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Xiaomi

Xiaomi Poco M3

4,5

Pro

  • Spektakuläre Optik in vielen Farben
  • Gutes
  • helles Display
  • Ausgezeichnete Akkulaufzeit
  • Stereo-Lautsprecher (selten in dieser Klasse)
  • 3
  • 5-mm-Klinke
  • microSD-Slot
  • IR-Blaster

Contra

  • Kameras sind durchschnittlich
  • UI hakt manchmal
  • Keine Ultraweitwinkel-Kamera
  • Läuft noch auf Android 10
  • MIUI ist Geschmackssache
Foto: Handy Xiaomi xiaomi-poco-m3

Zum Abschnitt:

Lernt das Poco M3 kennen

  • Das Poco M3 ist ein Einsteiger- und Budget-Gerät von Poco, einer Marke von Xiaomi.
  • Die hier getestete Variante ist aus Indien. Die Europa-Version hat fast identische Spezifikationen, kommt aber mit weniger RAM (4 statt 6 GB RAM).
  • Es gibt das Telefon in zwei Speichervarianten; nämlich mit 64 GB (UFS 2.1) und 128 GB (UFS 2.2).
  • Mit Qualcomms Snapdragon 662 hat das Poco M3 ein vergleichsweise starkes SoC
  • Ja, Design ist Geschmackssache. Aber in diesem Preissegment gibt's nicht viele Hingucker.

Hier könnt Ihr das Poco M3 kaufen:

Design & Verarbeitungsqualität: So geht Plastik!

Das Poco M3 ist das perfekte Beispiel dafür, wie man erschwingliche Handys baut, die dann nicht total billig wirken. Das Telefon sieht wirklich gut aus für etwas, das nur 150 Euro kostet. Es gibt drei Farboptionen im Angebot: unser Gelb, Cool Blue und Power Black. Vor allem die matte gelbe Variante des Telefons ist in den meisten Märkten extrem beliebt, und fast jeder, dem ich das Telefon gezeigt habe, war absolut begeistert. Die helle Farbe der gelben und blauen Varianten wird durch das große "Kameramodul" auf der Rückseite akzentuiert, das den größten Teil der oberen Rückseite abdeckt. Lasst Euch jedoch nicht von der scheinbaren Größe des Moduls täuschen: Das eigentliche Kamerafeld nimmt nur einen Teil davon ein und umfasst drei vertikal gestapelte Linsen.

Das große, vertikale Poco-Logo ist unübersehbar und definitiv Geschmackssache. Mich persönlich stört das "in-your-face"-Poco-Logo nicht.

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Das Poco M3 hat ein auffälliges Design, besonders in dieser gelben Farbe. / © NextPit

Das Poco M3 ist ein solide gebautes Gerät. Es ist verwindungssteif und zeigt im Test keine Anzeichen von Materialschwäche. Das verwendete Polycarbonat fasst sich gut an. Bei genauerem Hinsehen fällt außerdem auf, dass die gummierte Rückseite des Telefons eine Ledertextur imitiert und so einen guten Grip beim Halten des Geräts bietet. Die Tasten für die Lautstärkewippe und der Power-Button bieten beide ein angenehmes "klickendes" Gefühl und wirken langlebig. Man beachte, dass der Fingerabdruckscanner zusammen mit der Einschalttaste auf der rechten Seite integriert ist.

Insgesamt gibt es an der Verarbeitungsqualität des Poco M3 nichts zu beanstanden. Ich würde sogar behaupten, dass es das schickste Low-Budget-Smartphone ist, das ich seit langem in den Fingern hatte.

Display: Tja, you get what you pay for!

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Das Poco M3 bekommt ein FHD+-Display / © NextPit

Versteht die Überschrift nicht falsch: Das 6,5-Zoll-IPS-LCD-Panel des Poco M3 ist gar kein schlechtes Display. Mit einer Helligkeitsangabe von 400 nits liegt es auf Augenhöhe mit den meisten anderen Smartphones in seiner Preisklasse. Außerdem bietet das Poco M3 eine in dieser Preisklasse außergewöhnliche FHD+-Auflösung – sonst ist hier HD+ Standard.

Das Display des Poco M3 bietet gute Blickwinkel – allerdings ist mir aufgefallen, dass der Inhalt dunkler wird, wenn das Telefon in einem steilen Winkel gehalten wird. Das sollte die meisten Nutzer aber nicht stören, da niemand wirklich in so steilen Winkeln auf Displays schaut. 

