WhatsApp-Chef über Pegasus: "Das betrifft uns alle" – stimmt Ihr ihm zu?

WhatsApp-Chef über Pegasus: "Das betrifft uns alle" – stimmt Ihr ihm zu?

Enthüllungen über die Überwachungssoftware Pegasus haben gezeigt, dass etliche Staaten die Handys von Journalisten, Menschenrechtlern und Politikern mit der Software überwachten. WhatsApp-Chef Will Cathcart sieht darin ein Problem, das uns alle betrifft. Stimmt Ihr ihm zu oder seht Ihr Euren eigenen Datenschutz dadurch nicht gefährdet?

Die Überwachungssoftware Pegasus wurde von mehreren Staaten dazu eingesetzt, Handys in eine Art Spionagegerät zu verwandeln. Ist ein Handy mit Pegasus kompromittiert worden, erlangt der Hersteller NSO Group Zugriff auf die Kamera, den genauen Standort dank GPS und erhält sogar einen Live-Feed des Mikrofons. Möglich ist das sowohl unter Android als auch unter iOS.

Verwendet wurde Pegasus vor allem zur Überwachung von Journalisten, Menschenrechtlern und Politikern. Vor dem Eindruck, dass dies lediglich ein Sicherheitsproblem auf staatlicher Ebene ist, warnte WhatsApp-Chef Will Cathcart nun in einem Interview mit dem Guardian.

"Das betrifft uns alle"

Wie die FAZ schreibt, bezeichnet Cathcart die Enthüllungen rund um Pegasus als Weckruf. So seien "Mobiltelefone [ ... ] entweder für jeden sicher oder [ ... ] nicht für jeden sicher." Spannend ist dabei, dass WhatsApp dem Unternehmen NSO schon im Jahr 2019 vorgeworfen habe, Regierungsbeamte auszuspionieren. Die neusten Enthüllungen sind erst im Juli 2021 veröffentlicht worden.

Während sich die NSO Group inzwischen gerichtlich gegen die Vorwürfe wehrt, möchte ich eine kurze Umfrage zu dem Thema starten. Denn der Chef des beliebten Messengers warnt in gewisser Maßen davor, Ereignisse wie die Enthüllungen rund um Pegasus nur auf Journalisten und Politiker zu beziehen und sich selbst in Sicherheit zu wiegen.

Cathcart äußerte diesbezüglich, dass wenn ein derartiger Eingriff in den Datenschutz "Journalisten auf der ganzen Welt betrifft, wenn das Verteidiger von Menschenrechten auf der ganzen Welt betrifft, dann betrifft das uns alle."

Umfrage: Betrifft uns das wirklich alle?

Wie steht Ihr dazu? Findet Ihr es in gewisser Weise "normal" oder gar notwendig, dass Staaten Trojaner dazu einsetzen, sich gegenseitig oder bestimmte Personen auszuspionieren? Schließlich könnte man in den Enthüllungen rund um Pegasus auch schlichtweg ein neues Werkzeug sehen, welches das "Verwanzen" und Überwachen von Personen bequem durch das Smartphone ersetzt.

Oder stimmt Ihr Cathcart in seiner Auslegung der Vorfälle als Weckruf zu? Sind die Enthüllungen rund um Pegasus also ein Zeichen dafür, dass sich etwas bei der Sicherheit unserer Mobiltelefone grundlegend ändern muss? Stimmt hierfür gerne in der nachfolgenden Umfrage ab:

Beunruhigen Euch die Enthüllungen rund um Pegasus?
Ergebnisse anzeigen

Der Kommentarbereich ist natürlich ab sofort für rege Diskussionen rund um das Thema geöffnet. Interessiert Euch das Thema Pegasus oder ist es bloß ein weiterer Datenschutz-Skandal? Wie findet Ihr es, das gerade der Chef von WhatsApp darin einen Weckruf sieht? Lasst uns darüber diskutieren!

