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Warum wir Hardware nur noch mieten sollten

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© Shutterstock

Als Kollege David neulich seine Zuneigung zum Abo-Modell gestand, wollte ich am liebsten direkt unter dem Artikel antworten. Stattdessen entsteht nun ein eigenständiger Kommentar, da das Thema doch größer wurde: Ich finde, wir sollten sämtliche Tech-Produkte mieten können. Hier erkläre ich, wie ich auf die Idee komme. Vielleicht stimmt Ihr mir sogar zu.

Schauen wir uns die Tech-Produkte der Gegenwart an. Ob WLAN-Lautsprecher, Bluetooth-Kopfhörer, smarte Lampen oder Smartphones: Alle versprechen großartigen Mehrwert, kosten aber auch entsprechend viel Geld. Kaum ist ein Gerät smart, wird es um Größenordnungen teurer als sein vermeintlich dummer Vorgänger. Doch diese Smartness hängt ganz von dem Wohlwollen des Herstellers ab; das in etlichen Fällen gar nicht existiert.

Osram gab diese Woche bekannt, seine smarten Lightify-Leuchten per Server-Abschaltung wieder dumm zu machen (Golem berichtete). So genannte Smart-TVs bekommen in der Regel zwei Jahre nach Markteinführung keine Software-Updates mehr und verblöden ebenfalls (David Pierce kommentiert im WSJ, Paywall). Sonos wollte alte Lautsprecher nicht mehr mit Updates versorgen und geriet in die Kritik (wir haben berichtet).

Ich kann verstehen, dass für Geräte-Hersteller die Wartung der Software alter und neuer Produkte viel Aufwand bedeutet und dieser nicht für immer wirtschaftlich ist. Ich kann aber nicht verstehen, dass sie dies nicht von Anfang an klar kommunizieren. Daher freue ich mich, dass immer mehr Organisationen beim Gesetzgeber diesbezüglich Druck machen.

Florian Stößel, Referent im Team Recht und Handel des Verbraucherzentrale-Bundesverbandes erklärt uns dazu:

"Generell müssen smarte Geräte so lange halten, wie das vom Verbraucher berechtigterweise erwartet wird – ihre Lebensdauer darf nicht auf der Software-Ebene künstlich verkürzt werden. Zumindest muss von vorneherein klar sein, wie lange ein Gerät, das ich im Handel erwerbe, mindestens noch mit Updates versorgt wird."

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Was, wenn smarte Geräte wegen Vernachlässigung verblöden? / © NextPit

Verkauft uns nichts, das wir gar nicht kaufen können

Der Haken an dem bisherigen Geschäftsmodell mit smarter Hardware ist, dass wir die Produkte kaufen, aber gar nicht richtig besitzen können. Denn würde ich ein Smartphone wirklich besitzen, könnte ich ein beliebiges Betriebssystem (auch normales Linux) aufspielen oder den Akku austauschen, ohne meine Ansprüche auf Gewährleistung zu verwirken.

Louis Rossmann erklärt auf YouTube, dass wir Verbraucher einst all diese Rechte hatten, die Industrie sie uns aber peu à peu nahm. Einst lagen Computern und Fernseh-Apparaten umfangreiche Schaltpläne bei, damit wir sie im Zweifelsfall selbst mit preiswerten Standard-Ersatzteilen reparieren konnten. Heute weiß nicht einmal die Regulierungsbehörde, was im Innern eines Smartphone-Chipsatzes vorgeht.

Das Ärgerliche bei der Sache ist, dass Hersteller sich das exklusive Wartungsrecht für ihre Produkte gesichert haben. Kommt Tag X, gibt es keine Ersatzteile (etwa für das gesprungene Display) und keine Software-Updates mehr. Will der Käufer die Funktionalität weiter genießen, muss er das Produkt durch ein neues ersetzen.

Warum habe ich das Produkt dann überhaupt gekauft?

Wenn wir also ohnehin in regelmäßigen Abständen das Gerät ersetzen müssen, warum haben wir es dann überhaupt erst gekauft? Beziehungsweise, warum wurde es uns verkauft? Hätte man es uns stattdessen nicht einfach vermieten können?

Denn schaue ich mir die aktuellen Praktiken bezüglich Ersatzteile und Software an, wäre diese Form der Verwertung die ehrlichere. Wenn mir ein Hersteller auch nach dem Kauf noch Vorschriften macht, wie ich das Gerät zu benutzen habe, dann hat er es mir nicht verkauft sondern nur die vorübergehende Nutzung erlaubt.

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Manche Technikprodukte werden fast ausschließlich gemietet. / © NextPit

Zwei Fliegen mit einer Klappe

Der Clou an der Miet-Lösung wäre, dass Nutzer nicht nur in regelmäßigen Abständen (also eigentlich wie jetzt auch) neue Geräte bekommen. Hersteller hätten so auch die Probleme mit Legacy-Hardware gelöst. Da Miet-Kunden im Durchschnitt deutlich jüngere Hardware haben, gestaltet sich die Versorgung mit aktueller Software übersichtlicher.

Die Logistik von Reparaturen könnte auch vereinfacht werden: Kunden erhalten unverzüglich ein (vielleicht gebrauchtes) Ersatz-Gerät und das defekte Modell kann an zentraler Stelle repariert werden.

Vor allem verbessert sich die Situation beim Elektroschrott. Denn bisher landen viele alte Elektrogeräte nicht fachgerecht bei der Abgabestelle, sondern im Hausmüll – oder sie verstauben in Schubladen. Mietsysteme animieren Nutzer, Produkte zum Hersteller zurückzusenden. Der wiederum ist dazu animiert, möglichst viele Teile und Wertstoffe weiterzuverwenden oder zurückzugewinnen.

