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HTC

HTC U11+

4,5

Pro

  • Sehr gute Akkulaufzeit
  • Edles und hochwertiges Design
  • Dual-SIM
  • IP68 zertifiziert

Contra

  • Größe und Gewicht
  • Kein Wireless Charging
Foto: Handy HTC htc-u11plus

Pros des HTC U11+

  • Sehr gute Akkulaufzeit
  • Edles und hochwertiges Design
  • Dual-SIM
  • IP68 zertifiziert

Contras des HTC U11+

  • Größe und Gewicht
  • Kein Wireless Charging

Zum Abschnitt:

HTC U11+: Preis und Verfügbarkeit

Kommt es, oder kommt es doch nicht? Zunächst gingen alle davon aus, dass das HTC U11 noch in 2017 eine „Plus-Version“ erhalten wird. Dann zerstreute gerade der sonst so zuverlässige Twitter-Leaker Evan Blass die Gedanken an ein HTC U11+, mit seinem Tweet: 

Aber irgendwann irren wir uns alle mal, auch ich werde wohl in der nächsten Zeit von OnePlus eines besseren belehrt. 

Zurück aber zum eigentlich Star dieses Artikels, dem HTC U11+. Wie schon in der Einleitung erwähnt, stellte HTC am 2. November 2017 nicht nur das erste Smartphone für Europa mit Android One vor, sondern zeitgleich auch das HTC U11+. Bis es aber in Deutschland, Österreich und der Schweiz verfügbar sein wird, werden noch ein paar Wochen vergehen. Damals hieß es noch, dass das U11+ Anfang Dezember 2017 in den Handel kommt, aber es kam zu leichten Verzögerungen. Jetzt sollte aber die Versorgung mit dem in Ceramic Black erhältlichem HTC U11+ gesichert sein. Wer das U11+ kaufen will muss 799 Euro bereithalten.

Im ersten Quartal 2018 werden die Taiwaner eine optisch spannendere Version nachreichen: Translucent Black heißt diese und legt dank cleverer transparenten Färbung der Rückseite Teile des Innenleben eines Smartphones frei. Ob diese Version preislich vom „normalen“ Ceramic Black abheben wird, steht aktuell nicht fest.

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HTC U11+: Design und Verarbeitung

Beim Design gibt es gegenüber dem U11 auf den ersten Blick kaum Veränderungen, wenn man mal von dem frontfüllenden Display und dem damit einhergehenden Verlegung des Fingerabdrucksensors auf die Rückseite absieht.

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Der Fingerabdrucksensor wandert auf die Rückseite. / © NextPit

Erst wenn man das HTC U11+ in die Hand nimmt, fällt einem auf, dass der Alu-Rahmen breiter und somit auch robuster wirkt. Spürbar ist auch, dass der Rahmen weniger abgerundet ist, sondern mehr plan erscheint. Das sorgt dafür, dass das 188 Gramm schwere U11+ griffiger in der Hand liegt.

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Typisch HTC: der geriffelte Powerbutton. / © NextPit

Rein vom Subjektiven Eindruck her wirkt das HTC U11+, teils hervorgerufen durch die edlere und zurückhaltendere Farbgebung und den neuen Proportionen im 2:1-Look, eleganter und stimmiger, als es noch beim HTC U11 war. Zudem verpasst HTC dem U11+ einen besseren Schutz vor dem Eindringen von Staub und vor allem Wasser. Das U11 ohne Namenzusatz ist "nur" nach IP67 zertifiziert, das U11+ hingegen nach IP68. Der Unterschied zwischen IP67 und IP68 liegt in der zu bestehenden Prüfung. Bei 67er-Klasse sollte das Smartphone maximal für 30 Minuten und bis zu einer maximalen Tauchtiefe von 1 Meter vor dem Eindringen von Süßwasser geschützt sein. Die 68er-Klassifizierung setzt ein Schutz vor dauerhaftem Eintauchen voraus. Die Tauchtiefe muss der Hersteller meist selbst definieren, diese darf aber nicht geringer als 1,5 Meter sein.

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Über den USB-Typ-C-Anschluss wird der Kopfhörer angeschlossen. / © NextPit

HTC U11+: Display

Den Trend zum 18:9-Display-Format in 2017 konnte sich HTC anscheinend auch nicht verschließen, denn das HTC U11+ springt auf den Zug mit auf, in dem schon Samsung, LG und nun auch Google und Huawei sitzen.

