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Huawei Honor 6

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Foto: Handy Huawei huawei-honor-6

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Huawei Honor 6: Preis und Verfügbarkeit

Hier wird es interessant: Das Honor 6 ist zu einem Startpreis von 299 Euro zu haben - das ist die unverbindliche Preisempfehlung des Herstellers. Damit ist das Honor 6 tatsächlich ein Preis-Leistungs-Wunder mit einer Ausstattung, die man in diesen Preisregionen selten zu sehen bekommt - vom OnePlus One einmal abgesehen.

Huawei Honor 6: Design und Verarbeitung

Die Herkunft des Honor 6 ist klar zu erkennen, das Design lehnt sich am Huawei Ascend P7 an, greift aber zugleich die abgerundeten Gehäuseecken der letzten Sony-Flaggschiffe auf. So erinnert das Honor 6 an eine Mischung aus Ascend P7 und Sony Xperia Z3. Es ist etwas runder und weicher in den Formen als das P7 und hat nahezu identische Abmessungen, allerdings ist das Honor 6 dicker, Aluminium-Elemente fehlen, das Gehäuse ist aus Plastik. Die Verarbeitung des Unibodys wirkt trotzdem gut und hochwertig, lockere Teile und breite Spaltmaße gab es in unserem Test des Honor 6 nicht.

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Hochwertig verarbeitet: Das Huawei Honor 6. / © nextpit

Die Steckplätze für microSD und Micro-SIM sind wie bei Sony hinter einer Klappe verborgen, an der Oberseite findet sich neben dem Kopfhörersteckplatz anscheinend ein Infrarot-Sensor - eine entsprechende Fernbedienungs-App findet sich auf dem Honor 6 aber nicht. An der Unterseite ist der Micro-USB-Steckplatz, die Rückseite wird wie beim Ascend P7 vom Lautsprecherschlitz unten links sowie der Kameralinse in der oberen linken Ecke bestimmt. Daneben liegt ein Dual-LED-Blitz.

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Die Kartensteckplätze liegen beim Honor 6 hinter einer Klappe. / © nextpit

Vorder- und Rückseite sind aus Glas und anscheinend recht anfällig für Kratzer - auch das Gehäuse des Ascend P7 war schon nicht gerade kratzresistent. Bei Honor scheint man um dieses Manko zu wissen: Zwei Schutzfolien für Vorder- und Rückseite sind im Lieferumfang enthalten.

Huawei Honor 6: Display

Das Honor 6 kommt mit Full-HD-Display bei 5 Zoll Bildschirmdiagonale - damit spielt es in der aktuellen Flaggschiffliga noch vorne mit. Mit einer Pixeldichte von 441 ppi ist es mehr als ausreichend scharf, zudem zeigte sich der Bildschirm in unserem Test des Honor 6 angenehm hell - im Sichtvergleich mit dem Ascend P7 ist das Display nicht nur heller, sondern stellt Farben auch neutraler dar. Der Farbton kann bei Bedarf angepasst werden (wärmer oder kälter). Die Blickwinkelstabilität des Displays ist gut, Farben und Kontraste ebenfalls.

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Das Display des Honor 6 bietet mit Full-HD-Auflösung ausreichend Schärfe. / © nextpit

Huawei Honor 6: Software

Das Honor 6 kommt mit Android 4.4.2 - auf Screenshots während der Präsentation waren aber bereits die Navigations-Buttons von Android Lollipop zu sehen, was darauf hindeuten könnte, dass das Honor 6 schon bald ein Update bekommt. Das Aussehen der Benutzeroberfläche wird bestimmt vom Herstelleraufsatz Emotion UI 2.3, den man auch schon von Huawei kennt. Auch wenn man während der Präsentation des Honor 6 den Namen Huawei vermied zu nennen, so wird doch spätestens hier deutlich, dass Honor eine Marke von Huawei ist.

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Das Honor 6 hat die gleiche Benutzeroberfläche wie das Ascend P7. / © nextpit

Die Benutzeroberfläche ist weitgehend identisch und kommt mit den schon vom Ascend P7 bekannten Extra-Funktionen wie einem Telefonmanager zum Optimieren der Leistung, einem Ulta-Energiesparmodus (nur Zugriff auf Kontakte, SMS, Kamera und Telefon) oder einem von unten heraufziehbaren Schnellzugriff-Panel aus dem Lockscreen. Praktisch ist auch, dass man Apps einzeln den Zugriff auf mobiles Netz und/oder WLAN verwehren kann und dass ein Bildschirmsparmodus die Laufzeit des Akkus zusätzlich verlängern kann, indem die Anzeigequalität des Bildschirms heruntergeschraubt wird.