Das gibt es doch schon

Blicken wir in deutsche Stuben, sehen wir dutzende Beispiele. Set-Top-Boxen und Router werden schon jetzt in großen Stückzahlen nach dem oben beschriebenen Modell vermietet. Der holländische Fahrrad-Vermieter Swapfiets holt das Modell auf unsere schmaler werdenden Radwege. E-Scooter würde ohne die Miet-Systeme fast niemand fahren (dasselbe gilt dank WeShare wahrscheinlich auch für den e-Golf).

Portale wie Grover oder Fonlos holen das Modell in die Technikwelt. Doch noch sind sie eine Nische. Könnt Ihr Euch vorstellen, dass sich ihre Modelle durchsetzen? Oder haltet Ihr die Liebe zum Besitz – oder zur Illusion davon – für stärker?

Eric Ferrari-Herrmann

Eric Ferrari-Herrmann

Eric ist seit 2014 bei AndroidPIT. Seine alte Tech-Leidenschaft wird allmählich unterwandert von der Liebe zu mehr Nachhaltigkeit, Privatsphäre und dem Wunsch nach einer Zukunft für alle.

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Top-Kommentare der Community

  • Michael K. 11.03.2020

    Ich halte Mietmodelle nicht für geeignet, künstlicher Obsoleszenz oder fehlenden Updates entgegenzuwirken.
    Die Hersteller müssten und würden ihre bisherigen Verkaufsumsätze über die Mieten realisieren, das würde die Kosten für die Nutzer nur erhöhen, und am Ende würden ihm die Geräte noch nicht mal gehören.
    In der Industrie sind Leasingmodelle zwar weit verbreitet, aber i.d.R. teurer als die Anschaffung der Geräte es wäre. Der Aufpreis ist hier durch den Service, die Geräte kurzfristig im Defektfall wieder verfügbar zu haben, gerechtfertigt. Die Geräte sind hier auch Investitionsgüter, die ihre Kosten idealer Weise mehr als wieder hereinholen, was bei den Konsumgütern der Privatkäufer nicht gegeben ist.
    Der Privatkunden kann in so einem Fall auf sein Altgerät zurückgreifen, was aber nicht ginge, wenn er das im Rahmen eines Leasingvertrages oder noch bescheuerterer Pfandregelungen zurückgeben müsste.
    Die Chance für eine kundenfreundlichere Regelung wäre im Rahmen der Vereinheitlichung des europäischen Verbraucherschutzes durchaus gegeben gewesen:
    Sechs bis zehn Jahre Gewährleistung ohne Beweislast-Spielchen, und Sicherheitslücken sind dabei natürlich Sachmängel.
    Andere Länder wie Finnland waren da wesentlich weiter, aber leider hat die industriefreundliche deutsche Delegation hierbei eher als Bremser fungiert.
    Geräte mit einer wesentlich längeren unbeschränkten gesetzlichen Gewährleistung wären vermutlich auch teurer, aber sie wären leichter zu reparieren, von vornherein qualitativ hochwertiger und würden während der Gewährleistung mit Updates versorgt. Das wäre nach meinem Dafürhalten besser, als nur mehr für etwas zu bezahlen, was einem am Ende noch nicht mal gehört.

  •   42
    Gelöschter Account 12.03.2020

    Miete wäre gerade bei Handys, Tablets und ähnlichem der Supergau. Wer solches Zeug vermietet geht gegenüber dem Mieter Verpflichtungen ein was Verfügbarkeit, Aktualität etc. angeht. Außerdem muss er den Gegenstand am Ende zurücknehmen, was macht er mit den Dingern die keine Updates mehr bekommen? Ergo muss das Gerät sich während der Mietdauer bezahlt machen. Die Mietdauer wäre entsprechend kurz und der Mülldurchsatz würde sich erhöhen, Geräte die noch funktionstüchtig sind würden massenweise verschrottet. Genau wie bei diesen unsäglichen E-Scootern. Der Nutzer hätte höhere Osten und wäre öfter gezwungen, seine Daten auf das nächste Gerät zu bringen, womit ein nicht geringer Teil schon überfordert ist, Geht mal nicht von den Fertigkeiten aus, die die AP Leser haben, ich kenne genug Leute die mich zu Hilfe rufen wenn sie eine neue Sim Karte aktivieren wollen. Für Firmen sieht das evt. anders aus, bei uns wird gemietet aber wenn ich höre was ein IPhone SE oder ein IPad im Monat an Miete kostet frage ich mich wer das so eingerichtet hat. Freilich gibt es Dinge die man gut mieten kann, Fahrräder gehören für mich dazu, aber eigentlich würde ich es für mich nur teurer machen. Am Ende zahle ich noch drauf weil der Mietgegenstand bei Rückgabe nicht den Vorgaben des Vermieters entspricht, wie z.B. bei Autoleasing.

  • René H. 11.03.2020

    Miete ist ganz schlecht für die Umwelt. Und bei meinem Fernseher interessieren mich Updates nicht, ich schaue nur TV-Sender.

48 Kommentare

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  • bpo 15.03.2020 Link zum Kommentar

    Also dass Mieten in Sachen Elektroschrott besser sein soll, Ist doch ein Witz, oder?
    Längere Produktzyklen mit Recht auf Reparatur sind die bessere Alternative. Der Ressourcenverbrauch ist bei Mietmodellen einfach zu hoch!


  • Casparjones 13.03.2020 Link zum Kommentar

    Aktuell ist mieten vermutlich nur für Firmen interessant, weil die Kosten von den Steuern abgesetzt werden können. Privat müsste sich aber an den Mietpreise was ändern. Die Miete aktueller Modelle ist so gestaffelt, dass man in ein bis zwei Jahren die selben kosten hat als würde man direkt selbst kaufen. Wenn das günstiger werden würde wäre es eine Alternative zum kaufen. Alle hier denken direkt an den selbst gebastelten PC, aber beim Smartphone, wo man selbst nichts mehr austauschen bzw reparieren kann und nicht Mal groß die Möglichkeit hat die Software aktuell zu halten. Custom Roms helfen beim Smartphone, aber sowas gibt es halt nicht überall.


