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Xiaomi

Xiaomi Pocophone F1

4,0

Pro

  • Unschlagbares Preis/Leistungsverhältnis
  • Power satt
  • Starker Akku
  • Klinkenbuchse

Contra

  • Kein Wasserschutz
  • Kein NFC
  • Display nur durchschnittlich
Foto: Handy Xiaomi xiaomi-pocophone-f1

Pros des Xiaomi Pocophone F1

  • Unschlagbares Preis/Leistungsverhältnis
  • Power satt
  • Starker Akku
  • Klinkenbuchse

Contras des Xiaomi Pocophone F1

  • Kein Wasserschutz
  • Kein NFC
  • Display nur durchschnittlich

Zum Abschnitt:

Xiaomi greift richtig an

Das Pocophone F1 wird in Deutschland nach aktuellem Stand nicht offiziell erhältlich sein. In vielen anderen europäischen Ländern sieht das aber anders aus, und es gibt zahlreiche Händler in Deutschland, die das Xiaomi Pocophone F1 als Importware aus der EU anbieten - sogar Amazon. Es ist also kein Problem, das Smartphone auch hierzulande zu kaufen. In den offiziell unterstützten Ländern werden zwei Speichervarianten angeboten:

  • 6 GByte / 64 GByte: 329 Euro
  • 6 GByte / 128 GByte: 399 Euro

Die verfügbaren Farben sind Rot, Blau und Schwarz. Außerdem gibt es noch eine Premium-Edition in Kevlar namens Armored Edition, deren Preis und Verfügbarkeit aber noch unbekannt ist. Der Preis ist wahrlich eine Kampfansage an die Konkurrenz, sogar die aus eigenem Hause. Ob OnePlus, Honor und weitere Hersteller hier in Zukunft mithalten können, wird sich noch zeigen müssen.

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Plastik hat auch Vorteile

Das Design des Pocophone F1 ist sicherlich nicht die starke Seite des Smartphones. Metall und Glas sucht man hier vergeblich, es herrscht Plastik an allen Fronten vor. Das Xiaomi-Smartphone wirkt so optisch nicht besonders hochwertig, es ist auch nicht außergewöhnlich schlank geraten. Dafür stimmt die Verarbeitung und das Pocophone F1 liegt gut in der Hand.

Das Material hat aber natürlich auch seine Vorteile. Kunststoff lässt die Funksignale besser durch als Metall und es ist viel weniger anfällig für Sturzschäden als Glas. Xiaomi legt sogar noch eine durchsichtige Schutzhülle aus Silikon in den Karton. Die solltet Ihr auch benutzen, aber nicht nur, weil die Plastik-Rückseite schnell verkratzt. Der matte Kunststoff wird auch recht schnell schmutzig und sieht dann abgegriffen aus. Es ist eben alles eher praktisch als besonders edel.

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Die breite Notch muss man mögen. / © NextPit

Schade: Die Rückseite ist trotz Kunststoff nicht abnehmbar. Das wäre recht einfach umzusetzen gewesen, und dann hätte der Akku austauschbar sein können. Eine Zertifizierung für den Schutz gegen Wasser und Staub gibt es leider nicht, hier ist also gewisse Vorsicht geboten. In der Mitte der Rückseite, unter den Kamerasensoren, befindet sich der breite und leicht zugängliche Fingerabdrucksensor.

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Das Pocophone F1 ist nicht besonders dünn. / © NextPit

Auf der rechten Seite befinden sich die beiden separaten Lautstärketasten und die Power-Taste. Auf der linken Seite befindet sich ein Hybrid-Schlitten für zwei SIM-Karten bzw. eine SIM- und eine Speicherkarte. An der Unterseite sitzen der USB-C-Port und der Lautsprecher, daneben die Klinkenbuchse und das Mikrofon.

