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Huawei P8

3,5

Pro

  • Kamera
  • Software

Contra

  • Schwache Spieleleistung
Foto: Handy Huawei huawei-p8

Pros des Huawei P8

  • Kamera
  • Software

Contras des Huawei P8

  • Schwache Spieleleistung

Zum Abschnitt:

Huawei P8: Preis und Verfügbarkeit

Das Huawei P8 kam am 15. Mai 2015 zu einer UVP von 499 Euro in den Handel. Inzwischen sank der Preis auf unter 300 Euro, so dass es sich preislich bei schwächeren Neugeräten positioniert. Ein Jahr nach dem Erscheinen und im Schatten seines Nachfolgers gilt es als einer der Geheimtipps, da man mit dem P8 ein Top-Gerät zum Mittelklasse-Preis ergattern kann.

Huawei P8: Design und Verarbeitung

Auf den ersten Blick fällt sofort auf, dass das Huawei P8 sehr schlank ist: Mit einer Dicke von 6,4 Millimetern ist es deutlich dünner als das Samsung Galaxy S6 oder Sony Xperia Z3. Es ist sogar ganze 0,5 Millimeter dünner als Apples iPhone 6. Apropos iPhone 6: Beim Design des P8 hat sich Huawei offenbar bei Apples jüngstem Smartphone inspirieren lassen. Dies ist gut an dem Alu-Unibody und den angeschliffenen Kanten zu erkennen. Aber zum Glück hat Huawei das Aussehen der Kameralinse nicht kopiert, denn diese ragt beim P8 nicht aus dem Gehäuse hervor, sondern ist plan mit der restlichen Gehäuserückseite.

huawei p8 camera
Die Kamera steht nicht hervor. / © nextpit

Die Rückseite des P8 ist übrigens nicht komplett aus Aluminium, sondern hat an der oberen Kante einen Zierstreifen aus Glas, was einen stylishen Akzent setzt und gleichzeitig auch dafür sorgt, dass das Design des P8 nicht zu sehr dem des iPhone ähnelt.

huawei p8 back
Die Rückseite des Huawei P8. / © nextpit

An der Unterseite sind links und rechts vom mittig platzierten Micro-USB-Port mehrere Bohrungslöcher zu finden. Was auf den ersten Blick den Eindruck eines Stereo-Lautsprechers erweckt, entpuppte sich im Test des Huawei P8 jedoch als kleine Mogelpackung, da Sound lediglich aus dem linken Lautsprecher kommt. Rechts vom Micro-USB-Anschluss ist das Mikrofon untergebracht.

huawei p8 usb
Links: Lautsprecher, Mitte: Micro-USB-Anschluss, Rechts: Mikrofon. / © nextpit

Auf der rechten Geräteseite findet man unten zwei Einschübe (Nano-SIM und Nano-SIM oder microSD-Karte), sowie einen mittig platzierten Power-Button mit Riffelung und darüber angebrachter Lautstärke-Wippe. Die Einschübe sind sehr unauffällig und die Tasten haben einen exzellenten Druckpunkt.

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Power-Button und Lautstärkewippe des Huawei P8. / © nextpit

Alles in allem gibt es sowohl beim Design als auch der Verarbeitung des Huawei P8 nichts zu bemängeln. Ich würde sogar so weit gehen und behaupten, Huawei hat mit dem P8 neue Standards bei der Verarbeitung gesetzt, vor allem bei einem Premium-Smartphone mit einer relativ günstigen UVP von 499 Euro. Hut ab!

Huawei P8: Display

Der IPS-Bildschirm des Huawei P8 fasst 5,2 Zoll und löst mit Full HD (1.920 x 1.080 Pixel) auf. Trotz des nicht gerade kleinen Displays ist das P8 mit Maßen von 144,9 x 71,8.x 6,4 mm sehr kompakt, was vor allem an der guten Displayausnutzung liegt: Das sogenannte Screen-To-Body-Verhältnis liegt beim Huawei P8 bei 78,3 Prozent.

huawei p8 display 2
Das Display des Huawei P8 ist sehr gut. / © nextpit

Farben und Blickwinkelstabilität konnten mich im Huawei-P8-Test vollends überzeugen. Wer mit der Standard-Kalibrierung des Displays jedoch nicht zufrieden ist, kann die Farbtemperatur in den Android-Einstellungen manuell einstellen. Dies ist meiner Meinung nach allerdings nicht nötig, da der Bildschirm des P8 schon ab Werk sehr gut eingestellt ist.

huawei p8 software einstellungen farbtemperatur
Einstellungen zur manuellen Anpassung der Farbtemperatur. / © nextpit