Was mir am Poco M3 gefallen hat, war die Möglichkeit, das Farbschema in den Display-Einstellungen anzupassen. Im Auslieferungszustand ist das Telefon auf das Farbschema "Automatisch" eingestellt. Wer auf der Suche nach akkurateren Farben ist, sollte sich für das Farbschema "Standard" entscheiden, das die Kontrastwerte auf einem konstanten Wert hält und recht genaue Farbtemperaturen bietet.

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Die Ablesbarkeit bei Sonnenlicht könnte ein Problem sein, wenn man viel Zeit im Freien verbringt/ © NextPit

Wo das Display dann wirklich schwächelte, war bei der Verwendung im Freien. Der Bildschirm wirkt bei direktem Sonnenlicht ziemlich dunkel. In Verbindung mit Reflexionen wird es dann je nach Situation schon einmal echt schwierig, Inhalte zu entziffern.

Software: MIUI minus Werbung!

Das Poco M3 läuft mit MIUI 12 und hat während meiner Zeit mit dem Telefon auch ein kleines Software-Update erhalten. Das Schlechte an der Software ist, dass das Telefon immer noch auf Android 10 läuft. Während dies leider die Norm bei vielen Low-Budget-Smartphones ist, hätten wir uns wirklich über ein neueres Android gefreut.

Die Version von MIUI auf den Poco-Telefonen unterscheidet sich leicht von den Redmi- und Mi-Pendants. Der größte Unterschied – zumindest in Indien – ist das Fehlen von in UI-Elementen eingebetteter Werbung. Das Telefon kommt mit etwas Bloatware und bietet auch an, die "Glance"-App zu installieren, die ein bisschen Schwung auf den Sperrbildschirm bringt.  Und wenn Euch der Krempel nicht gefällt, löscht Ihr ihn einfach.

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Auf dem POCO M3 läuft MIUI 12.0.4 basierend auf Android 10. / © NextPit

Was MIUI betrifft, so hat es sich zu einer ziemlich ausgereiften Android-Oberfläche entwickelt und bietet eine Menge benutzerdefinierter Funktionen, die viele Leute mögen. Während ich persönlich es gerne sehen würde, wenn MIUI eine Designüberholung erfährt (wie es ColorOS getan hat), bin ich mir sicher, dass es eine Menge Leute da draußen gibt, die die UI in ihrer aktuellen Form mögen. Gehört Ihr dazu? Schreibt's mir in die Kommentare!

Leistung: Reicht für den Alltag aus

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Ausreichend, aber zieht nicht krass die Wurst vom Brot: die Leistung vom Poco M3. / © NextPit

Mit dem im 11-nm-Verfahren gefertigten Snapdragon 662 ist blitzschnelle Leistung das Letzte, was ich vom Poco M3 erwarten würde. Aber der SD 662 hat ausreichend Kraft, um das Telefon durch so ziemlich alle alltäglichen Aufgaben zu treiben. Die Leistung war im Allgemeinen auf Augenhöhe mit anderen konkurrierenden SoCs wie dem Exynos 9611 von Samsung und dem MediaTek Helio G85.

Während ich nicht in der Lage war, PUBG Mobile zu spielen (weil es in Indien verboten ist!), war es auf dem Telefon möglich, Call of Duty: Mobile zu spielen; bei mittlerer Grafikqualität. Allerdings gab es hier gelegentlich Bildaussetzer und verzögerte Eingaben, mit denen sich hervorragend das eigene Ableben entschuldigen lässt. Ähm. 

Während man mit diesem Telefon auch das eine oder andere grafikintensive Spiel schon irgendwie gerockt kriegt, würde ich Zockern dann doch ein Gerät mit mindestens einem SoC der Snapdragon-7-Serie empfehlen. Das Poco M3 wird mit bei längeren Gaming-Sessions spürbar warm. Topflappen braucht Ihr aber keine.

Außerdem bemerkte ich gelegentlich ein leichtes Stottern der Benutzeroberfläche – ein Problem, das ich auch beim Xiaomi Mi 10i hatte, das ich vergangenen Monat getestet habe. Insgesamt bin ich mir sicher, dass das Poco M3 eine zufriedenstellende Leistung für ein Telefon mit einem so niedrigen Preis bietet. Beachtet jedoch, dass die Variante, die ich getestet habe, mit 6 GB RAM ausgestattet war, während das Telefon in der europäischen Variante nur 4 GB RAM hat. Ebenfalls zu beachten ist, dass die höhere Speichervariante des Telefons den etwas schnelleren Speicherstandard UFS 2.2 unterstützt, im Vergleich zu UFS 2.1 bei der 64-GB-Variante.

