apple
Apple

Apple iPhone XS

4,5

Pro

  • Handliches Format
  • Perfekt verarbeitet
  • Tolles Display
  • Sehr gut Kamera

Contra

  • Nur durchschnittlicher Akku
  • Wirkt langsamer
  • als es ist
  • Bedienung mit Logikfehlern
Foto: Handy Apple apple-iphone-xs

Pros des Apple iPhone XS

  • Handliches Format
  • Perfekt verarbeitet
  • Tolles Display
  • Sehr gut Kamera

Contras des Apple iPhone XS

  • Nur durchschnittlicher Akku
  • Wirkt langsamer, als es ist
  • Bedienung mit Logikfehlern

Zum Abschnitt:

Empfohlener redaktioneller Inhalt
Dieser externe Inhalt von YouTube wurde von der nextpit Redaktion ausgewählt und ergänzt den Artikel. Du hast die Wahl, ob du diesen Inhalt laden möchtest.
Externen Inhalt erlauben
Ich bin damit einverstanden, dass externer Inhalt geladen wird. Personenbezogene Daten werden womöglich an Drittplattformen übermittelt. Nähere Informationen enthält die Datenschutzerklärung.

Oft kopiert, doch nie erreicht

Smartphones bauen, das können mittlerweile viele Firmen. Doch iPhones sind schon immer noch etwas besonderes, und das ist auch beim iPhone XS so. Das aktuelle Spitzenmodell von Apple sieht in Sachen Design aus wie das Vorjahresmodell, die Unterschiede sind minimal. Aber mal ehrlich: Wenn so viele Android-Hersteller den iPhone-Look kopieren, kann er so schlecht nicht sein. Beim Design spielt der Geschmack immer eine große Rolle, mir gefällt das iPhone XS sehr gut.

Die Verarbeitung? Perfekt. Das Material? Hochwertig. Die Kamera? Steht immer noch ziemlich unelegant aus dem Gehäuse vor und wirkt wie aufgeklebt. Das ist zwar eine bewusste Design-Entscheidung, aber keine, die mir gefällt und die in meinen Augen zu den sonst eher runden, fließenden Konturen des iPhone XS passt. Den hervorragenden Gesamteindruck des iPhone XS macht das für mich aber nicht kaputt.

iPhone xs 01
Das iPhone XS ist wunderbar handlich. / © NextPit

Das perfekte Format

Das Format des iPhone XS ist für mich perfekt. 5,8-Zoll-Display auf einer kaum größeren Fläche, das gefällt mir sehr gut. Bedienung mit einer Hand ist kein Problem, der abgerundete Rahmen liegt gut in der Hand. Glas ist rutschig, logisch, aber bei Apple auch nicht mehr als anderswo. Ich rate bei so teuren Smartphones mit Bruchgefahr trotzdem zu Schutzhüllen, auch wenn man dann das schicke Design versteckt und das Smartphone ein bisschen größer macht. Gerade bei einem recht kompakten Gerät wie dem iPhone XS ist das halb so wild.

Ein Augenschmaus auf 5,8 Zoll

Notch hin, Notch her: Das Display im iPhone XS zählt zu dem Besten, was Ihr bei Smartphones kaufen könnt. Egal ob Blickwinkelstabilität, Farbdarstellung, Kontraste - dieses Schwarz ist einfach perfekt - oder Helligkeit, das iPhone XS erlaubt sich keine Blöße. Klar, andere Bildschirme haben eine höhere Pixeldichte, aber das wird auch beim genauen Hinschauen niemandem auffallen. Besonders gut macht Apple die automatische Regelung von Helligkeit und vor allem Farbdarstellung. Die passt sich automatisch an das Umgebungslicht an, wenn die Option True Tone aktiviert ist - und das sollte sie auch sein, denn die Darstellung wirkt so extrem natürlich und schont noch dazu die Augen. Die OLED-Displays in den Top-Modellen von Samsung mögen auf dem Papier noch ein bisschen besser sein als die in den iPhones, im echten Leben gibt es da in meinen Augen keinen merklichen Qualitätsunterschied.

