Entthront: Huawei ist weltweit führender Smartphone-Hersteller vor Samsung

Entthront: Huawei ist weltweit führender Smartphone-Hersteller vor Samsung

Samsung war lange Zeit die Nummer eins auf dem Smartphone-Markt. Huawei hat mit dem US-Embargo zu kämpfen und wurde wohl unterschätzt. Tatsächlich entthronte Huawei im zweiten Quartal 2020 Samsung als den weltweit führenden Smartphone-Hersteller. Vor allem der chinesische Markt spielt dabei eine wichtige Rolle.

Nachdem Huawei im April und Mai dieses Jahres Samsung knapp geschlagen hatte, sagten viele Analysen voraus, dass Huawei diesen Vorsprung nicht halten werden könne. Man ging davon aus, dass Huawei im Juni den Vorsprung sicher verlieren würde.

Laut einer veröffentlichten Studie der Firma Canalys hat Huawei damit seinen ersten Platz für das gesamte zweite Quartal 2020 (Q2 2020) bestätigt. Laut dem Forscher ist dies das erste Mal seit fast einem Jahrzehnt, dass ein anderes Unternehmen als Samsung oder Apple die vierteljährliche Liste der weltweiten Smartphone-Verkäufe anführt.

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Das Wachstum von Huawei wurde hauptsächlich durch seinen Binnenmarkt in China angetrieben. / © Canalys

Ein von seinem Inlandsmarkt getragenes Wachstum

Während die Unternehmen damit kämpfen, die Dynamik während der Pandemie aufrechtzuerhalten, haben nur wenige den Sturm überstanden. Für Huawei war es ein doppeltes Pech, denn die Folgen des Covid-19-Ausbruchs kamen zu denen des US-Embargos hinzu. Doch da China zu den ersten Ländern gehörte, die sich von der ersten Welle erholten, haben Huawei's Aktivitäten auf seinem Binnenmarkt das Wachstum stark angekurbelt.

So sehr, dass die Verkäufe von Huawei in China 72 Prozent der gesamten Smartphone-Verkäufe im zweiten Quartal 2020 ausmachten. Im ersten Quartal 2020 war dieser Anteil auf 61 Prozent und im ersten Quartal auf 51 Prozent begrenzt.

Im zweiten Quartal 2020 lieferte Huawei daher nur 28 Prozent seiner verkauften Einheiten ins Ausland aus. Nach Angaben von Canalys gingen die Verkäufe von Huawei außerhalb Chinas im gleichen Zeitraum um 27 Prozent zurück. Ein Rückgang, mit dem der chinesische Riese zu Beginn des Jahres gerechnet hatte.

Im Vergleich dazu hat Samsung weniger als ein Prozent Marktanteil in China. Und seine weltweiten Verkäufe sind in der zweiten Hälfte des Jahres 2020 um 30 Prozent zurückgegangen. Bezogen auf die insgesamt verkauften Einheiten hätte Huawei im zweiten Quartal 2020 55,8 Millionen Einheiten verkauft, verglichen mit 53,7 Millionen Einheiten bei Samsung.

Wir warten gespannt, welche Auswirkungen die Einführung der neuen Produkte von Samsung Mobile auf der Galaxy Unpacked-Konferenz am 5. August haben wird.

Quelle: Canalys

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64 Kommentare

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  • Naja und was für Smartphones Verkaufen die in China?
    Billige, mittelklasse oder High End?

    Wenn die jetzt dort nur Günstige Geräte an den Mann bringen, ist real noch niemand enttront.


  • Huawei hatte also "doppeltes Pech". Doch welch ein Glück: Minus mal Minus ergibt Plus.