Beim Display nicht ganz vorne mit dabei

Auf der Font befindet sich das 6,18-Zoll-IPS-Display mit einer Auflösung von 1.080 x 2.246 Pixeln und einem Seitenverhältnis von 18,7:9, was an der großen Notch liegt. Von vorne betrachtet erinnert es sehr an das Xiaomi Mi 8, ein Smartphone, das sich wohl einige Komponenten mit dem Pocophone F1 teilt. Der Bildschirm wird durch Gorilla Glas geschützt.

Das IPS-Panel ist kein OLED, zeigt aber ansehnliche, natürliche Farben. Die Schwarzwerte sind recht gut, reichen aber - bedingt durch die Nachteile der IPS-Technologie - nicht an gute OLED-Displays heran. Die Kontraste können überzeugen. Insgesamt erinnert das Display an das Panel des Xiaomi Mi MIX 2S, das wir schon testen konnten.

Das Display hat kleine Schwächen

Aber: Es gibt einige Schwachpunkte an dem Bildschirm des Xiaomi-Smartphones. Die Ausleuchtung ist nicht ganz gleichmäßig, unten gibt es deutliche Lichthöfe. Die Kanten sind ziemlich großzügig abgerundet und nehmen ein bisschen zu viel Platz weg. Mehr stört aber die Helligkeit, denn die ist nicht besonders hoch. Das sorgt zusammen mit dem recht stark spiegelnden Glas auf dem Display dafür, dass das Smartphone in heller Umgebung nicht immer gut ablesbar ist. Auch die Blickwinkelstabilität ist anderswo, vor allem natürlich bei den teuren OLED-Panels der Highend-Smartphones, ein wenig besser.

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Der Bildschirm ist gut, aber nicht perfekt. / © NextPit

Die Schwächen des Displays im Pocophone F1 sind zwar für sich genommen nicht gravierend, addieren sich aber dazu, dass der Bildschirm des Smartphones die Komponente ist, bei der das Pocophone F1 am ehesten abfällt - nicht gegenüber der 300-Euro-Klasse, aber gegenüber der Luxusliga. Für den Preis ist das Display absolut in Ordnung.

Alle Messwerte und weitere Details zum Display des Pocophone F1 findet Ihr im Detail-Test:

  • Xiaomi Pocophone F1 im Display-Test

Schnelle und zuverlässige Gesichtserkennung

Das Pocophone F1 hat einen Infrarot-Sensor, der bei der Gesichtserkennung helfen soll. Das klappt im Test sehr gut, das Xiaomi-Smartphone ist eines der schnellsten und zuverlässigsten Smartphones, wenn es um die Entsperrung mit dem Gesicht geht. Das gilt bei gutem Licht ebenso wie bei schummeriger Beleuchtung. Der Fingerabdrucksensor als zweites biometrisches Merkmal arbeitet ebenfalls zuverlässig und schnell. Da könnte sich der eine oder andere Hersteller mal eine Scheibe abschneiden.

Eine modifizierte Version einer modifizierten Version von Android

Sobald Ihr das Smartphone einschaltet, begrüßt Euch MIUI 9.6 von Xiaomi, basierend auf Android 8.1 Oreo. Xiaomi setzt bei der Oberfläche für das Pocophone F1 aber ein paar eigene Akzente, wie etwa ein neuer Launcher und viele neue Optimierungen, die darauf abzielen, das System noch besser und reaktionsschneller zu gestalten.

Auf den ersten Blick fällt das aber im Vergleich zu der uns bekannten Version von MIUI nicht direkt auf, vom Launcher mal abgesehen. Die Software auf dem Pocophone F1 hat in der Standardeinstellung einen modernen Look und lässt sich recht problemlos bedienen. Android 9.0 Pie ist schon auf dem Weg und wird gegen Ende des Jahres erscheinen.

Wo sind die Microsoft-Apps hin?

Interessantes Detail: Als wir das Pocophone F1 in Betrieb genommen haben, war ein ganzer Ordner mit Microsoft-Apps vorinstalliert, darunter neben den Office-Apps auch Skype. Nachdem wir das Smartphone im Laufe des Test zurückgesetzt haben, war der Ordner verschwunden und kam auch nicht wieder.

