Samsung Galaxy Watch 4 (Classic) vs Watch 3: Was ist neu?

Samsung Galaxy Watch 4 (Classic) vs Watch 3: Was ist neu?

Galaxy Watch 4 oder Galaxy Watch 3 – oder doch das neue Classic-Modell? Wir vergleichen Samsungs zwei jüngste Smartwatch-Generationen und zeigen Euch die wichtigsten Unterschiede zwischen der dritten und vierten Generation.

Inhalt des Artikels:

  1. Watch 4 vs. Watch 3: Versionen und Preise
  2. Betriebssystem: Wear OS ersetzt Tizen
  3. Hardware: neues SoC, neue Sensoren
  4. Technische Daten im Vergleich
NextPit samsung galaxy watch 4 classic front
Die Galaxy Watch 4 Classic ist die Nachfolgerin der Galaxy Watch 3. / © NextPit
 

Watch 4 (Classic) vs. Watch 3: Versionen und Preise

Die Galaxy Watch gibt es dieses Jahr in zwei Versionen: als Watch 4 und als Watch 4 Classic.

Das Classic-Modell ist dabei der Design-Nachfolger der Watch 3. Zur Bedienung gibt es hier neben dem Touchscreen eine mechanische Lünette. Durch Drehen des Kranzes rund um das Display blättert der Nutzer durch Listen. Die Galaxy Watch 4 Classic ist mit dem Edelstahlgehäuse zudem deutlich schwerer als das Standard-Modell aus Aluminium.

Die leichtere Galaxy Watch 4 setzt beim Gehäuse auf Aluminium. Sie orientiert sich beim Design eher an den Active-Modellen der vor-vergangenen Jahre. Eine Lünette gibt es hier nur in virtueller Form: Ein Streichen entlang des Touchscreens blättert durch Listen oder scrollt durch lange Dialoge.

Modellübersicht: Galaxy Watch 4 vs Galaxy Watch 3

Modell Galaxy Watch 3 Galaxy Watch 4 Galaxy Watch 4 Classic
Größen 41mm / 45 mm 40 mm / 44 mm 42 mm / 46 mm
Preise (BT) 269 € / 299 € 269 € / 299 € 369 € / 399 €
Preise (LTE) 319 € / 349 € 319 € / 349 € 419 € / 449 €
Speicher 8 GB 16 GB 16 GB

Wer das "Classic"-Design mit mechanischer Lünette bevorzugt, muss bei der Watch 4 gegenüber der Watch 3 eine Preissteigerung um 100 Euro in Kauf nehmen – oder sogar mehr. Denn schließlich ist die Watch 3 bereits für deutlich unterhalb der UVP zu haben. Außerdem gibt es die Galaxy Watch 3 auch in einer Titan-Version. Es ist aber gut möglich, dass Samsung diese zu einem späteren Zeitpunkt noch für seine Watch 4 Classic vorstellen wird.

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Die Galaxy Watch 4 verzichtet auf die Lünette – und erinnert an die Galaxy Watch Active 2 von 2019. / © NextPit

Betriebssystem: Wear OS ersetzt Tizen

Auch wenn der neue Software-Unterbau der vermutlich größte Unterschied zwischen der Galaxy Watch 4 (Classic) und der Watch 3 ist: Für den Nutzer macht er sich auf den ersten Blick kaum bemerkbar. Samsung hat Wear OS nämlich sein eigenes One-UI-Interface aufgesetzt. Samsung-Fans dürften sich hier schnell zurechtfinden. Auf den zweiten Blick gibt es aber ein paar spannende Neuerungen.

NextPit samsung galaxy watch 4 app drawer
Wear OS bringt einen neuen App-Drawer auf die Galaxy Watch 4. / © NextPit

Apps: Mehr Google, breitere Auswahl mit Wear OS

Die Samsung Galaxy Watch 4 (Classic) hat Zugriff auf den Google Play Store. Habt Ihr eine App auf Eurem Smartphone installiert, für die es eine Wear-OS-Version gibt, dann landet diese automatisch auch auf Eurer Galaxy Watch. Vorinstalliert auf Eurer Watch 4 (Classic) findet Ihr außerdem die typischen Google-Apps, darunter etwa YouTube Music oder Google Maps für die bequeme Navigation am Handgelenk.