  •   77
    Gelöschter Account 13.03.2020 Link zum Kommentar

    Schwachsinn..... Mehr gibt's nichts dazu zu sagen


  • BuddyHoli 13.03.2020 Link zum Kommentar

    Hardware mieten mag in bestimmten Lebensbereichen (Baufahrzeuge, Autos, usw.) vielleicht Sinn machen. Aber ich behaupte jetzt einfach mal, dass ich mir niemals in meinem Leben ein Stück Hardware mieten werde, dass meiner Unterhaltung dient. NIEMALS. Warum? Weil´s einfach Blödsinn ist.

    Wenn ich mir den Spaß mache und ein beliebiges Prospekt eines Elektronik-Händlers (oder inzwischen auch Discounters) ansehe, dann kommt mir sofort in den Blick, das ich heute schon für 800 Euro einen 60" Fernseher bekomme. Einen 3D-BR-Player für 100 (und sogar einen richtigen guten) und dann vielleicht noch ein Home-Speaker-System (wenn man es denn braucht) fürn paar Hundert. Wenn mein BR-Player nach 2 Jahren keine Updates mehr bekommt.. ja und? BRs laufen dennoch ohne Probleme. Ja ich weiß, manchmal gibt es so BRs, die Features nutzen, die eine bestimmte Software erfordern... aber meine Güte, dann guck ich eben auf nem anderen Player, PC, Notebook, Playstation oder was weiß ich. Beim Fernseher ähnlich. Ein Fernseher soll Bild und Ton wiedergeben. Ja, es gibt haufenweise smarte Apps und ich habe auch nen Smart TV. Aber genutzt habe ich das ehrlich gesagt noch nie. Denn für "smarte" Features nutze ich fire oder ne Android TV Box und die kann ich updaten.
    Dazu kommt halt eben auch, dass Hardware mieten einfach nur dumm ist. Ich habe jedenfalls keine Lust, für etwas zu haften, was durch eine möglicherweise eingebaute Sollbruchstelle (Thema CPU&GPU-Platzierung bei Flatscreens) kaputt ging. Ok, ne Versicherung könnte inklusive sein, aber dann wiederum bezahle ich auch dafür, wenn es nicht kaputt geht.
    Nenene, ich kauf mir genau die Hardware, die ich will. Die ganzen Abomodelle, ganz egal in welchem Bereich, sind letztlich nichts anderes als nahezu unüberblickbare Kostenfallen. Wir haben das kapiert. Die Amis zahlen all das mit ihrer Kreditkarte. Geld, was man nicht sieht, kann man ja auch nicht vermissen^^


    • Michael K. 13.03.2020 Link zum Kommentar

      Im Wesentlichen stimme ich Dir zu. In einem Punkt liegst Du allerdings falsch. Geht eine Mietsache durch normale Nutzung defekt (grobe Fahrlässigkeit ist davon allerdings ausgenommen), so musst nicht Du für den Schaden gerade stehen, sondern es ist Sache des Vermieters, Dir zeitnah ein neues Gerät zur Verfügung zu stellen, denn Du zahlst für die Nutzung, nicht für den Besitz, und die ist bei einem defekten Gerät nicht gegeben.
      Ein Fallenlassen des Gerätes könnte von Vermieter allerdings bereits als schadensersatzpflichtige "grobe Fahrlässigkeit" gesehen werden, was aber nicht automatisch heisst, dass ein Gericht das genauso sehen muss.
      Gerade die Auslagerung des nötigen Service ist es, was Leasing für Unternehmen häufig interessant macht.
      Der ist natürlich in der Miete eingepreist, aber Unternehmen können die als Betriebskosten steuerlich absetzen, was bei Privatpersonen nur bei überwiegend beruflicher Nutzung (teilweise) möglich sein dürfte.


      • BuddyHoli 16.03.2020 Link zum Kommentar

        das mag derzeit so sein. Aber besonders, wenn ein Mietgeschäfts das übliche Modell bleibt, wird es Regelungen geben müssen, die den Verbraucher schützen. Was das Modell an sich aber nicht attraktiver macht aus meiner Sicht... ich will nicht mieten. Alles mieten bedeutet ja auch, dass man sich enteignet. Und ich hab auch keine Lust, am Ende eines jenen Monats für jeden Mist die Mietkosten im Auge zu haben.


  • BlackShadow74 13.03.2020 Link zum Kommentar

    Ich halte nichts vom Technik Mieten bei Rollern oder E Autos mag das vielleicht gut sein. Aber wenn ich bedenke bei Smartphones oder TV würde ich durch Miete draufzahlen. Mein Hisense 4k Smart TV hat mich vor 4 Jahren bei Otto gerade mal 400 Euro gekostet und läuft immer noch selbst Netflix, Amazon Prime, Youtube laufen dadrauf er hat Wlan 5Ghz selbst DVD T 2 hat er usw. Wenn ich jetzt bedenke ich hätte den Gemieteten und würde Monatlich 10 Euro dafür zahlen würde ich mittlerweile draufzahlen. Genauso bei meinem Samsung Galaxy Note 3 es ist auch schon in die Jahre gekommen funktioniert aber immer noch einwandfrei und das beste den Akku kann ich jeder Zeit wechseln da er nicht verbaut ist. Durch Mieten hätte ich schon zwangsläufig den TV und auch Das Samsung Galaxy Note 3 austauschen müssen da ich sonst Draufzahlen müsste. So aber gehören mir die Geräte und ich kann sie ohne Weitere Zusatz Kosten außer Strom und ab und zu ein neuen Akku weiter nutzen. Was meinem Geldbeutel schont und die Umwelt. Klar nutze ich das Note 3 nicht mehr als Haupt handy aber als Zweitgerät macht es immer noch alles was es soll.
    Bei meinem PC ist es das gleiche ich baue mir den lieber Selber zusammen als einen PC von der Stange zu Mieten.
    Wie gesagt es gibt Sachen wie E Autos oder Fahrräder Roller usw die beim Mieten Sinnvoll sind, aber wiederum andere Sachen wo es sich nicht lohnt.
    Was zum Beispiel macht man mit einem Gemieteten Smartphone wo einem das Display kaputt geht und man es deswegen nicht mehr löschen kann mit den Daten Fotos usw dadrauf? Will man sowas Ewig weiter zahlen damit keiner an die Daten kommt?


