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Huawei P9 lite

4,0

Pro

  • Gute Verarbeitung und Haptik
  • Full-HD-Display mit guter Helligkeit und Farbwiedergabe
  • Gute Kamera und Kamera-App
  • Sehr gute Akkulaufzeit

Contra

  • Bildqualität lässt bei schlechten Lichtverhältnissen nach
  • Kein Schnellladenetzteil mitgeliefert
  • Software gewöhnungsbedürftig
Foto: Handy Huawei huawei-p9-lite

Pros des Huawei P9 lite

  • Gute Verarbeitung und Haptik
  • Full-HD-Display mit guter Helligkeit und Farbwiedergabe
  • Gute Kamera und Kamera-App
  • Sehr gute Akkulaufzeit

Contras des Huawei P9 lite

  • Bildqualität lässt bei schlechten Lichtverhältnissen nach
  • Kein Schnellladenetzteil mitgeliefert
  • Software gewöhnungsbedürftig

Zum Abschnitt:

Huawei P9 lite: Preis und Verfügbarkeit

Im vergangenen Jahr lancierte Huawei das Design-Smartphone P8 und stellte zeitgleich mit der Lite-Variante diesem einen günstigeren Klon zur Seite. Dieses Jahr verfährt Huawei ähnlich - nur mit dem Unterschied, dass es neben dem P9 und dem P9 Lite auch noch ein P9 Plus gibt. Preislich ergibt sich in diesem Jahr folgende Staffelung: Huawei P9 lite für 299,- Euro, 599,- Euro für das P9 und für das P9 Plus verlangt Huawei 699 Euro.

Das Huawei P9 lite ist seit Mitte Mai in den Farben Gold, Weiß und Schwarz für 299 Euro erhältlich. Das P9 lite definiert sich also über den Preis und nicht wie die teureren Schwestermodelle über die Verarbeitung, die Haptik und die Dual-Kamera von Leica. Wer auf diese Eigenschaften verzichten kann, der sollte sich definitiv das Huawei P9 lite näher anschauen und unseren Test weiterlesen.

Huawei P9 lite: Design und Verarbeitung

Das Design des Huawei P9 lite entspricht größtenteils dem der restlichen P9-Linie, aber es gibt feine Unterschiede zwischen dem günstigen Lite-Modell und den teureren P9-Modellen. An erster Stelle ist die Haptik zu nennen. Um den günstigeren Preis zu gewährleisten, verzichtet das Huawei P9 lite auf den Aluminium-Unibody und setzt stattdessen auf einen Alurahmen mit Polycarbonat-Rückseite. Dass die Rückseite aus Kunststoff besteht, fällt einem auf den ersten Blick nicht auf, denn Huawei versieht diese mit einer metallisch anmutenden Lackschicht.

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Die Rückseite des Huawei P9 lite besteht aus Polycarbonat in Metalloptik. / © nextpit

Geblieben ist aber das schmale Band auf der oberen Kante der Rückseite. Aus Kostengründen steckt in dem Band aber keine mit Leica zusammen entwickelte Dual-Kamera, sondern nur eine 13-Megapixel-Kamera samt LED-Blitz. Wie gut diese Kamera ist, könnt Ihr im Abschnitt Kamera weiter unten nachlesen. Der Fingerabdrucksensor ist wiederum von den anderen P9-Varianten entnommen worden.

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Kein 2,5D Glas, aber dafür gibt es jetzt ein Full-HD-Display. / © nextpit

Auch auf der Vorderseite gibt es kleine Unterschiede zwischen dem P9 lite und den beiden Dual-Kamera-Varianten des P9. Während das Full-HD-Display des P9 lite mit dem des P9 identisch ist, hat Huawei beim Display-Glas gespart, denn statt Gorilla Glass 4 kommt beim P9 lite eine einfache Glasabdeckung zum Einsatz. Die seitliche Abrundung der Displaykanten entfällt beim P9 lite ebenfalls.

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Der SIM-Tray nimmt nicht nur eine Nano-SIM auf, sondern ... / © nextpit

Im unteren Rahmen befinden sich dann noch der MicroUSB-Port und die Lautsprecheraussparungen, die zwar eine Stereo-Konfiguration vortäuschen, aber in Wirklichkeit steckt nur ein Mono-Lautsprecher und das Gesprächsmikrofon hinter den Bohrungen. Der 3,5-mm-Klinkenanschluss befindet sich auf der Oberseite des Rahmens, während sich der SIM- und MicroSD-Kartenslot im linken Rahmen befindet. Anders als beim Huawei P9 kann der Nutzer beim P9 lite entscheiden, ob der interne Speicher mit einer MicroSD-Karte um bis zu 128 GByte erweitert werden soll oder aber, ob eine zweite SIM-Karte genutzt werden soll.