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Das Honor 6 erlaubt, einzelnen Apps den Zugriff zum Netz zu verweigern. Außerdem kommt es mit einem Telefonmanager. / © nextpit

Ein wichtiger Aspekt ist für Honor das Feedback der Nutzer, das in die regelmäßigen Updates mit einfließen soll. In diesem Consumer-to-Business-Modell (C2B) sollen die Kunden maßgeblich dazu beitragen, die Software weiter zu verbessern. Wie das umgesetzt wird, bleibt aber abzuwarten.

Huawei Honor 6: Performance

Das Honor 6 kommt mit einem Kirin-920-Chipsatz aus der hauseigenen Entwicklung, der Achtkernprozessor taktet mit maximal 1,3 Giaghertz, die vier A15-Chips und die vier A7-Chips sind flexibel einsetzbar und können je nach Leistungsbedarf aktiviert oder in den Ruhezustand versetzt werden. Flankiert werden die Chips von satten 3 Gigabyte Arbeitsspeicher, ein Alleinstellungsmerkmal bei Geräten der mittleren Preisklasse. Im ersten Test konnte das Honor 6 gute Leistung zeigen, allerdings nicht ohne die gelegentlichen Ruckler und Aussetzer, die schon beim Ascend P7 zu beobachten waren. Es performt aber besser als das Huawei-Phone, startet die Kamera schneller, macht blitzschnell Fotos und zeigt sich großteils reaktionsschnell. An die Spitzenleistung der aktuellen Top-Smartphones kommt es nicht heran, es spielt aber eben auch preislich in einer anderen Liga.

Huawei Honor 6: Kamera

Die Kamera des Honor 6 hat eine maximale Auflösung von 13 Megapixeln im 4:3-Format und 10 Megapixel im 16:9-Format. Die Kamera-Software ist identisch zur Software des Ascend P7, die Bildqualität ist auf den ersten Blick ebenfalls ähnlich.

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Kommt einem bekannt vor: Das Honor 6 von hinten. / © nextpit

Auch beim Honor 6 kann man die Kamera durch zweimaliges Drücken der Lautstärke-leiser-Taste aus dem Standby heraus starten, die Verzögerungszeit ist minimal. Außerdem kann das Honor 6 ebenfalls Selfie-Panoramas aufnehmen - dieses Feature hatte Huawei mit dem Ascend P7 als “Groufie” eingeführt. Die Frontkamera hat eine Auflösung von 5 Megapixeln, auch das ein guter Wert für ein Smartphone dieser Preisklasse.

Huawei Honor 6: Akku

Das Honor 6 hat hier einen dicken Pluspunkt gegenüber vielen anderen aktuellen Smartphones: Die Kapazität beträgt satte 3.000 Milliamperestunden, das ist deutlich mehr als zum Beispiel beim Ascend P7 (2.500 mAh) und auch mehr als beim Galaxy S5 (2.800 mAh). Zusammen mit einer cleveren Stromspartechnologie soll das Honor 6 somit auf zwei Tage Laufzeit kommen, ein Wert, der nicht unrealistisch ist, jedoch einen eingehenderen Test verlangt. Für etwas mehr Luft nach oben sorgen zudem unterschiedliche Energiesparmodi, unter anderem der Ultra-Modus, der das Smartphone quasi zu einem Feature-Phone macht und nur noch den Zugriff auf Kamera, Telefon, Kontakte und SMS ermöglicht.

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Der vermeintliche Infrarot-Sender an der Oberseite des Honor 6 hat keine eigene Fernbedienungs-App. / © nextpit

Huawei Honor 6: Technische Daten

Vorläufiges Urteil

Das Honor 6 ist ein Smartphone, das sich ganz klar an die jungen “Digital Natives” richtet und mit den Aspekten wirbt, die dieser Käufergruppe wichtig sind: Leistung, Erreichbarkeit, lange Laufzeit und kleiner Preis. Auf den ersten Blick gelingt es Honor, diese Bedürfnisse zufrieden zu stellen. Ob sich beim Honor 6 mit längerer Nutzungsdauer ähnliche Macken und Fehler bemerkbar machen, wie sie auch schon das Huawei Ascend P7 aufweist (gelegentliche Ruckler und Hänger, inkonstistentes Verhalten der Software), wird erst ein ausführlicherer Test zeigen können. Bis dahin können wir sagen: Das Experiment Honor ist geglückt - ein gutes Smartphone zum kleinen Preis mit den für die junge, hippe Zielgruppe wichtigen Merkmalen. Eines ist aber auch klar: Das wird mit Sicherheit nicht reichen, um Honor zum Marktführer im Android-Bereich zu machen. Dazu bedarf es noch ganz anderer Aspekte: Markenbildung und -bindung und cleveren Marketings zum Beispiel. Ein gutes Smartphone hat Honor, aber eine gute Marke muss Honor erst noch werden.