  • Thor217 12.03.2020 Link zum Kommentar

    ich weis nciht, ein Smartphone ioder ein PC, auf dem auch Offline und nciht nur in der Cloud persönliche Daten und Fotos gespeichert sind nur Mieten? Dann müsste man sich angewöhnen diese immer Auf Werkseinstellungen zurück zu setzen bei einem Geräte tausch und zwar mehrfach, damit die Daten auch tatsächlich nicht wieder hergestellt werden können.
    Das würde viele Normal-Nutzer überfordern, wenn dann doch mal was vergessen wird und die Daten irgendwie im Web landen ist dann aber das Geschrei groß. Daher bin ich eher für das Kaufen.
    Bei uns in der Firma werden alte Festplatten mit dem Hammer behandelt um sie zu zerstörten, bei Mietobjekten ginge das nicht, aber Geräte die einem Selbst gehören kann man dann einfach kaputt machen damit die Daten auch sicher weg sind.


  •   54
    Gelöschter Account 12.03.2020 Link zum Kommentar

    Ich verstehe den Ansatz des Kommentares von Eric in diesem Artikel vollkommen und auch den Hintergrund, für Umwelt und Mensch etwas zu verbessern nur zweifle ich schwer daran, dass die Industrie dies so umsetzen würde. Hier müsste der Staat die gesetzlichen Voraussetzungen schaffen, da der aber von Lobbyisten unterwandert ist, kann man das ruhig vergessen .... Wo ist der Coronavirus, wenn man ihn mal braucht (für die Lobbyisten)? :)


  • BartBart 12.03.2020 Link zum Kommentar

    Mieten ist auf lange Dauer gesehen teurer als Kaufen.

    Marcus J.Gelöschter Account


    •   77
      Gelöschter Account 12.03.2020 Link zum Kommentar

      Und was ich Miete darf ich nicht kaputt machen. Das ist schon ärgerlich.


  •   42
    Gelöschter Account 12.03.2020 Link zum Kommentar

    Miete wäre gerade bei Handys, Tablets und ähnlichem der Supergau. Wer solches Zeug vermietet geht gegenüber dem Mieter Verpflichtungen ein was Verfügbarkeit, Aktualität etc. angeht. Außerdem muss er den Gegenstand am Ende zurücknehmen, was macht er mit den Dingern die keine Updates mehr bekommen? Ergo muss das Gerät sich während der Mietdauer bezahlt machen. Die Mietdauer wäre entsprechend kurz und der Mülldurchsatz würde sich erhöhen, Geräte die noch funktionstüchtig sind würden massenweise verschrottet. Genau wie bei diesen unsäglichen E-Scootern. Der Nutzer hätte höhere Osten und wäre öfter gezwungen, seine Daten auf das nächste Gerät zu bringen, womit ein nicht geringer Teil schon überfordert ist, Geht mal nicht von den Fertigkeiten aus, die die AP Leser haben, ich kenne genug Leute die mich zu Hilfe rufen wenn sie eine neue Sim Karte aktivieren wollen. Für Firmen sieht das evt. anders aus, bei uns wird gemietet aber wenn ich höre was ein IPhone SE oder ein IPad im Monat an Miete kostet frage ich mich wer das so eingerichtet hat. Freilich gibt es Dinge die man gut mieten kann, Fahrräder gehören für mich dazu, aber eigentlich würde ich es für mich nur teurer machen. Am Ende zahle ich noch drauf weil der Mietgegenstand bei Rückgabe nicht den Vorgaben des Vermieters entspricht, wie z.B. bei Autoleasing.


  • Benjamin 11.03.2020 Link zum Kommentar

    Prinzipiell bin ich gegen das Mieten von Geräten den was ich mir kaufe gehört auch mir mieten finde ich nur sinnvoll wenn jemand weiß er hat das Gerät nicht lange!


  • Xatogan 11.03.2020 Link zum Kommentar

    Mal überlegen. Also es wird unter anderem Kritisiert, dass man selber nichts mehr austauschen kann, und das einer der Gründe ist seine gesamte Technik zu mieten. Allein die Aussage, dass man seine gesamte Technik deswegen mieten sollte ist dann Blödsinn. Das Technische Gerät im das ich am meisten Investiert habe ist mein selbst zusammengebauter Desktop PC. Und wenn da etwas defekt ist, kann ich das sehr wohl extrem einfach austauschen ohne die Garantie zu verlieren. Die GPU ist durchgebrannt ? Kein Problem. Die anderen Teile haben immer noch Garantie, wenn ich die Austausche. Deshalb macht die Aussage, die gesamte Technik zu mieten keinen Sinn. Und ich brauche sowieso nicht andauernd ein neues Smartphone. Ich nutze es halt so lange bis es kaputt geht. Und da ist eh 24 Monate Garantie drauf. Es wäre wirklich nur günstiger bis wenn man es sehr kurz nutzen würde. Ich benutze zum Beispiel Boxen zum Musik hören die über 20 Jahre alt sind. Klingen immer noch super und sind nicht kaputt gegangen. Wie viel ich da für die Miete mehr gezahlt hätte will ich mit gar nicht ausrechnen.


