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Gigaset

Gigaset ME

3,5

Pro

  • Design
  • Verarbeitung
  • Preis
  • Dual-SIM

Contra

  • Sprachqualität
  • Gewicht
Foto: Handy Gigaset gigaset-me

Pros des Gigaset ME

  • Design
  • Verarbeitung
  • Preis
  • Dual-SIM

Contras des Gigaset ME

  • Sprachqualität
  • Gewicht

Zum Abschnitt:

Gigaset ME: Preis und Verfügbarkeit

Das Gigaset ME ist nicht im freien Handel erhältlich. Gigaset vertreibt es exklusiv für 469 Euro. Für diesen Preis bekommt man inzwischen auch die anderen Topmodelle 2015 der anderen Hersteller. Das Galaxy S6 ist etwas schneller, hat jedoch keinen SD-Karten-Slot. Das LG G4 bietet einen austauschbaren Akku, ist jedoch nicht so leistungsstark.

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Gigaset ME: Design und Verarbeitung

Das Gigaset ME ist vorne und hinten in Glas gehüllt und wird von Edelstahl zusammengehalten. Damit wiegt es überdurchschnittlich schwere 160 Gramm (das Galaxy S6 wiegt 138 Gramm). Es ist überraschend robust und hat Stürze aus der Hüfthöhe beinahe spurlos überstanden.

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Der Edelstahlrahmen ist ein selten edler Anblick. / © nextpit

Das Display wird über 2.5D-Wölbungen glatter, aber nicht nahtlos an den Rahmen angepasst. Dies verleiht dem Design des Gigaset ME ein sehr edles Premium-Look-and-Feel, das seinesgleichen sucht.

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Die Antennen-Spalten wurden intelligent ins Design der Rückseite übergeleitet. / © nextpit

Da der stählerne Rahmen die Antennen isolieren würde, musste er durch Kunststoffelemente unterbrochen werden. Gigaset hat diese Linien intelligent in ein Muster auf der Rückseite übergeleitet. Dieser Trick wurde beim iPhone 6 oder HTC One A9 auch schon erfolgreich angewandt und konnte überzeugt.

Gigaset ME: Display

Das 5 Zoll große Flüssigkristall-Display löst in Full HD (1.920 x 1.080, 441 ppi) auf. Die Kontraste sind vorzüglich und die Helligkeit lässt sich überdurchschnittlich weit herauf- und herabsetzen. Die deutliche Spiegelung stört im Alltag.

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Kontrast und Sättigung des Displays sind hervorragend. / © nextpit

Bei Spielen oder Videos ist die Wiedergabequalität tadellos. Auch Fotos werden sehr farbtreu und gestochen dargestellt. Die seitliche Blickwinkelstabilität hingegen ist nicht optimal. Guckt man leicht von links oder von rechts auf die Scheibe, dunkeln die Pixel sehr stark ab.

Ein Nachteil ist die sehr starke Spiegelung. Oft musste ich meinen Blickwinkel verstellen, um nicht geblendet zu werden. Das ist keine gute Kombination in Verbindung mit der mäßigen Blickwinkelstabilität.

Gigaset ME: Besonderheiten

Gigaset hat das ME mit einem Typ-C-Anschluss ausgestattet. Dieser wird im Laufe des Jahres 2016 verstärkt in neuen Geräten verwendet. Der Vorteil des Typ-C-Anschlusses liegt beim verdrehsicheren Einstecken, da der Anschluss kein nicht falsch eingesteckt werden kann. Ein vollwertiger USB-3.0-Anschluss wurde nicht verbaut.

Eine weitere Besonderheit des Gigaset ME ist der Fingerabdrucksensor. Auch dieser wird in den kommenden Android-Top-Geräten normal sein. Leider ist der im Gigaset ME verbaute Sensor langsam und ungenau. Es dauert zwei Sekunden, bis das Gerät durch ihn entsperrt wird. Ist der Finger feucht oder nicht exakt in Position, vibriert das Gerät, ohne zu entsperren. Die Fehlerrate liegt höher als beim Sensor des Nexus 5X.

