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Meta: Facebook & Instagram könnten bald aus Europa verschwinden

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sad meta facebook hero
© Shutterstock/rafapress

Der Facebook-Betreiber Meta hat erstmals konkret davon gesprochen, das Social Network und auch die Tochter Instagram in Europa komplett einzustellen. Denn die Datenschutz-Gesetzgebung auf unserem Kontinent schränkt zunehmend die Geschäfts-Möglichkeiten ein.

Es handelt sich dabei keineswegs einfach nur um ein Gedankenspiel, mit dem die PR-Abteilung des Unternehmens Stimmung gegen einen starken Verbraucherschutz machen will. Vielmehr hat das Management entsprechende Überlegungen bereits in den jüngsten Jahresbericht an die US-Börsenaufsicht SEC geschrieben, in dem wichtige strategische Planungen festgehalten werden müssen, um Anleger über die möglichen Entwicklungen eines Unternehmens zu informieren.

Das Facebook-Führungsteam um Mark Zuckerberg hat natürlich in erster Linie die Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) im Sinn. Aber es geht noch weiter. Denn man sieht die eigenen Möglichkeiten zur Verarbeitung der Nutzerdaten für eine Optimierung des Werbegeschäfts nicht nur durch die europäische Gesetzgebung in Gefahr, sondern auch durch deren Auslegung von Seiten der Regulierungsbehörden und Gerichte.

Entscheidung könnte dieses Jahr fallen

In dem SEC-Bericht wird dabei beispielsweise konkret auf das Urteil des Europäischen Gerichtshofs verwiesen, durch das der so genannte "Privacy Shield" gekippt wurde. Mit diesem sollte es den US-Internet-Konzernen ermöglicht werden, Nutzerdaten entgegen des eigentlichen Sinnes der DSGVO doch in die USA transferieren zu können. Das Gericht stellte sich hier auf den Standpunkt, dass die EU-Kommission nicht einfach über ein Abkommen die gesetzlichen Regelungen übergehen darf, um einigen großen Konzernen das Geschäft nicht zu erschweren.

Meta Aktienkurs
Der Aktienkurs von Meta war in den letzten Monaten sehr unbeständig. / © Trading View

Das Meta-Management sieht es aber als kritischen Bestandteil des Geschäftsbetriebs an, Nutzerdaten über Ländergrenzen hinweg weiterleiten und verarbeiten zu können. Auf dieser Auswertung von Informationen über die möglichen Interessen der User und der entsprechenden Erstellung von Profilen beruht immerhin die Vermarktung personalisierter Anzeigenplätze.

In Kürze sind außerdem weitere Gerichtsurteile zu erwarten, die sich direkt mit der Datenverarbeitung durch Facebook und Instagram befassen. "Wenn kein neuer transatlantischer Rahmen für den Datentransfer geschaffen wird und wir nicht in der Lage sind, uns weiterhin auf Standard-Vertragsvereinbarungen zu verlassen oder auf andere alternative Möglichkeiten des Datentransfers von Europa in die Vereinigten Staaten zurückzugreifen, werden wir wahrscheinlich nicht in der Lage sein, eine Reihe unserer wichtigsten Produkte und Dienstleistungen, einschließlich Facebook und Instagram, in Europa anzubieten, was sich erheblich und negativ auf unser Geschäft, unsere Finanzlage und unsere Betriebsergebnisse auswirken würde." heißt es in dem Bericht.

Dieser Inhalt kommt von unserem Partner WinFuture und ist am 2022-02-07 unter dem Titel erschienen. Hat er euch gefallen? Dann schaut doch bei unseren lieben Kollegen von WinFuture vorbei und findet weitere großartige Inhalte wie diesen!

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17 Kommentare

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  • Fabien Röhlinger
    • Admin
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    vor 11 Monaten Link zum Kommentar

    Ich wäre auch ausgesprochen glücklich darüber. Mir kommt die Reaktion zwar etwas unbedacht vor. Aber wahrscheinlich ist es von Mark Zuckerberg ein verzweifelter Versuch die Instagram- und Facebook-Süchtigen zur Aufruhr und die Politik so zum Einlenken zu bewegen.