    • Thomas M. 11.03.2020 Link zum Kommentar

      Nicht ganz falsch, soweit es die Gewährleistung angeht. Der Autor dieses Artikels hat aber zum Beispiel auch Swapfiets angesprochen: Ich nutze dieses Angebot selbst. Und da ist eben der Vorteil, dass das Fahrrad auch dann ohne Zusatzkosten repariert bzw ausgetauscht wird, wenn das Teil durch einen (natürlich NICHT beabsichtigten) Fehler/Unfall austauschbedüftig ist. Sollte natürlich immer die Ausnahme bleiben.
      Das selbst gekaufte Gerät dürfte ich natürlich auch mit voller Absicht gegen die Wand fahren, muss dann aber das neue Ersatzgerät auch halt voll selbst zahlen.
      Für einige Sachen halte ich dieses Modell also für durchaus sinnvoll und nachhaltig.


  • Tim 11.03.2020 Link zum Kommentar

    Also die Option, die ganze Hardware mieten zu können, fände ich super. Aber generell nur noch Mieten - davon wäre ich kein Fan. Gerade bei Produkten wie Smartphones, TVs und Co. ist man mit Mieten nach 1-2 Jahren oftmals DEUTLICH teurer dabei, als mit einem Direktkauf und gerade sowas wie Fernseher, Kopfhörer etc. nutzt man durchaus auch mal länger als 2 Jahre - bezahlt beim Mieten aber schon ab 1-2 Jahren nur noch drauf. Für meinen Fernseher hätte ich mittlerweile gemietet wahrscheinlich das insgesamt 5-fache gegenüber dem gezahlt, was ich damals hingelegt habe.
    Also die Option wäre wie gesagt super, aber ein (in)direkter Zwang nicht.

    Ich muss aber auch sagen, ich wäre mir mit dem Blick auf Nachhaltigkeit gar nicht mal so sicher, ob das nicht eine grauenhafte Idee ist. Sieht an ja bestens an den Wegwerf-Rollern mit einer Lebensdauer von teilweise nur einigen Wochen.
    Wenn man alles nur noch mietet, geht man am Ende evtl. sorgloser um oder ersetzt es wesentlich schneller. Und was ist mit der Gebrauchtware dann? Sie kann ja nicht einfach als "Neu" weitervermietet werden, sondern muss jedes mal geprüft und evtl. repariert werden.
    Am Ende wechseln die Leute durch das Mieten evtl. nach nur 2-3 Monaten das Smartphone, statt nach 2-3 Jahren... Keine tolle Idee ehrlich gesagt.


    • Thomas M. 11.03.2020 Link zum Kommentar

      In Bezug auf die Nachhaltigkeit wäre ich mir da gar nicht mal SO sicher. Gut, ich bin eine andere Generation, und habe noch Werte wie Respekt vor der Arbeit anderer vermittelt bekommen.
      Aber wenn die vielgeschimpfte Jugend von heute für etwas ja dauernd kritisiert wird, dann ist es ja gerade deswegen, weil es angeblich immer das neueste Smartphone etc bei ihnen sein soll/muss. Wenn dieses also regelmäßig gegen ein neueres Modell ausgetauscht würde UND sich gleichzeitig die Hersteller verpflichten würden (oder werden würden), die ausgetauschten Modelle zu recyclen... Ich bin nun kein Handyhersteller, aber ich könnte mir vorstellen, dass im Vorgängermodell durchaus ein nennenswerter Anteil an seltenen Erden oder sonstigen Materialien steckt, die man wiederverwenden könnte. Z.B. die Objektive der Kameras, gut man müsste die Kamerasoftware umschreiben. Aber warum sollte man die Kameras des Samsung S10+Ultra oder wie sie alle heißen nicht auch im Mittelklasse-Gerät des A70 vom gleichenHersteller wiederverwenden können?? Die Dinger müssen ja nicht als neu, sondern nur als refurbished beworben werden. Sprich, Du mietest zwar den Golf 2019, hast aber den Luxus-Dacia 2020 mit zumindest der Kamera vom Samsung Note 9 drin. Oder sowas in der Art.
      Ich nutze jedenfalls immer die letzten 3 Generationen meiner Handys gleichzeitig, das älteste nur noch offline als Backup, das neueste als Dayly-Driver und auf dem mittleren sind dann Apps ausgelagert wie TAN-Generator, die auch nur bei aktueller Nutzung mit VPN in abgesicherten Netzen benutzt werden, wobei die Banking-App auf dem anderen Gerät läuft. Und ein paar andere ebenso


  • rolli.k 11.03.2020 Link zum Kommentar

    Ich habe Spotify und Netflix "gemietet" , mehr wird es definitiv nicht werden.


  •   56
    Gelöschter Account 11.03.2020 Link zum Kommentar

    Und wenn man dann mietet, darf nicht die kleinste Gebrauchsspur nach der Mietdauer zu sehen sein, sonst gibt's saftige Abzüge. Bei bspw. Serverkomponenten mag das gehen, bei tragbaren Produkten ist das aber absurd.
    Kenne ich von der Arbeit, wenn die Notebooks oder Monitore zurückgehen. Da frage ich mich immer, ob Kaufen nicht billiger gewesen wäre. Aber das wird an anderer Stelle entschieden.


    • Eric Ferrari-Herrmann 11.03.2020 Link zum Kommentar

      Das derzeitige Wegwerf-Design könnte sich in einem Miet-System natürlich nicht lange halten. Geräte würden deutlich robuster und leichter zu reparieren sein.