Aber auch wenn HTC mit auf diesen Format-Zug aufspringt, so halten die Taiwaner doch an HTC-Eigenheiten fest. Wie fast alle vergangenen Top-Smartphones aus dem Hause HTC, vertraut auch das U11+ weiterhin auf ein Display mit Super-LCD-Technologie. Das 6 Zoll große Panel löst mit 1.440 x 2.880 Bildpunkten auf und deckt den DCI-P3 Farbraum ab. Zusätzlich soll es auch HDR10 kompatibel sein, aber diese Fähigkeit könnte durchaus erst nach dem Launch per Software-Update folgen, da HTC erst noch mit den Content Providern wie Netflix und Amazon verhandeln muss, damit das HTC U11+ deren Segen bekommt.

AndroidPIT HTC U11 Plus vs Google Pixel2 XL 1907
Google Pixel 2 XL (links) und HTC U11+ (rechts) / © NextPit

HTC U11+: Besonderheiten

Wie schon beim HTC U11, Pixel 2 und Pixel XL 2, verfügt das U11+ auch über einen druckempfindlichen Rahmen. Bei HTC wird dieser Edge Sense genannt, während Google diese Feature Active Edge nennt. HTC hat die Software für das U11+ weiter verfeinert, so dass diese sich jetzt vielfältig konfigurieren lässt. Nicht nur verschiedenste Apps oder Sprach-Assistenten lassen sich auf Druck starten, sondern sogar Funktionen in einer App. So lässt sich auf Druck zum Beispiel direkt die Kamera in der Facebook-App starten, sodass das geschossene Foto direkt hierin bearbeitet und sofort gepostet werden könnte. 

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Noch in der Beta-Phase, aber mit dem Verkaufsstart im Dezember könnte die Funktion schon final vorliegen. / © NextPit

Ein weiteres Feature, dass per Edge Sense ausgelöst werden ist der Edge Launcher. Was man mit dem Edge Launcher machen kann zeigen wir im Abschnitt Software. Wichtig für die HTC U11-Nutzer, alle Edge Sense Neuerungen samt dem Launcher, erhält das U11 ohne Namenzusatz per Software-Update. 

  • HTC U11 erhält Update auf Android 8.0 samt U11+ Feature

HTC U11+: Software

Während die technische Ausstattung nur geringfügige Updates bereit hält, so hat HTC an der Software doch stark geschraubt und optimiert. Augenscheinlichste Neuerung ist, das HTC Sense nun auf Android 8.0 Oreo basiert. Wieder mit an Board befinden sich gleich drei parallel existierende Assistenten: Google Assistant, Amazon Alexa und auch der eigene HTC Companion.

Aufgebohrt wurde die Sense-Oberfläche um eine Art Wählrad, dass als Einhand-Eingabemethode hinzugefügt wurde. Grund ist die Größe des HTC U11+. Mit diesem Wählrad, dass in zwei Ebenen mit App-Shortcuts belegt werden kann, muss man dann nicht mehr durch den App Drawer oder durch die Homescreens wischen. 

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Praktische Einhand-Eingabehilfe. / © NextPit

Oberhalb des Wählrads bleibt dann noch Platz für einen Monatskalender. Leider lässt sich die Kalenderansicht nicht durch ein anderes Widget ersetzen, aber was noch nicht ist, kann durchaus später mit Updates erreicht werden. Zur Erinnerung: Am Anfang konnte man mit Edge Sense auch nur den Assistenten auslösen.

Als weiteres praktisches Gimmick könnte sich die zweiseitige Navigationsleiste erweisen, die sogar noch so arrangiert werden kann wie man es gerne hätte. Screenshot und Screen-Recording sind Funktionen, die beim HTC U11+ zum Beispiel in die Navigationsleiste gelegt worden sind.

AndroidPIT HTC U11 Plus interface 2005
Zweiseitige Navigationsleiste in Action / © NextPit

HTC U11+: Performance

Vom Schwestermodell hat das U11+ die Specs geerbt. Der Snapdragon 835 von Qualcomm bildet die Schaltzentrale, die in Europa mit 6 GByte RAM und 128 GByte UFS 2.1 Speicher für genügend Leistungsreserven sorgen sollten. In Nordamerika soll es noch eine Variante geben, die mit 4 GByte RAM und 64 GByte internen Speicher ausgeliefert wird. Selbstverständlich lässt sich beim HTC U11+ der interne Speicher per microSD um bis 2 TByte erweitern.

