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HTC

HTC U Play

3,5

Pro

  • Auffällig schickes Design
  • Sehr gutes Display
  • Überdurchschnittlicher Klang

Contra

  • Veraltetes Betriebssystem
  • Mittelmäßige Performance
  • HTC Sense Companion (noch) wenig hilfreich
Foto: Handy HTC htc-u-play

Zum Abschnitt:

HTC U Play: Preis und Verfügbarkeit

Der Februar 2017 stand bei HTC ganz im Zeichen der U-Serie. Beide neuen U-Smartphones sind seit dem 20. Februar im Handel erhältlich. Die günstigere Alternative zum teuren HTC U Ultra ist das hier gezeigte HTC U Play. Mit einem Preis von 449 Euro schlägt dieses HTC-Smartphone nicht so ein großes Loch in die Brieftasche. Das neue Smartphone wird in den Farben Brilliant Black, Sapphire Blue und Ice White erhältlich sein.

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HTC U Play: Design und Verarbeitung

Beide neuen HTC-Smartphones, das U Ultra und das U Play, verabschieden sich von der bisher bekannten HTC-Designsprache. Unibody-Gehäuse aus Metall oder Plastik gehören der Vergangenheit an. Die beiden Modelle der U-Serie setzen stattdessen auf einen Materialmix aus Alu-Rahmen und schicken, an den Rändern gebogenen Glasflächen. Anders als beim U Ultra nutzt HTC in der Mittelklasse nicht das bei Stürzen stabilere Gorilla Glass 5, sondern setzt sowohl auf der Front als auch auf der Rückseite auf Gorilla Glass 3. Der Unterschied in den Gorilla-Glass-Generationen liegt in der Fallhöhe, gegen die das Glas geschützt ist. Gorilla Glass 3 soll in 80 Prozent der Fälle einen Sturz aus einem Meter Höhe überstehen, während Gorilla Glass 5 für Stürze aus 1,60 Meter in 80 Prozent der Fälle Bruchsicherheit gewährleistet.

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Das HTC U Play / © NextPit

Der Metallrahmen ist wie beim U Ultra aus Aluminium gefertigt. Alle Seiten und Ecken sind abgerundet und gehen fließend in den Rahmen über. Schon das Vorseriengerät des HTC U Play überzeugte bei der Verarbeitung auf ganzer Linie, das finale Smartphone bestätigt diesen sehr hochwertigen Eindruck. Beeindruckend sind die hübschen Reflexionen, die die Rückseite des U Play je nach Lichteinfall auszeichnen. Typisch für ein Smartphone mit Glasabdeckungen auf der Front- und Rückseite aber auch: Fingerabdrücke sammeln sich schnell an. Und insgesamt ist das HTC U Play ein rutschiges und glitschiges Smartphone. Um das HTC U Play zu schützen, legt der Hersteller eine Hülle aus durchsichtigem Plastik mit in die Verpackung. Die verrichtet zwar ihren Dienst vor allem gegen Kratzer, ruiniert den edlen Gesamteindruck allerdings komplett.

Das Gewicht des Smartphones beträgt 145 Gramm. Das ist weder zu leicht noch zu schwer und passt zur äußeren Form des HTC U Play. Im Test fällt auch die Dicke - das U Play misst knapp 8 Millimeter - nicht negativ auf, selbst wenn viele Hersteller ihre Smartphones immer flacher und flacher machen. Die Kamera hätte HTC dann aber doch bündig im U Play verstecken können, das Bauteil ragt rund einen Millimeter aus der Rückseite heraus.