Huawei P8: Besonderheiten

Einer der großen Vorteile des hauseigenen Kirin-Chips ist laut Huawei, dass dieser vor allem mit einem Auge für Netzwerkempfang und Konnektivität entworfen wurde (die eigentliche Expertise des chinesischen Konzerns). Hieraus ergibt sich ein ganz besonderes Feature des Huawei P8, das mich beeindruckt hat: Der Prozessor ist dazu in der Lage, die Geschwindigkeiten von mobilen und WLAN-Netzwerken in der Umgebung zu kalkulieren und Euch so mitzuteilen, ob Ihr durchs Wechseln des Netzwerks eine schnellere Verbindung erhalten könnt. Natürlich lässt sich dieses Feature abschalten. Huawei teilte uns übrigens mit, dass der verbaute Kirin-930-Chip für 5G-Netzwerke gedacht ist. Aber das muss aktuell hierzulande noch niemanden interessieren, und im Test des Huawei P8 konnte ich das selbstverständlich mangels 5G-Verbindung auch nicht ausprobieren.

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Das Huawei P8 hat außerdem zwei unabhängig voneinander arbeitende Antennen (oben und unten im Gehäuse) und in Kombination mit dem Feature Signal+ soll das für einen besseren Netzempfang und -wechsel sorgen. Selbst wenn man sehr schnell unterwegs ist (zum Beispiel in einem ICE), soll es eine stabile Verbindung geben. Zwar konnte ich die Verbindung in einem ICE nicht testen, während meines Test des P8 konnte ich aber vor allem beim Verlassen der U-Bahn beobachten, dass sich der Empfang schneller verbessert hat und auch der Wechsel zwischen Edge- und LTE-Datenempfang schneller funktionierte als es zum Beispiel bei meinem Nexus 6 der Fall ist.

Huawei P8: Software

Huawei peppt Android mit einer eigenen, umfangreichen Benutzeroberfläche auf. Diese erlaubt Gesten- und Sprachsteuerung. Im Frühjahr 2016 wurde die Software durch die Android-Version 6.0 erneuert. Auch die Oberfläche EMUI wurde von Version 3.1 auf 4.0 erneuert.

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Huaweis Standard-Launcher hat keine App-Übersicht. / © nextpit

Huaweis Benutzeroberfläche wurde äußerlich an iOS angelehnt und wartet mit ähnlichen Design-Entscheidungen auf. Es gibt keine App-Übersicht, so dass alle App-Starter auf den Homescreens verteilt werden. Installiert einen anderen Launcher, falls Euch das stört. Der Benachrichtigungsbereich wurde ebenfalls iOS' nachempfunden.

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Die Milchglas-Optik kennt man von iOS. / © nextpit

Das Update von Android Marshmallow könnt Ihr, falls Ihr nicht warten wollt, manuell nachinstallieren. Wie das geht, haben wir auf dem inoffiziellen Huawei-Blog nachgelesen. es liefert unter anderem das originale Berechtigungs-Management mit. In ihm könnt Ihr Apps nach der Installation Berechtigungen entziehen.

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Mehr Privatsphäre dank Andorids Berechtigungs-Management. / © nextpit

Huaweis aggresives Energie-Management sorgt mitunter dafür, dass WhatsApp-Nachrichten verzögert eintreffen. Verwaltet die Energiesparmodi lieber manuell. Das geht an zwei Stellen, da Huawei neben den Standard-Optionen auch eine proprietären Phone Manager installiert.

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Der Akku Manager (links) sowie der Huawei-Optimierer blockieren eingehende WhatsApp-Nachrichten. / © nextpit

Eine erfreuliche Bereicherung bei Huawei-Smartphones ist die Backup-Funktion. Mit ihr könnt Ihr all Eure Fotos, Apps, App-Einstellungen, SMS und Kontakte auf die SD-Karte speichern und auf das nächste Huawei-Smartphone übertragen. Leider könnt Ihr nicht Eure Kontodaten mitspeichern und müsst euch beim nächsten Huawei-Smartphone wiede überall anmelden. Aber Huawei Backup ist besser als viele andere Backup-Werkzeuge für Android.

Huawei P8: Performance

Die Leistung des Huawei P8 lässt sich mit denen heutiger Top-Geräte kaum noch vergleichen. Huawei hat auch im Nachfolger deutlich nachgelegt und konnte die Leistung in theoretischen Benchmarks drastisch verbessern. Im Alltag schlägt sich das Huawei P8 okay, ist aber einem geringfügig teureren Galaxy S6 deutlich unterlegen.

Der verbaute Huawei-Prozessor heißt HiSilicon Kirin 930 arbeitet mit einer Taktung von 4 x 2.0 GHz und 4 x 1.5 GHz. Besonders die Grafikeinheit Mali-T628 MP4 sorgt für schwache Ergebnisse in Spiele-Benchmarks. Falls Ihr grafisch aufwendige Spiele bevorzugt, müsst ihr zu einem anderen Smartphone greifen.