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... deren zwei oder eine Nano-SIM und eine MicroSD-Karte. / © nextpit

Huawei P9 lite: Display

Im vergangenen Jahr war es noch üblich, dass Mittelklasse-Smartphones mit einem HD-Display ausgestattet wurden. 2016 ist das glücklicherweise nicht mehr der Fall. Huawei verbaut im P9 lite ein Full-HD-Display mit IPS-Panel. Dank der InCell-Technologie besteht zwischen dem Display und der Glasabdeckung kein Hohlraum. Das hat den Vorteil, dass sich hier kein Staub mehr ansammeln kann und zusätzlich wirken Inhalten plastischer und direkter. 

Bei einer Bildschirmdiagonalen von 5,2 Zoll und einer Full-HD-Auflösung ergibt sich beim Huawei P9 lite eine Pixeldichte von 424 ppi. Die meisten Nutzer können bei dieser Pixeldichte kaum noch die einzelnen Bildpunkte erkennen. Nur wenn man eine Lupe oder ein anderes Vergrößerungsmedium nutzt, sind die Bildpunkte erkennbar.

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Das 5,2 Zoll große IPS-Panel löst mit Full HD auf. / © nextpit

Bei der Farbdarstellung verhält sich das Huawei P9 lite sehr gut für ein Nicht-OLED-Display. Farben werden kräftig dargestellt und auch die Schwarz- und Weißwerte sind gut. In den Einstellungen des Displays kann der Nutzer des P9 lite noch manuell eingreifen und die Farbtemperatur dem eigenen Geschmack anpassen. Die Blickwinkelstabilität ist ebenfalls gut, nur wenn aus einem extrem flachen Betrachtungswinkel auf das Display geschaut wird, ist eine Farbverschiebung zu bemerken. Solch ein Fall ist aber äußerst selten, da der Smartphone-Nutzer meist frontal auf das Display schaut. 

Farbdarstellung ist das eine Hauptkriterium bei einem Smartphone, das zweite ist die Helligkeit. Huawei hat beim P9 lite gegenüber dem Vorgänger an der Helligkeit gedreht und erreicht nun mit dem Display 450 Candela statt 353 Candela beim P8 lite. Zwar ist das IPS-Neo-Display des P9 noch heller, aber bei direkter Sonneneinstrahlung bleibt das Display des P9 lite immer noch gut ablesbar.

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Das Huawei P9 schafft ebenfalls Full HD, aber nutzt ein IPS-Neo-Panel. / © nextpit

Für ein Mittelklasse-Smartphone, das 299 Euro kostet, schlägt sich das Display des Huawei P9 lite sehr gut und bietet keinen Grund zur Kritik.

Huawei P9 lite: Software

Stock-Android-Fans, die sich hier in den Testbericht verirrt haben, können an dieser Stelle eigentlich mit dem Lesen aufhören, denn Huawei verwendet auch beim P9 lite wieder die hauseigene EMUI-Benutzeroberfläche. Wie auch schon beim P9 und P9 Plus kommt auch beim P9 lite die Version 4.1 von EMUI zum Einsatz, die auf Android 6.0 Marshmallow basiert. Zwar ist Google Now on Tap nun mit dieser Version von EMUI systemweit nutzbar, aber die Google-Now-Karten, die man bei Stock-Android oder beim Google Now Launcher links neben den Homescreens befindet, lassen sich nicht aufrufen.

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EMUI 4.1 von Huawei basiert auf Android 6.0, aber optisch gibt es nichts, was an Stock Android erinnert. / © nextpit

Typisch für Huawei und die meisten Smartphone-Hersteller aus China, ist das Fehlen eines App Drawers. Sämtliche Apps werden nach der Installation auf dem Homescreen abgelegt und es ist dem Nutzer überlassen, diese sinnvoll in Ordnern zu gruppieren. Aber durch die Anpassungen von Huawei ergeben sich zahlreiche Funktionen, die Android 6.0 Marshmallow standardmäßig nicht implementiert hat. So lässt sich der Fingerabdrucksensor nicht nur zum Entsperren des Smartphones nutzen, sondern auch für alltägliche Aktionen einsetzen. Ein Wisch von oben nach unten über den Fingerabdrucksensor befördert die Benachrichtigungsleiste auf das Display. Anrufe lassen sich durch Fingerauflegen annehmen, genauso wie Selfie-Fotos schießen. Es ist sogar möglich, durch die Bilder in der Galerie zu wischen.

