar um sie herum laufen könnt. Baut oder zerstört komplette virtuelle Welten auf Eurem Küchentisch und schaut Euch Euer Projekt von allen Seiten an. Dank DinosAR, welches schon für den Namen einen Preis verdient hätte, könnt Ihr mit Euren Lieblings-Dinos durch die Wälder ziehen. All das ist ohne zusätzliche Soft- oder Hardware möglich.

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Mit LightSpace könnt Ihr Dank ARKit 3D-Schriftzüge in die Welt setzen. / © NextPit

Die Apps, die Entwickler bisher erstellt haben, sind überragend und das iPhone 8 Plus hat keine Probleme, alle Inhalte darzustellen. Eine leichte Erwärmung des Smartphones ist aber wahrzunehmen. Apple ist dank des großen Eco-Systems schon jetzt eine der führenden Kräfte in Sachen AR auf Smartphones.

Apple iPhone 8 Plus: Software

Das iPhone 8 Plus wird mit iOS 11 ausgeliefert und wie in jedem Jahr lässt sich die neueste Software-Version natürlich am besten auch mit der neuesten Hardware testen. Neuerungen halten sich allerdings im Rahmen, verändern aber wichtige OS-Bestandteile. Das Control Center wurde überarbeitet und ist nun modular. Auch ist es nun möglich weitere Features per Force Touch hervorzurufen.

Force Touch hat auch in den Benachrichtigungen Einzug erhalten. Ihr könnt nun direkt auf Nachrichten antworten oder andere Interaktionen vornehmen, indem Ihr etwas stärker auf eine Benachrichtigung tippt. Screenshots wurden auch verbessert: Nachdem Ihr Euren Bildschirm fotografiert habt, wird der Screenshot in Mini-Form für ein paar Sekunden angezeigt. Tippt Ihr darauf, gelangt Ihr direkt in den Editor, um es weiter zu bearbeiten.

Apropos Benachrichtigungen: Hier hat sich sowieso einiges verändert, bzw. ist etwas praktisch verschwunden. Apple geht einen neuen Weg und entledigt sich der eigenständigen Benachrichtigungsanzeige. Zieht Ihr nun die Leiste von oben herunter, zeigt das iPhone einfach den Lockscreen an. Was im ersten Moment sehr irritierend wirkt, ist letztendlich nicht weiter schlimm: Benachrichtigungen werden wie bisher angezeigt, eben nur in einem anderen Design. Richtig gefallen, will das Ganze aber irgendwie nicht.

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Das neue Control Center beherbergt nun mehr Funktionen und kann angepasst werden. / © NextPit

Zum ersten Mal in der iOS-Geschichte gibt es nun auch einen Dateimanager, auch wenn nicht in der typischen Form. Ihr habt nun die Möglichkeit Ordner zu erstellen, Dateien zu verschieben und sogar die großen Online-Speicher zu integrieren. Es handelt sich dabei allerdings nicht um einen wirklichen Dateimanager, der Zugriff auf das Dateisystem des Smartphones erlaubt. So könnt Ihr eine Ordnerstruktur innerhalb der App erstellen, die aber keinen Bezug auf die Dateistruktur des Smartphones hat. Aber dieser Umstand ärgert wohl einen normalen Anwender weniger…

Während meines Tests habe ich vor allem iOS 11.0.2 genutzt, am Mittwoch Abend kam dann das Update auf 11.0.3. Die von Apple bekannt gegebenen Bug-Fixes betreffen allerdings nicht diese Modell und ich konnte keinerlei Unterschiede zwischen den beiden Versionen feststellen.

Mehr Informationen zu iOS 11 findet Ihr im Artikel meines Kollegen Eric, der hier mehr ins Detail geht.

Apple iPhone 8 Plus: Performance

Wie bei jedem iPhone ist die technische Ausstattung theoretisch nicht umwerfend. Wir finden hier keinen 10-Kerne-Prozessor oder sogar 8 GByte RAM vor. Das spielt bei einem iPhone bekannterweise aber keine große Rolle und sagt wenig über die wirkliche Performance aus. Mir persönlich sind die Zahlen sowieso relativ egal und dienen meiner Meinung nach nur dazu bei Vorstellungen die Zuhörer zu beeindrucken. Natürlich spielt die technische Ausstattung eines Smartphones eine große Rolle, aber viele Kerne und eine hohe Taktfrequenz bedeuten nicht gleich eine herausragende Performance (wie z.B. manche MediaTek-Prozessoren zeigen). Im Endeffekt zählt nur die Performance im Alltag und wie gut die Komponenten genutzt werden, und genau hier ist Apple bisher immer sehr gut gewesen.