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Ansehnliche Reflexionen auf dem Glas / © NextPit
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Die Seiten und Ecken fließen fast nahtlos in den Gehäuserahmen ein. / © NextPit

HTC U Play: Display

Das 5,2 Zoll große Super-LC-Display des HTC U Play bietet Full-HD-Auflösung. Die Zeiten, wo ein Mittelklasse-Smartphone mit weniger als 1.920 x 1.080 Pixel ausgeliefert wurde, sind lange vorbei. Die Pixeldichte von 424 ppi ist gut und sorgt für eine scharfe Darstellung. Mit einem dunklen Hintergrundbild könnte man auf den ersten Blick fast glauben, man habe ein IPS-Panel vor sich, denn das tiefe Schwarz geht nahezu unsichtbar in den Rahmen über. Von der Seite betrachtet zeigt der Bildschirm des HTC U Play aber einen leichten Grauschleier. Der stört aber nicht wirklich, und auch sonst gibt es kaum etwas zu meckern. Das Display des U Play ist im Test enorm hell und kontrastreich und zeigt tolle Farben. Auch in heller Umgebung bleibt das HTC U Play stets hervorragend ablesbar.

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Das 5,2 Zoll große Super-LCD löst mit Full HD auf. / © NextPit

HTC U Play: Software

Da der Hauptprozessor aus dem Hause Mediatek stammt, wird das HTC U Play nicht mit Android 7.0, sondern mit Android 6.0 ausgeliefert. Ob es zu einem späteren Zeitpunkt ein Update auf Android Nougat geben wird, steht noch immer nicht fest, auch auf Nachfrage hat HTC noch keine Informationen zum Nougat-Update bekannt gegeben.

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Der Sense Companion soll im Alltag einige Erleichterungen bringen. / © NextPit

HTC Sense Companion kann noch nicht viel

Der wichtigste Punkt des HTC U Play bei der Software ist der digitale Assistent HTC Companion. Zum Start war der Companion noch nicht bereit, mittlerweile gibt es die App aber für das U Ultra und das U Play zum kostenlosen Download im Google Play Store.

INSTALLIEREN (com.htc.aiclient)

Die Einrichtung des Sense Companion ist mit wenigen Schritten schnell erledigt. Nach der Anmeldung mit dem HTC-Konto kann der Anwender verschiedene Aspekte auswählen, die der Sense Companion wissen soll. Dazu zählen Standortdaten, Nutzungsdaten über Apps, Musik, Kalender und Co., Hardwaredaten, etwa vom Akku oder der Prozessorleistung, und Aktivitätsdaten. Je mehr Informationen der HTC Sense Companion bekommt, desto besser kann er arbeiten. Als Art der Benachrichtigung steht ausschließlich die sogenannte Eckblase zur Verfügung, oder die Möglichkeit, sich überhaupt nicht benachrichtigen zu lassen. Das ist aber kaum sinnvoll, denn genau das soll der Companion ja tun.

Im Alltag macht sich der HTC Sense Companion im Test auf dem U Play dann allerdings nur selten bemerkbar. Wenn er etwas zu sagen hat, taucht das Symbol des Assistenten in der Ecke auf. Wer drauf klickt, bekommt dann einen Hinweis auf möglicherweise in der Situation passende Funktionen. Auf häufigsten wurde im Test die HTC-App Boost+ angepriesen, die das System optimiert. Auch ortsabhängige Informationen wie das Wetter werden hier angezeigt. Als übermäßig nützlich habe ich den kleinen Helfer im Alltag nicht empfunden, allerdings auch nicht als besonders störend. Er ist eben da, meistens aber unbemerkt, und ab und zu sind die Empfehlungen auch sinnvoll. Vielleicht stellt sich der Assistent im Laufe der Zeit noch besser auf die individuellen Bedürfnisse ein. Eine echte Revolution sieht aber anders aus.

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Der HTC Sense Companion - Eckblase, Rechte, Benachrichtigung im Einsatz / © NextPit

Klar ist eines: Der HTC Sense Companion ist nicht das, was man unter einer Künstlichen Intelligenz versteht. Es handelt sich hierbei eher um eine App, die mittels maschinellem Lernen proaktiv Features anbietet, die der Nutzer gerade brauchen könnte. Großartig anders als Google Now funktioniert der HTC Sense Companion nicht. Ein echtes Killer-Feature sieht anders aus.