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Der Fingerabdrucksensor auf der Rückseite kann mehr, als nur das Smartphone entsperren. / © nextpit

Leider gibt es auch unschönes bei der Software von Huawei zu berichten. Wieder einmal finden sich diverse vorinstallierten Spiele von Gameloft und anderen Werbepartnern im Speicher des Huawei-Smartphones. Diese lassen sich zwar problemlos deinstallieren, aber es wäre wünschenswert, gerade bei einer internen Speicherausstattung von nur 16 GByte, dass Huawei Bloatware nicht vorinstalliert. 

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Eindeutig zu viel Bloatware. Zum Glück lassen sich diese Anwendungen deinstallieren. / © nextpit

Abgesehen von der Bloatware und der Huawei-eigenen Benutzeroberfläche, verhält sich die Software des P9 lite in Kombination mit der Hardware sehr flüssig. Was im Inneren des Huawei P9 lite an Hardware steckt und wie diese in Benchmarks abschneidet, erfahrt Ihr im folgenden Abschnitt. 

Huawei P9 lite: Performance

Der im Huawei P9 lite verwendete HiSilicon Kirin 650 ist ein vollkommen neuer Prozessor. Dabei besteht der CPU-Teil aus acht Kernen vom Typ ARM Cortex A53. Diese wiederum sind in zwei Gruppen von je vier Kernen zusammengefasst, die mit unterschiedlichen Taktfrequenzen laufen. Während der eine Cluster mit einer Taktfrequenz zwischen 480 MHz bis 1,7 GHz betrieben wird, wird der andere Cluster mit 1,4 bis 2,0 GHz betrieben.

Dem Prozessor stehen dann noch der Grafikchip vom Typ Mali T830, 3 GByte RAM und 16 GByte interner Speicher zur Verfügung. Letzterer lässt sich, wie bereits erwähnt, per MicroSD-Karten um bis zu 128 GByte erweitern. Dieses Hardware-Paket führt in Benchmarks zu ansehnlichen Leistungswerten, die Smartphones mit Qualcomms Achtkern-Prozessor vom Typ Snapdragon 617 alt aussehen lassen - dazu gehört zum Beispiel das HTC One A9

Auch im Alltag ist das Huawei P9 lite sehr flott, denn es gibt kaum Situationen, bei dem man das Gefühl bekommt, dass die Hardware überfordert ist und das Betriebssystem ins Stocken gerät. Videos werden ohne Ruckler abgespielt, das Starten und auch das Wechseln zwischen Apps geht zügig vonstatten.

Benchmark 1 P9 lite
Die Werte aus den Benchmarks von AnTuTu und GeekBench sind für ein 300-Euro-Smartphone durchaus gut. / © nextpit

Die meisten Spiele laufen ebenfalls flüssig, es sei denn, man quält das P9 lite und schaltet in Spielen wie Dead Trigger 2 und Need For Speed No Limits auf maximale Grafikdetails. Hier ist aber der bremsende Faktor nicht der Hauptprozessor, sondern der Mali T830 Grafikchip mit zwei Grafikkernen und einer maximalen Taktfrequenz von 680 MHz.

Benchmark 2 P9 lite
Die Leistung des Huawei P9 lite liegt etwas oberhalb von Smartphones mit Qualcomms Snapdragon 617 Prozessor. / © nextpit

Positiv ist beim Huawei P9 Lite die Wärmeentwicklung. Auch unter starker Belastung nach zahlreichen Benchmark-Durchläufen oder langen Spielesitzungen wird das Huawei P9 lite nur leicht warm. Die Abwärme verteilt sich auch sehr gut über nahezu die gesamte Rückseite des Smartphones. 

Huawei hat mit der Hardware beim P9 lite ein sehr gut ausbalanciertes Paket aus Leistung, Energiebedarf und Hitzeentwicklung geschnürt. Für die meisten Smartphone-Nutzer wird die Leistung des Huawei P9 lite vollkommen ausreichen. Nur Gamer sollten lieber nicht zum P9 lite greifen, denn die Grafikeinheit ist in maximalen Detailstufen eines Spieles überfordert.

