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Asus Zenfone 6 (2019)

4,5

Pro

  • Randloser Bildschirm
  • Ausgezeichnete Akkulaufzeit
  • Hervorragende Leistung
  • Rotierende Kamera
  • Gutes Preis-Leistungs-Verhältnis

Contra

  • Kein drahtloses Laden
  • Keine IP-Zertifizierung
  • Haltbarkeit der rotierenden Kamera ungewiss
Foto: Handy Asus asus-zenfone-6-2019

Pros des Asus Zenfone 6 (2019)

  • Randloser Bildschirm
  • Ausgezeichnete Akkulaufzeit
  • Hervorragende Leistung
  • Rotierende Kamera
  • Gutes Preis-Leistungs-Verhältnis

Contras des Asus Zenfone 6 (2019)

  • Kein drahtloses Laden
  • Keine IP-Zertifizierung
  • Haltbarkeit der rotierenden Kamera ungewiss

Zum Abschnitt:

Günstiger als die anderen

Asus hat sein neues ZenFone 6 in der spanischen Stadt Valencia vorgestellt. Das Smartphone ist seit dem 25. Mai in Schwarz erhältlich. Eine silberne Version erscheint Mitte Juni. Preislich bleibt Asus dabei günstig: Die Version mit 6 GByte RAM und 64 GByte Speicher gibt es für 499 Euro. Für 559 Euro bekommt man die Variante mit 8 GByte RAM und 128 GByte Speicher, 599 Euro kostet das Smartphone mit 8 GByte RAM und 256 GByte internem Speicher.

Das Smartphone ist preislich somit etwas unterhalb des OnePlus 7 positioniert und bietet gleichzeitig etwas weniger internen Speicher. Im Vergleich zu anderen Flaggschiffen auf dem Markt ist das ZenFone 6 insgesamt deutlich erschwinglicher und sitzt somit zwischen der Premium-Mittelklasse und den High-End-Geräten.

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Die schwarze Version des ZenFone 6 kommt zuerst auf den Mark! © NextPit

Ästhetisch ansprechend und mit schwenkbarer Kamera

Wie andere Smartphones auf dem Markt hat auch das ZenFone 6 ein großes, randloses 6,4-Zoll-Display. Ästhetisch ist das Gerät daher angenehm anzusehen, aber auch zu bedienen - eine Notch oder ein Loch für die Frontkamera fehlen.

Auch ist die Frontkamera nicht wie beim OnePlus 7 Pro oder dem Oppo Reno 10x Zoom in einem Popup- oder Haifischflossen-Mechanismus versteckt. Stattdessen entschied sich Asus für eine Klapp-Kamera, die als "Flip-Kamera" bezeichnet wird . Hierbei wird die hintere Dual-Kamera um 180 Grad umgeklappt, und dient dann als Selfie-Cam.

androidpit asus zenfone 6 clean front
Das Screen-to-Body-Ratio liegt bei 92%. / © NextPit

Asus garantiert, dass die Kamera 100.000 Mal "geflippt" werden kann. Das entspricht 28 Kamerabewegungen pro Tag für 5 Jahre. Für zusätzlichen Schutz erkennt ein Sensor die Beschleunigungsrate des Telefons, sodass die rotierende Kamera im Falle eines Sturzes automatisch einklappt. Die Kamera lässt sich auch für die Gesichtserkennung nutzen, verschleißt dann aber unter Umständen schneller.

Während meines Tests ist das Telefon einige Male heruntergefallen, blieb aber unversehrt. Ich frage mich aber noch immer, wie haltbar vor allem das Kamera-Modul tatsächlich ist, aber das wird sich erst mit der Zeit zeigen können.

androidpit asus zenfone 6 front top frontcamera
Mit der Zeit wird sich zeigen, wie haltbar die Kamera ist. / © NextPit

Die Wahl dieses Mechanismus mag ungewöhnlich scheinen, aber ist eine clevere Lösung, die in einem recht einheitlich gewordenen Smartphone-Markt auch noch originell ist. Damit hebt sich Asus vom Wettbewerb ab. Meiner Meinung nach ist dies auch deshalb eine interessante Wahl, weil das Smartphone damit nicht einfach eine blasse Kopie anderer High-End-Geräte ist.

Interessanterweise hat Asus einen traditionellen Fingerabdrucksensor verbaut, anstatt ihn in das Display zu integrieren. Natürlich ist das eine Kostenfrage, da die In-Display-Sensoren teurer sind. Aber angesichts dessen, dass die Fingerabdruckscanner im Display noch immer nicht allzu gut funktionieren, ist es eine gute Entscheidung.

androidpit asus zenfone 6 back side
Trotz Glasrückseite gibt es kein kabelloses Laden. / © NextPit

Weitere positive Merkmale sind eine Klinkenbuchse, Stereo-Speaker und eine Benachrichtigungs-LED. Andererseits gibt es kein kabelloses Laden und eine IP-Zertifizierung fehlt ebenfalls. Auch dem blauen Asus-Logo auf der Rückseite des schwarzen Modells stehe ich skeptisch gegenüber. Hier hätte ich etwas mehr Diskretion geschätzt.