Huawei P8: Audio

Das Huawei P8 hat nur einen Mono-Lautsprecher an der linken Geräte-Unterseite, dieser ist jedoch sehr laut und ich war ob der guten Klangqualität, die aus dem kleinen Lautsprecher kam, im Test des P8 sehr positiv überrascht. Ich hätte nicht gedacht, dass die Lautsprecher eine so gute Leistung erzielen würden.

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Der Lautsprecher (links) klingt besser als ich dachte. / © nextpit

Positiv fällt auch die Sprachqualität auf, diese ist nämlich kristallklar, auch in schwierigen Geräuschumgebungen wie der U-Bahn. Kleine Anekdote: Ich war am Samstag spazieren und erhielt einen Anruf. Es war gerade windig, als ich ans Telefon ging. Von meinem Gesprächspartner wurde ich irgendwann gefragt, ob ich zu Hause sei. Als ich erklärte, dass ich unterwegs sei und es gerade ganz schön windig ist, wollte man mir erst nicht glauben, da die Umgebungsgeräusche hervorragend herausgefiltert wurden.

Huawei P8: Kamera

Im Vergleich zu den Kameras, die in Top-Geräten 2016 verwendet werden, kann die des inzwischen günstigen Huawei P8 noch gut mithalten. Kontrast und Sättigung sind in Ordnung und das Verhalten bei schwachem Licht ist für eine 300-Euro-Kamera okay. Erheblich mehr Kamera-Performance bekommt man mit dem etwas teureren Nexus 5X oder dem Samsung Galaxy S6.

Die Hauptkamera des Huawei P8 löst mit 13 Megapixel auf, hat einen RGBW-Sensor und einen optischen Bildstabilisator (OIS). Die Front-Kamera hat eine Auflösung von 8 Megapixel und eignet sich hervorragend für Selfies.

Beim eigentlichen Kamera-Interface hat sich Huawei wieder von Apple inspirieren lassen: Durch verschiedene Aufnahmemodi (Foto, Video, Zeitraffer, Verschönern, Lichtmalerei) wechselt man durch horizontale Wischgesten, Farbfilter oder Beauty-Effekte werden sofort in Echtzeit angezeigt, so dass man das Ergebnis schon sehen kann, bevor man den Auslöser drückt.

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Auszug aus dem Kamera-Interface. Filter und andere Effekte werden in Echtzeit angezeigt. / © nextpit

Mit dem Modus Lichtmalerei will Huawei vor allem kreative Menschen ansprechen. Dieser Modus ermöglicht es unter anderem, Lichtspuren fahrender Autos bei Nacht oder Sternspuren vom Himmel aufzunehmen. Aber auch Licht-Graffiti in dunklen Umgebungen und der Effekt von seidigem Wasser kann damit aufgenommen werden. In der Praxis wird man das Feature Lichtmalerei vermutlich nur selten einsetzen, mit etwas Zeit und Kreativität sind so aber sehr coole Effekte möglich.

Huawei P8: Akku

Der Akku im Huawei P8 ist 2.680 mAh groß und ist damit etwas größer als der des Galaxy S6 (2.550 mAh). Das P8 hat jedoch gleich zwei entscheidende Vorteile: Das Display löst niedriger auf und durch die in der Software integrierten Energie-Optimierungen kommt das P8 insgesamt auf sehr gute Laufzeiten. Huawei selbst verspricht eine Laufzeit von 1,5 Tagen bei normaler Nutzung und 1 Tag bei starker Nutzung. Im Test des Huawei P8 kann ich diese Angaben bestätigen: Nach einem 12-Stunden-Tag normaler Nutzung, bei der ich mehrere Fotos gemacht, ungefähr 1 Stunde telefoniert, E-Mails abgerufen und die üblichen Dinge wie im Web surfen, Nachrichten versenden, Fotos bearbeitet und eine Runde Dead Trigger 2 gespielt habe, betrug der Akku immer noch über 65 Prozent. Wohlgemerkt sollte sich die Laufzeit nach mehreren Akku-Ladezyklen noch weiter verbessern, dies war jedoch der Wert, den ich quasi “out of the box” mit dem Huawei P8 im Test erreicht habe.

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Huawei P8: Trotz 5,2 Zoll immer noch sehr kompakt. / © nextpit

Huawei P8: Technische Daten

Abschließendes Urteil

Für inzwischen unter 300 Euro ist das Huawei P8 ein Schnäppchen. Falls Ihr mit dem Smartphone viele Fotos macht, ist es in diesem Preisbereich die erste Wahl. Falls Ihr aber ein paar Euro extra übrig habt, solltet Ihr eher zum Galaxy S6 greifen. Das ist deutlich schneller, hat einen Prestige-Bonus und macht noch einmal erheblich bessere Bilder.


Der Artikel wurde nach Release des Nachfolgers und des Marshmallow-Updates in den Bereichen Preis, Software, Kamera und Performance angepasst.