Bei Tizen ist die Auswahl eingeschränkter, denn hier seid Ihr auf den Samsung Galaxy Store angewiesen. Jetzt wo das Betriebssystem aber ein Auslaufmodell ist, werden App-Developer künftig auch nicht unbedingt viel Energie in Tizen-Versionen stecken.

Sprachassistenten und Bezahlen: Watch 4 kann Google

Der Umstieg von Tizen auf Wear OS bringt einen großen Vorteil mit sich: Der Google Assistant ist nun nativ an Bord. Zwar konntet Ihr den Google Assistant via Tizen-App auch auf Galaxy Watches mit Tizen bringen, so ganz fehlerfrei wollte das aber nie funktionieren. Das dürfte nun deutlich besser werden.

Auch beim Bezahlen habt Ihr nun mehr Freiheiten. Stand auf der Galaxy Watch 3 nur Samsung Pay zur Verfügung, bietet euch die 4er-Serie auch Google Pay an. Gerade Nutzer von Nicht-Samsung-Smartphones dürfte das freuen: Ihr nutzt vermutlich alle Google Pay, oder?

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Nutzer der Galaxy Watch 3 gucken in die Röhre, was Updates auf Wear OS angeht. / © NextPit

Tizen vs. Wear OS: Kompatibilität und Updates

Ein wichtiger Aspekt, solltet Ihr die günstigere Watch 3 in Erwägung ziehen: Die letztjährige Generation wird kein Update auf Wear OS erhalten. Nie. Samsung verspricht allerdings, die älteren Smartwatches weiterhin mit Sicherheitspatches zu versorgen – voraussichtlich drei Jahre lang.

Weiterer Punkt: Die Galaxy Watch 4 arbeitet im Gegensatz zu ihrer Vorgängerin nicht mit iOS zusammen. Wer also ein iPhone nutzt und sich eine Samsung-Smartwatch kaufen möchte, muss auf die 3er-Generation setzen. Falls das jemand ernsthaft in Erwägung zieht, verratet mir bitte in den Kommentaren, warum.

Hardware: neues SoC, neue Sensoren

Eines vorweg: Die Galaxy Watch 4 und die Galaxy Watch 4 Classic setzen weitgehend auf die gleiche Hardware-Ausstattung. Abgesehen vom oben angesprochenen Design ist die Akkukapazität die einzige Ausnahme. Aber dazu später mehr.

BioActive-Sensor misst Körperfettanteil und mehr

Die Samsung Galaxy Watch 4 (Classic) hat einen neuen Sensor, den Samsung "BioActive" tauft. Herzstück des Sensors sind zwei in den seitlichen Buttons der Uhr integrierte Elektroden. Berührt Ihr diese, kann die Samsung-Smartwatch die Impedanz Eures Oberkörpers messen und dadurch auf die ungefähre Zusammensetzung Eures Körpers schließen.

Am Ende spuckt Euch die Uhr dann Körperfettanteil, Muskelmasse, Wassergehalt & Co. aus. Nachdem diese Werte nur für den Oberkörper erfasst werden, hängt die Genauigkeit davon ab, wie nah Eure persönliche genetisch bedingte Verteilung der Fettreserven an der Norm ist. Einen Trend zu erfassen, ist jedoch auch ohne medizinische Genauigkeit möglich.

NextPit samsung galaxy watch 4 bioactive sensor
So sieht es aus, wenn Ihr bei der Galaxy Watch 4 Eure Körperzusammensetzung messt. / © NextPit

Schlaf-Monitoring mit Schnarch-Rekorder

Wie so ziemlich jede Smartwatch – und auch die Galaxy Watch 3 – erfasst die Watch 4 (Classic) Euren Schlaf. Neu ist dabei allerdings eine kontinuierliche SpO2-Messung, die beispielsweise zur Diagnose von nächtlichen Atemaussetzern hilfreich ist. Außerdem hat die Watch-4-Serie eine Schnarch-Erkennung und zeichnet Euer nächtliches Gesäge auf Wunsch sogar auf.

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Mit der Galaxy Watch 4 könnt Ihr Eure nächtlichen Konzerte aufzeichnen. / © NextPit

SoC & Akku: Mehr Laufzeit dank 5nm-SoC?

Die Akkulaufzeit war einer der großen Kritikpunkte der Galaxy Watch 3 – wer die Uhr wirklich intensiv nutzt, muss sie täglich laden. Das sind wir von Smartphones zwar gewohnt. Doch eine Smartwatch möchte man ja auch Nachts fürs Schlaftracking nutzen. Man braucht also tagsüber einen "Ladeslot".

