Besonders in dicht besiedelten Umgebungen oder Haushalten mit vielen gleichzeitig aktiven Geräten spielt Wi-Fi 7 seine Stärken aus – vorausgesetzt, der Router unterstützt das 6-GHz-Band vollständig. Das gilt natürlich auch für deine Endgeräte. Ein klassisches Henne-Ei-Problem, doch irgendwo muss man ja ansetzen.
AVMs Fritzbox 6690 Pro: Drei Frequenzbänder, ein Ziel
AVM setzt mit der neuen Fritzbox 6690 Pro ein Ausrufezeichen. Als Flaggschiff für Kabelanschlüsse liefert sie Wi-Fi 7 auf 2,4, 5 und 6 GHz – inklusive Multi-Link-Operation. Dazu gibt es vier Gigabit-LAN-Ports, einen 2,5-GbE-Anschluss, DECT-Basis und USB-3.0.
Wer sein Smart Home mit Zigbee oder DECT steuert, bekommt mit der 6690 Pro eine zentrale Schaltstelle. Die Software bleibt typisch AVM: stabil, flexibel, sicher – mit NAS-Funktion, VPN-Unterstützung und Kindersicherung. Ebenfalls AVM-typisch: Das Gerät steht zwar auf der IFA, allerdings nur als funktionsloses Mockup. Wann die Pro-Version des Kabelrouters auf den Markt kommt und wie teuer sie werden wird, ist komplett offen.
Mercusys: Wi-Fi 7 für unter 150 Euro
Während AVM auf Qualität und Funktionen setzt, greifen neue Player wie Mercusys die Einstiegsklasse an – mit Preisen um die 150 Euro, aber bereits mit Wi-Fi 7 und Mesh-Support. Der Mercusys BE65 liefert bis zu 6 Gbit/s im kombinierten Datendurchsatz und richtet sich an preisbewusste Nutzer, die keine Abstriche bei der Technik machen wollen. Wenn ihr noch nie was von Mercusys gehört habt, seid ihr nicht allein: Der Neueinsteiger kommt erst jetzt nach Deutschland. Dabei hat aber ein alter Bekannter seine Finger im Spiel: TP-Link agiert gleichzeitig als Importeur und übernimmt die Öffentlichkeitsarbeit, offiziell sei Mervusys aber keine TP-Link-Firma.
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devolo bringt erste WLAN-Router auf den Markt
Ebenfalls neu auf dem Markt der WLAN-Router devolo. Die Firma kennt ihr von Powerline-Adaptern, die euer Internet per Stromnetz durch die Wohnung schicken. Im nächsten Jahr will die Firma aus Aachen ihren ersten WLAN-Router auf den Markt bringen, der auch mit den devolo Powerline-Adaptern kommuniziert und so euer Mesh-Netzwerk perfektionieren kann. Auch hier setzt man auf Wi-Fi 7 und bringt zwei verschiedene Geräte auf den Markt, bei denen es sicht lohnt, genau hinzu sehen. Denn beide Router sollen alle drei Wi-Fi-Frequenzen unterstützen, aber nur ein Modell unterstützt echtes Triband. Beim günstigeren Gerät müsst ihr euch entscheiden, ob ihr das 5-GHz- oder das 6 GHz-Band parallel zum 2,4 GHz-Band nutzen möchtet.
Netgear Nighthawk M7 Pro: Mobile Power mit Wi-Fi 7
Netgear bringt mit dem Nighthawk M7 Pro den ersten mobilen Hotspot mit Wi-Fi 7. Im Inneren: ein 5G-Modem mit Carrier Aggregation, das Downloads mit bis zu 6 Gbit/s (realistisch: 1–1,5 Gbit/s) erlaubt. Tri-Band-WLAN und ein kombinierter Durchsatz von 5,8 Gbit/s machen das Gerät zur idealen Lösung für Business-Trips, temporäre Büros oder Events. Bis zu 64 Geräte können gleichzeitig per WLAN verbunden werden. Eine Dockingstation mit aktivem Lüfter erlaubt den stationären Betrieb inklusive 2,5-Gigabit-Ethernet-Anbindung – perfekt für Hybrid-Arbeitsszenarien oder als Backup im Homeoffice.
Was bedeutet das für Euer Heimnetz?
Die IFA zeigt klar: Router werden leistungsfähiger, vielseitiger und gleichzeitig erschwinglicher. Wer in den kommenden Monaten in neue Hardware investiert, sollte Wi-Fi 7 als Pflichtkriterium sehen – selbst bei günstigen Modellen. Weitere Erkenntnisse: Mesh-Unterstützung wird Standard, mobile Router erobern neue Anwendungsfelder, und Hersteller wie AVM, Netgear oder Mercusys definieren die Möglichkeiten des Heimnetzes neu.
Die Zeiten, in denen Router nur Mittel zum Zweck waren, sind vorbei. Sie sind heute Hightech-Produkte, die über Streamingqualität, Smart-Home-Komfort und Arbeitsgeschwindigkeit entscheiden. Die IFA 2025 zeigt: Wer vorausschauend kauft, rüstet sich nicht nur für heute, sondern auch für morgen.
Wenn der DSL-Anschluss gerade mal 100 MBit/s schafft, wüsste ich nicht, wofür ich ein mehrere Gigabit/s schnelles WiFi 7 bräuchte, das würde keinen Download beschleunigen und kein Update, nur der Datenaustausch zwischen den Rechnern im Haus (von denen die meisten ohnehin kabelgebunden an Ethernet hängen) wäre rasend schnell. Den Bedarf da großartig Daten auszutauschen gibt es aber gar nicht.
Also reicht mir WiFi 5, das immerhin vermesht, weiter bis mal eine schnellere Internetanbindung zur Verfügung steht, und dann hoffentlich wesentlich preisgünstiger als derzeitige Angebote. Denn 100 MBit/s reichen eigentlich auch völlig, selbst für mehrere parallele Streams. Und bei Gigabyte großen Downloads oder Updates muss man ja nicht daneben sitzen und Däumchen drehen, sondern kann was anderes machen, selbst am Rechner an dem der Download stattfindet.
Die Verbindung zwischen Handy und NAS ist bei uns manchmal schon ein wenig lahm. Obwohl das NAS natürlich Kabelgebunden angeschlossen ist. Das Handy läuft halt über WLAN. Da wäre ein Boost manchmal schon gut. Vor allem, weil das WLAN an manchen Stellen im Haus eher mau ist (aber nicht schlecht genug, um auch noch einen AP zu betreiben). Wifi 7 könnte da voll nützlich sein.
Wenn das Handy WiFi 7 kann, könnte das was bringen. Wenn das NAS mit 1 Gigabit/s angebunden ist, könnte diese Geschwindigkeit aber auch noch mit WiFi 5 oder 6 erreicht werden. WiFi 7 kennt zwar mehr Tricks um auch bei mauer WLAN-Verbindung hohe Datenraten zu erreichen (z.B. Multibandverbindungen) weshalb es in diesem Fall tatsächlich eine Verbesserung bringen könnte, ob für diese Anwendung die Umstellung lohnt, und ob das Handy dann tatsächlich Daten mit wesentlich höherer Geschwindigkeit wegschaufelt muss idividuell entschieden und geprüft werden.