      • René H. 11.03.2020 Link zum Kommentar

        Wenn die Hersteller auf Mietgeräte umsteigen würden wären die Geräte deutlich länger haltbar und würden auch länger mit Updates versorgt. Dann verdienen die Hersteller ihr Geld mit der Gerätemiete. Je länger die Geräte in Gebrauch sind umso mehr verdienen sie daran. Das könnte aber auch zur Folge haben, dass die Hersteller weniger Lust haben in die Entwicklung zu investieren. Ob sich das am Ende rechnen würde?


      • Michael K. 11.03.2020 Link zum Kommentar

        Da bin ich mir keineswegs sicher. E-Roller halten als Mietgeräte oft nur wenige Monate, so wurde es jedenfalls auf diesen Seiten kommuniziert. Wenn ein Mietroller in dieser Zeit seine Anschaffungskosten und einen Gewinn eingefahren hat, dann hat das Geschäftsmodell funktioniert, und es gibt keinen Grund es zu ändern, ausser noch mehr Profit. Der wird aber u.U. gar nicht gemacht, weil schnelles Entsorgen billiger ist als personalintensive Wartung. Dass Mietroller eben nicht für jahrelange Nutzung ausgelegt sind, spricht eher für als gegen diese Annahme.


      • René H. 12.03.2020 Link zum Kommentar

        Bei Unterhaltungselektronik sieht das aber vielleicht anders aus. Wenn jemand nie kündigt zahlt er in zehn Jahren immernoch für ein Gerät welches er heute kauft (vorausgesetzt es läuft dann noch). 😉


  • Philbo 11.03.2020 Link zum Kommentar

    Ich denke, das wird mit der Zeit zu teuer. Man sieht ja hin und wieder Beispiele bei Media Markt und Co., wo man die neusten Smartphones mieten kann. Aber diesen Betrag X muss man ja monatlich erstmal zur Verfügung haben. Wenn ich meherer Gerät mieten will, kommt da ganz sicher eine ordentliche Summe zusammen. Wenn man es selbst kauft, dann spart man doch in der Regel so lange, bis man es sich leisten kann. Oder das Ganze müsste dann auch wie im Abomodell funktionieren und monatlich kündbar sein. Und ich persönlich besitze die Geräte lieber selber und will nichts abgelegtes bekommen oder die ganze Zeit mit dem Gedanken leben, dass ich damit theoretisch nicht machen kann, was ich will, da es ja nicht mir gehört.


    • Eric Ferrari-Herrmann 11.03.2020 Link zum Kommentar

      Inwieweit gehört dir denn etwas? Schon einmal versucht, inoffizielle Firmware auf einen Smart TV zu installieren, damit er nach Support-Ende noch Updates bekommt? Oder schon einmal versucht, einen e-Bike-Akku von einem preiswerten Drittanbieter zu finden?


      • Philbo 11.03.2020 Link zum Kommentar

        Nein habe ich (noch) nicht, da mich diese Bereiche nicht tangieren. Mein Smartphone gehört mir, wenn ich es selbst kaufe, zumindest meiner Ansicht nach. Und ich beschäftige mich vor dem Kauf mit solchen Dingen, wie Support. Bei Android habe ich immer noch die Möglichkeit zu rooten und eine CustomROM zu flashen.

        Zu Smart-TV und E-bike möchte ich mich nicht äußer, da ich hier noch keine Erfahrungen gemacht hat.


      • Tim 11.03.2020 Link zum Kommentar

        Naja aber trotzdem gehört das Gerät mir. Mir wird das Gerät ja nicht weggenommen, sobald der Support vorbei ist. Gleiches bei einer nötigen Reparatur. Die Produkte gehören trotzdem mir.
        Mit der Herangehensweise würde dir quasi nie etwas - also wirklich GAR NICHTS - gehören. Klamotten, Nahrungsmittel, Transportmittel, Grundstück, gar nichts.


      • René H. 11.03.2020 Link zum Kommentar

        Nahrungsmittel zur Miete? Dann zahlst Du ja noch wenn Du sie längst ausges***n hast. 😁


      • Michael K. 11.03.2020 Link zum Kommentar

        Ich kann immerhin versuchen, eine inoffizielle Firmware zu installieren, bei einem Mietgerät ist schon der Versuch technischer Änderungen i.d.R. untersagt, und kann bei Misslingen als Sachbeschädigung gewertet werden.
        Wenn ich Eigentum an einem Gerät erwerbe, dann so wie es ist und unter den Zusagen, die der Hersteller bezüglich Support macht. Wenn der Hersteller keine Zusagen bezüglich Support macht, und ich weiß beim Kauf, dass eigene Firmware nicht installiert werden kann, dann kauf ich das Gerät eben unter diesen Bedingungen, dazu zwingt mich aber niemand, ich kann es auch lassen. Dazu schränken mich gesetzliche und regulatorische Vorgaben ein. Eine Firmware, die das Gerät zum Funkstörer werden ließe, wäre ohnehin nicht zulässig und könnte zu dessen Beschlagnahme führen. Im Müll darf es auch nicht entsorgt werden, aber das schränkt die Eigentumsrechte nicht ein. Ich kann es solange verwenden wie ich will, zweckbestimmt oder zweckentfremdet, ich kann es verleihen oder verkaufen oder verschenken. Das geht alles mit Mietgeräten nicht, hier bin ich an die Nutzungsbeschränkungen des Vermieters gebunden. Beim Kauf kann ich auf die zugesicherten Eigenschaften pochen. Dazu gehört normalerweise nicht das Aufspielen eigener Firmware, aber auch nicht, dass ich Wäsche damit waschen kann.


      • René H. 11.03.2020 Link zum Kommentar

        <<< ich kann es solange verwenden wie ich will >>>
        Und Du kannst es auch behalten solange Du willst, selbst wenn es längst nicht mehr funktioniert. Nur auf den Hof darfst Du es nicht werfen wenn es dadurch zur Umweltverschmutzung kommt.


