Was viele mit ihrer Kaffeemaschine falsch machen
Früher oder später verstopft der Kalk die Kaffeemaschine. Er macht das Wasser trüb, den Geschmack stumpf – und die Maschine müde. Also greift man zum Mittel, das Oma schon kannte: Essig. Klingt logisch, riecht streng, wirkt zuverlässig gegen Kalk. Nur: Die Kaffeemaschine selbst hasst das Zeug. Hersteller wie Bosch warnen ausdrücklich. Der Grund ist simpel – Essigsäure frisst sich durch alles, was nicht aus Edelstahl ist. Gummidichtungen werden porös, Schläuche platzen, Plastik reißt. Kurz: Wer entkalkt, wie Oma entkalkt hat, killt das Gerät.
Und schlimmer noch: der gesundheitliche Haken
Essig in der Kaffeemaschine ist nicht nur ein mechanischer, sondern auch ein chemischer Fehler. Viele Geräte haben noch Bauteile aus Messing oder Kupferlegierungen. Kommt dort Essigsäure ins Spiel, entsteht Grünspan. Klingt nach patinierter Romantik, ist aber hochgiftig. Grünspan wird sogar als Fungizid eingesetzt – also als Pilzgift. Im Kaffee landet es ungebeten gleich mit im Magen.
Das Resultat: Übelkeit, Erbrechen (gern grünlich gefärbt), Bauchkrämpfe, Durchfall. In schlimmeren Fällen drohen Leberschäden, Muskelschmerzen, Nervosität, im Extremfall Schock und Organversagen. Ein Schluck zu viel kann reichen, um aus dem morgendlichen Muntermacher einen medizinischen Notfall zu machen.
Was besser läuft
Die gute Nachricht: Entkalken geht auch ohne Selbstzerstörung. Hersteller empfehlen eigene Mittel – ja, teurer als Essig, aber deutlich schonender. Wer’s günstiger mag, greift zu Zitronensäure in Pulverform aus der Drogerie. Sie löst Kalk, ohne Dichtungen und Schläuche zu ruinieren. Und sie produziert keinen giftigen Beifang im Wasser.
Noch ein Trick: ein Wasserfilter. Vor allem in Gegenden mit hartem Leitungswasser verlängert er das Leben der Maschine und macht den Kaffee klarer im Geschmack. Eine Investition, die sich lohnt – wenn man bedenkt, was eine neue Kaffeemaschine kostet.
Wasserfilter sind aber auch nicht unproblematisch, bei falscher Anwendung entstehen da schnell gefährliche Keime. Die meisten verwenden ihre Filter viel zu lange. Gerade bei sehr teuren Maschinen kann es ratsam sein, Mineralwasser zu verwenden, Empfehlungen hierfür findet man zum Beispiel im Kaffee Netzwerk. Es muss nicht zwingend ein Wasser aus Frankreich sein, auch hierzulande gibt es geeignetes Wasser. Bei Maschinen mit Kessel sollte man auch einfach mal seinen Fachhändler fragen, woraus der Kessel besteht und was er empfiehlt.
Und bei sehr günstigen Maschinen wie zum Beispiel für Nespresso Kapseln würde ich auf das Entkalken sogar ganz verzichten und lieber gelegentlich ein neues Gerät kaufen. Die Maschinen werden of ja schon um die 60 Euro angeboten, systemkonformes Entkalkungsmittel ist dagegen sehr teuer. Plastik nimmt aber leider über die Zeit schlechten Geschmack an, sodass Kaffee aus diesen Maschinen über die Zeit ohnehin immer schlechter schmeckt. Und auch der Thermoblock lässt nach, sodass das Wasser nicht mehr heiß genug wird. Deshalb lieber gleich gelegentlich ein neues Gerät.
so mache ich das mit der Nespresso auch
Meiner bescheidenen Meinung nach sind Wasserfilter überbewertet, um nicht zu sagen, überflüssig. Geldschneiderei, die eher in die religiöse Richtung geht. ;-))
Da wir ein Aquarium haben, machen wir unser osmosiertes Wasser selbst.
Im Prinzip kann man auch destilliertes Wasser nehmen; die Mythen über selbiges sind löngst überholt. Gibts ja in Kanistern ziemlich günstig.
Würde ich definitiv nicht empfehlen. Erstens wird dein Tee oder Kaffee ziemlich flach schmecken, je nachdem, wie ausgeprägt dein Geschmacksinn ist. Und zweitens haben viele Maschinen Sensoren, die ohne Mineralstoffe im Wasser nicht richtig funktionieren.
Dann liegt das wohl an meinem Geschmackssinn, da mir keine gravierenden Unterschiede aufgefallen ist. Eine kurze Recherche hat allerdings ergeben, daß das mit den Sensoren wohl eher nicht der Fall ist, alleine schon deswegen, da die Wasserhärte regional sehr unterschiedlich ist.
Dann frag mal ein paar Händler, die die Dinger auch reparieren.
Zitronensäure zur Entkalkung gibt es auch von Herstellern wie Heitmann. Der Vorteil ist, dass sich auf der Verpackung Dosierungsempfehlungen befinden. Ausserdem, das sollte eigentlich selbstverständlich sein, sollte aber trotzdem noch mal ausdrücklich erwähnt werden, und befindet sich auch regelmäßig als Hinweis auf der Verpackung gekaufter Entkalker, sollte man nach dem Entkalken die Maschine zwei- bis dreimal mal mit frischem, klarem Wasser durchlaufen lassen. Und das dürfen natürlich auch, wenn man sicher gehen will, vier- oder fünfmal sein.
Etwas bessere Maschinen, z.B. von Bosch, zeigen auch optisch an, wann entkalkt werden sollte. Und manche haben auch spezielle Entkalkungsprogramme und es ist sicher kein Nachteil, diese auch zu nutzen.
Da die Entkalkungsflüssigkeit, also z.B. die verdünnte Zitronensäure, nach dem Durchlauf selten "gesättigt" ist, lässt sie sich zum Entkalken weiterer Geräte, wie Wasserkocher oder Eierkocher verwenden, das spart Geld und schont die Umwelt. Allerdings entspricht dann die Dosierung nicht mehr unbedingt den Empfehlungen, vor allem wenn sich eine Überdosierung ergibt, sollte man vorsichtig sein, und eventuell doch neue Entkalkungsflüssigkeit ansetzen. Natürlich sollten auch diese Gerate nach dem Entkalken gründlich nachgespült werden.