Huawei P9 lite: Audio

Beim Sound ist das Huawei P9 lite ein Blender, wie so manche andere Smartphones auch. Die zwei in Fünfergruppen angeordneten Bohrungen rechts und links des MicroUSB-Anschlusses suggerieren zwei Lautsprecher, aber in Wahrheit steckt nur in der rechten Gruppe ein Mono-Lautsprecher. Wenn dieser während des Abspielens von Musik oder anderen Unterhaltungsmedien blockiert ist, dann dringt kein Ton aus dem P9 lite heraus.

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Mehr Schein als Sein: Das Huawei P9 lite verfügt nur über einen Mono-Lautsprecher. / © nextpit

Auch wenn der Lautsprecher nicht blockiert oder zugehalten wird, ist dieser keine Offenbarung. Es fehlt Bauart-bedingt an Tiefen und bei höherer Lautstärke sind die Lautsprecher schlichtweg überfordert und es treten Verzerrungen in den Höhen und Mitten auf. 

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Neben dem 3,5-mm-Klinkenanschluss sitzt das Mikrofon für die Geräuschunterdrückung. / © nextpit

Dafür ist die Gesprächsqualität des Huawei P9 lite als gut bis sehr gut zu bezeichnen. Das im oberen Gehäuserahmen verbaute Mikrofon zur Geräuschunterdrückung filtert gut Umgebungsgeräusche heraus, so dass man vom Gesprächspartner am anderen Ende der Leitung auch in lauter Umgebung verstanden wird.

Huawei P9 lite: Kamera

In Sachen Kamera gab es für Huawei das größte Sparpotential, um den Verkaufspreis zu drücken. Die in Zusammenarbeit mit Leica entwickelte Dual-Kamera kommt aus Kostengründen nicht im P9 lite zum Einsatz. Stattdessen muss man sich mit einer einfachen 13-Megapixel-Hauptkamera begnügen. Auf den ersten Blick könnte man fast meinen, dass Huawei die Kamera des Huawei P8 im P9 lite wiederverwendet hat. Das ist jedoch nicht der Fall. Der Bildsensor des Huawei P9 Lite ist 1/3 Zoll groß und die Bildpunkte sind 1.12 μm groß. Die Blende wird mit f/2.0 angegeben. Das klingt nach dem Sony-IMX217-Bildsensor und nicht nach dem im Huawei P8 verbauten IMX278. Auch der optische Bildstabilisator fehlt beim Huawei P9 lite.

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Die Hauptkamera des P9 lite macht Fotos mit maximal 13 Megapixel. / © nextpit

Der Sensor kann eine gute Bildqualität versprechen, aber erst die Software in Form der Kamera-App kann das Maximum herausholen. Oder auch wieder zerstören. Beim Huawei P9 lite kann man aber sagen, dass die Software, die sehr stark an die vom Huawei P9 erinnert, das Optimum aus dem Bildsensor herausholt.

Bilder wirken auf den ersten Blick scharf und die Farben naturgetreu. Aber nur solange Tageslicht in ausreichender Stärke vorhanden ist. Die Qualität der Fotos nimmt mit abnehmender Helligkeit ab und ein Rauschen setzt ein. Diese fallen zwar auf dem Display des Smartphones nicht auf, aber sobald man die Fotos am PC bei voller Größe betrachtet, sieht man das Rauschen.

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Huawei P9 lite: Die Kamera-App entspricht dem des Huawei P9. / © nextpit

Um das Rauschen zu minimieren, hat Huawei einen Nachtmodus in der App vorgesehen. Hierbei wird eine Videosequenz von 3 Sekunden aufgezeichnet und daraus ein Bild mit verbesserter Helligkeit erzeugt und Rauschen minimiert. Das klappt durchaus gut, aber es setzt eine ruhige Hand oder ein Stativ voraus, da das Smartphone 3 Sekunden lang ruhig gehalten werden muss.

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Die Kamera-App beim Huawei P9 lite entspricht nahezu dem aus dem P9 und P9 Plus. / © nextpit

Noch mehr kann der Smartphone-Fotograf aus dem Huawei P9 lite herausholen, wenn dieser den Pro-Modus verwendet. Hier kann man ISO-Werte, Belichtungszeit und -korrektur, Weißabgleich und auch den Fokus manuell beeinflussen. 

Auch wenn der Sony-IMX214 auch für 4K-Videos ausgelegt ist, so zeichnet das Huawei P9 lite Videos nur mit Full-HD auf. Auch für Videoaufzeichnungen kann der ambitionierte Videograf einen manuellen Modus wählen und somit Einfluss auf den Weißabgleich, den Fokusbereich und die Belichtungskorrektur nehmen.

