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Sony

Sony Xperia 1 III

4,0

Pro

  • Sehr hohes Leistungsniveau
  • Viele schöne Details
  • Innovative Kamera
  • Fotos ohne Smartphone-Look
  • 3
  • 5-mm-Klinkenanschluss
  • IP68-Zertifizierung und Gorilla Glas Victus

Contra

  • Viele Überhitzungsprobleme
  • Akkulaufzeit nicht überragend
  • Quick-Charging im Vergleich zur Konkurrenz zu lahm
  • Telefonieren echt nervig
Foto: Handy Sony sony-xperia-1-iii

Pros des Sony Xperia 1 III

  • Sehr hohes Leistungsniveau
  • Viele schöne Details
  • Innovative Kamera
  • Fotos ohne Smartphone-Look
  • 3,5-mm-Klinkenanschluss
  • IP68-Zertifizierung und Gorilla Glas Victus

Contras des Sony Xperia 1 III

  • Viele Überhitzungsprobleme
  • Akkulaufzeit nicht überragend
  • Quick-Charging im Vergleich zur Konkurrenz zu lahm
  • Telefonieren echt nervig

Zum Abschnitt:

Kurzfazit zum Sony Xperia 1 Mark III

Es gibt Smartphones, die können nur bestimmte Unternehmen herstellen. Sony ist ein Megakonzern und Handys waren noch nie das Hauptaugenmerk des japanischen Elektronikherstellers. Aus diesem Grund kann Sony es sich leisten, untypische Eigenschaften wie ein Display im 21:9-Format, Serienbilder mit 20 FPS und einen 3,5-Millimeter-Kopfhöreranschluss in ein Flaggschiff zu bringen.

Im Test versprüht das Sony Xperia 1 Mark III dabei einen ganz individuellen Charme. Design und Verarbeitung ähneln dem Monolith aus Stanley Kubricks 2001: Odyssee im Weltraum und die quirligen Features der Kamera und des Displays überzeugen im Alltag voll und ganz. Leider leistet sich Sony aber auch ein paar Patzer, die nicht sein dürfen.

2001 monolith2 photoshop
Die Foto-Qualitäten des Xperia 1 habe meine Photoshop-Skills nicht verbessert! / © NextPit / Metro-Goldwyn-Mayer

Denn das Xperia 1 Mark III überhitzt im Test häufig und die Akkulaufzeit lässt zu wünschen übrig. Dazu kommen nervige Fehler beim Telefonieren. Das superschmale Format und das ultraglatte Finish treiben Euch im Alltag ebenfalls den Schweiß auf die Stirn.

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Zu einem Preis von knapp 1.300 Euro ist das Sony Xperia 1 Mark III am Ende für die meisten User zu teuer. Nur wer Eigenschaften wie ein Display mit "echtem" 4K, eine Kamera ohne Fake-Bokeh im Porträtmodus und einen Kopfhöreranschluss zu schätzen weiß, für den lohnt sich der Kauf!

Design und Display: Sonys Flutschfinger

Das Xperia 1 Mark III kommt mit einem 6,5 Zoll großen Display im Sony-typischen 21:9-Format. Dadurch ergibt sich ein schmales, langes Smartphone mit den Maßen 165 × 71 × 8,2 Millimeter. Das AMOLED-Panel mit 120 Hertz und 4K-Auflösung sitzt unter einer Schicht aus Gorilla Glas Victus, die auch bitter nötig ist.

Hat mir gefallen:

  • Schlichter, "professioneller" Look
  • Hochwertige Verarbeitung
  • Dezenter Kamerabuckel
  • Wunderschönes Display für Filmfans
  • 3,5-Millimeter-Klinkenanschluss
  • Kameraknopf
  • Cleveres SIM-Tray

Hat mir nicht gefallen:

  • Supermegakrassrutschig
  • Zerkratzt schnell ohne Hülle
  • Kein Fingerabdrucksensor unter dem Display (bitte weiterlesen)
  • Schlecht kalibrierter Näherungssensor

Entweder man liebt Sonys Handyformat, oder man hasst es. Denn Smartphones mit 21:9-Display sind gezwungenermaßen sehr schmal und bieten eine ganz eigene Haptik. Während man das Handy recht gut mit der Hand umgreifen kann, sind Eingaben am oberen Displayrand mit einer Hand kaum möglich.