iPhone 8 Plus: Benchmark-Ergebnisse

 Smartphone  3D Mark Sling Shot Extreme ES 3.1 3D Mark Sling Shot ES 3.0 3D Mark Ice Storm Unlimited ES 2.0
OnePlus 5 3736 4441 40819
Samsung Galaxy S8+ 2527 2787 31829
iPhone 8 Plus 2675 3663 63361

Der Prozessor des iPhone 8 Plus, die Apple A11 Bionic CPU, hat schon in manchen Tests bewiesen, dass er der schnellste einer Art auf dem mobilen Markt ist. Diese Ergebnisse beziehen sich allerdings auf Tests, die nur die reine Rechenpower eines Prozessors messen, wie Geekbench. In Tests, die ich mit Hilfe der Apps von Futuremark durchgeführt habe, ist der Abstand zur Konkurrenz nicht im Ansatz so groß. In manchen Fällen liegt die Performance von Apples Smartphone sogar unter der Android-Konkurrenz. Wie immer erzählen Benchmarks aber nicht die ganze Wahrheit und sollten nicht zum ultimativen Vergleich herangezogen werden.

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Eine gute, aber nicht überwältigende Performance in Futuremarks 3D Benchmark / © NextPit

Im Alltag sorgt das iPhone 8 Plus für eine einwandfreie Performance, was keinen weiter überraschen sollte. Auch die komplexesten 3D-Spiele sorgen nicht für Probleme. Kein Einbruch bei den FPS oder andere Performance-Einbrüche waren festzustellen. Auch AR-Anwendungen laufen sehr flüssig, was in der Praxis wirklich beeindruckend ist. Nur ein einziges Mal ist mir aufgefallen, dass sich das iPhone eine Gedenksekunde erlaubt hat. Ich gehe davon aus, dass es sicher hierbei aber um einen kleinen Software-Bug gehandelt hat, da ich das Problem nicht reproduzieren konnte.

Für die Technik-Fans unter Euch: Apples A11 Bionic CPU ist mit 6 Kernen ausgestattet: zwei High-Performance-Kerne und 4 High-Efficiency-Kerne und eine zusätzliche NPU, die nur für Funktionen der künstlichen Intelligenz zuständig ist. Vor allem dieser Co-Prozessor sorgt das wahrnehmbare Plus an Performance, die es dem iPhone 8 Plus erlauben, wirklich komplexe Aufgaben in kürzester Zeit abzuarbeiten. Auch andere Hersteller gehen mittlerweile einen ähnlichen Weg, wie Huawei zum Beispiel mit dem Kirin 970.

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Das iPhone 8 Plus vor (links) und nach (rechts) einer 10-minütigen Session mit AR-Apps, aufgenommen mit einer FLIR One. / © NextPit

All diese Power wird mit der aktuellen Software noch gar nicht wirklich ausgenutzt, was aber nicht unbedingt schlecht ist. Wie wir alle wissen, verkauft Apple seine Smartphones grundsätzlich über mehrere Jahre, die Leistung des A11 muss also noch länger standhalten. Einzig AR-Anwendungen, die mit ARKit erstellt worden sind, können den Prozessor mitunter etwas in schwitzen bringen und sorgen dann für eine Erwärmung des Geräts. Aber auch wenn sich das iPhone 8 Plus recht schnell erwärmt, kühlt es genauso schnell auch wieder ab. Apple hat hier wirklich gute Arbeit geleistet.

Beim iPhone 8 Plus kommt nun auch Bluetooth 5.0 zum Einsatz, welches die Verbindung zu zwei Bluetooth-Geräten erlaubt und weitere Verbesserungen mitbringt.

Apple iPhone 8 Plus: Audio

Die Audio-Funktionen des iPhones haben sich nicht stark geändert, es gibt aber ein paar Neuerungen, die wir nicht unerwähnt lassen möchten. Natürlich kommt auch das neue iPhone ohne Klinkenanschluss. Dieser wird wohl nie wieder Platz in einem Smartphone aus Cupertino finden, Apple geht selten einen Schritt zurück. In der Box finden wir somit wie im letzten Jahr die EarPods mit Lightning-Anschluss und ein Adapter von 3,5 mm Klinke auf Lightning vor.