    Etwas Schlaueres fällt mir dazu nicht ein. Denn ein Rückzug aus Europa wäre nicht mehr und nicht weniger als ein Fiasko für das Unternehmen und wahrscheinlich auch der Anfang vom Ende. Immerhin würde es jede Menge Menschen endgültig in andere Dienste treiben.

    Mit hoher Wahrscheinlichkeit würde es auch hierzulande das Aus für WhatsApp bedeuten – und andere Messenger würden die Menschen ein für allemal von WhatsApp abziehen. Wie wir wissen, kommen diese Menschen dann auch nicht wieder zurück. Beziehungsweise nur extrem schwerfällig.

    Wenn die Europäer aber bei WhatsApp fehlen, wird es am Ende auch für viele Amerikaner heißen, sich einen neuen Messenger für die Kommunikation mit Verwandten zuzulegen.

    Das kann nichts Gutes für Meta heißen.


  • Sicax99 vor 11 Monaten Link zum Kommentar

    Vielleicht könnte das wirklich ein Schritt in Richtung Ende von Meta sein, was auf lateinisch Ende und auf hebräisch tot heißt. Der Name wirkt auf mich zumindest nicht zufällig gewählt.


  • DanielN7 vor 11 Monaten Link zum Kommentar

    Toll dass hier Europa was für uns machen will. Ich hoffe dass die Politik jetzt nicht nachgibt. Wenn FB so will, dann tschüss mit denen.


  • Thorsten Klein vor 11 Monaten Link zum Kommentar

    Das wären doch sehr gute Neuigkeiten! Vielleicht schafft es dann ein neuer auf dem Markt groß zu werden ohne seine Kunden auszubeuten. WhatsApp sollen sie gleich mitnehmen. Genügend Alternativen gibt es ja, die Leute müssen sich nur mal für eine Entscheiden.


  • Bryan Binder-Reisinger vor 11 Monaten Link zum Kommentar

    Ich hoffe einfach mal, dass hier nicht ein Konzern druck auf die Politik bzw. den Datenschutz machen kann. So wie es ihm gefällt zumindest nicht. Denn wenn jeder größere Konzern so schalten und walten kann, wie es ihm gefällt und Verordnungen so geändert bzw. angepasst werden, wie es den entsprechenden Konzernen gefällt, wo kommen wir dann mit dem Datenschutz unter anderem hin?


  •   90
    Gelöschter Account vor 11 Monaten Link zum Kommentar

    Metas Geschäftsmodell basiert nach meiner Einschätzung auf Täuschung und Betrug, denn kaum jemand liest die AGB, und das kalkuliert Meta ein. Wenn man die AGB doch liest, steht das relevante so weit hinten, dass die Konzentration beim Leser schon nachgelassen hat oder die Verbindung bzw. Ausnahme zu den harmlos klingenden Passagen nicht erkannt werden. Auch das ist von Meta einkaluliert.

    Jetzt wird ihnen auf die Finger geklopft und sie beschweren sich. Das ist doch wie der Betrüger, der sich über das BGB beschwert mit der Begründung, das Gesetz würde seinen Lebensunterhalt verhindern und deshalb betrügt er künftig woanders.


  • engländer vor 11 Monaten Link zum Kommentar

    Durch das extreme Overblocking und die penetranten Covid-Belehrungen verliert Facebook ohnehin massiv an Zuspruch. Zahlreiche juristische Niederlagen schmälern das Geschäft. Da bietet sich der Schritt an.

    Der würde ohnehin nicht konsequent vollzogen werden. Facebook bleibt auch weiterhin in Europa nutzbar. Es würde nur formell das Angebot für Europa gestrichen - um den gesetzlichen Zwängen zu entgehen. Via App oder facebook.com läuft alles weiter. Notfalls auf englisch.