iPhone xs 05
Das iPhone XS hat eines der besten Display auf dem Markt. / © NextPit

iOS braucht dringend frischen Wind

Auf dem iPhone XS läuft iOS 12, die aktuellste Version von Apples Mobil-Betriebssystem. Aktuell ist die für mich aber nur auf dem Papier. iOS sieht in weiten Teilen seit zehn Jahren gleich aus, und das sorgt bei mir nicht für ein angenehmes Retro-Gefühl oder heimelige Vertrautheit, sondern macht einen ziemlich altbackenen Eindruck. Im Vergleich mit Android fühle ich mich oft eingeschränkt und an längst vergangene Zeiten erinnert.

Warum müssen alle Apps in diesem festen Raster auf dem Homescreen bleiben? Warum darf es da keine Lücken geben? Es gibt keine Widgets, kein Hauptmenü, alles liegt auf unzähligen Homescreens oder zig Ordnern herum. Habe ich ein Icon verschoben oder eine App deinstalliert, muss ich oben rechts auf den "Done"-Button drücken - warum nicht einfach irgendwo hin? Wenn ich die Notifications von oben herunter ziehe, muss ich von ganz unten wieder hoch wischen, um sie wieder zu schließen. Das ist alles irgendwie unbequem und unlogisch für mich.

Was früher gut war, muss heute nicht gut sein

Die Gestensteuerung am iPhone XS klappt in aller Regel ganz gut, zumindest die Wischbewegungen von unten nach oben für Home und Multitasking. Der Zurück-Wischer von der Seite funktioniert aber oft erst nach fünf, sechs Versuchen, in manchen älteren Apps auch gar nicht. Dann muss ich wieder nach links oben zur Zurück-Schaltfläche. Die Position war mal gut, als Displays noch 4 Zoll groß waren, mittlerweile ist das aber ein ziemlich weiter Weg für den Daumen - und das iPhone XS ist noch das kleinste aktuelle iPhone!

Die Aufteilung der Einstellungen auf dem iPhone ist für mich nach wie vor nicht zu begreifen. Warum ich beispielsweise nicht direkt in der Kamera-App die Auflösung von Videos ändern oder HDR abschalten kann, sondern dazu in die Systemeinstellungen wechseln muss, wird mir ein Rätsel bleiben. Wer viele Apps installiert, bekommt in den Optionen eine elend lange Liste angezeigt, die sich nicht umsortieren lässt. Gäbe es die Suchfunktion nicht, ich hätte das iPhone XS längst aufgegeben.

iPhone XS vs Huawei P20 Pro 01
iOS braucht im Vergleich mit Android dringend eine Modernisierung. / © NextPit

Der Umbruch wird hart, aber er muss sein

Natürlich ist mir bewusst, dass Apple-Fans an dieser Stelle widersprechen werden, und sicherlich gewöhnt man sich über die Jahre an viele Dinge und sie erscheinen normal. Trotzdem bleibe ich dabei: iOS hat eine Frischzellenkur nicht nur verdient, sondern auch bitter nötig. Das wird aber eine Gratwanderung für Apple, denn wenn eine beliebte Software so viele Jahre quasi unverändert bleibt, dann wird der Bruch für die Nutzer hart. Microsoft hat die Erfahrung vor einigen Jahren mit Windows 8 gemacht und viel Kritik einstecken müssen, die erst mit Windows 10 leiser geworden ist. Das droht Apple ebenso, doch mit den Jahren wird das Problem nicht kleiner, sondern größer werden.

Apple ist aber meilenweit vorne, wenn es bei der Vernetzung der eigenen Gerätschaften geht. Über die iCloud kommunizieren iPhones, iPads und Macs derartig flüssig, dass man schon einmal vergessen kann, wo die Grenzen der Geräte liegen. Hier hat Android noch einen ziemlich langen Weg vor sich, und das Level von Apples geschlossenem System wird Google wohl nie erreichen.

