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Xiaomi

Xiaomi Mi 11 Ultra

4,0

Pro

  • Tolles AMOLED-Display mit 120 Hz
  • Gute Akkulaufzeit
  • Ausgezeichnetes und vielseitiges Kameramodul
  • Schnellladen mit 67 Watt
  • IP68-Zertifizierung

Contra

  • Überhitzungsprobleme
  • Durchschnittliche Nachtaufnahmen
  • Dickes und unausgewogenes Gehäuse
  • Hoher Preis
Foto: Handy Xiaomi xiaomi-mi-11-ultra

Pros des Xiaomi Mi 11 Ultra

  • Tolles AMOLED-Display mit 120 Hz
  • Gute Akkulaufzeit
  • Ausgezeichnetes und vielseitiges Kameramodul
  • Schnellladen mit 67 Watt
  • IP68-Zertifizierung

Contras des Xiaomi Mi 11 Ultra

  • Überhitzungsprobleme
  • Durchschnittliche Nachtaufnahmen
  • Dickes und unausgewogenes Gehäuse
  • Hoher Preis

Zum Abschnitt:

Kurzfazit zum Mi 11 Ultra

Das Xiaomi Mi 11 Ultra wird in wenigen Tagen zum süßen Preis von 1.199 Euro erhältlich sein. Damit stellt es einen direkten Konkurrenten zum Samsung Galaxy S21 Ultra dar.

Fürs Geld bietet das Xiaomi Mi 11 Ultra ein Triple-Kameramodul mitsamt 50-MP-Samsung-GN2-Hauptsensor, einen Snapdragon 888 gepaart mit 12 GB Arbeitsspeicher, ein AMOLED-Display mit 120-Hz Bildwiederholrate und WQHD+-Auflösung, ein Zweit-Display auf der Rückseite sowie einen 5000-mAh-Akku mit 67-Watt-Schnellladefunktion.

Damit schickt sich das Mi 11 Ultra an, das Samsung Galaxy S21 Ultra in möglichst jeder Disziplin zu überbieten. Das S21 Ultra hat einen 100-fachen Zoom? Das Mi 11 Ultra kann 120-fach. Das Galaxy S21 hat einen großen Hauptsensor? Das Mi 11 Ultra bringt den größten Sensor mit, der je in einem Smartphone verbaut wurde. Das Galaxy S21 Ultra hat einen 5000-mAh-Akku, der per 25 Watt wieder aufgeladen werden kann? Das Mi 11 Ultra kann ebenfalls 5000 mAh, lädt aber mit 67 Watt auf.

Und wie sieht's in der Praxis aus? Ja, die Kamera ist geil und eines „Ultra“-Flaggschiffs würdig. Aber Xiaomi hat es nicht geschafft, Samsung in allen Disziplinen zu übertreffen.

NextPit Xiaomi Mi 11 Ultra
Kann das Xiaomi Mi 11 Ultra mit dem Samsung Galaxy S21 Ultra mithalten? / © NextPit

Display: WQHD+ Amoled in 120 Hz – immer noch wunderschön

Das Xiaomi Mi 11 Ultra hat den gleichen Bildschirm wie das Basis-Modell Xiaomi Mi 11. So finden wir hier ein 6,81 Zoll großes Amoled-Panel in WQHD+-Auflösung mit 3.200 x 1.440 Pixeln vor. Meinem Rechenschieber zufolge ergibt das eine Pixelichte von 515 ppi, das Seitenverhältnis beträgt 20:9. Weitere Specs: HDR10+, 120-Hz-Bildwiederholrate und 1700 nits maximale Helligkeit. Und dann wäre da noch das 1,1-Zoll-AMOLED-Display auf der Rückseite.

Was mir gefällt:

  • Bildwiederholfrequenz von 120 Hz
  • WQHD+-Auflösung
  • 480 Hz Touch-Abtastrate

Was mir nicht gefällt:

  • Rückseitiges Display ist Spielerei
NextPit Xiaomi Mi 11 Ultra display
Abgesehen von dem RIESIGEN Kameramodul auf der Rückseite unterscheidet sich das Mi 11 Ultra optisch kaum vom Basis-Mi-11. / © NextPit

Wenn Ihr meinen Testbericht vom Xiaomi Mi 11 gelesen habt, dann werdet Ihr hier nicht viel Neues lernen. Um's kurz zu machen: Dieses Panel ist einer der besten, wenn nicht sogar der beste Smartphone-Bildschirm, den es derzeit gibt.