Die Neuerungen finden wir in den Lautsprechern vor. Wie das iPhone 7 Plus ist auch das neue Plus-Modell mit zwei Lautsprechern ausgestattet: Der eine befindet sich am untern Rand neben dem Lightning-Anschluss, der andere befindet sich oben auf der Vorderseite und wird vor allem für Anrufe genutzt. Das System funktioniert ähnlich wie bei manch anderen Smartphones: Der untere Lautsprecher sorgt für Mittel- und Tieftöne, der obere nur für Hochtöne. Einen wahren Stereosound erhalten wir nun, wenn wir das iPhone 8 Plus quer halten. Aber was ist jetzt neu? Die diesjährigen Lautsprecher bringen 25% mehr Leistung, ohne Qualitätsverlust.

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Unten befindet sich das Mikrofon für Anrufe (links), der Lightning-Anschluss (Mitte) und der Hauptlautsprecher (rechts). / © NextPit

Ich war positiv überrascht über die maximale Lautstärke, die das iPhone 8 Plus bietet, und der Sound war reich an Details. Die Qualität reicht für Videos, Spiele und AR-Anwendungen allemale aus. Die Positionierung des unteren Lautsprechers ist wie so oft nicht optimal, da man ihn schnell mit der Hand abdeckt. Leider gibt es nur sehr wenige Smartphones, die auf nach vorne gerichtete Lautsprecher setzen.

Apple iPhone 8 Plus: Kamera

Die Hardware der Kamera des iPhone 8 Plus hat sich zum Vorgänger nicht verändert. Wir finden immer noch die Weitwinkel-Linse mit 28 mm Brennweite und f/1,8-Blende vor, die zweite Linse hat eine Brennweite von 56 mm und eine f/2,8-Blende. Einzig die Hauptkamera wird von einem optischen Bildstabilisator unterstützt. Beide Linsen lösen mit 12 Megapixel auf. Diese Daten lassen vermuten, dass sich in Sachen Bildqualität nichts verändert hat.

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Auf dem Papier hat sich zum Vorgänger nichts verändert, aber die Kamera ist dennoch klar besser geworden. / © NextPit

Aber hier kommen die neuen Möglichkeiten des iPhone 8 Plus und seinem A11 Bionic Prozessor ins Spiel. Die Hardware der Kamera hat sich zwar nicht verändert, dank künstlicher Intelligenz wurde aber die Bildbearbeitung durch die Software dahinter deutlich verbessert.

Es ist kein Zufall, dass das iPhone im Test von DxOMark, die bekannt sind für ihre Tests der Smartphonekameras und anderer Geräte, einen beeindruckenden Wert von 94 erreicht hat.. Das iPhone 8 Plus war kurz Spitzenreiter, wurde aber direkt von Galaxy Note 8 abgelöst. Das Samsung-Smartphone erreichte zwar das selbe Resultat von 94 Punkten wie das iPhone 8 Plus, ist aber bei der Foto-Qualität das bessere Gerät. Einzig bei Videoaufnahmen muss es sich dem iPhone geschlagen geben. Nach aktuellem Stand sollten die neuen Pixel-Phones von Google aber beide Smartphones schlagen. Ob das tatsächlich so ist, kann aber nur ein direkter Vergleich der Geräte zeigen.

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Die Telephoto-Linse hat leider keinen OIS. / © NextPit

Aber sprechen wir lieber über meine persönlichen Erfahrungen mit der Kamera des iPhone 8 Plus, die sehr positiv waren. Die Bilder sind reich an Farben, aber überzeichnen nie, wie es das Galaxy S8 Plus gerne tut. Die Kontrastwerte sind gut und der dynamische Bereich reicht absolut aus. Einzig die Qualität der Fotos, die im Dunkeln aufgenommen wurden, können nicht ganz überzeugen.

Es ist manchmal recht schwer unter schwierigen Bedingungen das beste Resultat zu erzielen. Das liegt nicht an der Hardware, sondern vielmehr an den Einstellungsmöglichkeiten, die Apple bietet. Fotos, die im Automatik-Modus aufgenommen werden, sind oft unter- und manchmal sogar überbelichtet, wie an manchen Bildern in der Galerie zu sehen ist. Unter anderem ist hier ein Foto des Berliner Funkturms zu sehen, auf dem Wolken zu sehen sind. Dieses Bild ist in der Nacht entstanden. Auf den ersten Blick war ich entzückt, aber auf den zweiten Blick wurde klar, dass das iPhone die Szene nicht realitätsnah und völlig überbelichtet aufgenommen hat (was mir so in der Nacht noch nicht passiert ist).