Grund zur Hoffnung für die Watch 4 gab der Exynos W920. Das im 5-nm-Verfahren gefertigte SoC hat einen extra-stromsparenden Cortex-M55, der im Standby-Betrieb die zwei stärkeren A55-Kerne ablöst. Gebracht hat es offenbar nicht viel. Wir Ihr in der nachfolgenden Tabelle seht, sind weder die Akkukapazitäten signifikant gewachsen, noch hat sich die Effizienz durch Wear OS und das neue SoC verbessert – eher im Gegenteil.

Akku: Galaxy Watch 4 vs Galaxy Watch 3

Modell Watch 3 Watch 3 Watch 4 (Classic) Watch 4 (Classic)
Größe 41 mm 45 mm 40 / 42 mm 44 / 46 mm
Kapazität 247 mAh 330 mAh 247 mAh 361 mAh
Laufzeit lt. Hersteller 43 h 40 h

Wie bei den Koreanern typisch, gibt es leider auch kein besonders schnelles Laden. Es dauert laut Samsung rund 30 Minuten, um Energie für 10 Stunden Betrieb in den Akku zu pumpen. Smartwatches von Fitbit, Garmin, Huawei & Co. schaffen mit einer Akkuladung gerne auch mal eine Woche. Samsung, hier habt Ihr noch Arbeit vor Euch. 

NextPit samsung galaxy watch 4 colors
Die Watch 4 gibt es in verschiedenen Größen. Das Klassik-Modell ist etwas größer und bietet eine mechanische Lünette.! / © NextPit

Display: Mehr Auflösung, mehr geil?

Die neuen Watch-4-Modelle haben leicht verbesserte Displays erhalten. Zwar kommen hier nach wie vor AMOLED-Panel zum Einsatz, doch die Auflösungen haben sich leicht gesteigert. In der Praxis dürfte dies bestenfalls beim größeren Modell auffallen. Eine leichte Verbesserung gibt's beim Glas über dem Display: Hier kommt nun Gorilla Glass DX+ zum Einsatz – bei der Watch 3 war es noch das "normale" DX.

Alle technischen Daten der Watch 4, Watch 4 Classic und Watch 4 seht Ihr in der folgenden Tabelle.

Technische Daten: Galaxy Watch 4 (Classic) vs Watch 3

Modell Galaxy Watch 3 Galaxy Watch 4 Galaxy Watch 4 Classic
Größen 41mm / 45 mm 40 mm / 44 mm 42 mm / 46 mm
Abmessungen 41mm: 41,0 x 42,5 x 11,3 mm
45mm: 45,0 x 46,2 x 11,1 mm
40mm: 40,4 x 39,3 x 9,8 mm
44mm: 44,4 x 43,3 x 9,8 mm

42mm: 41,5 x 41,5 x 11,2 mm
46mm: 45,5 x 45,5 x 11,0 mm

Gewicht 41mm: 48 g
45mm: 53 g
40mm: 26 g
44mm: 30 g
42mm: 47 g
46mm: 52 g
Display 41mm: 1.2" (360×360)
45mm: 1.4" (360×360)
40mm: 1.19" (396×396)
44mm: 1.36" (450×450)
42mm: 1.19" (396×396)
46mm: 1.36" (450×450)
Prozessor Exynos 9110 (10 nm) Exynos W920 (5 nm)
Speicher 8 GB ROM / 1 GB RAM 16 GB ROM / 1,5 GB RAM
Betriebssystem Tizen OS 5.5 One UI Watch 3.0 (Wear OS)
Akku 41mm: 247 mAh
45mm: 340 mAh
40mm: 247 mAh
44mm: 361 mAh
42mm: 247 mAh
46mm: 361 mAh

Erwähnenswert ist hier, dass alle Modelle nach den Schutznormen IP68  und MIL-STD-810G gegen das Eindringen von Staub und Wasser geschützt. Allerdings ist hier wie immer Vorsicht geboten. Zwar gibt Samsung einen Wasserschutz bis 5 ATM und damit theoretisch bis zu einer Tauchtiefe von 50 Metern an. Allerdings können etwa beim Springen ins Wasser bereits an der Oberfläche höhere Partialdrücke auftreten und Wasser ins Gehäuse eindringen.