10-Bit-Farbtiefe, HDR10+, DCI-P3-Spektrum und 900-Nit-Helligkeit (max. 1700) klingen auf dem Papier toll. In der Praxis sorgt das für eine farb- und kontrastreiche Darstellung. Das passt zu MIUI 12, bietet das Interface zahlreiche Möglichkeiten zur Anpassung an den eigenen Geschmack. Die Funktionen zum Hochskalieren von Videoinhalten und die an das Umgebungslicht angepassten Wiedergabe-Komfort-Modi haben mich überzeugt.

NextPit Xiaomi Mi 11 Ultra side
2,5D-Optik: Das Display des Xiaomi Mi 11 Ultra ist an den Rändern leicht gewölbt. / © NextPit

Ebenfalls gut gefallen hat mir die Touch-Abtastrate – also die Frequenz, mit der der Bildschirm Berührungen registriert. Das Xiaomi Mi 11 Ultra bietet hier 480 Hz und ist damit besser als das Asus ROG Phone 5, ein Gaming-Smartphone, bei dem schnelle Reaktionen im Mittelpunkt stehen.

NextPit Xiaomi Mi 11 Ultra front camera
Ich habe die Punch-Holes genauso satt, wie ich 2019 die Tränen-Notches satt hatte. / © NextPit

Und dann wäre da noch das Extra-Display rechts neben dem Kameramodul des Xiaomi Mi 11 Ultra. Es handelt sich um ein 1,1 Zoll großes kleines AMOLED-Panel. Den Großteil seines Daseins fristet das Always-on-Display mit dem Anzeigen von Datum, Uhrzeit und Akkustand.

Der Bildschirm dient aber auch als Sucher und verwandelt dann das rückseitige Kameramodul in eine Selfie-Knipse. Dieser "Vorschau"-Modus funktioniert jedoch nur mit dem Standard-Fotomodus. Seltsamerweise erlaubt Xiaomi nicht, dass es für Porträtfotos oder im Videomodus verwendet wird. Klingt komisch, ist aber so.

Insgesamt habe ich den Bildschirm des Xiaomi Mi 11 Ultra während meines Tests lieben gelernt. Die flüssige Darstellung und die enorme Auflösung hinterlassen einfach einen edlen Eindruck. Das Panel meines Daily Drivers OnePlus 8T, wirkt im direkten Vergleich stumpf. Umso beeindruckender finde ich, dass es das gleiche Panel auch beim deutlich günstigeren Xiaomi Mi 11 gibt.

Leistung: Snapdragon 888 mal wieder mit Hitzeproblemen

Das Xiaomi Mi 11 Ultra ist mit dem Snapdragon-888-SoC und der dazugehörigen Adreno-660-GPU ausgestattet, gepaart mit 12 GB LPDDR5 RAM. Auf dem Papier sollte es die Leistung des Xiaomi Mi 11 mindestens erreichen, wenn nicht sogar in den meisten Fällen übertreffen.

Was mir gefällt:

  • Die rohe Kraft des Snapdragon 888

Was mir nicht gefällt:

  • Überhitzungsprobleme bei Benchmarks
  • Instabile Framerate beim Zocken

Xiaomi Mi 11

Grafik-Benchmarks
Benchmarks Xiaomi Mi 11 Ultra Xiaomi Mi 11 OnePlus 9 Pro Samsung Galaxy S21 Ultra
3D Mark Wild Life 5621 5702 5670 7373
3D Mark Wild Life Stresstest Überhitzung 5697

5698

5175
Geekbench 5 (Einzel / Multi) 1123 / 3619

1085 / 3490

1112 / 3633

942 / 3407

PassMark Speicher

30.460 26.333

31.891

31.752

PassMark-Disc

115.473

120.430

112.370

81.108

In Bezug auf die reinen Benchmark-Scores gibt es keinen großen Unterschied zwischen der Leistung des Xiaomi Mi 11 Ultra und dem Mi 11. Wiederum ein Glücksfall, könnte man sagen. Das Smartphone rangiert im durchschnittlichen Bereich der Android-Oberklasse.