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Im Pro-Modus kann sich der ambitionierte Smartphone-Fotograf austoben. / © nextpit

Selfie-Fans bekommen mit dem Huawei P9 lite eine bessere Kamera, als die, die in den beiden teureren Modellen verwendet wird. Zwar schießen alle P9-Versionen Selfies mit 8 Megapixel, aber während im P9 und P9 Plus nur eine Blende von f/2.4 vorhanden ist, steckt in der Frontkamera des Huawei P9 lite eine Blende mit f/2.0.

Insgesamt kann man dem Huawei P9 lite angesichts des Preises von 299 Euro eine durchaus gute Kameraqualität zusprechen. Vor allem aber hat Huawei die App überarbeitet und gibt der abgespeckten P9-Version die Pro-Funktionen der teureren Modelle mit. 

Huawei P9 lite: Akku

Trotz Kostenreduzierung hat Huawei beim P9 lite darauf verzichtet, einen Akku mit geringerer Kapazität zu verbauen. Wie im P9 kommt im P9 lite ebenfalls ein Akku mit 3.000 mAh zum Einsatz. Aber die reine Akkukapazität ist für eine lange Laufzeit nicht alles. Die verbaute Hardware muss energieeffizient sein, um das Maximum aus dem Akku herauszuholen. Hier kommt der im 16-Nanometer-Verfahren gefertigte Kirin 650 ins Spiel. 

Im Akku-Benchmark des AnTuTu-Tester erreicht das Huawei P9 lite mit 8526 Punkten einen sehr guten Wert und liegt fast auf dem Niveau eines Galaxy S7 Edge, das immerhin einen größeren Akku besitzt.

Benchmark Battery Huawei P9 lite
Mit einem Wert von 8562 Punkten im AnTuTu Tester schneidet das P9 lite besser ab als ein Galaxy S7 Edge. / © nextpit

Benchmark-Werte spiegeln aber selten die Realität wieder. Deshalb ließen wir das Huawei P9 lite mit der PCMark-App im Dauerbetrieb laufen. Hier schaltet sich das P9 lite nach etwas über 5 Stunden komplett ab. 

Im Smartphone-Alltag bedeutet das, dass bei meinem persönlichen Gebrauch, nach einem 10 Stunden langen Arbeitstag, immer noch satte 35 Prozent Restkapazität im Akku vorhanden war. In dieser Zeit kam ich auf rund eine Stunde Gesprächszeit, eine Stunde kombiniertes Spielen und Videos schauen, und häufiges Nachrichten-austauschen per E-Mail, WhatsApp und SMS.

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Der festverbaute Akku im P9 lite fasst 3.000 mAh. / © nextpit

Sollte der Akku dann doch mal leerlaufen, dann muss man leider etwas Geduld mitbringen. Zwar ist das Huawei P9 lite fähig, mit 2 Ampere und 10 Watt schnellgeladen zu werden, aber Huawei legt dem P9 lite nur ein Netzteil mit 1 Ampere und 5 Watt bei. Aber hier gibt es Hoffnung. Da unser Testgerät nicht in einer finalen Verkaufsverpackung zu uns kam, könnte Huawei durchaus im Handel ein anderes Netzteil beigelegt haben.

Huawei P9 lite: Technische Daten

Abschließendes Urteil

Das Huawei P9 lite ist ein insgesamt durchdachtes Gesamtpaket ohne schwerwiegende Schwächen. Das 5,2 Zoll große Smartphone ist ausreichend kompakt und handlich und das Gewicht von 147 Gramm sorgt dafür, dass der Nutzer das Gefühl bekommt, ein solides und wertiges Smartphone in der Hand zu halten. Dank des guten Full-HD-Displays macht es durchgängig Spaß, das Smartphone zu nutzen. Für die ungetrübte Freude im Alltag sorgt auch die restliche Hardware. Leistung ist ausreichend vorhanden, so dass kaum Wartezeiten entstehen. 

Auch die Akkulaufzeit ist dank sparsamer Hardware und einem großen Akku sehr gut. Die Kamera-Ausstattung inklusive der App ist für ein Smartphone der 300-Euro-Klasse mehr als ausreichend, um wichtige Lebensereignisse in Bildern festzuhalten. Man muss beim Huawei P9 lite mit der Lupe nach Kritikpunkten suchen, denn viele gibt es nicht. Aber das ist dann wiederum auch ein Schwachpunkt des Huawei-Smartphones, denn es fehlt an einem oder zwei wirklich herausstechenden Merkmalen. So ist das Huawei P9 lite nur ein gutes und solides Mittelklasse-Smartphone ohne Charme und Charakter.