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Platziere den Finger im Rahmen, um das Gigaset ME (vielleicht) zu entsperren. / © nextpit

Erwähnenswert ist noch, dass das Gigaset ME ein Dual-SIM-Smartphone ist. Die mitgelieferte Nadel holt den SIM-Schlitten heraus. Die Nadel kommt in einem praktischen Schlüsselanhänger daher.

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Mit der Nadel holt Ihr den Dual-SIM-Schacht heraus. / © nextpit

Gigaset ME: Software

Die Software des Gigaset ME wurde seit der Vorstellung des Gerätes im Herbst 2015 mehrfach überarbeitet. Die Zahl der Abstürze ist zurückgegangen und die Leistung hat sich messbar um fünfzehn Prozent verbessert. Die vormals beobachtete Hitzeentwicklung ist stark zurückgegangen.

Als wir das Gigaset ME erstmals im Dezember 2015 getestet hatten, kam es mehrfach zu unvermittelten Abstürzen. Einmal unterbrach es sogar ein Telefonat durch einen Absturz. Nach mehreren Firmware-Updates hat sich diese Schwäche gelegt und wir können den damals vergebenen Punktabzug aufheben.

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Die Firmware des Testgerätes war hochgradig instabil. / © nextpit

Die Benutzeroberfläche des Gigaset ME ist naturbelassen. Der Gigaset Launcher lässt leider keine App-Übersicht zu, so dass sich alle App-Starter auf den Homescreens befinden. Wer dies nicht mag und einen aufgeräumten Startbildschirm bevorzugt, sollte sich nach einer Alternative umsehen:

Gigaset hat auf dem ME ein eigenes Berechtigungs-Management-System installiert, das dem von Android Marshmallow überlegen ist. So könnt Ihr schon bei der Installation neuer Apps festlegen, welche Berechtigungen tatsächlich aktiv werden. Außerdem wird vor jeden Zugriff einer App zum Beispiel auf die Kamera, das Mikrofon und Adressbuch gefragt, ob Ihr einverstanden seid.

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Die Bloatware soll den Stromverbrauch senken, führt aber zu Abstürzen. / © nextpit

Außerdem besitzt das Gigaset ME eine App zum Verwalten von Apps, die viel Energie verbrauchen. Hier lagen anfangs Fehlerquellen für die häufigen Abstürze. Gigaset ist es aber gelungen, die Abstürze zu reduzieren. Außerdem könnt und solltet Ihr einige Anwendungen aus der Liste der zu optimierenden Apps entfernen.

Gigaset ME: Performance

Dank der Software-Updates konnte das Gigaset ME im zweiten Test ordentlich auftrumpfen. Es ist erheblich schneller geworden als kurz nach Marktstart. So kann es sich mit einem Sony Xperia Z5 oder einem HTC One M9 endlich messen und das volle Potenzial seiner starken Hardware ausspielen.

Das Gigaset ME hatte noch im ersten Test im Dezember alle Problemen gezeigt, die mit dem verbauten Prozessor Snapdragon 810 zu befürchten waren. Hitzeprobleme sorgten für Leistungseinbrüche und drückten auf die Performance. Somit kam es auch zu den inzwischen behobenen Problemen bei der Stabilität.

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Das Gigaset ME liefert nach dem Update konstant hohe Werte. / © nextpit

Insgesamt haben wir mit den Tests mehr Akkulaufzeit und 15 Prozent gestiegene Gesamt-Geschwindigkeit messen können. Abgesehen davon ist das Gigaset ME im Nachtest nicht mehr abgestürzt. Und auch die Leistungseinbrüche durch das starke Erhitzen des Prozessors treten nicht mehr auf.