Dadurch müsst Ihr oft umgreifen, besonders wenn Ihr die Gestensteuerung nutzt. Denn mit der Aktivierung der Android-Gesten entfällt leider der Shortcut für den Einhandmodus, der anschließend nur über ein Menü zu erreichen ist. Das Umgreifen führt immer wieder zu brenzlichen Situationen, in denen Euch das Handy herunterzufallen droht.

NextPit Sony Xperia 1 III display
Das Xperia 1 Mark III bietet ein Display im 21:9-Format. / © NextPit

Denn das Sony Xperia 1 Mark III ist mit seiner matten Glasrückseite super rutschig. Da die Modeindustrie für Männer Mitte (na gut Ende) Zwanzig nur Hosen im Chino-Stil produziert, schlidderte mir das Handy in den letzten drei Wochen bestimmt 15 Mal aus der Hose. Zwar schützt Sony das Handy auf der Vorderseite mit Gorilla Glas Victus, auf der Rückseite mit Gorilla Glas 6 und ganz allgemein mit einer IP68-Zertifizierung, eine Schutzhülle ist aber leider Pflicht beim Xperia 1 III.

Ein Display für Filmfans

Mit dem Xperia 1 Mark III erwischte ich mich in den letzten Wochen häufiger beim Schauen von Filmen auf dem Handy. Denn das Display im 21:9-Format sorgt dafür, dass Ihr viele Hollywood-Streifen ohne schwarze Balken schauen könnt. Dazu ist die Darstellung auf dem HDR-zertifizierten OLED-Display mit echter 4K-Auflösung (3840 x 1644 Pixel) echt klasse.

Sony geizt nicht mit Zertifikaten und Features beim verwendeten Panel. Die Anzeige ist schön flüssig bei 120 Hertz, reagiert dank einer Abtastrate von 240 Hertz sehr smooth auf Eingaben und deckt den DCI-P3-Farbraum zu 100 Prozent ab. Das Handy hat sogar eine Empfehlung nach ITU-R BT.2020 und Sony simuliert seine eigenen Fernseher der Master-Serie im Creator-Modus.

NextPit Sony Xperia 1 III front camera
Sony verzichtet auf eine Punch-Hole-Notch und macht den oberen Displayrand ein bisschen breiter. / © NextPit

Viele dieser Eigenschaften werden bei der Nutzung im Alltag aber nicht wirklich beansprucht. Für Foto- und Videograf:innen ist das Handy als mobiler Kontrollmonitor aber durchaus geeignet. Als Negativpunkt ist mir lediglich das Fehlen einer adaptiven Bildrate aufgefallen. Das Xperia 1 setzt sich bei der Aktivierung der flüssigen Bildwiedergabe auf 120 Hertz fest.

Dazu rahmt Sony sein Display in vergleichsbare dicke Bildschirmränder, da die Frontkamera nicht über eine Notch ins Display gesetzt wird. Mir persönlich gefällt das sehr gut, ich möcht' es dennoch als Unterschied zu vielen aktuellen Smartphones anbringen. Ohnehin hat das Xperia 1 Mark III vieles, was andere Handys nicht bieten.

Die nettesten Details der Handywelt

Denn bei längerer Nutzung des Xperia 1 fallen einem immer mehr Details auf, die dem Handy einen eigenen Charakter verleihen. Beispielsweise indiziert Sony auf der Rückseite die Position des NFC-Chips, so wie auf der Seite einer jeden Sony Alpha-Systemkamera. Der Auslöseknopf für die Kamera an der rechten Gehäuseseite ist nicht nur aus Metall, er ist auch schraffiert und lässt sich für die Aktivierung des Autofokus halb runterdrücken.

NextPit Sony Xperia 1 III side
Die rechte Seite des Xperia 1 III ist voller Knöpfe! / © NextPit

Und dann wären da natürlich noch der 3,5-Millimeter-Klinkenanschluss und der seitliche Fingerabdrucksensor, die ein wenig aus der Zeit gefallen wirken. Beide Entscheidungen stellen sich im Alltag als sehr praktisch heraus. Der Klinkenanschluss macht das Handy durch die Kombination aus 24-bit / 192 kHz und einer Vielzahl an Wiedergabeformaten zum HiFi-Audioplayer. Und der Fingerabdrucksensor ist beim schmalen Format genau richtig. Er ist so positioniert, dass Euer Daumen ganz automatisch beim Festhalten aufliegt.

