Wahlkampf: Twitter verbietet politische Werbung, Facebook gibt Contra

Wahlkampf: Twitter verbietet politische Werbung, Facebook gibt Contra

Bei Twitter ist politische Werbung ab sofort verboten. Das betrifft keine Wahlkampf-Tweets oder Statements von Politikern an sich – allerdings die gekaufte Reichweite solcher Inhalte. Ein radikaler Schritt, den Twitter-CEO Jack Dorsey ausführlich begründet. Facebook-Check Mark Zuckerberg findet politische Werbung jedoch essentiell wichtig, er pocht auf Redefreiheit.

2020 wird in den USA wieder zum Wahlkampfjahr. Schon die letzten Wahlen zeigten die Macht der sozialen Netzwerke im Wahlkampf – wurden sie möglicherweise sogar dort (mit)gewonnen. Dieser Macht sind sich die Betreiber von Facebook und Twitter bewusst. Ob man dem Einhalt gebieten sollte – da gehen die Meinungen auseinander.

Twitter verbietet politische Werbung

Twitter-CEO Jack Dorsey verkündete in mehreren Tweets, dass seine Plattform ab sofort keine politische Werbung mehr zulasse. Nicht falsch verstehen: Dabei geht es nicht um Zensur, sondern um politisch werbende Inhalte, die mit Geldeinsatz zu einer größeren Reichweite gelangen. Sprich: Der mit dem meisten Geld soll nicht mehr die größte Reichweite generieren, sondern der mit den besten und relevantesten Inhalten. So beginnt Dorsey auch sein Plädoyer: Die Verbreitung einer politischen Botschaft sollte nicht gekauft, sondern verdient werden. Werbung sei wichtig, aber eben für kommerzielle Anbieter gedacht und nicht für politische Meinungen.

Facebook hält dagegen

Mit ähnlichen und gleichen Problemen sieht sich auch Facebook konfrontiert. Für Mark Zuckerberg allerdings kein Grund, auch ähnlich zu handeln. Für den Facebook-Gründer und -CEO steht die Redefreiheit über allem. Dazu sei es nicht Aufgabe und Recht von privaten Unternehmen – wie zum Beispiel Facebook – politische Inhalte zu zensieren. Unabhängig davon beschäftige man weltweit mittlerweile 35.000 Menschen, die an der internen Sicherheit arbeiteten und schädliche Inhalte im Zweifel löschen würden. Der Aufwand hierfür ginge jährlich in die Milliarden. Tendenz weiter steigend.

Politische Werbung finanziell unbedeutend

Weiterhin verteidigte Zuckerberg die Facebook-Strategie damit, das Problem kleiner zu machen, als es scheint: So erwarte man für das US-Wahljahr 2020 weniger 0,5 Prozent Umsatzanteil aus politischer Werbung.

Auch Twitter dürfte das Werbeverbot für politische Inhalte finanziell nicht zu stark treffen: Laut einem Bericht betrug der Twitter-Umsatz aus politisch motivierter, bezahlter Werbung im vergangenen Jahr weniger als 3 Millionen US-Dollar.

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3 Kommentare

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  •   38
    Gelöschter Account 31.10.2019 Link zum Kommentar

    Dann müsste DT´s Twitter-Account stillgelegt werden, denn was er dort von sich gibt, ist 2/3 gelogen oder geschönt, 1/3 einfach nur Unsinn und Selbstbeweihräucherung.
    Dass Facebook sich die Werbemilliarden nicht entgehen lässt, ist für dieses Unternehmen selbstverständlich, schließlich hat FB bedeutend zur Polarisierung von Menschen im In- und Ausland beigetragen, was sich dann noch mehr in barer Münze niederschlägt. Oder hat irgendjemand dort Anstand erwartet? So blauäugig wird doch niemand sein.

    Ob die Einnahmen im Zeitalter DT so gering wie früher bleiben, wage ich zu bezweifeln


    • Was DT von sich gibt, muss man aber nicht lesen. Oder andersherum: wer es lesen will, der folgt ihm. Mit politischer Werbung hat das wenig zu tun...


  •   54
    Gelöschter Account 31.10.2019 Link zum Kommentar

    Hm, sagt hier FB wir nehmen weiterhin Geld für Reichweite (falls das dort überhaupt geht?) und Twitter eben nicht? Die Aussage von FB ist schwammiger laut eurem Artikel.

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