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Top-Kommentare der Community

  • San Blarnoi vor 1 Monat

    Na, dann denk das einfach mal weiter :)
    Meinst du, die NSO hat die einzigen Entwickler auf der Welt, die so eine Software herstellen können?
    Eben, die "bösen" verfügen ohne weiteres über ausreichend Wissen und Resourcen, um sowas oder besseres anzufertigen.
    Wenn du denen also das Leben schwer machen willst, dann musst du damit anfangen, das "Horten" von Sicherheitslücken zu verbieten, denn ohne die kann das Produkt der "bösen" offensichtlich weniger Schaden anrichten :)

    > steht es doch jedem frei die zur Verfügung stehende Kommunikationstechnik
    > nicht zu nutzen oder das Land zu verlassen.
    Das geht aber nur so lange, bis diese passive Haltung dazu geführt hat, das man nirgends mehr hin kann, weil ausbleibende Kritik jede Regierung dazu verführt hat, jeden großflächig zu überwachen...
    Damit hast du es dann den "bösen" inwiefern möglichst schwer gemacht?

11 Kommentare

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  • Oliver Osranek vor 1 Monat Link zum Kommentar

    Wenn ihr Angst habt ausspioniert zu werden und kein Vertrauen mehr in unsere, deutsche Regierung habt, steht es doch jedem frei die zur Verfügung stehende Kommunikationstechnik nicht zu nutzen oder das Land zu verlassen.
    Der Staatstrojaner darf nicht einfach Mal so von irgendeinem Beamten nach seinem gut Dünken eingesetzt werden. Und ja, es richtet sich im Wesentlichen gegen kriminelle Organisationen die nämlich ihrerseits die aktuelle Kommunikationstechniken nutzen um unentdeckt zu bleiben. Was habt ihr denn für konstruktive Vorschläge, wie man solche Organisationen bekämpfen soll?
    Wenn ich immer wieder lesen das die Elite (Regierungen und Reiche) das alles tun um uns zu kontrollieren muss ich immer lachen. Das geht viel billiger und nennt sich Brot und Spiele? In der heutigen Zeit: Fast Food und Fernseh! Da muss man nicht Milliarden verpulvert um alles zu kontrollieren. Diese Gelder wissen diese Herrschaften besser zu nutzen als sinnlose Massenspionage...

    Also ein klares Ja, es geht uns alle an, denn ich will kriminellen Organen das Leben so schwer wir möglich machen!


    • San Blarnoi vor 1 Monat Link zum Kommentar

      Na, dann denk das einfach mal weiter :)
      Meinst du, die NSO hat die einzigen Entwickler auf der Welt, die so eine Software herstellen können?
      Eben, die "bösen" verfügen ohne weiteres über ausreichend Wissen und Resourcen, um sowas oder besseres anzufertigen.
      Wenn du denen also das Leben schwer machen willst, dann musst du damit anfangen, das "Horten" von Sicherheitslücken zu verbieten, denn ohne die kann das Produkt der "bösen" offensichtlich weniger Schaden anrichten :)

      > steht es doch jedem frei die zur Verfügung stehende Kommunikationstechnik
      > nicht zu nutzen oder das Land zu verlassen.
      Das geht aber nur so lange, bis diese passive Haltung dazu geführt hat, das man nirgends mehr hin kann, weil ausbleibende Kritik jede Regierung dazu verführt hat, jeden großflächig zu überwachen...
      Damit hast du es dann den "bösen" inwiefern möglichst schwer gemacht?