AndroidPIT HTC U11 LG V30 Galaxy Note8 Pixel2 plus Huawei Mate10 pro 1977
In Sachen Leistung sollte das HTC U11+ durchaus mit der Konkurrenz mithalten können. / © NextPit

Wie schon vorhergesagt, liegt das HTC U11+ bei der Performance, nach dem Update auf Android 8.0, nicht weit weg vom dem des Schwestermodells .

HTC U11+ im Benchmark-Test

 
  HTC U11+ HTC U11 (Android 8.0) Razer Phone (Android 7.1.1)
3DMark Sling Shot Extreme Vulkan API 2.712 2.745 2.701
3DMark Sling Shot Extreme OpenGL ES 3.1 3.669 3.645 3.731
3DMark Sling Shot OpenGL ES 3.0 4.885 4.285 5.007
3DMark Ice Storm Unlimited OpenGL ES 2.0 41.764 41.810 42.526
Geekbench 4 Single-Core 1.934 1.920 1.932
Geekbench 4 Multi-Core 6.645 6.527 6.700
PassMark Memory 14.730 14.537 14.630
PassMark Disk 75.710 75.817 74.882

Moderne Top-Smartphones befinden sich bei der reinen Benchmark-Leistungen annähernd auf gleichem Niveau. Es gibt nur marginale Schwankungen. Im Alltag zeigt sich meist, ob der Hersteller die Software gut angepasst hat oder nicht. Im Test zum HTC U11+ zeigte sich, dass das Zusammenspiel gut umgesetzt wurde und es kaum zu unnötigen Wartezeiten oder Rucklern kam.

HTC U11+: Audio

Was das HTC U11 ohne Plus kann, dass kann das U11 mit Plus selbstverständlich auch. HTC verpasst also dem U11+ ebenfalls Boom Sound, USonic Kopfhörer, vier Mikrofone die sowohl für Active Noise Chancelling genutzt werden, als auch für 3D-Audio-Aufnahme. 

Schon beim HTC U11 ohne Plus war mein Kollege Steffen von Boom Sound und auch den beigelegten USonic Kopfhörern angetan. Für das HTC U11+ kann durchaus das gleiche gelten, denn HTC hat die Audioausstattung nicht weiter verändert. Aus diesem Grunde verweise ich an dieser Stelle an die weiterhin gültigen Aussagen von Steffen in seinem Test zum HTC U11 und seinem Langzeittest nach 100 Tagen.

HTC U11+: Kamera

Bei der Kamera bleibt HTC ebenfalls beim bewährten. Im Klartext heißt es eine 12,2 Megapixel Hauptkamera mit einer Blende von f/1.7 und einer Brennweite von 28mm (Kleinbildäquivalent). In Sachen Stabilisierung setzt HTC wieder auf das Duo aus optischer und elektronischer Bildstabilisierung. Die Frontkamera verfügt über einen 8 Megapixel Sensor mit einer f/2.0 Blende bei einer Blende von 28mm (ebenfalls Kleinbildäquivalent). Was diese Kombination kann, konnten wir uns schon im Test zum HTC U11 anschauen.

HTC U11+ Kamera: Bewertung

 
Pro  Contra
- Schneller Autofokus - Mittelmäßiger Dynamikumfang 
- Tolle Detailwiedergabe  - fehleranfälliger HDR-Modus
- Ausgezeichnete Farben  

Update: Stefan, unser Mann wenn es um Kameras jeglicher Form, Größe und egal in welchen Produkten diese verbaut wurden, hat sich das HTC U11+ haargenau angeschaut und getestet. Dabei sind unserem Chef der Foto und Video-Abteilung einige positive, wie auch negative Eigenheiten der Kamera des U11+ aufgefallen. Selbstverständlich hat er die Kamera nicht nur in Sachen Foto-Qualität und -Eigenschaften geprüft, sondern auch in Sachen Videoqualität. Den kompletten Kamera-Testbericht zum HTC U11+ findet Ihr in einem gesonderten Artikel. Alle mit dem U11+ geschossenen Bilder gibt es wie immer in voller Auflösung auf Google Drive für Euch zur Ansicht.