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Die MIUI-Oberfläche ist flott, aber weit weg von normalem Android. / © NextPit

Trotzdem ist MIUI eine der Hersteller-Oberflächen, die recht weit weg von dem ist, wie Google sich Android vorstellt. In den Systemeinstellungen habe ich viel Zeit mit Suchen verbracht, weil viele Dinge seltsam einsortiert sind. Die Benachrichtigungen sind nicht ganz so elegant gelöst. Es gibt eine ganze Reihe doppelter Apps, sogar einen zweiten Browser, der keine Vorteile gegenüber Chrome besitzt. Die Security-App sieht nett aus, hat aber kaum Features, die mehr bieten als die Bordmittel von Android.

Perfekt wäre für mich, wenn Xiaomi das Pocophone F1 mit Android One anbieten würde. Danach sieht es momentan aber nicht aus.

Schnell wie die Formel 1

Unter der Haube des Pocophone F1 befindet sich der Snapdragon 845 AIE von Qualcomm, der derzeit schnellste Prozessor auf dem Markt. Alle Bemühungen des Herstellers zielen darauf ab, das F1 zum schnellsten und günstigsten Smartphone zu machen - das zeigt schon der Slogan "Master of Speed". Geschwindigkeit ist das Einzige, was zählt. Dabei helfen natürlich auch die 6 bzw. 8 GByte RAM. Als interner Speicher stehen gleich mehrere Varianten zur Auswahl. Mit 64, 128 und 256 GByte, die jeweils per MicroSD-Karte erweitert werden können, ist für jeden etwas dabei.

Tatsächlich ist das Pocophone F1 in Sachen Rechen- und Grafikpower jederzeit auf der Höhe, die Performance ist sowohl bei den alltäglichen Dingen als auch bei Spielen, 4K-Videos oder anderen, fordernden Aufgaben ohne Fehl und Tadel. Apps starten ohne Verzögerungen, alles geht schnell und zackig. Dass das Pocophone F1 dabei auch ziemlich cool bleibt, liegt unter anderem an der aufwendigen Kühltechnologie, die in dem Smartphone steckt und im folgenden Video zu sehen ist.

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Alle Benchmark-Messwerte und mehr Details zur Leistung des Pocophone F1 findet Ihr in unserem Performance-Test:

  • Xiaomi Pocophone F1 im Performance- und Gaming-Test

Die Klinke ist quicklebendig

Auch wenn es viele Hersteller mittlerweile anders sehen: Der Klinkenstecker ist nicht tot , im Gegenteil, viele Menschen wollen darauf nicht verzichten. Im Pocophone F1 ist für die 3,5 Millimeter große Buchse noch mehr als genug Platz, und das ist auch gut so. Die Stereo-Lautsprecher in dem Xiaomi-Smartphone sind brauchbar und ausreichend laut, aber nicht wirklich herausragend. Bei einer Bluetooth-Verbindung bietet das Pocophone F1 auch aptX HD und LDAC.

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Den Kopfhörer müsst Ihr bei Xiaomi selbst mitbringen. / © NextPit

Die Kamera macht Spaß

Das Pocophone F1 hat zwei vertikal am Gehäuse angeordnete Kameras, eine mit 12 Megapixel und f/1.9 und eine mit 5 Megapixel und f/2.0. Die zweite Kamera wird hauptsächlich zur Erfassung der Schärfentiefe für AR-Anwendungen und des künstlichen Bokeh-Effekts verwendet.

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Die Dual-Kamera des Pocophone F1 kann sich sehen lassen. / © NextPit

Auffällig ist außerdem die 20-Megapixel-Selfie-Kamera mit f/2.0-Blende, die sich natürlich in der Notch befindet und auch für die Gesichtserkennung verwendet wird. Die Kamera-App von Xiaomi wirkt aufgeräumt und ist gut zu bedienen.