Gigaset ME: Audio

Die Sprachqualität des Gigaset ME ist mäßig. Der Klang setzt oft aus und in der niedrigsten verständlichen Lautstärke wird das Gehäuse in so große Schwingungen versetzt, dass Menschen in der Umgebung Telefonate mithören können. Das mitgelieferte Headset klingt recht matt, eignet sich aber gut zum Telefonieren. Der interne Mono-Lautsprecher ist nichts Besonderes.

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Das mitgelieferte Headset sieht besser aus als es klingt. / © nextpit

Gigaset verwendet für die Telefonate keine normalen Lautsprecher. Stattdessen wird ein Knochenleitungssystem genutzt, das das Gigaset ME auch in lauten Umgebungen immer verständlich machen soll. Die gute Idee scheitert leider an der Umsetzung.

Man soll das Telefon an die Ohrmuschel oder noch besser an das Schläfenbein drücken. Dann wird das Gesprochene des Gesprächspartners direkt weitergeleitet. Der Umweg über das Mittelohr entfällt, stattdessen schwingt der Knochen um das Gehörorgan; so die Theorie.

In der Praxis klingt der Ton sehr dumpf und löchrig. Erhöht man die Lautstärke, kann jeder in der unmittelbaren Umgebung das Telefonat mithören. Das komplette Gehäuse des Gigaset ME schwingt leider mit und wird zum Resonanzkörper. Eine vom Rest des Gehäuses entkoppelte Schwingungsplatte hätte das wahrscheinlich verhindern können.

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Die Symmetrie irritiert: Nur links kommt Ton raus. / © nextpit

Der Gehäuselautsprecher klingt blechern. Einen Equalizer gibt es nicht.

Gigaset ME: Kamera

Die Kamera macht blasse, detailarme Bilder, verwackelt schnell und enttäuscht im schwachen Licht. Die Selfie-Cam zeichnet Hauttöne erheblich besser auf, bietet aber einen recht engen Winkel. Die Kamera-Software ist schlank und bietet sehr wenige Profi-Features.

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Ohne HDR war der Kontrast besser als mit HDR. / © nextpit
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Die Farbqualität der Hauptkamera des GigaSet ME ist schwach. / © nextpit

Um mehr Fotos in voller Auflösung zu betrachten, solltet Ihr meine Galerie in Google Fotos aufsuchen:

Gigaset ME: Akku

Die Akkuleistung des Gigaset ME hat sich seit dem Software-Update massiv verbessert. Die Benchmarkleistung des Akkus hat sich zwar 23 Prozent erhöht, die Display-on-Time liegt mit knapp über zwei Stunden aber noch immer unter dem Durchschnitt. Gigaset hat die Stromspar-Optionen verbessert, seine damit verbundenen Stabilitätsprobleme beseitigt und damit die Standby-Zeit erheblich verlängert.

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Der Super-Energiesparmodus spart Strom / © nextpit

Der Akku wird per Qualcomm Quick Charge 2.0 schnell binnen anderthalb Stunden vollgeladen. Energiespar-Features reduzieren die Hintergrundaktivität von Apps und erhöhen so die Standby-Zeit auf knapp zwei Tage. Nutzt Ihr das Gigaset ME sehr intensiv, hält es mit seinem 3.000-mAh-Akku den ganzen Tag durch.

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Der Bildschirm war in 26 Prozent der Kapazität 32 Minuten aktiv. Daraus ergeben sich rund zwei Stunden Gesamtlaufzeit. / © nextpit

Gigaset ME: Technische Daten

Abschließendes Urteil

Das Gigaset ME ist ein gewagter Start. Die Kinderkrankheiten hat es Softwareupdate per überwunden. So schließt es endlich zur Konkurrenz auf. Besonders seine Gehäuse-Robustheit hat mich verblüfft. Gigaset hat ein gutaussehendes und stabiles Gerät zum fairen Preis auf den Markt gebracht.

Leider ist die Akkulaufzeit noch immer nicht optimal und der Preis muss wieder angepasst werden. Konkurrenzprodukte kosten inzwischen genauso viel, bieten jedoch ausnahmslos bessere Kameras und oft eine bessere Geschwindigkeit.