AndroidPIT HTC U11 Plus interface 2037
Die Kamera des HTC U11+ gibt kaum Gründe um so traurig zu reinzuschauen. / © NextPit

HTC U11+: Akku

Im Inneren des HTC U11+ findet ein Akku mit 3.930 mAh Kapazität Platz. Mit dieser Kapazität ist das HTC-Phablet dem Huawei Mate 10 Pro und dessen Energiespeicher mit 4.000 mAh, dicht auf den Fersen. Bei der Schnellladetechnik setzt HTC sowohl auf Qualcomms Quick Charge 3.0 als auch auf USB Power Delivery. Worin die Unterschiede bestehen, dass erfahrt Ihr in unserem Spezialartikel zu den Schnellladetechnologien: 

HTC hat in Sachen Akkulaufzeit einen sehr gute Arbeit gemacht, denn zum einen weist das HTC U11+ in unseren Test-Apps zur Messung der Laufzeit hervorragend ab. Im Akku-Test mit Geekbench 4, diesen Benchmark haben wir für den Akku-test im Livestream Ende des vergangen Jahres eingeführt, lief das HTC U11+ stolze 7:28 Stunden und schlägt damit das Galaxy S8+ um 19 Minuten. 

Im Akku-Test von PCMark schaffte das HTC U11+ mit 10 Stunden und 7 Minuten ebenfalls einen hervorragenden Wert. Bisher kann nur das Razer Phone in beiden Akku-Test das U11+ in seine Schranken verweisen.

Im Alltag bedeutete es, dass für meinen Nutzungsverhalten (wenige Telefonate, häufige Nutzung von Apps, Emails, Browser und gelegentlichen Schauen von Videos und zocken von Games) dass das HTC U11+ locker anderthalb Tage durchhielt. Wenn man dann noch die Stromspar-Optionen aktiviert, dann sind auch zwei volle Tage ohne den Besuch an der Steckdose möglich. Eine Option für kabelloses Laden hat HTC nicht in das U11+ verbaut. Als Begründung hat HTC uns gegenüber gesagt, das die Unterbringung der Ladespule dazu geführt hätte, dass man die Akku-Kapazität hätte verringern müssen. 

HTC U11+: Technische Daten

Abschließendes Urteil

Das HTC liefert mit dem U11+ ein Smartphone ab, das absolut auf Augenhöhe mit einem Samsung Galaxy S8+, Google Pixel 2 XL oder einem Huawei Mate 10 Pro liegt. Berücksichtigt man auch die kleinen, durchaus sehr nützlichen Standard-Features des U11+, wie Dual-SIM, Speichererweiterbarkeit per microSD-Karten, ins Betriebssystem integrierte Unterstützung von Apple AirPlay, Unterstützung von Projekt Treble, Alexa als Alternative zum Google Assistant und bezieht auch noch die unverbindliche Preisempfehlung von 799 Euro ein, dann ist das HTC U11+ ein fast perfektes Smartphone. 

Das was dem HTC U11+ leider noch fehlt, um ein perfektes Smartphone zu sein, sind ebenfalls Kleinigkeiten, die aber in modernen Zeiten durchaus den Alltag angenehmer gestalten können. So fehlt dem HTC U11+ aktuell die Unterstützung für VoLTE und Wifi-Calling. Dass diese zwei Features fehlen, liegt sicher nicht hauptsächlich an HTC, sondern vielmehr an den Netzbetreibern. Da das U11+ bei keinem Netzbetreiber erhältlich ist, sondern nur im freien Handel, sehen diese selbstverständlich auch keine Notwendigkeit, das Smartphone für VoLTE und WiFi-Calling zu testen und freizugeben. Für HTC ist die Integration oder Aktivierung beider Features eine Kleinigkeit, da das U11+ technisch dem U11 ohne Plus entspricht.

Neben dem Fehlen von diesen beiden Features sind das Gewicht und die Bauhöhe des U11+ nicht Ideal. In Verbindung mit der schlüpfrigen Rückseite hinterlässt das U11+ im Alltagseinsatz immer ein leichtes Unwohl sein. Das beigelegte transparente Case nimmt einem zwar das ungute Gefühl, aber ruiniert aber auch die edle Optik.