Das Poco M3 kommt mit den meisten 4G-LTE-Bändern klar und gehört zu den wenigen Handys in dieser Preisklasse, die auch LTE-A unterstützen (zumindest in Indien). Das bedeutet, dass das Telefon in der Lage war, die Intra- und Interband Carrier Aggregation zu nutzen, um die Datengeschwindigkeit zu erhöhen. Dies ist eine Funktion, die Pocos Hauptkonkurrent Realme bei einigen seiner teureren Modelle noch nicht implementiert hat – ganz zu schweigen von den Konkurrenten dieses Modells wie dem kürzlich getesteten Realme 7i (Narzo 20 in Indien).

Carrier Aggregation
Nicht viele Smartphones unterstützen LTE-A (Carrier Aggregation) in diesem Segment. Das Poco M3 schon / © NextPit

Die Gesprächsqualität war im Allgemeinen sowohl im VoWi-Fi- (WLAN-Anrufe) als auch im VoLTE-Modus großartig. Die meisten Probleme, die ich mit der Gesprächsqualität hatte, waren darauf zurückzuführen, dass mein Anbieter Airtel in meiner Gegend eine schlechte Netzqualität hatte. Ich habe eine andere SIM-Karte von einem anderen Anbieter verwendet, um zu prüfen, ob die Probleme mit der Sprachqualität weiterhin bestehen, und ich freue mich zu berichten: nope.

Ein Merkmal, das die meisten Leute sicherlich zu schätzen wissen werden – vor allem in dieser Preisklasse – ist die Ausstattung des Poco M3 mit Stereolautsprechern. Obwohl sie nicht so gut sind wie die des Mi10i, bieten die Stereolautsprecher dieses Telefons eine anständige Stereotrennung für ein so kleines Gerät. Korrigiert mich, wenn ich falsch liege, aber das Poco M3 ist vielleicht das einzige Smartphone mit Stereo-Lautsprechern in seiner Kategorie.

Kamera: Wo ist mein Ultra-Weitwinkel?

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Der schwarze Balken lässt das Kameramodul größer aussehen, als es tatsächlich ist/ © NextPit

So formidabel das Kameramodul des Poco M3 auch aussieht, die Spezifikationen sind, nun ja, ein wenig lahm. Der Großteil der Aufnahmen wird vom 48-MP-Primärsensor erledigt, der gepixelbinnte 12-MP-Aufnahmen ausgibt. Die Linse, die mit diesem Sensor verwendet wird, ist mit einer Blende von f/1.7 relativ schnell. Das Poco M3 ermöglicht es auch, Aufnahmen mit der vollen 48-MP-Auflösung zu machen, wenn man sie wirklich braucht. Die beiden anderen Sensoren auf der Rückseite (2-MP-Tiefensensor und ein 2-MP-Makro) sind offenbar nur dafür da, dass eben eine Triple-Kamera an Bord ist.

Um das zu testen, habe ich tatsächlich die Makro- und Tiefensensoren abgedeckt und eine Nahaufnahme gemacht und sie mit einem Foto verglichen, das ich ohne abgedeckter Linse aufgenommen habe. Ganz ehrlich: Ich sehe keine Unterschiede.

Das erste, was mir bei den mit dem Poco M3 aufgenommenen Bildern auffiel, war seine Tendenz zur Übersättigung der Farben. Auf kleineren Displays wirkt sich dies sogar zugunsten des Telefons aus, da die Menschen in Indien und in asiatischen Märkten übersättigte Farben mögen. Ich habe auch ein Vergleichsfoto auf meinem Twitter-Account gepostet, um die Unterschiede in der Farbsättigung zwischen dem Mi10i und dem Poco M3 zu zeigen.

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Makromodus auf dem POCO M3 / © NextPit

Abgesehen von der allgemeinen Tendenz zur Übersättigung der Farben fand ich, dass die Tageslichtfotos aus dem Poco M3 dem entsprechen, was man von einem günstigen Android-Smartphone eben so erwarten würde. Ein Problem ist jedoch das recht deutliche Rauschen auf Fotos, die bei Tageslicht aufgenommen wurden, besonders in den dunkleren Bildbereichen. Bei einigen Makroaufnahmen gab es auch Rauschen in den helleren Bereichen. Dies scheint eher ein Problem der Software-Optimierung zu sein, als dass die Hardware nicht leistungsfähig genug wäre.

