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Gigaset

Gigaset ME Pro

2,5

Pro

  • Lange Standby-Zeit
  • Solide Verarbeitung
  • Dual-SIM

Contra

  • Geringe Sprachqualität
  • Häufige Abstürze
Foto: Handy Gigaset gigaset-me-pro

Pros des Gigaset ME Pro

  • Lange Standby-Zeit
  • Solide Verarbeitung
  • Dual-SIM

Contras des Gigaset ME Pro

  • Geringe Sprachqualität
  • Häufige Abstürze

Zum Abschnitt:

Gigaset ME Pro: Preis und Verfügbarkeit

Das Gigaset ME Pro wurde auf der IFA 2015 vorgestellt, kam aber erst im Februar in den Handel. Man kann es für 549 Euro exklusiv bei Gigaset im Direktvertrieb kaufen. Für den Preis bekommt Ihr ein Sony Xperia Z5 mit der besseren Kamera und Software, ein viel schnelleres und schöneres Samsung Galaxy S6 oder ein Honor 7.

Gigaset ME Pro: Design und Verarbeitung

Das Gigaset ME Pro sieht aus wie seine kleine Schwester Gigaset ME, wurde jedoch von 5 auf 5,5 Zoll vergrößert und mit einer höher auflösenden Hauptkamera und einem größeren Akku ausgestattet. Ansonsten ähneln sich die Geräte deutlich. Es handelt sich nach wie vor um ein überdurchschnittlich schweres, sehr robustes aber rutschiges Smartphone.

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Die Lautstärkewippe ruht genau unterm Mittelfinger. / © nextpit

Gigaset ist mutig und verwendet als Rahmen Edelstahl statt des üblichen Aluminium. Damit ist das Gigaset ME Pro mit 190 g deutlich schwerer als gleichgroße Geräte wie das Galaxy S7 Edge (157 g) oder das Sony Xperia Z5 Premium (180 g).

Die Ergnonomie ist auffallend gut. Die Lautstärkewippe lässt sich gut mit dem rechten Mittelfinger erreichen; der Power-Knopf liegt am Daumen. Der Fingerabdrucksensor ist dort, wo man ihn mit dem Zeigefinger gut erreicht.

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Die Ergonomie des Gigaset ME Pro ist für die Größe unüblich gut. / © nextpit

Zumindest die Glasfront ist gut geschützt. Gigaset schreibt: "Das große 5,5-Zoll-Gorilla-Glass-Display kommt ohne Aussparungen aus und schützt somit Ihr Gigaset ME Pro vor Staub, Schmutz und Flüssigkeiten." Auch die Rückseite des Gehäuses ist verglast und macht das Gerät zu einem sehr rutschigen Apparat. Auf glatten Oberflächen fängt das Gigaset ME Pro fast immer an zu gleiten und kann auf den Boden stürzen. Falls Ihr Stoffhandschuhe habt, solltet Ihr das Gigaset ME Pro nicht mit ihnen aus der Tasche ziehen.

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Das Gigaset ME Pro hat einen IR-Sender. / © nextpit

Gigaset ME Pro: Display

Das Display ist hell, scharf und kontrastreich. Leider spiegelt das Glas und macht das Display an sonnigen Tagen nicht mehr ablesbar. Die automatische Helligkeitssteuerung arbeitet unzuverlässig und sollte das erste sein, was Ihr beim Gigaset ME Pro deaktiviert.

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Bunt und hell: Deaktiviert die Automatik für ein besseres Bild mit dem Gigaset ME Pro. / © nextpit

Das 5,5-Zoll-Display löst nur in Full-HD auf und kommt auf eine Pixeldichte von 401 ppi. Das Flüssigkristall-Panel leuchtet für unsere Verhältnisse hell genug. In Barcelona stieß es durch die hohe Sonneneinstrahlung an seine Grenzen. Sowohl die geringe maximale Helligkeit als auch die starke Spiegelung der Glasscheibe verhinderten, das ich mit dem Gigaset ME Pro im Freien arbeiten konnte.

Gigaset ME Pro: Software

Zumindest bei unserem anderen Testgerät Gigaset ME hat das ehemals deutsche Unternehmen gezeigt, dass es per Softwareupdates Verbesserungen bereitstellen kann. Im Testzeitraum des ME Pro ist bei uns allerdings noch kein Update für die auf Android 5.1.1 basierende Firmware eingetroffen.

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Gigaset liefert zum Glück noch Verbesserungen für das ME Pro. / © nextpit

Gigaset spielt auf seinen Geräten einen Startbildschirm ohne App-Übersicht auf und kopiert damit Apple, Huawei und einige andere Hersteller. Das ist ein wenig unübersichtlich und verwirrend, da per Play Store installierte Apps nach der Installation immer gleich zwei Symbole auf dem Startbildschirm ablegen. Eine der vielen kleinen Macken, die mich beim Test des Gigaset ME Pro gestört haben.

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Der Gigaset Launcher ist mangels App-Übersicht unaufgeräumt. Die Optimierungen stören. / © nextpit

Dabei hat Gigaset im ME Pro ein paar wichtige, intelligente Ideen untergebracht. Ihr habt ein Berechtigungs-Management und könnt Apps auch nach der Installation den Zugriff auf Euren Standort oder Eure Kontakte verweigern. Ihr habt einen Viren-Scanner, der die Installation schädlicher Apps verhindert. Ihr habt ein Energiesparsystem, das Apps verbietet, im Standby aufs Internet oder den Prozessor zuzugreifen. Dass letzteres mehr Ärger als Freude bereitet, beschreibe ich im Akku-Abschnitt.