Hervorragend ist außerdem die Qualität und Auswahl der Apps unter iOS. Von der teils inkonsistenten Navigation mal abgesehen, ist man mit dem iPhone auf der absolut sicheren Seite, was die Auswahl der Programme angeht. Jede nennenswerte App kommt mehr oder weniger zeitgleich für Android und iOS auf den Markt - damals, als ich noch Windows Phone täglich benutzt habe, machten sich da schnell Neid und Frust breit. Manche Apps, beispielsweise Instagram, sind unter iOS außerdem noch immer etwas besser als bei Android, sowohl bei den Funktionen als auch bei der Integration der Notch im Display.

Warum ist hier alles so lahm?

iOS spielt auch in einen weiteren Kritikpunkt herein, den ich am iPhone habe: die Performance. Der Apple A12 Bionic ist einer der schnellsten Chips auf dem Markt, das merkt man bei vielen Anwendungen, nicht zuletzt bei den AR-Apps, die es für das iPhone gibt. Ruckler oder Unregelmäßigkeiten bei der Bedienung sind auch nicht zu merken. Wo ist dann also das Problem?

Wenn ich das iPhone XS in der Bedienung mit aktuellen Android-Smartphones vergleiche, etwa dem Huawei Mate 20 Pro oder dem OnePlus 6, kommt mir alles ziemlich langsam vor. Anfangs mochte ich diese Behäbigkeit noch ganz gerne, mittlerweile nervt sie mich sehr. Das iPhone XS nimmt sich so viel Zeit für Animationen und Übergänge von einem Bereich zum nächsten, dass ich mir künstlich ausgebremst vorkomme. Zwar läuft alles flüssig und problemlos, aber eben so deutlich langsamer, dass ich mir wünschen würde, Apple würde die Power des iPhone XS mal so richtig von der Leine lassen.

iPhone XS vs Huawei P20 Pro 04b
Das iPhone XS neben dem Huawei P20 Pro. / © NextPit

Übrigens: Wer das iPhone XS über ein Kabel an den Rechner anschließt, um Fotos oder andere Dateien herunter zu ziehen, wird schnell merken: Auch das geht bei guten Android-Smartphones viel, viel schneller.

Face Unlock ist klasse

Schnell und zuverlässig arbeitet unterdessen Face Unlock im iPhone XS. Ich kenne viele langjährige Apple-Nutzer, die skeptisch waren wegen des Wegfalls des Fingerabdrucksensors, doch sie sind mittlerweile alle begeistert von der Entsperrung mit der 3D-Gesichtserkennung. Die funktioniert auch im Dunkeln einwandfrei und hat mich im Test immer zuverlässig erkannt - anders als die von Huawei im Mate 20 Pro.

Apples Kopfhörer und ich werden keine Freunde mehr

Am iPhone XS Musik hören macht Spaß , zumindest wenn ich meine eigenen Kopfhörer benutze. Die In-Ear-Teile von Apple habe ich seit Jahren immer wieder ausprobiert, finde sie aber auch 2018 noch unbequem und klanglich nicht überzeugend. Auf die Klinkenbuchse kann ich problemlos verzichten, die haben die meisten Android-Smartphones auch nicht mehr. Einen Adapter dürfte Apple aber ruhig weiterhin in den Karton packen. Der interne Lautsprecher ist nicht schlecht und reicht für kurze Unterhaltung mit Musik oder Videos aus, für mehr aber auch nicht. Da macht das iPhone XS keinen Unterschied zu anderen Smartphones.

Die Kamera macht richtig Spaß

Die Dual-Kamera des iPhone XS ist auf dem Papier nicht besonders beeindruckend. Zwei Linsen mit einer maximalen Auflösung von 12 Megapixel, Zweifach-Zoom, dazu alle Features, die man so kennt, also Portrait-Modus, 4K-Video, Panorama und Co. Die Kamera-App bleibt ziemlich minimalistisch, einen Pro-Modus mit manuellen Einstellmöglichkeiten gibt es immer noch nicht.

Wichtiger als die Eckdaten ist aber, was hinten raus kommt, und da begeistert mich das iPhone XS immer wieder. Kaum ein Foto wird unscharf , fast kein Bild ist falsch belichtet oder nicht wie gewünscht fokussiert, der Bokeh-Effekt trifft in aller Regel ins Schwarze. Videos sehen besser aus als bei allen Android-Smartphones, die ich bisher benutzt habe. Das iPhone XS wird, da lege ich mich fest, beim Kampf um die beste Smartphone-Kamera des Jahres ein gewaltiges Wörtchen mitreden.