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Noch immer gibt es die Smart-Key-Taste, auf die Ihr Funktionen legen könnt. / © NextPit

Ansonsten ist das ZenFone 6 dank einer Kombination aus Metall und Glas ein elegantes Smartphone. Es liegt gut in der Hand und wirkt solide. Mit 196 Gramm ist das Smartphone ziemlich schwer und ist aufgrund seines großen Akkus recht dick.

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Die Kamera steht leicht hervor. / © NextPit

IPS statt AMOLED

Asus hat sich für ein 6,4 Zoll großes IPS-Display entschieden. Die Farben wirken kräftig und das Display ist hell genug - Asus verspricht 600 nits. Auch in sonnigen Umgebungen wie Valencia. Mit einem AMOLED-Bildschirm, wie das beim OnePlus 7, kann das Display aber nicht mithalten.  

Das ZenFone bietet eine Full-HD-Plus-Auflösung. Für die meisten Benutzer reicht das aus. Wer mehr möchte, wird jedoch das OnePlus 7 Pro wegen seiner Auflösung und der Bildwiederholfrequenz von 90 Hz bevorzugen.

androidpit asus zenfone 6 front top
Es gibt keine Notch... / © NextPit

Letztlich ist der größte Vorteil, dass es keine Notch gibt. Alle Anwendungen werden so tatsächlich im Volbild dargestellt. Das sieht gut aus und ist ein echter Vorteil gegenüber der Konkurrenz.

Android Pie und ZenUI 6

In der Vergangenheit wurde Asus häufig zu Recht wegen seiner mit Bloatware infizierten Oberfläche kritisiert. Doch Asus hat sich weiterentwickelt und bietet nun ein sauberes Betriebssystem, das einem Stock-Android sehr nahe kommt. Noch ist aber nicht alles ist perfekt. Noch immer gibt es allerlei zusätzlich Apps wie Facebook, Messenger und Instagram, aber Asus macht erhebliche Fortschritte.

Mit dem ZenFone 6 stellt Asus auch ZenUI 6 vor, eine Android-Version auf Basis von Android 9 Pie. Asus hat auch die nächsten beiden großen Android-Updates, Android Q und Android R, für sein neues Smartphone in Aussicht gestellt.

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Die Oberfläche ist recht dich an Stock Anroid. / © NextPit

Die neu gestaltete Benutzeroberfläche enthält neue Animationen und wurde so konzipiert, dass sie einfach mit einer Hand zu bedienen ist. Ein Spielmodus verhindert, dass Ihr während des Zockens gestört werdet. Einen Dark Mode gibt es ebenfalls. Viele kleine Funktionen erleichtern einem ebenfalls die Arbeit mit dem Smartphone.

Während meines Tests erwies sich das ZenFone 6 als angenehm in der Handhabung und ist extrem flüssig zu nutzen. Das Update WW_16.1210.1904.113 behebt die kleinen Standby-Probleme, die zu Beginn des Tests aufgetreten sind.

Power unter der Haube

Mit dem Snapdragon 855 und seinen 6 oder 8 GByte RAM ist das ZenFone 6 perfekt gerüstet, um mit anderen Flaggschiffen zu konkurrieren. Unser Testgerät mit 8 GByte RAM und 256 GByte ROM zeigte eine gute Leistung und erhitzte sich nicht sonderlich.

Der ZenFone 6 ist für alle Einsatzbereiche gerüstet und macht in diesem Punkt keine Kompromisse. High-End-Smartphones steht es in nichts nach. Das bestätigen auch die Benchmarks. Für weniger als 500 Euro ist es einfach eines der leistungsfähigsten Smartphones, die man derzeit kaufen kann. Ihr müsst auf kein Spiel verzichten und könnt es sogar in der besten Auflösung spielen.

Asus ZenFone 6 Benchmarks

  Asus ZenFone 6 OnePlus 7 Pro (WQHD 90 Hz) Huawei P30 Pro Samsung Galaxy S10+
3DMark Sling Shot Extreme 5 526 5 374 3 990 4 371
3DMark Sling Shot Vulkan 4915 4 758 3 995 4 276
3DMark Sling Shot 7080 6 958 3 228 4 503
3DMark Ice Storm Unlimited 75 574 65 808 35 981 56 128
Geekbench 4 (Single / Multi Core) 3379 / 10 159 3 419 / 10 773 3 283 / 9 750 4 175 / 10 031
PassMark Memory 26 576 31 375 30 190 19 777

Stereosound

Eine weitere angenehme Überraschung ist, dass das ZenFone 6 über Stereolautsprecher verfügt, die ein großartiges Klangerlebnis bieten. Das macht sich bei Musik und Videos bemerkbar. Die Lautstärke reicht aus, aber das ZenFone 6 ist nicht das beste Smartphone, was das angeht. Es gibt eine Klinkenbuchse und die liegt ebenfalls im durchschnittlichen Bereich. Die mitgelieferten Kopfhörer sind sogar ziemlich ordentlich.