      • Tim 11.03.2020 Link zum Kommentar

        Habe nirgends von Nahrungsmitteln zur Miete geschrieben, sondern dass einem mit der Herangehensweise überhaupt nichts gehören würde - inkl. dem gekauften Essen etc.


      • Phone Fan 12.03.2020 Link zum Kommentar

        richtig - weil wir sowieso nur Gäste auf der Erde sind - und wenn wir gehen kann sich keiner was mitnehmen


      • Eric Ferrari-Herrmann 12.03.2020 Link zum Kommentar

        "versuchen, eine inoffizielle Firmware zu installieren" Es würde natürlich – aber das wäre ein separater Artikel – dazugehören, dass sich parallel zu den Miet-Geräten echte Kauf-Geräte etablieren. Also welche mit offnene Schaltplänen, Freiheit bezüglich Software und Co. Ich will nur diese Fake-Besitz-Geräte, wie wir sie jetzt "kaufen" können, vom Markt verschwunden sehen. Wenn ich "kaufe", will ich besitzen und bestimmen können. Und das ist derzeit nicht der Fall. Stell dir vor, du kaufst ein Auto, darfst aber nur als Beifahrer mitfahren. So ist die Situation gerade bei Technik-Produkten.


      • BuddyHoli 13.03.2020 Link zum Kommentar

        Naja, aber der Zyklus, bis zu welchem Zeitpunkt ein Gerät mit neuer Software versorgt wird, ist ja nicht zwangsweise herstellergesteuert. Besonders Geräte, die mit Android oder iOS laufen, haben da den Nachteil, dass der eigentliche Markt für Android, also Smartphones und Tablets, technisch immer größeren Ansprüchen gerecht werden, weswegen das Betriebssystem selbst auch immer schwerer wird. Das wiederum hat dann zur Folge, dass ältere Hardware den Support verliert. Und das ist sicher noch drastischer bei Hardware, die eh schon unter Kostendruck montiert wurde und dann schon die nächste OS-Version nicht überlebt.
        @Eric... die Hardware funktioniert ja weiter... den Besitz an der Software erwirbst Du ja nicht. Du nutzt Sie nur.


  • Karsten K. 11.03.2020 Link zum Kommentar

    Im Endeffekt müssen Hersteller länger ein Update-Garantie aussprechen. Nämlich über die Lebensdauer.

    Frage: was sollen die Hersteller oder Vermieter mit ihrem alten Mist machen? Verklappen oder nach Afrika? ;-)


    • Michael K. 11.03.2020 Link zum Kommentar

      Ordentlich im Lande recyclen. Dazu sind sie im Prinzip schon jetzt verpflichtet (das Recyclen kann allerdings auch im Ausland stattfinden, ist dort aber leider nicht immer "ordentlich"), und selbst wenn das Recycling noch nicht wirtschaftlich lohnend ist, ist es beim Kauf schon eingepreist.


    • Eric Ferrari-Herrmann 11.03.2020 Link zum Kommentar

      Wenn ein Hersteller mit einem Altgerät nichts anzufangen weiß, hat er es von vorn herein schlecht konzipiert.


  • Matthias Wolf 11.03.2020 Link zum Kommentar

    Eine Welt, in welcher wir die meisten Produkte mieten statt tauschen? Schreckliche Welt für Verbraucher, schreckliche Welt für die Natur, großartig für Konzerne.

    Der E-Scooter kann hier gerne als geeignetes Beispiel dienen: meiner ist seit zwei Jahren im Einsatz und funktioniert tadellos. Miete ich ab jetzt für zwei Jahre ständig einen Scooter, zahle ich nicht nur deutlich mehr, sondern schade der Umwelt noch weitaus mehr, da Miet-Scooter oftmals nach wenigen Monaten bereits ausgedient haben.


  • Michael K. 11.03.2020 Link zum Kommentar

    Ich halte Mietmodelle nicht für geeignet, künstlicher Obsoleszenz oder fehlenden Updates entgegenzuwirken.
    Die Hersteller müssten und würden ihre bisherigen Verkaufsumsätze über die Mieten realisieren, das würde die Kosten für die Nutzer nur erhöhen, und am Ende würden ihm die Geräte noch nicht mal gehören.
    In der Industrie sind Leasingmodelle zwar weit verbreitet, aber i.d.R. teurer als die Anschaffung der Geräte es wäre. Der Aufpreis ist hier durch den Service, die Geräte kurzfristig im Defektfall wieder verfügbar zu haben, gerechtfertigt. Die Geräte sind hier auch Investitionsgüter, die ihre Kosten idealer Weise mehr als wieder hereinholen, was bei den Konsumgütern der Privatkäufer nicht gegeben ist.
    Der Privatkunden kann in so einem Fall auf sein Altgerät zurückgreifen, was aber nicht ginge, wenn er das im Rahmen eines Leasingvertrages oder noch bescheuerterer Pfandregelungen zurückgeben müsste.
    Die Chance für eine kundenfreundlichere Regelung wäre im Rahmen der Vereinheitlichung des europäischen Verbraucherschutzes durchaus gegeben gewesen:
    Sechs bis zehn Jahre Gewährleistung ohne Beweislast-Spielchen, und Sicherheitslücken sind dabei natürlich Sachmängel.
    Andere Länder wie Finnland waren da wesentlich weiter, aber leider hat die industriefreundliche deutsche Delegation hierbei eher als Bremser fungiert.
    Geräte mit einer wesentlich längeren unbeschränkten gesetzlichen Gewährleistung wären vermutlich auch teurer, aber sie wären leichter zu reparieren, von vornherein qualitativ hochwertiger und würden während der Gewährleistung mit Updates versorgt. Das wäre nach meinem Dafürhalten besser, als nur mehr für etwas zu bezahlen, was einem am Ende noch nicht mal gehört.