    • Fabien Röhlinger
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      vor 11 Monaten Link zum Kommentar

      Es würde faktisch das Aus bedeuten. Denn die Apps dürften dann beispielsweise auch nicht über die App-Stores hierzulande vertrieben werden.


  • paganini vor 11 Monaten Link zum Kommentar

    Bitte Facebook schaltet euch hier ab! Kann man ja nur begrüßen


  • Bennyni vor 11 Monaten Link zum Kommentar

    Als wäre es für Meta ein Ding der Unmöglichkeit in Europa eine Datenverarbeitung/Verwaltung zu installieren...


  • R.Naubereit vor 11 Monaten Link zum Kommentar

    Sie verlassen leider evtl. nur Europa.
    Dank Internet können sie ihre Datenmachenschaften von …… aus weiterführen und unsere ‚Mir doch egal - ich habe nichts zu verbergen‘ - User ist das weiterhin egal. Verschwinden werden sie nicht - dafür kann man mit Daten zu viel Geld verdienen.


  • Tim vor 11 Monaten Link zum Kommentar

    Das ist echt der größte Unsinn überhaupt 😂 Als ob Facebook sich wie ein kleines Kind benimmt, dass seine Süßigkeiten nicht bekommen hat und trotzig wird. Die lassen nie im leben einen 500 Millionen Markt einfach so liegen. Vor allem keinen wie Europa, wo sich Werbung noch viel mehr lohnt, da die Leute eben weitestgehend Geld haben, dass sie ausgeben können etc.

    Außerdem hängt da ein ziemlicher Rattenschwanz dran, dem sich Facebook garantiert bewusst ist. Wenn sie einen Markt wie Europa sein lassen, dann kommt irgendein Netzwerk, das den Platz einnimmt und dieses könnte potentiell dann auch Anteile in den USA usw. abfressen und Facebook nachhaltig massiv schaden. Und das alles wegen einer Trotzaktion? Wohl kaum.


  • Harald Pailliart vor 11 Monaten Link zum Kommentar

    Es gibt sie noch, die guten Nachrichten ;-)


  • rolli.k vor 11 Monaten Link zum Kommentar

    Ach wie schade, aber da kann man wohl nix machen.
    Also dann, guten Heimflug mit Never Comeback Air✈


  • Olaf vor 11 Monaten Link zum Kommentar

    Vor allem Instagram mit all seinen "schaut her, mein Leben ist viel geiler als eures" - Selbstdarstellern von Kevin Bratbecker bis hin zu Gesine Klabuske wäre natürlich auch kulturell ein herber Verlust. Sie würden mir schon ein wenig fehlen, all die Duckfaces vor den Selfie-Cams ihrer Smartphones, z.B. im Schlosspark Sanssouci. Nicht zu vergessen der Einbruch des Arbeitsmarktes, da fortan "Influencer" als Berufsziel ungleich schwieriger zu bewältigen wäre. Womöglich fehlt mir aber auch nur der notwendige Ernst in der Betrachtung dieser allumfassenden Oberflächlichkeit unseres Alltags.


    • Tim vor 11 Monaten Link zum Kommentar

      Ist aber schon ein etwas sehr einseitiger Blick auf Instagram. Ich nutze es seit Jahren und ich sehe und folge dort nichts dergleichen.
      Bei Instagram hast du haufenweise an verschiedenem Content und auch Menschen, die eben Geld dort verdienen. Aber hey, die machen ja nur ein Foto, posten das und kassieren damit schnell Millionen. Da steckt kein gigantischer Rattenschwanz hinten dran, nein.


      • Olaf vor 11 Monaten Link zum Kommentar

        Natürlich ist dieser Blick einseitig und überspitzt, dennoch findet sich dort ein hinreichender Jahrmarkt an Eitelkeiten, den Social Media nun einmal so mit sich bringt. Man kann das natürlich auch ganz einfach als hilfreiche Plattform zur Erweiterung des Betrachterkreises z. B. eigener Fotos nutzen, ist klar. Aber um die Klientel ging es mir tatsachlich nicht.
        😉

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