Außerdem gemein ist allen Modellen GPS, WLAN, Bluetooth 5.0, NFC und wahlweise eine Bluetooth- oder eine LTE-Version. An Sensoren bieten alle Modelle Pulssensor, EKG, Barometer, Gyroskop sowie Beschleunigungs- und Umgebungslichtsensor.

AndroidPIT Samsung Galaxy Watch Active2 Outdoor
So sieht die Galaxy Watch Active 2 aus, die Vorgängerin der Galaxy Watch 4. / © NextPit

Ausblick

Die Galaxy Watch 4 (Classic) bietet auf dem Papier ein spannendes Gesamtpaket – und hat uns beim ersten Wrist-On auch gut gefallen. Ob die Smartwatch in der Praxis überzeugt und sich zu einer klaren Kaufempfehlung gegenüber der Galaxy Watch 3 durchsetzen kann, wird der ausführliche Test zeigen. Insbesondere bei der Akkulaufzeit wird sich die Watch 4 beweisen müssen.

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4 Kommentare

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  • Olaf vor 1 Monat Link zum Kommentar

    Der Aussage mit dem Abschalten des AoD sowie der Funktion des Armdrehens zur Akkuschonung kann ich mich nach einigen Jahren mit Samsung-Smartwatches anschließen. Ebenso der, das es auch mich ohnehin genervt hat, dass jede Armbewegung das Display einschaltete.

    Unabhängig davon war es mit zwischenzeitlich ebenso genutzten Huawei-Watches natürlich dennoch ernüchternd, wenn man stetig mit nur anderthalb bis zweieinhalb Tagen Laufzeit vorlieb nehmen musste, aber daran habe ich mich mittlerweile gewöhnt und auch mein Ladeverhalten entsprechend angepasst.

    Insgesamt finde ich die neue 4er-Reihe durchaus ansprechend und tendiere mit meiner aktuellen Watch 3 tatsächlich zur normalen Version statt zur Classic, da mir das schlichte und schlankere Design durchaus zusagt.

    Aufgrund des Samsung-typisch zu erwartenden Wertverlustes eilt es für mich aber nicht und ich werde noch eine Weile die Watch 3 nutzen, da ich mit der zufrieden bin. Dass ich a) schnarche und b) ein paar Kilo weniger nicht tragisch wären, weiß ich auch ohne die neuen Sensorfunktionen. Mein Sensor heißt Ehefrau.😄 Und so gilt wohl einmal mehr: kommt Zeit, kommt Ersparnis.


  • Thorsten Klein vor 1 Monat Link zum Kommentar

    Ich hatte eine Uhr mit WearOS, absolut unbrauchbar. Wenn man sie nicht benutzt hat war der Akku okay, wenn ich Benachrichtigungen an hatte war nach 6 Stunden der Akku leer! Dazu kommt daß die App de was konnten alle Geld gekostet haben! Nie wieder!


    • macmercy vor 1 Monat Link zum Kommentar

      Habe eine Fossil Gen. 5 - die hatte anfangs diese Probleme auch. Größter Stromfresser war das 'Allways-On-Display' sowie das 'Aktivieren per Handbewegung'. Da es mich sowieso nachts genervt hat, wenn die Uhr ansprang wenn ich den Arm bewegt habe, war es kein Verlust für mich, die Funktion zu deaktivieren. Siehe da: 20-24h waren plötzlich kein Problem mehr. Benachrichtigungen haben vorher schon wenig am Akku gesaugt.
      Also: Helligkeit auf 40%, dunkles und einfaches Ziffernblatt, 'Allways-On-Display' sowie das 'Aktivieren per Handbewegung' abschalten - und auch die älteren WearOS Uhren halten wesentlich länger durch. Grundsätzlich sollte man auch überlegen, ob es Sinn macht, alle Apps auch auf die Uhr zu installieren. Es reicht meist, nur die Benachrichtigungen von der Handy-App auf die Uhr zu spiegeln. Sonst kann es passieren, dass ungewollte Effekte entstehen: Nachrichten werden doppelt angezeigt etc. Hatte ich u.a. mit Toralarm und dummerweise wurde dann z.B. nur angezeigt: Neuer Spielstand bei Bayern - Dortmund (mit Logos). Dann musste man klicken und nach dem Ergebnis scrollen. Hatte ich aber nur die Bebachrichtigung von der App auf dem Handy an die Uhr gespiegelt, kam z.B. direkt: Bayern 1 - Dortmund 1

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