Allerdings leidet das Smartphone unter den gleichen Problemen wie sein "kleiner Bruder", nämlich der Überhitzung und den daraus resultierenden Framerate-Einbußen. Konkret können wir ein gravierendes Thermal Throttling des Smartphones feststellen, das sehr schnell in der Temperatur ansteigt.

xiaomi mi 11 ultra review performance
Die Überhitzungsprobleme des Xiaomi Mi 11 Ultra haben mich daran gehindert, einige Grafik-Benchmarks zu beenden. / © NextPit

Ich wünschte, ich könnte Euch genauere Leistungsdaten liefern, aber leider wollte nicht einmal der „Wild Life Stress Test“-Benchmark von 3DMark durchlaufen. Dieser Benchmark simuliert eine 20-minütige, intensive Spielenutzung. Aber das Xiaomi Mi 11 Ultra überhitzte vor Ende jedes der fünf Versuche (im Abstand von 15 Minuten), sodass ich irgendwann aufgegeben habe.

Nicht nur bei den Benchmarks fühlt sich das Smartphone regelmäßig heiß an. In der Praxis (maximale Grafik bei CoD Mobile, WQHD+-Bildschirm und 120 Hz aktiviert) habe ich immerhin keine völlige Arbeitsverweigerung durch Überhitzung bemerkt. Auf der anderen Seite kommt es aber immer wieder zu spürbaren Rucklern beim Zocken.

Ja, das Xiaomi Mi 11 Ultra hat mächtig Power. Aber es ist bei einem Smartphone in dieser Preisklasse enttäuschend, dass derartige Überhitzungsprobleme auftreten. Hoffentlich kann der Hersteller hier noch per Update nachbessern.

Kamera: Das beste Foto-Smartphone im Jahr 2021?

Das Xiaomi Mi 11 Ultra hat ein gigantisches Dreifach-Kameramodul mit:

  • Hauptkamera: 50 Megapixel, Blende f/1.95, 1/1,12-Zoll-Sensorgröße, OIS
  • Ultra-Weitwinkel: 48 Megapixel, Blende f/2.2, 128° FOV
  • Teleobjektiv (Periskop): 48 Megapixel, Blende f/4.1, fünffacher optischer Zoom (zehnfach Hybrid, 120-fach digital)

Was mir gefällt:

  • hervorragende Detailtreue und Schärfe
  • optischer Fünffach-Zoom, brauchbar bis Zehnfach-Vergrößerung
  • vielseitiges Kameramodul

Was mir nicht gefällt:

  • schwacher Nachtmodus
  • übereifrige Rauschunterdrückung vernichtet Details
  • Verzeichnung im Ultraweitwinkel
NextPit Xiaomi Mi 11 Ultra camera
Das Dreifach-Kameramodul des Xiaomi Mi 11 Ultra ist gewaltig / © NextPit

Bildqualität des Xiaomi Mi 11 Ultra mit dem Hauptobjektiv

Die Hauptkamera des Xiaomi Mi 11 Ultra setzt auf den neuen Samsung ISOCELL GN2. Der Sensor kommt im 1/1,12-Zoll-Format und ist damit wirklich groß. Standardmäßig fasst die Bildverarbeitung vier Pixel zu einem zusammen und schreibt Fotos mit 12,5 Megapixeln in den Speicher. Ebenfalls an Bord: ein Dual-Pixel-Autofokus.

Bei guten Lichtverhältnissen nimmt das Xiaomi Mi 11 Ultra exzellente Fotos auf, Detailgrad und Belichtung überzeugen. Der Dynamikbereich ist auch bei kontrastreichen Motiven wirklich groß. Die Farbdarstellung fällt eher knallig aus, aber nicht gar so comichaft wie bei Samsung.

