Facebook-Mitarbeiter: Schwindende Moral ist kein Kündigungsgrund

Facebook-Mitarbeiter: Schwindende Moral ist kein Kündigungsgrund

Facebook gilt aktuell als Quelle vieler Unruhen und Falschinformationen, die durch mangelnde Kontrollinstanzen im berühmten Sozialen Medium entstehen. Facebook verändert die Welt und ein beträchtlicher Teil seiner Mitarbeiter findet: Nicht gerade positiv.

Diese Erkenntnis ist für Facebook vielleicht das problematischste Ergebnis der aktuellen Mitarbeiterumfrage, an der laut Fossbytes 49.000 Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen des Unternehmens teilnahmen. Zwar sind Facebooks Zweifler in den eigenen Reihen noch nicht ganz in der Mehrheit, die Ergebnisse zeigen jedoch einen deutlichen Trend. Denn im Vergleich zur letzten Umfrage im März 2020 ist die Zahl der positiven Stimmen um 23 Prozent gefallen.

Fast jeder Zweite meldet Zweifel an

In der Frage geht es darum, ob Facebook einen positiven Einfluss auf die Welt habe. In den letzten Monaten sprachen sich bereits einige ehemalige Mitarbeiter offen und ausführlich gegen das Unternehmen aus. Ashok Chandwaney kritisierte in einem offenen Schreiben beispielsweise, dass Facebook aus Hass Profit schlage. Genauer gesagt geht es darum, dass Facebooks Richtlinien die Verbreitung Falschinformationen und Hassrede zu wenig eindämmen. Initialpunkt für die Kritik war Zuckerbergs Entscheidung, einen Kommentar Donald Trumps zu strikten Maßnahmen gegen die Proteste im Zuge der Black-Lives-Matter-Bewegung zu löschen. Der (ehemalige?) US-amerikanische Präsident äußerte die Phrase "When the looting starts, the shooting starts", ein Satz der laut NPR während Protesten in Florida 1967, damals äußerte ihn der Polizeichef Walter Headley, zu Unruhen führte.

Die Zeichen, die (ehemalige) Facebook-Mitarbeiter in den letzten Monaten setzten, scheinen also deutlich an der Moral der bestehenden Mitarbeiter gekratzt zu haben. Die schwindende Moral ist für die Facebook-Zweifler aber offenbar kein Grund, das Unternehmen zu verlassen. So berichtet Buzzfeed, dass 69 Prozent der Befragten in Facebook noch immer einen guten Arbeitsplatz sehen. Trotzdem reagiert Facebook auf die Kritik an den eigenen Richtlinien.

Facebook verbannt QAnon und zieht Richtlinien zum Teil an

Denn wie NBC News schreibt, sperrte Facebook Anfang Oktober alle Accounts der Gruppierung QAnon, die nach rechtsextremen Verschwörungstheorien handelt und dabei einem anonymen Informanten folgt. Mit zusätzlichen Sperrungen, inzwischen auch von Beiträgen Donald Trumps, scheint Facebook zu versuchen, die Einschläge in seine Reputation noch ein wenig abzumildern. Ob das Unternehmen die Moral seiner Mitarbeiter damit noch einmal rumreißen kann, zeigt sich voraussichtlich im März zur nächsten Umfrage in eigenen Reihen.

Auch die Frage, ob der Paradigmenwechsel die Nutzerzahlen Facebooks retten kann, bleibt spannend. Denn die Zahlen der aktiven Nutzer sind seit einiger Zeit rückläufig. Und das, obwohl viele Menschen Facebook immer mehr als Alternative zu etablierten Nachrichtenmagazinen und Informationsquellen sehen. Wie steht Ihr zu Facebook und seinem Einfluss auf die Welt? Lasst uns in den Kommentaren darüber reden!

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8 Kommentare

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  • „ Facebook gilt aktuell als Quelle vieler Unruhen und Falschinformationen, “

    Was die Corona-Krise betrifft stimme ich voll zu. Der perfekte Ort um Angst und Panik zu verbreiten.

    Peter


  • Nice. Und wenn wir "normalen" Bürger nichts mehr arbeiten, werden wir sofort gekündigt... Das nenn ich mal Gleichberechtigung - NICHT...


  • Wenn ich mir ansehe, wie viel Hass und Hetze über Facebook betrieben wird, wie viele Angriffe persönlich und
    unterhalb der Gürtellinie sind, hält sich der positive Einfluss
    Facebook's doch m. E. sehr in Grenzen.


    • C. F.
      • Blogger
      vor 2 Wochen Link zum Kommentar

      Tja, unter dem Deckmantel der Anonymität ist das leider leicht möglich...

      H G


      • Ja C. F., wenn man aber die Entwicklung des demokratischen Verständnis und der Meinungsfreiheit in Deutschland sieht, sind Facebook und Anonymität wichtig. Wenn sich der Innenminister vor die Kamera stellt und sagt, alle die sich in der AfD engagieren sollen aus dem öffentlichen Dienst entfernt werden, weiß ich wie es um unsere Demokratie bestellt ist. Man kann zu der Truppe stehen wie man will, aber die sitzen in allen Landtagen und stellen die größte Opposition im Bundestag. In freien, geheimen Wahlen gewählt. Und warum die Linksextremen von "die Linke", die von Systemänderung und Erschießung der Reichen auf ihrer Strategiekonferenz dieses Jahr in Kassel rumsponnen, absolut in Ordnung sind, erschließt sich auch nur dem ÖR. Nein, Facebook und Anonymität ist wichtig in einem Staat, der immer mehr alle, auch durch Repressalien, auf Linie bringen will.

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