An dieser Stelle muss ich mal wieder auf die Preisklasse verweisen: Für gut 300 Euro ist die Kamera des Pocophone F1 wirklich aller Ehren wert! Die Bilder zeigen viele Details und natürliche Farben, die nur manchmal ein wenig blass wirken. Die Bilddynamik und die Belichtung gehen vollkommen in Ordnung, die Schärfe ebenfalls. Erst wenn das Licht schwächer wird, kommen die Probleme, denn dann steigt das Bildrauschen schnell an und die Bilder werden nicht immer richtig scharf. Das können die teuren Flaggschiffe etwas besser, aber damit war zu rechnen.

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Bei gutem Licht macht das Pocophone F1 sehr ansehnliche Fotos. / © NextPit
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Die Farben sind durchaus kräftig. / © NextPit
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Nahaufnahmen haben ein recht natürliches Bokeh. / © NextPit

Die Frontkamera des Pocophone F1 macht ziemlich ansehnliche Selfies, die zwar an den Rändern manchmal ein wenig unscharf werden, aber viele Details zeigen. Man sollte aber darauf achten, dass die Belichtung immer passt, denn sonst kommt es ab und an vor, dass das Xiaomi-Smartphone die Selfies zu hell macht. Ganz ersparen solltet Ihr Euch die Beauty-Filter, die zwar vielfältig einstellbar sind, aber eigentlich nur die Ausprägungen "Effekt unsichtbar" oder "Direkt aus der Geisterbahn" haben.

Mehr Testbilder und weitere Informationen zur Kamera des Pocophone F1 haben wir im detaillierten Kamera-Test für Euch zusammengefasst.

  • Pocophone F1 im Kamera-Test: Respekt. Xiaomi!

Läuft und läuft und läuft

Der Akku des Pocophone F1 zählt auf dem Papier zu den größten, die in einem Smartphone zu finden sind. Der Energiespender hat 4.000 mAh zu bieten, das ist eine ganze Menge. Einen Vergleichswert aus unserem üblichen Benchmark-Test können wir an dieser Stelle leider nicht bieten, denn auf dem Xiaomi-Smartphone ist der Test in jedem Versuch abgestürzt. Schade, aber nicht zu ändern.

Wichtiger als die Benchmarks ist aber sowieso der Alltag, und da ist das Urteil klar: Die Akkulaufzeit des Pocophone F1 überzeugt auf ganzer Linie. Selbst im harten Einsatz auf der IFA hat das Pocophon F1 nie schlapp gemacht, bevor es abends ins Bett ging. Unter normalen Bedingungen sind anderthalb Tage locker drin, bei ein wenig mehr Standby als meiner normalen Nutzung muss das Pocophone F1 nur jeden zweiten Abend ans Ladekabel. Da verzichte ich auch gerne auf kabelloses Laden, zumal Quick Charge 4.0 unterstützt wird.

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Die Armored Edition hat eine Kevlar-Rückseite. / © NextPit

Xiaomi Pocophone F1: Technische Daten

Das Pocophone F1 wird einschlagen wie eine Bombe

Das Pocophone F1 ist ein Smartphone wie kein zweites, und es wird den Markt ordentlich durchschütteln. Das liegt nicht am tollen Design, und auch nicht an besonderen Fähigkeiten, die kein anderer hat. Es ist einfach die knallharte Fokussierung auf eine fast schon brutale Kombination aus günstigem Preis und richtig starker Hardware. Die mittleren Preisregionen sind ohnehin schon lange in den Augen vieler Menschen die spannendste Kategorie im Smartphone-Markt, und das Pocophone F1 ist hier der neue Hecht im Karpfenteich.

Das ist natürlich aber auch alles nicht ganz ohne Risiko und gefällt auch nicht allen Kunden. Xiaomi muss Xiaomi Werbung auf dem Smartphone einspielt, um die Hardwarepreise gering zu halten, ist das auch für viele Interessenten mindestens fragwürdig.

Unter dem Strich ist das Pocophone F1 von Xiaomi trotzdem eines der spannendsten und wichtigsten Smartphones des Jahres. Fehlender Style-Faktor hin, kleinere Schwächen her: Für gut 300 Euro macht man mit dem Pocophone F1 nichts, aber auch gar nichts falsch. Hut ab, Xiaomi!