IMG 0027
Die Kamera des iPhone XS macht Spaß. / © NextPit
IMG 0149
Auch schwierige Bedingungen meistert das iPhone XS gut. / © NextPit

Schaut Euch eine Auswahl der Bilder, die ich mit dem iPhone XS in den vergangenen vier Wochen gemacht habe, über den folgenden Link gerne in voller Größe an.

Es gibt trotzdem Dinge, die andere Smartphones dem iPhone XS und seiner Kamera voraus haben. Der Zweifach-Zoom ist hilfreich für den Portrait-Modus, aber ein Ultraweitwinkel oder eine noch längere Brennweite mit mehr Zoom bringen im Alltag neue kreative Möglichkeiten. Auch ein echter Nachtmodus würde dem iPhone XS gut zu Gesicht stehen, denn bei wenig Licht machen andere Smartphones etwas bessere Bilder.

IMG E0277
Müde Selfies mit schönem Bokeh? Aber gerne doch! / © NextPit

Dafür überzeugt beim iPhone XS auch die Frontkamera, die mittlerweile ebenfalls einen Bokeh-Effekt simulieren kann. Dank der guten Apple-Software trifft der ebenso häufig ins Schwarze wie bei der Hauptkamera - perfekt für die Selfie-Fans da draußen!

Andere machen's länger

Das Lob über die Kamera verklingt beim Thema Akku dann wieder ziemlich schnell. Die Laufzeit des iPhone XS ist im Test nur durchschnittlich. Wenn ich das iPhone XS aktiv nutze, muss es in aller Regel abends an die Steckdose, manchmal schaffe ich auch noch den Weg ins Büro, dann wird es aber höchste Zeit, das Ladekabel heraus zu suchen.

Parallel zum iPhone XS habe ich zuerst das Huawei P20 Pro und dann das Mate 20 Pro benutzt. Beide halten deutlich länger durch als das aktuelle iPhone, und sie laden auch noch viel schneller. Warum Apple für ein Schnellladegerät einen satten Aufpreis verlangt, ist für mich unverständlich. Kabelloses Laden ist komfortabel, die schon vor einem Jahr angekündigte Ladestation Air Power wird aber nicht mehr kommen. Zum Glück gibt es mehr als genug gute und günstige Qi-Ladegeräte.

Apple iPhone XS: Technische Daten

Das iPhone XS ist toll

Mein Ausflug in die Apple-Welt hat mir viel Freude gemacht. Das iPhone XS ist ein tolles Smartphone, das ich immer wieder gerne in die Hand nehme, damit Fotos mache, mich einfach über die Verarbeitung und das Format freue und mich am Display satt sehen möchte. Klar, das iPhone XS ist nicht perfekt. Die Akkulaufzeit haut mich nicht vom Hocker, iOS nervt mich manchmal, und wenn ich mir ansehe, wie die Kamera da hinten auf der Rückseite sitzt und nicht so recht zum Rest des Smartphones passen will, muss ich die Stirn runzeln. Aber das perfekte Smartphone habe ich in den vergangenen zehn Jahren auch noch nicht gefunden, irgendwas ist ja immer.

Im Alltag vermisse ich am iPhone XS nichts. Und trotzdem ist jetzt mal wieder Schluss damit, es geht zurück zu Android. Die nächsten Testberichte warten, das Mate 20 Pro von Huawei scharrt schon mit den Hufen. Die Auswahl bei Smartphones ist groß und gut wie selten zuvor, und mit dem iPhone XS macht auch ein Android-Fan nichts verkehrt.

Mit diesem Symbol kennzeichnen wir Partner-Links. Wenn du so einen Link oder Button anklickst oder darüber einkaufst, erhalten wir eine kleine Vergütung vom jeweiligen Website-Betreiber. Auf den Preis eines Kaufs hat das keine Auswirkung. Du hilfst uns aber, nextpit weiterhin kostenlos anbieten zu können. Vielen Dank!