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Das Poco M3 hat es geschafft, die Farbe des Himmels in diesem Bild richtig hinzubekommen / © NextPit

Aufnahmen bei wenig Licht sind mit dem Poco M3 am besten zu vermeiden. Abgesehen von einer spürbaren Menge an Lens Flare (ja, ich habe das Objektiv gereinigt) bei den Landschaftsaufnahmen, war die Menge an Rauschen auf den allermeisten Low-Light-Aufnahmen einfach zu viel. Aber bei dem Preis ist das sicherlich zu verzeihen.

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Übersättigte Farben und viel Rauschen bei Aufnahmen mit wenig Licht / © NextPit

Die 8-MP-Selfie-Kamera war bestenfalls durchschnittlich. Bei Tageslicht geht die Leistung aber in Ordnung; hier ist das Telefon schon in der Lage, einige anständige Porträts mit der Frontkamera einzufangen.

Eine Sache, die ich beim Poco M3 vermisst habe, war eine Ultraweitwinkelkamera. Ich bin mir sicher, dass das Unternehmen seine Gründe dafür hatte keine einzubauen. Aber ja, eine Weitwinkellinse hätte das Telefon etwas vielseitiger gemacht.

Schier unendliche Akkulaufzeit

Der riesige 6000-mAh-Akku des Poco M3 hält auch bei recht intensiver Nutzung fast zwei Tage lang durch. Ich konnte zuverlässig mehr als acht Stunden Screen-on-Time bei einer Helligkeitseinstellung von etwa 60 Prozent herausholen. Selbst bei höherer Helligkeit ist sicher mehr als ein Tag Akkulaufzeit mit dem Telefon zu erwarten. Ich brauchte fast drei Stunden, um das Poco M3 mit dem mitgelieferten 22,5-W-Ladegerät von 0 auf 100 Prozent aufzuladen. Interessanterweise unterstützt das Telefon selbst nur 18-Watt-Schnellladung.

Die große Akkukapazität bedeutet auch, dass Sie das Poco M3 als Powerbank verwenden können, um irgendwelches Zubehör oder die Smartphones Eurer weniger gut ausgestatteten Freunde zu laden. Reverse-Charging FTW!

Was Sie wissen sollten

  • Die gelbe Farbvariante, die ich bekam, war haltbar, neigte aber dazu, sehr leicht schmutzig zu werden
  • Die mitgelieferte Hülle war von guter Qualität, aber eine bessere Hülle ist empfehlenswert
  • Das Display wird durch Gorilla Glass 3 geschützt und hat meinen Test heile überstanden
  • Dank der Unterstützung von 5-GHz-WLAN habe ich hervorragende Geschwindigkeiten bei meiner WLAN-Verbindung zu Hause
  • Die Unterstützung von Carrier Aggregation führt zu einem verbesserten Datendurchsatz in 4G-LTE-Netzwerken

Fazit

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Ist dies das beste Budget-Smartphone des Jahres 2021? / © NextPit

Für das Poco M3 spricht angesichts seines attraktiven Preises einiges – vor allem, weil es mit einigen Features aufwartet, die die meisten Konkurrenten nicht bieten. Und einige davon sind entscheidende Aspekte, die wirklich einen Unterschied bei der Smartphone-Nutzung ausmachen (Carrier-Aggregation und 5-GHz-WLAN, zum Beispiel). Das Telefon ist auch ein echter Hingucker und wird definitiv einen zweiten Blick auf sich ziehen, besonders in der gelben Farboption. Und das ist ein Attribut, das kaum ein anderes 150-Euro-Handy für sich beanspruchen kann.

Zu den weniger rosigen Dingen gehören das Fehlen einer Weitwinkelkamera, die durchwachsene Bildqualität der vorhandenen Kameras und die Tatsache, dass das Poco M3 noch mit Android 10 läuft. Auch bei der Software gibt es Verbesserungspotenzial, denn die Benutzeroberfläche stottert, und gerade beim Multitasking kommt es gelegentlich zu Lags. Aber die meisten dieser Aspekte könnten noch über Software-Updates behoben werden.

Abschließend bin ich der Meinung, dass das Poco M3 eines der besten Smartphones in seiner Kategorie ist und ein tolles Preisleistungsverhältnis bietet. Wer auf der Suche nach einem Smartphone bis 200 Euro ist, sollte das Poco M3 auf jeden Fall in die engere Auswahl nehmen.

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