    • Eric Ferrari-Herrmann 11.03.2020 Link zum Kommentar

      „und am Ende würden ihm die Geräte noch nicht mal gehören” mein Punkt war, dass uns die Technik-Produkte in ihrer bisherigen Machart von vorn herein nicht „gehören”. Ich habe als User doch Null Mitspracherecht, was für eine Software auf den Dingern läuft. Und wenn der Hersteller den Hahn zudreht bei Software und Ersatzteilen, kriminalisiert er rückwirkend Versuche, die Wartung selbst durchzuführen. Was „besitze” ich denn da bitteschön?


      • Michael K. 11.03.2020 Link zum Kommentar

        Das habe ich etwas weiter oben erläutert.
        ( https://www.androidpit.de/warum-wir-hardware-nur-noch-mieten-sollten?c=2788146#comment2788146 )
        Aber statt die Hersteller zu kritisieren, die sich natürlich in erster Linie für ihre Gewinne interessieren und nicht für die Interessen der Kunden oder der Umwelt, sehe ich hier den Gesetzgeber in der Pflicht und beim Versagen. Der Gesetzgeber hat weit reichende regulatorische Möglichkeiten um Verbraucher- und Umweltinteressen zu schützen, macht aber viel zu zaghaft Gebrauch davon. Beim Standbyverbrauch hat er gezeigt, dass er weiß wie das geht, aber warum sind verdongelte Tintenpatronen und Tonerkatuschen zulässig, warum setzt sich der Gesetzgeber nicht für Verbraucherinteressen, aber auch die von Drittherstellern ein? Selbst die Umwelt würde profitieren, wenn ein voll funktionsfähiger Drucker nicht entsorgt werden müsste, weil Ersatzpatronen teurer sind als ein neues Gerät.
        Die Politik könnte das regeln, aber sie hat kein Interesse daran, genauso wie an Wechselakkus, obwohl auch die ein zahnloses Elektro G eigentlich fordert.
        Miete ist nur ein Geschäftsmodell, das keinen Zwang zu mehr Verbraucherfreundlichkeit oder Nachhaltigkeit beinhaltet.
        Wenn der Vermieter, das muss nicht der Hersteller selber sein, seine Investitionen innerhalb einer Nutzungszeit von z.B. zwei Jahren wieder einnimmt, muss er absolut gar nichts ändern und der Verbraucher hat nicht nur keinen Vorteil, sonder nur alle Nachteile, die mit Miete verbunden sind.

        Gelöschter Account


  • Jörg W. 11.03.2020 Link zum Kommentar

    Und wenn das Gerät nach der Mietzeit zurückgeht wird jedes Kratzerchen mir in Rechnung gestellt kennt man ja vom leasen beim KFZ .


  • René H. 11.03.2020 Link zum Kommentar

    Miete ist ganz schlecht für die Umwelt. Und bei meinem Fernseher interessieren mich Updates nicht, ich schaue nur TV-Sender.


    • Michael K. 11.03.2020 Link zum Kommentar

      Ausserdem kann man einen Smart-TV mit veralteter Software vom Internetzugang trennen, und mit einem wesentlich günstigeren neuen Streamingreceiver weiter nutzen.

      Gelöschter AccountTim


  • Alexander W. 11.03.2020 Link zum Kommentar

    Das doofe ist, Miete ist in 2 Jahren teurer als kaufen und ich nutz es eigentlich viel länger. Mach nicht mit alles ständig neu zu kaufen, ist auch zu teuer und bei miete erst recht. Beim TV nehm ich ein Fire TV Stick zum Beispiel und da können die mir das Smartgelumpe meinetwegen eh weglassen. Weil alle X Jahre den Stick zu ersetzen ist günstiger als ständig sinnlos ein TV. Was so manche treiben sollte eher bestraft werden als geplante Obsolenz, also wenn Gerät geplant kaputt geht. Für die Umwelt ist das auch nicht gut... Sollen die meinetwegen für das Update nach 3 Jahren für einen gewissen Preis anbieten... Dann kommt auch Geld rein, Hardware wird nicht sinnlos weggeschmissen...


  •   77
    Gelöschter Account 11.03.2020 Link zum Kommentar

    Nee danke. Wenn ich die monatliche Miete hochgerechnet auf 2 Jahre für ein iPhone vergleiche mit dem einmaligen Kaufpreis dann komme ich mit der Miete teurer weg.


  •   36
    Gelöschter Account 11.03.2020 Link zum Kommentar

    Ganz schwierig.

    Wie ist die Miete kalkuliert? Mein letztes MacBook Air funktionierte 7 Jahre lang tadellos. Wenn es auf 4 Jahre kalkuliert ist, wird es für mich ein Verlustgeschäft.

    Smarte Lampen: Wir haben über 40 Leuchtmittel und Schalter von Philips Hue. Wenn ich die plötzlich alle austauschen muss, weil es der Mietvertrag so will – auweia! Alles neu konfigurieren und die Szenen neu einstellen? Nein, danke!

    Fernseher: Der Hersteller wird wohl kaum nach zwei Jahren das Gerät tauschen, weil er keine Firmware mehr aktualisieren will. Da zieht er sich lieber den Unmut einiger Kunden zu und lässt alles, wie es ist. Ist auch besser für die Umwelt.

    Kurzum, das funktioniert nicht. Software mieten ist praktisch. Geräte mieten ist nicht praktikabel.


    • Tim 11.03.2020 Link zum Kommentar

      Sehe ich auch so. Ich habe 2012 für meinen Samsung-TV knapp 600€ hingelegt - ist bis heute für mich ausreichend und wurde kürzlich mittels 25€ Fire TV Stick wieder zu einem richtigen "Smart" TV.
      Hätte ich das Ding gemietet und müsste bspw. monatlich 20€ dafür hinlegen, wäre ich mittlerweile bei einem Kostenpunkt von knapp 2000€ - gegenüber 625€.

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