    • Michael K. vor 1 Monat Link zum Kommentar

      Vielleicht bist Du ja auch nur etwas naiv und hast Dich nicht hinreichend mit der Materie beschäftigt.
      Der in Teilen vom Bundesrat gestoppte Gesetzentwurf zum Staatstrojaner sollte vom Grenzschutz auch ohne konkreten Anlass und ohne Anfangsverdacht eingesetzt werden können. Für mich ist das ziemlich gleichbedeutend mit "willkürlich" . Aber auch der durchgewunken Teil, der dem Verfassungsschutz weit reichende Einsatzmöglichkeiten zubilligt, weckt bei Providern und Experten erhebliche Bedenken. Auch Autokratien argumentieren, ihre Bürger überwachen zu müssen, um Kriminalität und Terrorismus vorzubeugen. Das machen sie in ihrem Sinn auch, nur dass Opposition zur Regierung in manchen dieser Länder eben schon Kriminalität oder sogar Terrorismus ist. Die Bekämpfung von Kriminalität und Terrorismus oder staatsgefährdenden Elementen ist natürlich gerechtfertigt, aber sie darf eben nicht die Werte kanabalisieren, die sie schützen soll. Dazu gehört auch das Recht auf Schutz der Privatsphäre und der eigenen Daten.
      Wo die Abwägung bei solchen Interessenskonflikten zu treffen ist, ist in einer Demokratie letztlich Sache der wahlberechtigten Bürger. Misstrauen und Argwohn der Regierung gegenüber, die schon öfter gezeigt hat, nicht nur hierzulande, dass sie zuweilen nicht stellvertretend den Willen der Wähler Geltung verschafft, sondern eigenen oder anderen Interessen, ist daher nötig und wünschenswert, und absolut kein Grund, zu verlangen, man solle doch auswandern, sondern ein Zeichen, dass man Demokratie verstanden hat.
      Meines Erachtens nach sind die Deutschen diesbezüglich viel zu brav und könnten sich da ein Scheibchen von den Franzosen abschneiden. Die zeigen viel weniger Zurückhaltung, wenn die Regierung nicht in ihrem Sinn handelt.
      Davon abgesehen geht es ja gar nicht in erster Linie um den Bundestrojaner, sondern um Software wie Pegasus, die auch von ausländischen Regierungen eingesetzt werden kann, und wer weiss, von wem noch, der man aber eine Ähnlichkeit zum Bundestrojaner nicht abstreiten kann.


      https://www.heise.de/news/Staatstrojaner-fuer-Geheimdienste-Sehenden-Auges-in-die-Verfassungswidrigkeit-6047874.html


      https://www.heise.de/news/Quellen-TKUe-Bundesrat-stoppt-Bundestrojaner-fuer-die-Bundespolizei-vorerst-6119941.html


      Quelle: heise.de


      • Maximilian HE vor 1 Monat Link zum Kommentar

        Ich stimme Dir so lange zu bis Du von den Franzosen sprichst.
        Es gibt weltweit kein einziges Land dass den Datenschutz so ernst und konservativ definiert und umsetzt wie Deutschland.
        Ich empfinde den Datenschutzwahn der deutschen Gesellschaft sogar als übertrieben.

        Übrigens ist Frankreich absolut nicht mit Deutschland vergleichbar. Die Datenschutzbestimmungen sind Lascher, Gesetzgebungen sind härter und schneller.
        Ein semipräsidentielles System mit einem Präsidenten, der weit mehr Macht verfügt als unsere Bundeskanzlerin und der Bundespräsident zusammen mit unserer parlamentarischen Republik zu vergleichen, ist hanebüchen.

        Was erwartest Du? Dass wir wie die Gelbwestenfreaks durch die Großstädte ziehen und unser Land demolieren? Private Shops, Autos und Häuser anzünden und mit Molotov Cocktails Polizisten beschmeißen?
        Weil abgesehen davon tut die breite Masse an Franzosen nicht mehr und nicht weniger als wir.

        Übrigens darf man auch nicht vergessen dass sowohl das Sozialsystem, als auch die generelle Lebensqualität und Gesundheitsversorgung in Deutschland besser ist als die Französische.

        Du vergleichst hier Äpfel mit Birnen.


      • Michael K. vor 1 Monat Link zum Kommentar

        Die Gelbwesten-Bewegung besteht nicht nur aus Radikalen, die Autos anzünden, das ist eine Minderheit innerhalb der Bewegung. Und bei G20 Gipfeln wie in Hamburg oder Maifeiern in Berlin gab es auch hier schon übelste Ausschreitungen, die ich hier wie dort natürlich verurteile.
        Ich habe schon den Eindruck, dass sich die Franzosen weniger von ihrer Regierung gefallen lassen, und öfter auf die Straße gehen, und das gefällt mir. In anderen Beziehungen wollte ich keinen Vergleich zwischen den beiden Staaten ziehen, weil sie tatsächlich aufgrund ihrer unterschiedlichen Organisation und Geschichte nicht einfach vergleichbar sind. Das französische Sozialstaatssystem gilt aber ebenfalls als vorbildlich, und die Kinderbetreuung funktioniert dort viel besser als hier.
        Misstrauen der Regierung gegenüber halte ich in jeder Demokratie für sinnvoll und auch nicht für negativ, auch wenn das so klingen mag. Jede Form der Kontrolle drückt eine Art von Misstrauen aus. Die Regierung wird in einer Demokratie von der Opposition kontrolliert und gelegentlich auch von den Gerichten und jeder einzelne Bürger kann das auch, und sollte das zumindest, indem er die Regierungsarbeit hinterfragt. Das ist für mich Misstrauen, aber in dem Fall nichts negatives.