Nur die Lautstärke des Lautsprechers könnte bei Gesprächen gerne etwas lauter sein, vor allem wenn man sich in lauten Umgebungen wie der U-Bahn befindet, kann die Verständigung schwer werden.

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Die Kamera dreht sich um 180 Grad. / © NextPit

Eine rotierende Kamera

Anders als viele vielleicht gehofft haben, hat das Asus-Telefon nicht die aktuell angesagte Kombination aus Weitwinkel-, Teleobjektiv- und Ultra-Weitwinkelobjektiv an Bord. Stattdessen gibt es eine Dual-Kamera. Das motorisierte, rotierende Kameramodul enthält eine Hauptkamera mit dem 48-Megapixel-Sensor Sony IMX586 (f/1.79 Blende) und eine zweite Kamera mit 13 Megapixel und Ultraweitwinkel mit einem Blickwinkel von 125 Grad. Ein Motor dreht das Modul bei Bedarf um 180 Grad.

androidpit asus zenfone 6 camera
Die Kamera ist super für Selfies geeignet. / © NextPit

Die Kamera fokussiert schnell ist und die ersten Aufnahmen sehen bereits gut aus. Asus bietet auch einen HDR+- und einen Super-Night-Modus für bessere Ergebnisse bei schlechten Lichtverhältnissen. Asus setzt beim ZenFone auf die Kamera und die Rechnung scheint, in Anbetracht des Preises, auf den ersten Blick aufzugehen.

Insgesamt sind die mit ZenFone 6 aufgenommenen Bilder gut. Während der Kontrast bei einigen Aufnahmen etwas zu gering ist, ist die Farbwiedergabe recht natürlich und die Schärfe gut. Das funktioniert auch bei schlechten Lichtverhältnissen gut. Es gibt genügend Details und wenig Rauschen. Allerdings ist der Nachtmodus viel schlechter als bei der Konkurrenz.

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Ein Beispiel für Landschaftsaufnahmen. / © NextPit

Zwar fehlt ein Zoom, wie ihn das P30 Pro zu bieten hat, aber die rotierende Kamera bietet Raum für Kreativität. Insbesondere bei Panoramafotos oder Videos, wo die Kamera automatisch der Person folgt, auf der der Fokus liegt. Per Weitwinkel lassen sich auch schöne Landschaftsaufnahmen schießen.

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Ein Selfie mit einer sich ständig schnell bewegenden Person. 😉 / © NextPit

Das ZenFone 6 das erste Smartphone, das dank der Kamerakonstruktion eine Frontkamera anbietet, die mit 4K bei 60 Bildern pro Sekunde aufnehmen kann. Auch die Videos sehen gut aus und die elektronische Bildstabilisierung leistet gute Arbeit.

Hier könnt Ihr mehr mit dem ZenFone 6 aufgenommene Fotos sehen:

androidpit asus zenfone 6 flip camera
Die Kamera kann man auch steuern, um etwa Panoramas aufzunehmen./ © NextPit

Ein Monster-Akku

Bei Asus ist es fast schon Tradition, Smartphones mit langer Akkulaufzeit anzubieten. Das ZenFone 6 enttäuscht in dieser Hinsicht ebenfalls nicht.

Der ZenFone 6 verfügt über eine Akkukapazität von 5.000 mAh, womit es auch bei intensiver Nutzung zwei Tage durchhält und damit dem Huawei P30 Pro das Wasser reichen kann. Schnell aufladen lässt sich das Smartphone mit Quick Charge 4.0. Im PC Mark Test erzielte das ZenFone 13 Stunden. Zum Vergleich: Der Huawei P30 Pro schafftet 14 Stunden, das S10+ 10 Stunden. In Bezug auf Display-On-Zeiten könnt Ihr mit etwa 7 Stunden rechnen.

Aufgrund der hohen Akkukapazität dauert ein vollständiger Ladevorgang gute zwei Stunden. Die Software könnte noch besser optimiert sein, aber das ist ein kleiner Kritikpunkt. Im Übrigen müsst Ihr auf kabelloses Laden verzichten.

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In diesem Smartphone steckt ein 5.000 mAh großer Akku. / © NextPit

Asus Zenfone 6 (2019): Technische Daten

Fazit: eine echte Überraschung

Mit seinem ZenFone 6 setzt Asus auf Originalität und überrascht mit einer rotierenden Kamera. Das neue Flaggschiff des taiwanesischen Herstellers hat mit seinem ansprechenden Design und seinen guten technischen Eigenschaften einiges zu bieten. Zumal Leistung und Akkulaufzeit ebenfalls hervorragend sind.

Auch die Kamera leistet gute Arbeit und das zu einem günstigeren Preis als bei der Konkurrenz. Damit wird das Asus ZenFone 6 zur direkten Konkurrenz für das OnePlus 7 und das Honor 20 Pro - falls dieses je auf den Markt kommt. Das ZenFone 6 gehört damit zu den Smartphones mit einem unschlagbaren Preis-Leistungs-Verhältnis.