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Links: Ultraweitwinkel; rechts: Hauptkamera / © NextPit
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Sehr schön: Ultraweitwinkel- und Hauptkamera liefern ähnliche Farben. / © NextPit

Die Blende der Hauptkamera macht im Datenblatt-Quartett mit f/1.95 keinen Stich gegen die f/1.8-Linsen von Galaxy S21 Ultra, Oppo Find X3 Pro und OnePlus 9 Pro. Dennoch – oder gerade deswegen? – schafft das Kameramodul eine beeindruckende Abbildungsleistung, und das übrigens nicht nur beim Hauptsensor. Auch erfreulich: Digitales Rauschen ist praktisch nicht vorhanden.

Bildqualität des Xiaomi Mi 11 Ultra mit dem Ultraweitwinkelobjektiv

Um den Ultraweitwinkel kümmert sich der altbekannte Sony IMX586, hier mit einer 128°-Linse. Bei Tageslicht kann die Abbildungsleistung mit der Hauptkamera mithalten. Allerdings muss man – typisch für sehr weitwinkelige Optiken – mit einer spürbaren Fischaugen-Verzerrung am Bildrand leben.

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Die Detailwiedergabe im Ultraweitwinkel ist ausgezeichnet. / © NextPit

Bildqualität des Xiaomi Mi 11 Ultra mit der Zoom-Optik

Das Teleobjektiv des Xiaomi Mi 11 Ultra ist ein alter Bekannter – beziehungsweise auch nicht. Schließlich hat es das letztjährige Mi 10 Ultra mit ebendiesem Modul niemals in unsere Breitengrade geschafft. Das Objektiv in Periskop-Bauweise bietet einen optischen fünffach-Zoom und eine eher magere Blende von f/4.1. Das Samsung Galaxy S21 Ultra bietet mit f/3.5 zwar ein günstiges Öffnungsverhältnis, doch dafür ist die Brennweite mit etwa 103 Millimetern auch einen Tick kürzer als die des Mi 11 Ultra mit 125 Millimetern.

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Von links nach rechts: Hauptkamera (x1), Telezoom (x5), Telezoom (x10) / © NextPit
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Sogar bei zehnfacher Vergrößerung gelingen die Fotos wirklich gut. / © NextPit

Unterm Strich haben mich die Zoom-Fähigkeiten echt beeindruckt. Der Qualitätsverlust bei fünffachem Zoom halten sich im Vergleich zur Hauptkamera wirklich sehr in Grenzen. Und selbst die mit zehnfacher Vergrößerung geschossenen Aufnahmen überraschen positiv bei Tageslicht. 

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Mit dem Teleobjektiv schießt Ihr Fotos mit bis zu 48 Megapixeln. / © NextPit
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100x oder 120x? Beides Banane. Auf jeden Fall muss sich das Xiaomi Mi 11 Ultra in Sachen Zoom nicht hinter dem Samsung Galaxy S21 Ultra verstecken. / © NextPit

Der Dynamikumfang ist wahrscheinlich der beste, den man mit einem Teleobjektiv auf dem Markt finden kann. Auch bei der Belichtung überzeugt das Smartphone. Und: Die konsistente Farbwiedergabe erstreckt sich vom Ultraweitwinkel bis hin zur Telekamera.

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Der Zoom schafft optisch fünffach, "hybrid" sinds dann zehnfach – was auch immer das genau bedeuten mag. / © NextPit
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Die Belichtungsautomatik leistet tolle Arbeit. / © NextPit

Zurück zum Datenblatt-Quartett: Was kann nun der 120-fach-Zoom bei Xiaomi. Auch wenn's eigentlich klar sein sollte: genauso viel wenig wie der 100-fach-Zoom von Samsung. Das ist schlicht und ergreifend ein Gimmick, das das Datenblatt besser aussehen lässt und vielleicht bei den coolen Kids auf dem Schulhof +0,7 Respekt einbringt. 