Schlechter Näherungssensor und cooler SIM-Tray

Zwei Kleinigkeiten muss ich noch anbringen: Der Näherungssensor am Ohrhörer ist unfassbar schlecht kalibriert. Denn das lange Xperia 1 hebt sich beim Telefonieren gerne mal ein wenig vom Ohr ab und dann aktiviert sich direkt das Display. In der alltäglichen Nutzung habe ich mich ständig selbst stummgeschaltet, aus Versehen aufgelegt oder Anrufpartner "gehalten".

Die zweite Kleinigkeit ist ein SIM-Tray, das ohne Werkzeug auskommt. Das war zunächst verwirrend, ergibt aber angesichts des dort platzierten Micro-SD-Kartenslots viel Sinn. Sony hat nämlich an Foto- und Videograf:innen gedacht, die ihre Dateien auf der SIM-Karte speichern und diese beim Import in ein Kartenlesegerät stecken. Charmant!

tl;dr: Sony lässt sich nicht von aktuellen Trends in der Smartphone-Industrie beirren. Das Display ohne Notch mit echter 4K-Auflösung ist über alle Zweifel erhaben und die Verarbeitung samt robuster Materialien und IP-Zertifizierung sind hochwertig. Lediglich die fehlende adaptive Bildwiederholrate und das ständige Rutschen durch die matte Rückseite nerven im Alltag. 

Leistung: Benchmark-Killer mit HItzeproblemen

Sony setzt im Xperia 1 Mark III den Snapdragon 888 ein.  Dabei handelt es sich um einen der leistungsstärksten Prozessoren für Smartphones im Jahr 2021, der auch 5G unterstützt. Dazu kommen 12 Gigabyte Arbeitsspeicher und 256 Gigabyte an schnellem UFS 3.1 Speicher. 

Hat mir gefallen:

  • Knackige Systemperformance
  • Viel Leistung
  • 4K-Videoschnitt geht ganz easy

Hat mir nicht gefallen:

  • Überhitzungsprobleme selbst im Alltag
  • Auffällig viele Fehler in der Performance

Das Jahr 2021 ist das Jahr des Snapdragon 888 und auch im Xperia 1 Mark III profitiert Ihr von der Leistung des Hochleistungs-SoC. Somit ist das Smartphone sehr gut für Mobile Games geeignet und dank 12 Gigabyte Arbeitsspeicher läuft Sonys minimal verändertes Stock-Android sehr flüssig.

Diese Top-Ausstattung bringt auch viel Freude, wenn Ihr 4K-Videos mit dem Handy schneiden oder aufnehmen wollt. Wie genau sich die Leistung im Vergleich zu anderen Flaggschiffen verhält, habe ich mit ein paar Benchmark-Tests herausfinden können. 

Sony Xperia 1 im Benchmark-Vergleich

Benchmark Sony Xperia 1 III Asus Zenfone 8 OnePlus 9 Xiaomi Mi 11 Samsung Galaxy S21 Ultra
3D-Mark Wild Life 5683 5753 5683 5702 5375
Geekbench (Single / Multi) 1115 / 3526 1124/3738 1119/3657 1085/3490 942 / 3407

Sony liegt mit dem Xperia 1 Mark III mit vielen der Leistungsträger aus dem Jahr 2021 gleichauf. Neben den Snapdragon-Kollegen liegt es vor dem Galaxy S21 Ultra, das mit einem eigens produzierten Prozessor arbeitet. Was das Xperia 1 allerdings mit vielen SD-888-Smartphones gemein hat: Ich musste immer wieder Hitzeprobleme feststellen, die ein Stresstest bestätigte.

Sony Xperia 1 Benchmark Stresstest
Der Stresstest simuliert 20 Minuten lang eine starke Hardware-Belastung. / © NextPit

Die Temperatur stieg im Test auf bis zu 45 Grad – und das, obwohl Sony die Leistung des Smartphones durch Thermal Throttling herunterregelt. Diese Wärme spürt Ihr auch ordentlich, wenn Ihr das Handy in den Händen hält. Die Hitzeentwicklung ist dabei so stark, dass ich die Nutzung als unangenehm bezeichnen würde.

Unangenehm vor allem, da sich die Hitzeentwicklung nicht nur auf Mobile Games oder den Videoschnitt beschränkt. Mit aktivierter 120-Hertz-Bildwiederholrate merkte ich, wie das Handy an einem Sommertag bei alltäglicher Nutzung – WhatsApp, Google Maps und Spotify beim Tragen in der Tasche – echt heiß wurde. So heiß, dass ich mir eine App zur CPU-Kühlung heruntergeladen habe und die flüssige Bildwiederholung ausstellte.