Gigaset ME Pro: Performance

Im Gigaset ME Pro wird potente Hardware verbaut, die aber hinter ihren Möglichkeiten zurückbleibt. Das identisch ausgestattete Sony Xperia Z5 kommt im Direktvergleich auf höhere Ergebnisse. Im Alltag ruckeln Apps und stürzen ab.

Im Gigaset ME steckt der für seine Wärmeentwicklung berüchtigte Achtkern-Prozessor Qualcomm Snapdragon 810. In dem 5,5 Zoll großen Smartphone wurde seine Hitzeentwicklung jedoch nicht zu einem Problem und seine Leistung blieb auch nach mehreren aufeinanderfolgenden Tests konstant.

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Auch das Gigaset ME Pro hat einen schweren Stahlrahmen. / © nextpit

Der Prozessor wird von 3 GByte RAM und 32 GByte internem Speicher unterstützt. Ihr könnt MicroSDXC-Karten bis 128 GByte einsetzen und darauf Bilder und Musik speichern. In unserem Test wurde die eingelegte Speicherkarte nicht automatisch von der Kamera-App verwendet.

Gigaset ME Pro: Audio

Die Sprachqualität des Gigaset ME Pro sollte laut Datenblatt vorzüglich sein. Im Alltag jedoch schalte ich immer wieder auf den Lautsprecher um, damit ich mein Gegenüber verstehe. Das Knochenleitungssystem hat in einem Test nicht gut funktioniert und machte viele Telefonate unmöglich.

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Das Gigaset ME Pro hat keinen akustischen Lautsprecher, sondern ein Knochenleitungssystem. / © nextpit

Immerhin legt Gigaset dem ME Pro ein exzellentes Headset bei, das Telefonieren wieder möglich macht. Insgesamt drei Paar Ohrpassstücke werden mitgeliefert, so dass jeder die für ihn passende Größe finden sollte. Gigaset beschreibt die Optimierungen so: "Dank Dirac HD Sound und dem CSR-BT-Übertragungsstandard hören Sie Musik in überragender Soundqualität."

Gigaset ME Pro: Kamera

Trotz vielversprechender Hardware liefert die Kamera des Gigaset ME Pro keine aufregenden Ergebnisse. Oft werden Bilder unscharf, verrauscht oder blass. Das ist schade, da die verbaute Hardware zu besseren Ergebnissen imstande wäre. Eventuell werden Software-Updates den Kummer beseitigen.

Die Hauptkamera löst mit 20 Megapixeln auf und wird von einem optischen Bildstabilisator unterstützt. Die Selfie-Kamera löst weitwinklig in überdurchschnittlichen 8 Megapixeln auf. Leider werden die meisten eingefangenen Aufnahmen in der Nachbearbeitung der Kamera-Software verhunzt. Details gehen verloren, Farben werden ausgewaschen und helle Bereiche überbelichtet.

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Auf dem Papier super, in der Praxis schwach. / © nextpit

Gigaset ME Pro: Akku

Der mit 4.000 mAh überdurchschnittlich große Akku sorgt im Gigaset ME Pro für eine auffallend gute Standby-Zeit. Leider kommt es wegen der aggressiven Sparfunktionen der Software zu Einbußen in der Erreichbarkeit. WhatsApp-Nachrichten und E-Mails treffen oft verspätet ein oder Musik-Streaming wird unvermittelt abgebrochen.

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Die Optimierungen im Gigaset ME Pro waren im Test mein Feind. / © nextpit

Gigaset muss dringend seine aggressiven Energiespar-Optimierungen verbessern. In meinem Test habe ich die automatische Optimierung immer wieder abgeschaltet, doch wenige Stunden später war der Haken automatisch erneut gesetzt. Dies hatte Abstürze von Hintergrunddiensten zur Folge und ich wunderte mich, warum Nachrichten nicht eintrafen. Wenn ich mich auf mein Smartphone verlassen muss, oder es als Hotspot verwende, dürfen solche Aussetzer nicht passieren.

Ohne die Optimierungen wäre das Gigaset ME Pro gar nicht so schlecht

Sony hat seinen Stamina-Modus mit dem Update auf Android 6.0 Marshmallow gestrichen und tut gut daran. Die Software ist schlanker und dank des Doze-Modus im Android-Kern brauchen Smartphone-Hersteller keine Zusatz-Lösungen liefern. Das Gigaset ME Pro und auch sein kleiner Bruder hätten in meinen Tests einen erheblich besseren Eindruck bei mir hinterlassen, würden die Energiesparfunktionen nicht so auffällig in mein Nutzererlebnis eingreifen.

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Der Typ-C-Stecker unterstützt USB 3.0 und Quick Charge 2.0. / © nextpit

Gigaset ME Pro: Technische Daten

Abschließendes Urteil

Das Gigaset ME Pro ist kein schlechtes Smartphone. Es ist nur seine Software, die der Hardware an vielen Stellen Steine in den Weg legt. Die Kamera-Nachbearbeitung reicht leider nicht aus, um der guten Hardware entsprechende Resultate zu entlocken. Der große Akku liefert zwar Standby-Zeiten von mehreren Tagen, seine aggressiven Optimierungen machen aber leider das Smartphone ziemlich unsmart.

Gigaset sollte seine Software deutlich reduzieren, vielleicht sogar auf ein Modell, auf das Motorola, Sony oder HTC im One A9 setzen. Diese Hersteller haben die Android-Benutzeroberfläche von Google fast 1:1 übernommen und nur um oberflächliche Apps ergänzt. Das hat einen Vorteil: Google ist verantwortlich für alle Probleme und dafür, dass sie schnell gelöst werden. Außerdem kann kein Tester kaputte Funktionen in einem Gigaset-Gerät kritisieren, die der Hersteller nicht verschuldet hat.