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Es sollte keine Überraschung sein: Der 120-fach-Zoom ist ein totales Gimmick / © NextPit
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Ein GIMMICK, sag ich Euch. Fröhlicher kann man da nicht gucken. / © NextPit

Nachtaufnahmen mit dem Xiaomi Mi 11 Ultra

Das Xiaomi Mi 11 Ultra hat einen automatischen Nachtmodus. Heißt: Ist der AI-Modus aktiviert, erkennt dieser dunkle Motive und schaltet dann den Nachtmodus ein. Klappt das nicht, könnt Ihr den Modus auch händisch aktivieren.

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Der Nachtmodus ist im Dunkeln standardmäßig aktiviert, wie beim neuesten iPhone. / © NextPit
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Bei einfachen und unkomplizierten Motiven schlägt sich das Mi 11 Ultra gut. / © NextPit

Unterm Strich finde ich die Ergebnisse etwas durchwachsen. Leider übertreibt es die Rauschunterdrückung häufig und bügelt Details gnadenlos glatt. Positiv ist, dass das Mi 11 Ultra selbst bei extremen Kontrasten eine gute Belichtung hinbekommt und Flare-Effekte oder ausgebrannte Lichter vermeidet. Die schlappe Detailwiedergabe verhindert jedoch weiteres Lob. Buh.

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Die Rauschunterdrückung ist leider oft zu fleißig, die Details sagen leise "Servus". Auch der HDR-Modus übertreibt's und sorgt für Halo-Effekte. / © NextPit
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Ebenfalls fleißig: der Nachtmodus beim Photonensammeln. Links ohne Nachtmodus, rechts mit Nachtmodus. / © NextPit

Insgesamt ist das Kameramodul ausgezeichnet. Ich lehne mich schon jetzt aus dem Fenster und sortiere das Mi 11 Ultra unter die fünf besten Foto-Smartphones 2021 ein. Insbesondere die Detailwiedergabe begeistert über alle Sensoren hinweg. Nur bei Low-Light-Fotos knirscht's etwas: Die Rauschunterdrückung will einfach zu viel. Trotzdem muss sich Xiaomi nicht hinter Samsung und Oppo verstecken.

5000-mAh-Akku und 67-Watt-Schnellladen

Das Xiaomi Mi 11 Ultra hat einen fetten 5000-mAh-Akku. Seinen Saft bezieht der Stromspeicher wahlweise per Kabel oder kabellos. Das mitgelieferte Ladegerät schaufelt den Strom mit maximal 67 Watt in die Zellen.

Ich fahre das Smartphone am liebsten bei hoher Drehzahl, heißt: Bildwiederholrate auf 120 Hz, Auflösung auf WQHD+. In dieser Konfiguration schafft das Smartphone im Schnitt einen knappen Tag. Bei gemischter Nutzung mit Web-, Video- und Musikstreaming, ein oder zwei Videotelefonaten und ein paar Gaming-Sessions gehen nach neun bis elf Stunden die Lichter aus. 

Das Schnellladen mit 67 Watt beeindruckt. Im Durchschnitt vergehen nicht einmal 40 Minuten, um eine volle Ladung zu erhalten. In 30 Minuten an der Steckdose kommt das Xiaomi Mi 11 Ultra von Null auf rund 90 Prozent. Das ist ungefähr unendlich viel schneller ist als das 25-Watt-Laden mit dem Samsung Galaxy S21 Ultra.

Insgesamt bietet das Xiaomi Mi 11 Ultra nicht die stärksten Akkulaufzeiten im High-End-Android-Markt. Aber der 5000-mAh-Akku – mehr als OnePlus 9 Pro und Oppo Find X3 Pro – ist bitter nötig. Display und SoC sind extrem hungrig. Wenn's mal eng wird, arbeiten die Energiesparmodi effektiv und holen einen halben Tag raus.

Xiaomi Mi 11 Ultra Spezifikationen und andere Details

Kurz vor dem Datenblatt noch ein paar Randnotizen:

  • Das Mi 11 Ultra ist mit 234 Gramm echt schwer. Schwerer als das Gewicht wiegt aber die schlechte Balance – durch das riesige Kameramodul hält sich das Smartphone sehr kopflastig.
  • Das Xiaomi Mi 11 Ultra ist IP68-zertifiziert. In Eurem einen Meter tiefen Süßwasser-Pool darf das Smartphone nach Spezifikation also 30 Minuten lang tauchen gehen.
  • Im Handy stecken zwei Stereo-Lautsprecher von Harman Kardon. Die klingen ausgezeichnet, sind aber etwas bassschwach.
  • Die Kamera-App bietet einen "Multi Cam"-Modus, der alle Objektive gleichzeitig verwendet, ähnlich wie Samsungs Single-Take-Modus.