Das darf bei einem Handy, für das ich als Kunde 1.300 Euro gezahlt hätte, einfach nicht sein. Auch wenn das Leistungsniveau sehr hoch ist, darf ein Handy nicht so heiß werden, dass es für die Komponenten oder für das Wohlbefinden des Nutzers gefährlich wird.

tl;dr: Das Xperia 1 Mark III ist eines der leitungsstärksten Handys auf dem Markt. Das macht sich sowohl im Alltag als auch unter Volllast bemerkbar. Leider auch dadurch, dass sowohl die Komponenten als auch das Handy selbst echt heiß werden. Gerade im Sommer kann das auf Dauer unangenehm sein.

Kamera: Weltneuheit x Natürlichkeit

Sonys Hauptaugenmerk beim Xperia 1 Mark III liegt auf der Kamera, denn hier gibt's eine Weltneuheit. Denn die Triple-Kamera auf der Rückseite bietet vier optische Brennweiten. Hierfür kann die Telekamera zwischen zwei Brennweiten umschalten. Dazu setzt Sony nun voll und ganz auf die Kamera-App "Photo Pro".

NextPit Sony Xperia 1 III camera
Vier Brennweiten in drei Kameras – das macht aktuell nur Sony. / © NextPit

Hat mir gefallen:

  • Natürlichkeit von Sonys Bildbearbeitung
  • Ultrapräziser Autofokus dank 3D-Sensor
  • Schöne Bedienung dank Kameraknopf und Photo-Pro-App
  • Grandiose Kamera-App

Hat mir nicht gefallen:

  • Serienmodus im Alltag doch eher ein Gimmick
  • Zu großer Abstand zwischen Weitwinkel und Tele

Ankündigung: Lest Ihr diesen Testbericht primär wegen Sonys Kamera? Dann habe ich eine gute und eine schlechte Neuigkeit für Euch. Denn das Xperia 1 Mark III wird in den nächsten Wochen Teil eines ausführlichen Kamera-Vergleichtests, bei dem ich näher auf Einzelheiten der Kamera eingehe. Dafür ist der Kamerateil in diesem Test aber ein wenig kürzer.


Sicher habt Ihr schon einmal eine Sony-Kamera am Halse eines Fotografen auf der Straße oder auf einer Veranstaltung gesehen. Sony gehört zu einem der führenden Unternehmen im Bereich der digitalen Fotografie und daher ist es spannend zu sehen, dass es Sonys Kamera-Know-How auch ins Smartphone schafft. Dazu kommt eine Beschichtung vom deutschen Hersteller Zeiss, die Ihr an der Kennzeichnung "T*" erkennt.

Sonys Kamera im Detail

Kamera Eigenschaften
Hauptkamera 12 MP | 24 mm | f/1.8 | 1/1,7 " | Dual-Pixel-PDAF | OIS 
Ultraweitwinkel 12 MP | 16 mm | f/2.2 |  Dual-Pixel-PDAF
Telekamera(s) 12 MP | 70 & 105 mm | f/2.3 & f/2.8 | Dual-Pixel-PDAF | OIS
Selfies 8 MP | 24 mm | f/2.0
Video Max. 4K bei 120 FPS | Full HD bei 240 FPS
Features Echtzeit-Tracking per 3D- iToF Sensor, Eye-Tracking, 20 Bilder pro Sekunde im Serienmodus

Die Weltneuheit in Sonys Smartphone besteht aus einer variablen Telelinse. Mit demselben 12-Megapixel-Sensor könnt Ihr dabei zwischen 70 Millimeter und 105 Millimeter umschalten. Als besondere Eigenschaft würde ich dem Sony Xperia 1 Mark III aber einen Hang zur Natürlichkeit zuschreiben.

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Die Hauptkamera in der Dämmerung. / © NextPit

Denn die Aufnahmen wirken insgesamt recht selten so, als hättet Ihr sie mit einem Handy aufgenommen. Denn Sony versucht bei der Bildverarbeitung nicht wie andere Hersteller, einen superscharfen und ultradynamischen Scan von Motiven aufzunehmen. Stattdessen gibt es Überbelichtung, dunkle Bereiche und selbst das digitale Bokeh schaut natürlich aus. Am besten zeigt sich die Natürlichkeit des Xperia 1 Mark III an folgendem Bild:

Portrait Xperia 1
Danke an mein Model, das ich dieses schöne Bild für den Test verwenden durfte! / © NextPit

Hier hätten viele Handys das Gesicht künstlich aufgehellt, um das Motiv hervorzuheben und Fältchen und Unreinheiten ausgebügelt. Stattdessen sehen wir zu helle Glanzlichter auf den Haaren, sehen ein Gesicht, das halb im Schatten liegt und supernatürliche Hauttöne.