HTC U Play: Performance

Im Inneren des HTC U Play schlägt ein Mediatek Helio P10 Prozessor mit acht Kernen. Die Speicherausstattung ist mit 3 GByte RAM und 32 GByte internem Speicher gut und bringt das HTC U Play in ähnliche Leistungsregionen wie das Sony Xperia XA. Die Performance ist im Alltag ausreichend. Es ist aber schon auffällig, dass immer wieder mal kurze Ruckler oder Ladepausen an Stellen auftreten, an denen man sie nicht erwartet hatte. Es gibt durchaus eine Menge Smartphones auf dem Markt, die schneller laufen als das HTC, auch wenn das U Play insgesamt keine lahme Ente ist. Für den Startpreis von 449 Euro hätte man aber durchaus mehr erwarten können. Das gilt natürlich auch für Spiele, vor allem dann, wenn die Grafik anspruchsvoll ist. Im Test hat das HTC U Play seinem Namen zwar Ehre gemacht und alle Games zum Laufen bekommen, aber nicht immer mit vollen Details und durchgängig hoher Performance.

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Der HTC Sense Companion. / © NextPit

Nur bedingt überzeugen kann der Fingerabdrucksensor im HTC U Play. Im Test kommt es relativ häufig vor, dass der eigene Fingerabdruck nicht beim ersten, oft sogar nicht einmal beim zweiten Versuch erkannt wird. Das U Play fordert den Nutzer immer wieder auf, den kompletten Sensor mit seinem Finger zu bedecken, damit er korrekt erkannt wird. Das können andere Hersteller besser. Eine Gestensteuerung, wie sie etwa Huawei im P10 implementiert hat, gibt es beim Sensor im HTC U Play nicht.

HTC U Play: Audio

Einen analogen Audioausgang in Form eines 3,5-mm-Klinkenanschlusses werdet Ihr beim HTC U Play vergebens suchen. Wie schon das U Ultra und auch das HTC 10 Evo wird ein Kopfhörer über den USB-Typ-C-Anschluss angesteckt. Ein passendes Headset legt HTC im Lieferumfang immerhin bei, so dass man gleich ein entsprechendes Headset nutzen kann. Und das Headset hat es in sich, denn es liegt nicht nur bequem im Ohr, sondern hat auch noch einen ausgezeichneten Klang - zumindest dann, wenn man den Klang über die Funktion USonic an das eigene Gehör anpasst. Das geht schnell, funktioniert systemweit und verbessert den Sound noch einmal merklich. Spätestens mit USonic gehören die HTC-Kopfhörer zu den besten Herstellerbeigaben auf dem Markt.

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Analoger Audioausgang gehört auch beim HTC U Play der Vergangenheit an. / © NextPit

Gleichzeitig macht sich HTC das Lob wieder zunichte, denn das Headset funktioniert ausschließlich am HTC U Play und am HTC U Ultra. An anderen Smartphones mit USB-C-Port wird der Kopfhörer nicht erkannt. Noch dazu legt HTC dem Smartphone keinen USB-C-auf-Klinke-Adapter bei, damit die Kundschaft andere Kopfhörer mit Klinkenkabel nutzen kann. Das ist schon ein bisschen schwach.

HTC U Play: Kamera

Parallelen zum HTC 10 Evo gibt es auch bei der Kamera. Das U Play setzt nämlich auf den gleichen 16-Megapixel-Bildsensor mit 28 Millimetern Brennweite und F/2.0-Blende. Neben dem Kontrast-Autofokus gibt es auch einen auf dem lichtempfindlichen Chip integrierten Phasenvergleichs-Autofokus, der das Scharfstellen beschleunigen soll. In dunklen Umgebungen helfen der optische Bildstabilisator sowie der zweifarbige LED-Blitz.