Xiaomi Mi 11 Ultra: Die technischen Daten

 
Specs Xiaomi Mi 11 Ultra
Prozessor
  • Snapdragon 888
  • Adreno 660 GPU
Speicher (RAM/ intern)
  • 12 GB LPDDR5 RAM/ 256 GB
Erweiterbarer Speicher? Nein
Konnektivität Dual SIM, 5G, LTE, Wifi 6E, Bluetooth 5.2, NFC
Bildschirm
  • AMOLED, 6,81 Zoll
  • WQHD+ 515 dpi, 900 nits (1700 nits max)
  • Bildwiederholrate 120 Hz
  • 480 Hz Touch-Abtastrate
  • HDR10+ / Gorilla Glas Victus
  • 1,1-Zoll-AMOLED-Zweitdisplay
Abmessungen

164,3 x 74,6 x 8,38 mm

Gewicht 234 g
IP-Zertifizierung IP68
Kamera-Modul
  • Hauptweitwinkel 50 MP, f/1.95, 1/1,12-Zoll-Sensor, OIS
  • 48 MP Ultra-Weitwinkel, f/2.2, 128-Grad-FoV
  • Tele-Periskop 48 MP, f/4.1, 5x optischer Zoom, 10x Hybrid, 120x Digital
  • Selfie 20 MP, f/2.2
Video
  • 8K bei 24 FPS
  • 4K bei 30/60 FPS
  • 1080p bei 30/60/120/240/960/1920 FPS
  • Gyroskop-EIS, HDR10+
Batteriekapazität 5000 mAh
Ladetechnologie
  • kabelgebunden 67 Watt
  • drahtlos 67 Watt
  • Inklusive 67-Watt-Ladegerät
OS MIUI 12 basiert auf Android 11
Preis 1199 €

Fazit

Das Xiaomi Mi 11 Ultra ist ein exzellentes Smartphone, das sich klar mit dem Samsung Galaxy S21 Ultra messen kann. Der Bildschirm ist grandios, und das vielseitige Kameramodul muss sich nicht hinter der koreanischen Konkurrenz verstecken. Bonuspunkte gibt's für die 67-Watt-Schnellladefunktion. Das Galaxy S21 Ultra schafft seine 25 Watt nur, wenn Ihr ein entsprechendes Ladegerät habt. Mit dem Lieferumfang sind's bei Samsung genau null Watt.

Leider sorgen die Überhitzungsprobleme für einen bitteren Nachgeschmack. Weniger gravierend, aber zumindest irgendwie kindisch ist die ständige Rekorde-Jagd gegen Samsung. Es MUSS ja unbedingt ein 120-facher Zoom sein. Jaaaaa, weird flex. Aber klar, die Vergleiche werden kommen (siehe dieser Artikel), und damit ist ein gewisses Muskelspiel durchaus legitim. Plus-Punkte gibt's für Samsung üblicherweise bei den Updates.

Wo Xiaomi normalerweise zwei Android-Versionen und drei Jahre Sicherheitspatches anbietet, stellt Samsung drei OS-Versionen und vier Jahre Patches bereit. Stünde ich vor der Wahl zwischen dem Xiaomi Mi 11 Ultra für 1199 Euro und dem Samsung Galaxy S21 Ultra für 1259 Euro – mir wäre der Software-Support die zusätzlichen 60 Euro wert.

Wie würdet Ihr das Xiaomi Mi 11 Ultra bewerten?

  • 5: 34%
  • 4,5: 23%
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  • 3,5: 5%
  • 3: 8%
  • 2,5: 5%
  • 2: 2%
  • 1,5: 2%
  • 1: 2%
  • 0,5: 1%
  • 0: 4%

Stimmen: 168