    IngalenaGelöschter Account


  • Seltsame Werkwürdigkeiten...:

    "Für Huawei war es ein doppeltes Pech, denn die Folgen des Covid-19-Ausbruchs kamen zu denen des US-Embargos hinzu."
    Das Embargo führt zu weniger Absatz, als wenn es das Embargo nicht gäbe. Das leuchtet ein - und betrifft nur Huawei.
    Covid-19 führt zu weniger Absatz, als wenn es Covid-19 nicht gäbe. Auch das leuchtet ein - und betrifft alle Hersteller.
    So gesehen hat Huawei doppeltes Pech - und alle anderen nur einfaches Pech.

    "Doch da China zu den ersten Ländern gehörte, die sich von der ersten Welle erholten, haben Huawei's Aktivitäten auf seinem Binnenmarkt das Wachstum stark angekurbelt."
    Hier hört das Pech allerdings auf und schlägt ins Gegenteil um: weil der starke Heimatmarkt sich früher als in anderen Länder von der ersten Covid-19 Welle erholte, konnte der Absatz entsprechend stark steigen. Für das 2. Quartal (und darum geht´s ja hier im Artikel) war Covid-19 also KEIN Pech sondern Glück - während die anderen Hersteller im gleichen Zeitraum wegen Covid-19 Pech haben. In der Summe also hat Huawei dann doppeltes Glück.

    Somit ist die logische Folge, dass ein kleiner Abstand zur Spitze im 1. Quartal in einen kleinen Vorsprung im 2. Quartal mündet.

    Pech, welches sich aber als Glück herausstellt, ist kein Pech - sondern Glück. Aber die Verwirrung geht noch weiter:

    "Im ersten Quartal 2020 war dieser Anteil auf 61 Prozent und im ersten Quartal auf 51 Prozent begrenzt."
    Lassen wir uns das mal auf der Zunge zergehen:
    im 1. Quartal: 61%
    und im 1. Quartal: 51%

    Da muss man doch fragen: wie bitte?!? Ja, was denn nun? Für das 1. Quartal kann ja nur eine dieser beiden Prozentzahlen stimmen - es dürfte die Zahl 61 sein; denn so steht sie auch in der Tabelle. Wahrscheinlich ist mit "und im 1. Quartal 51%..." nicht das 1. Quartal 2020 sondern das letzte Quartal 2019 gemeint. Denn inhaltlich geht der Blick in die Vergangenheit: Q2´20 -> Q1´20 -> logischerweise käme dann also Q4´19.

    Doch halt: so kann es auch nicht sein! Denn für das 4. Quartal in 2019 ist in der Tabelle nicht von 51% sondern von 59% die Rede.

    Spätestens JETZT muss man fragen: WIE BITTE?!? Ja, was denn nun?
    Was hat den Verfasser geritten, damit ihm solch billige Fehler unterlaufen?

    Wer etwas genauer hinschaut, dem fällt aber noch etwas auf:
    "Im ersten Quartal 2020 war dieser Anteil auf 61 Prozent und im ersten Quartal auf 51 Prozent begrenzt."
    ...dieser Anteil war begrenzt?!?
    Synonyme für "begrenzt": limitiert, eingeschränkt, beschränkt
    Da fragt man(cher) vielleicht schon: WER hat das beschränkt? Und vor allem: WARUM wurde dieser Anteil beschränkt?
    Die Antwort ist einfach: Niemand hat da etwas beschränkt. Das ist schlicht der falsche Begriff am falschen Platz.

    Ich möchte mich nicht noch in andere mehr oder weniger seltsame Auffälligkeiten verlieren und langweilen - dieser Artikel scheint mit einer heißen Nadel gestrickt....

    ...aber er reicht, um kleine Glaubenskriege vom Zaun zu brechen. Zweck erfüllt.


  •   23
    Gelöschter Account vor 1 Monat Link zum Kommentar

    Wenn die jetzt ohne Google machen müssen ,ist es nur eine Frage der Zeit wie lange die an der Spritze noch sein werden.

    Tim


  • Hatte fünf Jahre Huawei und war damit auch sehr zufrieden. Wegen dem ganzen Mist zu Samsung gewechselt, was ich eigentlich gar nicht wollte. Aber die anderen Optionen hatten alle einen Haken, oder von mir kein Vertrauen.