      • Maximilian HE vor 1 Monat Link zum Kommentar

        Gut, dann habe ich Deinen Beitrag missverstanden.
        Deinem jetzigen Beitrag stimme ich nämlich soweit zu.

        Liebe Grüße und sorry!


  • Michael K. vor 1 Monat Link zum Kommentar

    Seit den Offenlegungen durch Edward Snowden sollte jedem klar sein, dass Staaten umfangreichste Überwachungsmöglichkeiten haben, und sich selbst auch zu deren beliebigen Einsatz ermächtigen. Pegasus ist diesbezüglich nur eine Fortentwicklung, zwar auf Mobilgeräte beschränkt, aber dafür in der Lage, selbst starke Verschlüsselung zu umgehen, da die Informationen noch vorher direkt an der Quelle abgegriffen werden können, bzw. dort, wo sie schon entschlüsselt sein müssen, um sie verständlich wieder zu geben.
    Pegasus ist zudem viel einfacher zu handhaben, man muss z.B. keine Glasfasern im Meer anzapfen, und dürfte auch viel billiger in Beschaffung und Unterhalt sein.
    Da Pegasus vielleicht ausserordentlich komplex sein mag, aber letztlich auch nur Software mit keinen ungewöhnlichen Infrastrukturanforderungen ist, mag der Zugang zur Originalsoftware zwar beschränkt sein, niemand kann aber sicher sein, dass kriminelle Organisationen, häufig mit bester finanzieller Ausstattung, oder Autokratien ohne offiziellen Zugang, nicht ebenfalls solche Trojaner programmieren lassen können, dass es möglich ist, hat ja Pegasus bewiesen.
    Letztlich ist vernetzte Technik durch solche Möglichkeiten nicht vertraulich, das sollte man bei ihrer Anwendung bedenken.
    So gesehen gebe ich dem WhatsApp-Chef recht: Pegasus steht stellvertretend für eine Problematik, die jeden betreffen kann. Wirklich neu ist diese Erkenntnis aber nicht.


  • Alexvi vor 1 Monat Link zum Kommentar

    Habe mich in die ganze Thematik noch nicht intensiv genug belesen, um eine Meinung zu haben.

    Aber mein erster Eindruck: Wenn Personen in einer Demokratie, Monarchie oder sonst was, abgehört werden, die vermutlich auch noch zur Opposition oder nicht freundlich gestimmten Medien gehören, betrifft am Ende uns alle...


  • Rob Otter vor 1 Monat Link zum Kommentar

    Potentiell, d.h. zukünftig, betrifft uns das sicher alle. Aktuell eher noch nicht, da einerseits - noch, denke ich - die Datenmengen zu groß sind, andererseits, weil die Überwachungslobby noch nicht genügend Kraft hat um das öffentlich akzeptiert durchzusetzen.
    Alles eine Frage der Zeit. An China kann man sich das aber schonmal anschauen.


    • San Blarnoi vor 1 Monat Link zum Kommentar

      Ist das so?
      Wurde der Einsatz des Staatstrojaners (Pegasus ist ja genau das) nicht gerade erst deutlich ausgeweitet? Wo war da die fehlende öffentliche Akzeptanz?
      Du siehst den permanenten Wunsch der Politik nach Hintertüren in verschlüsselter Kommunikation? Wo ist da der Aufschrei der Öffentlichkeit?
      "geht ja nur gegen KiPo", "ich hab ja nichts zu verbergen"...

      Was die Datenmengen angeht: man muss ja nicht tatsächlich jedes Byte von jedem Bürger aufzeichnen, es reicht völlig wenn sich jeder überwacht fühlt und sich darum mit kritischen Äußerungen zurückhält :)


  • René H. vor 1 Monat Link zum Kommentar

    Das Problem ist, dass kein Smartphone sicher ist, und auch nie sicher werden wird. Keine Regierung der Welt wird ein entsprechendes Gesetz verabschieden um sich damit selbst die Überwachungsmöglichkeit zu nehmen.

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