Wenn man nun Einstellungen wie Belichtungszeit, Blende und ISO nicht einstellen kann, ist man etwas aufgeschmissen. Apple liefert aber natürlich trotzdem eine der besten Kameras in einem Smartphone, die Ihr aktuell kaufen könnt. Und die meisten Anwender werden mit Ihr absolut zufrieden sein. In den meisten Situationen liefert die Software hervorragende Ergebnisse.

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Stage Lightning nennt sich die neue Funktion im Portrait-Modus. / © NextPit

Der Portrait-Modus, der auf den Bokeh-Effekt zurückgreift, wurde weiter verbessert, in dem Belichtungsmodi hinzugefügt wurden. Hier können wir verschiedene Belichtungen für das Gesicht wählen und den Hintergrund wählen. Leider funktioniert das nicht immer genau so wie gewünscht und entsprechend sind die Resultate nicht immer perfekt. In manchen Situationen sind damit wirklich geniale Bilder möglich, in anderen funktioniert es überhaupt nicht.

Das iPhone 8 Plus ist neben dem iPhone 8 und iPhone X das erste Smartphone, das Videos in 4K-Auflösung mit 60 Bildern pro Sekunde aufnehmen kann. Und die Videos sind sehr beeindruckend. Sogar manche professionelle Kamera mit deutlich größeren Sensoren beherrschen solche Aufnahmen nicht. Natürlich sind hier die erzielten Ergebnisse auch bei niedrigerer Auflösung besser als beim iPhone. Es gibt auch einen Slowmotion-Modus mit 240 Bildern pro Sekunde, welcher nun mit 1080p statt wie bisher 720p auflöst.

Apple iPhone 8 Plus: Akku

Der Akku des iPhone 8 Plus misst gerade einmal 2675 mAh, also weniger als beim iPhone 7 Plus. Wie in jedem Jahr, hat Apple aber Hardware und Software nahezu perfekt aufeinander abgestimmt. Während die Performance des iPhone 8 Plus zu beeindrucken weiß, setzt sie auch auf minimale Belastung des Akkus. Ich habe das Testgerät genauso genutzt wie ein Android-Smartphone, die ich meistens schon am frühen Abend nachladen muss, und es hat meist ganze 2 Tage durchgehalten.

Dabei wurden wie immer 2 Gmail-Accounts permanent synchronisiert, zusätzlich zum verlangten iCloud-Account. Auch meine sozialen Netzwerke wie Facebook, Twitter mit zwei Profilen, Instagram, LinkedIn und Google+ waren eingerichtet. Zwecks Kommunikation kamen WhatsApp, Telegram, Facebook Messenger, Slack und Hangouts zum Einsatz, Push-Benachrichtigungen waren stets aktiviert. Ich habe keinerlei Stromspar-Funktionen eingesetzt und das mobile Netzwerk war durchgehend aktiviert. Nur Zuhause und im Büro habe ich natürlich WLAN genutzt. Da ich für praktisch alles Google-Apps nutze, hatte ich natürlich alle entsprechenden Apps installiert, die Ortung war in allen erlaubt. Ich habe auch nicht sonderlich darauf geachtet, Akku zu sparen, wenn überhaupt, eher das Gegenteil.

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Diese Werte konnte ich mit einem Android-Smartphone bisher noch nicht erzielen. / © NextPit

Auch mit dieser Malträtierung des Akkus habe ich eine Laufzeit von satten 37 Stunden ohne Aufladen erreicht, mit mehr als 9 Stunden Nutzungszeit. Und der Akku stand noch bei 8% Restladung. Für mich sind das beeindruckende Zahlen, bisher kam ich mit meiner Nutzung auf gute 15 Stunden Laufzeit, bei 4-5 Stunden in denen das Smartphone aktiv genutzt wurde. Solche Werte wie mit dem iPhone waren für mich bisher mit einem Android-Smartphone schlicht nicht möglich.

Leider liegen mir keine Daten vor, um diese Wert mit den Vorgängermodellen zu vergleichen, da die Geräte, die ich im letzten Jahr getestet habe, nicht die selben Accounts und Apps eingerichtet hatten. Desweiteren habe ich bisher noch keine iPhone über eine Zeitraum von einem Monat genutzt, um diese Werte langfristig nachzuvollziehen. In meinen Testzeitraum von ein paar Wochen mit dem iPhone 8 Plus war die Akkulaufzeit sehr stabil und wirklich beeindruckend.