  • Das ist nur ein Zwischenstand. Xiaomi hat Huawei bald eingeholt. Und das liegt nicht nur am Produktportfolio oder den US-Sanktionen, sondern auch an der katastrophalen Vermarktung von Huawei und dem idiotischen Ausschluss der ROM-Community durch Sperrung der Bootloader.

    Mein


    • Auf die fünf Handvoll ROM-Community kann man als Hersteller aber auch gut verzichten.


      • Die paar Leute, die heute noch Custom Roms nutzen kann man wirklich außer Acht lassen.


      • Als Hersteller mit guter, kompletter ROM vielleicht. Als Hersteller ohne offizielle Google-Dienste eher weniger. Das macht nur negativ auf einen aufmerksam, nicht mehr nicht weniger. Würden sie den Bootloader freigeben und gegebenenfalls die Community sogar unterstützen, wäre das für einige Leute ein Kaufgrund. Ich persönlich nutze die Xiaomi.eu ROM, einfach weil sie besser ist als die globale, ohne zu viel zu verändern. Dazu kommt noch dass man mit einem gelockten Bootloader auch sowas wie einen Root verhindert, was für viele Leute immer noch relevant ist.


      • Es ist nach wie vor so das man mit Root und guten bereinigten aufs original basierenden Custom Roms, enorme Leistungssteugerungen und Stromverbrauchssenkungen erzielen kann.

        Original ist Android so gut wie immer zu gemüllt und das ist echt traurig.


    • naja Xiaomi ist seit jahren auch nicht mehr so offen für die customszene,das war am anfang alles noch per schalter machbar (root) und dann auf einmal - alles zu und nur noch per anfrage mit wartezeit


    • Katastrophale Vermarktung? Huawei tut echt alles, was nur geht. Eigener STand bei Media Markt, TV-Werbung ohne Ende. Xiaomi ist billig, aber reicht nicht an Huawei ran, von der Qualität her.


    • Das wäre vor ein paar Jahren vielleicht noch ein Argument gewesen. Aber inzwischen bietet die Hersteller selbst fast alle Funktionen. Wodurch sich immer weniger Leute für Custom Roms, Bootloader unlock und co interessieren.
      Sage ich aus eigener Erfahrung.


    • Bootloader sperren könnte noch mehr bedeuten, z.B. damit niemand mitbekommt welche Daten wohin gesendet werden, oder wie es Huawei so schön ausdrückt damit das beste Nutzungserlebnis erhalten bleibt, wer glaubt denn diesen Müll?


      • Jeder, der weiß, wofür ein Bootloader vorgesehen ist. Ob und wohin Daten verschickt werden, lässt sich mit Tools wie Wireshark völlig unabhängig von der Gerätesoftware feststellen. Ein gesperrter Bootloader erhöht davon abgesehen die Gerätesicherheit, weil er verhindert, dass nicht signierte Firmware geladen wird, und er sich zu diesem Zweck auch nicht so leicht ersetzen lässt.
        Das ist es ja, was Gerätemodder daran kritisieren.


      • Und weil ein entsperrter Bootloader die Sicherheit gefähren kann ist das Ganze auch freiwillig.


  • Wer es glaubt, ist selber schuld und verdient als beklopft bezeichnet zu werden. Einerseits sind die Statistiken in China, nicht für die anderen Märkte Wert, auf der anderen Seite bezahlt momentan Huawei viele Medien in Westen, darunter unser nextpit.de, damit die Werbung weitergeht.
    Jedoch dürfen wir nicht vergessen ZTE und Huawei sind Werkzeuge chinesischer Regierung und daher nein Danke. Wer wie ich Freunde im Iran hat, die nur wegen Spionage von Huawei Geräten nun im Gefängnissen von Mullahs sitzen, weißt wie ernst diese Sachen sind.

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