Für anspruchsvollere Fotografen hat das U Play noch ein paar Extras an Bord. So lassen sich beispielsweise im manuellen Modus Belichtungszeit, ISO-Empfindlichkeit, Weißabgleich & Co. händisch einstellen. Eine RAW-Funktion ist ebenfalls vorhanden – die Rohdatenbilder benötigen zwar mehr Speicherplatz, bieten aber bei der nachträglichen Bearbeitung mehr Möglichkeiten.

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Hauptkamera des HTC U Play mit 16 Megapixel. / © NextPit

Oberhalb des Displays sitzt schließlich noch die Linse der Frontkamera, die ebenfalls 16 Megapixel auflöst sowie eine F/2.0-Blende und 28 Millimeter Brennweite bietet. Da der Bildwinkel für Gruppen-Selfies nur eingeschränkt tauglich ist, gibt es eine Selfie-Schwenkpanorama-Funktion. Wie die Hauptkamera nimmt die Selfie-Cam Videos mit maximal 1920 x 1080 Pixeln auf.

Im Test liefert das HTC U Play recht ordentliche Fotos ab, die viele Details zeigen und meist eine gute Schärfe besitzen. Die Kamerasoftware greift nicht übermäßig stark ein, in den Fotos sind wenig Spuren von automatischer Nachbearbeitung zu sehen. Allerdings ist auffällig, dass das HTC U Play häufig ein wenig zu dunkel belichtet, und zwar auch dann, wenn der Messpunkt manuell festgelegt wird. Wenn keine bewegten Objekte fotografiert werden sollen, kann der HDR-Modus hier Abhilfe schaffen. 

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Testfoto mit dem HTC U Play / © NextPit
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Nahaufnahme / © NextPit
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Leichter Bokeh-Effekt / © NextPit
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Selfie / © NextPit
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Testfoto mit HDR / © NextPit

Die Frontkamera des HTC U Play wird Selfie-Freunde glücklich machen, und das nicht nur wegen der hohen Auflösung, Dynamik, Bildschärfe und Belichtung der Fotos überzeugen, auch wenn man an den Rändern der Fotos mit leichten Verzerrungen leben muss. Das ist dem Weitwinkel geschuldet. Wer insgesamt mehr aus den Fotos herausholen möchte, nutzt am besten den manuellen Modus, der aber nur für die Hauptkamera zur Verfügung steht.

HTC U Play: Akku

Das HTC U Play hat einen fest eingebauten Akku mit 2.500 mAh. Das ist jetzt nicht die Welt, reicht aber im Test immer aus, um das HTC U Play ohne neues Aufladen über den Tag zu bringen. Zwei Tage sind aber nur zu schaffen, wenn das Smartphone sich die meiste Zeit im Standby befindet und nicht genutzt wird. Wenn der Akku zu sehr in die Knie geht, lässt sich mit dem Stromsparmodus noch ein bisschen Zeit heraus kitzeln. HTC liefert das U Play mit einem Schnellladegerät mit 2 Ampere Leistung aus.

Abschließendes Urteil

Mit dem HTC U Play bringen die Taiwaner den eigenen HTC Sense Companion in die Smartphone-Mittelklasse und zeigen trotz insgesamt noch eingeschränktem Nutzwert, dass die "künstliche Intelligenz" auch ohne das zweite Display des U Ultra funktionieren kann. Mit der Hardware-Ausstattung, dem Design und der Verarbeitung tritt das HTC U Play in direkte Konkurrenz zu Samsungs Galaxy A5 (2017). Die Leistung des Smartphones ist im Test nicht so außergewöhnlich wie das Design, geht aber insgesamt in Ordnung. Für den Preis von 449 Euro, den HTC für das U Play verlangt, hat es das Smartphone im Vergleich mit der Konkurrenz trotzdem nicht leicht, denn echte Highlights, um aus der Masse hervor zu stechen, fehlen dem HTC U Play im Test neben dem Design dann doch.