Es ist natürlich auch zu bemerken, dass die Nutzung von energie-hungrigen Apps wie ARKit-Apps die Laufzeit massiv beeinflussen. Diese Apps nutzt aber wohl niemand täglich und stundenlang, daher sollte das nicht so sehr ins Gewicht fallen.

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Das iPhone 8 Plus konnte meiner herausfordernden Nutzung standhalten. / © NextPit

Mir gefällt die neue Möglichkeit, die drei neuen iPhones nun auch kabellos laden zu können, sehr gut. Der Ladevorgang ist nicht besonders schnell, aber das stört nicht weiter. Natürlich kennen wir Android-User eine solche Funktion mittlerweile seit Jahren, aber nun da Apple die Technik endlich einsetzt und mit Qi sogar auf einen vorhandenen Standard setzt, werden wir alle davon profitieren.

Wie bei allen Smartphones, die kabellos geladen werden, muss die Position des Smartphones auf der Ladestation stets korrekt sein. Nur ein paar Zentimeter verrutscht und der Ladevorgang stoppt. Dieses Problem wird auffälliger, umso größer das Smartphone wird. Die Rückseite des iPhones wird während des Ladevorgangs auch deutlich wärmer, als beim klassischen Aufladen per Kabel.

Apple unterstützt beim iPhone 8 Plus auch eine Schnelllade-Technologie per Kabel, das mitgelieferte Netzteil liefert aber nach wie vor 5W. Im Apple Store könnt Ihr Euch für günstige 25 Euro das passende Netzteil kaufen, das dann 12W unterstützt. Der Ladevorgang wird dann um ca. 1 Stunde verkürzt. Beim hohen Preis des iPhone 8 Plus hätte man dieses leistungsstärkere Netzteil allerdings auch im Lieferumfang vermuten können.

Apple iPhone 8 Plus: Technische Daten

Abschließendes Urteil

Diejenigen, die dem iPhone schon vorher verfallen waren, werden auch das iPhone 8 Plus in ihr Herz schließen. Im Vergleich zu anderen Highend-Smartphones in 2017 hat das normale iPhone aber etwas an Sexappeal verloren. Schaut Euch zum Beispiel das Galaxy S8 Plus an: Es ist fast genauso groß, bringt aber einen deutlich größeren Bildschirm mit und verzichtet auf die abstehende Kamera.

Klar, Apple hat mit dem iPhone X noch ein Ass im Ärmel, aber laut Apple ist das iPhone 8 Plus nach wie vor das Highend-Modell und sollte auch als solches betrachtet werden. Auch bei anderen Smartphones, wie dem Xperia XZ1, beschweren wir uns über die großen Ränder, daher können wir diesen Umstand beim iPhone 8 Plus genauso wenig ignorieren. Apple hat all sein Design-Potenzial in das iPhone X gesteckt und das iPhone 8 Plus in dieser Hinsicht leider komplett im Stich gelassen. Es ist dem iPhone 7 Plus sogar so ähnlich, dass dessen Cases nach wie vor passen.

Wenn Ihr schon komplett in Apples Ecosystem investiert habt, gibt es sicherlich keine Alternative, Vergleiche sind an der Stelle dann eher schwierig. Solltet Ihr Euch aber für das iPhone 8 Plus entscheiden, bedenkt stets, dass Ihr dann nicht das beste aktuelle Apple-Smartphone Euer Eigen nennt, das ist letztendlich nur dem iPhone X vorbehalten.

Das neue iPhone 8 Plus richtet sich vor allem an Käufer eines 6S Plus oder älterem Modell, die auf der Suche nach einem Upgrade sind. Besitzer eines iPhone 7 Plus sollten dieses geringe Update eher auslassen. Ansonsten ist dieses iPhone wohl nur für Menschen interessant, die immer das neueste iPhone besitzen müssen. Alle anderen sollten sich eher woanders umsehen.

Das iPhone 8 Plus erfüllt allerdings alle Erwartungen. Es ist schnell, robust und kommt im typischen iPhone-Design daher. Die Kamera ist sehr gut und enttäuscht nur selten. Aber wenn Ihr tatsächlich 1000 Euro für ein Smartphone ausgeben möchtet, gibt es aktuell einfach zu viele gute Alternativen, nicht zuletzt das iPhone X.


An dieser Stelle bedanken wir uns bei 1&1, die uns freundlicherweise für diesen Test das iPhone 8 Plus zur Verfügung gestellt haben.

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