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Die Unterbelichtung, die viele Handys wegkorrigiert hätten, legt den Fokus auf das Hauptmotiv. Schön! / © NextPit

Dieselbe Natürlichkeit findet sich in dem Bild vom Fenster gleich über diesem Absatz. Das Licht scheint schön sanft durch den Vorhang und durch die Blätter der rechten Pflanze, während andere Bereiche des Bildes in der Dunkelheit verschwinden.

Nachtaufnahmen ohne Nachtmodus

Sony stattet seine Smartphones nicht mit einem eigenen Nachtmodus aus und vertraut einfach auf die Qualität in dunklen Umgebungen. Hierdurch bekommt Ihr zwar kein magisches Nachtsichtgerät wie zum Beispiel beim Kauf des Vivo X60 Pro 5G, sondern wieder natürliche Aufnahmen in den Abendstunden: 

Sony Xperia 1 Night Shot 01 NextPit
Einen dedizierten Nachtmodus gibt es beim Xperia 1 Mark III nicht. / © NextPit

Man könnte ankreiden, dass die Szene oben rechts zu unterbelichtet ist. Allerdings legte das Xperia 1 die Belichtungsmessung auf den Nachthimmel, der dadurch realistisch abgebildet wird. Bei den drei weiteren Bildern seht Ihr zudem den Brennweitenbereich des Handys: Unten links 16 Millimeter im Ultraweitwinkel und unten rechts 105 Millimeter im optischen Telezoom.

Sony Kamera App
In Sonys Kamera-App fühlt Ihr Euch wohl, wenn Ihr die Alpha-Kameras kennt! / © NextPit

tl;dr: Die Kamera des Xperia 1 Mark III nimmt für ein Smartphone recht untypische Aufnahmen auf – und das gefällt mir im Test sehr gut. Wieder zeigt sich, das Sony sich von aktuellen Trends unbeeindruckt lässt. Weitere Details zur Kamera und viel mehr Vergleichsbilder gibt's demnächst im ausführlichen Kamera-Artikel.

Akkulaufzeit: Längst kein Dauerläufer

Sony verbaut im 2021er Flaggschiff einen Akku mit 4.500 Milliamperestunden. Diesen könnt Ihr mit dem mitgelieferten Netzteil mit 30 Watt schnell wieder aufladen. Auch Wireless-Charging und Reverse-Wireless-Charging werden vom Xperia 1 III unterstützt.

Hat mir gefallen:

  • Quick-Charging trifft gute Mitte aus schnell und nachhaltig
  • Brauchbare Akkulaufzeiten
  • Kabelloses Laden samt Reverse-Feature

Hat mir nicht gefallen:

  • Andere Hersteller hängen Sony beim Akku ab
  • Viel Wärmeentwicklung beim Aufladen

Sonys verwendete Batterie liegt mit 4.500 Milliamperestunden im Mittelfeld aktueller Smartphones. Das ist nicht weiter schlecht, wären da nicht einige Stromfresser, die das Xperia 1 Mark III mitbringt. Allen voran das Display mit 120 Hertz und 4K-Auflösung. Im Test musste ich mich daher mit einer Akkulaufzeit von etwas mehr als einem Tag zufrieden geben.

Xperia 1 Akku
So sah mein Akkuverbrauch aus. / © NextPit

Beim Quick-Charging vertraut Sony auf die Power des Ladestandards USB-PD. Das Handy lädt somit maximal mit 30 Watt, was im Vergleich zur Konkurrenz recht gering ist. OnePlus bietet im OnePlus Nord 2 5G, das knapp 400 Euro kostet, beispielsweise 65 Watt an. Dafür gibt's bei Sony Wireless-Charging und wenn Ihr In-Ear-Bluetooth-Kopfhörer wie die Sony WF-1000XM4 nutzt, könnt Ihr sie dank Reverse-Wireless-Charging aufladen.

tl;dr: Sony hat sich bei den Eigenschaften des Akkus auf das Wesentliche konzentriert. Die Laufzeit reicht im Alltag völlig aus, da die meisten Nutzer das Handy ohnehin über Nacht laden. Wer einen echten Dauerläufer oder ein Handy mit superschnellem Quick-Charging sucht, ist mit dem Xperia 1 aber falsch beraten.

Technische Daten und Wissenswertes

Sony Xperia 1 III: Technische Daten auf einen Blick

 
  Sony Xperia 1 III
Prozessor
Qualcomm Snapdragon 888 5G
Speicher (RAM / intern) 12GB / 256 GB
Speicher erweiterbar? Ja, MicroSD
Dual-SIM Ja
Display 6,5 Zoll HDR OLED mit 120 Hertz (3840 x 1644 Pixel)
Größe 165 x 71 x 8.2 Millimeter
Gewicht 186 Gramm
Konnektivität 5G, LTE, WLAN 802.11 a/b/g/n/ac/6, Bluetooth 5.2, USB Typ-C, NFC, GPS
Hauptkamera 12 MP | 24 mm | f/1.8 | 1/1,7 " | Dual-Pixel-PDAF | OIS
Ultraweitwinkel 12 MP | 16 mm | f/2.2 |  Dual-Pixel-PDAF
Tele 12 MP | 70 & 105 mm | f/2.3 & f/2.8 | Dual-Pixel-PDAF | OIS
3D-Sensor TOF 3D
Frontkamera 8 MP | 24 mm | f/2.0 
Video Max. 4K bei 120 FPS | Full HD bei 240 FPS
Akkukapazität .4500 mAh
Ladetechnologien Quick-Charging mit 30 Watt | Wireless Charging | Reverse Wireless Charging
Authentifizierung Fingerabdrucksensor im An-Knopf
Betriebssystem Android 11

Was Ihr sonst wissen solltet

Hier noch ein paar Fakten zum Sony Xperia 1 III, die ich ein wenig abkürzen möchte, um diesen Testbericht nicht unnötig aufzublasen.

  • 4G-Bänder: 1, 2, 3, 4, 5, 7, 8, 12, 13, 17, 19, 20, 25, 26, 28, 29, 32, 34, 38, 39, 40, 41, 46, 66
  • 5G-Bänder: n1, n3, n5, n7, n8, n20, n28, n38, n40, n41, n77, n78
  • USB-C-Port unterstützt 4K bei 60 Bildern pro Sekunde
  • Erhältlich in Schwarz und Violett
  • Android 11 mit wenigen Anpassungen vorinstalliert
  • Sony bietet Sound-Features wie 360-Grad-Klang und vibrationsgestütztes Feedback namens "Dynamic Vibration" an

Fazit

Kaum ein Hersteller hat mit einem Handy im Jahr 2021 so viel Charakter bewiesen wie Sony. Wenn Ihr andere Produkte des japanischen Megakonzerns – Kopfhörer, Kameras, Spielekonsolen und und und – mögt, werdet Ihr das Xperia 1 III lieben. Denn das Handy trotzt aktuellen Trends und schafft dabei etwas beeindruckendes: Es zeigt, dass es auch anders geht.

NextPit Sony Xperia 1 III jack
Stimmt tatsächlich: Ein Kopfhöreranschluss in einem Flaggschiff! / © NextPit

Klinkenanschlüsse bieten auch bei einem Flaggschiff einen Mehrwert. Handykameras müssen nicht unendlich viele Megapixel bieten und Bilder in einem übersättigten HDR-Look wiedergeben, weil es technisch möglich ist. Und nicht jedes Handy muss unbedingt eine Punch-Hole-Notch haben, nur weil der Rand um einige Millimeter schrumpft.

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Allerdings kostet Sonys Dickkopf Euch 1.300 Euro und bietet dafür einige Patzer, die bei allem Charme unverzeihlich sind. Denn obwohl das Handy extrem leistungsstark ist, will man im Sommer keinen Heizkörper in der Hosentasche tragen. Und einen Näherungssensor derart schlecht zu kalibrieren, dass man jeden zweiten Anrufpartner verärgert, ist auch ein Unding.

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Trotz alledem ist das Xperia 1 III ein wirklich schönes und gutes Smartphone. Ich glaube aber trotzdem, dass Sony ein Nischenprodukt geschaffen hat, das mit einer derart hohen UVP nicht in vielen Hosentaschen landen wird. Das weiß Sony aber selbst und hat zur Sicherheit noch zwei günstigere Modelle in petto: Das Xperia 5 III und das Xperia 10 III sind daher die besten Alternativen zu Sonys Flaggschiff.