WhatsApp: Einmalnachrichten à la Snapchat sollen Datenschutz retten

WhatsApp: Einmalnachrichten à la Snapchat sollen Datenschutz retten
  • WhatsApp will selbstlöschende Nachrichten einführen
  • Bislang ist das nur für ganze Kontakte aktivierbar
  • Feature soll für mehr Datenschutz sorgen

WhatsApp steht beim Datenschutz unter Druck und möchte neue Funktionen anbieten. Der Vorstoß soll offenbar der wachsenden Nutzerkritik entgegenwirken – und kann auch als Marketingoffensive der Facebook-Tochter verstanden werden. Dabei sind die neuen Features selbst bei WhatsApp nichts wirklich Neues. 

Dass der Messenger WhatsApp bislang nicht sehr viel von Datenschutz gehalten hat, ist nicht erst seit der großen Diskussion zu den neuen Nutzungsbedingungen WhatsApps bekannt. Letztere hatte mindestens für einen deutlichen Imageverlust des Chatdienstes gesorgt. Offenbar sieht man sich bei Facebook beziehungsweise WhatsApp zuletzt gezwungen, das ramponierte Image etwas aufzupolieren. Die Idee: Nachrichten, die sich nach dem Ansehen automatisch selbst löschen.

Diese Funktion kennt man unter anderem vom Chatdienst Snapchat, die ihren Service auf genau dieser Idee aufgebaut haben. WhatsApp bietet aktuell bereits ein Feature für Nachrichten mit Selbstzerstörungs-Timer, diese lässt sich aber nur für ganze Chats aktivieren. 

Die neue Möglichkeit könne unter anderem dann nützlich sein, wenn man Familienmitgliedern beispielsweise ein Passwort zuschicken müsse, so der WhatsApp-Chef Will Cathcart. "Die Menschen wollen insgesamt nicht, dass ihre Nachrichten für immer erhalten bleiben", wird Cathcart bei der Tagesschau zitiert.

Ende-zu-Ende-Verschlüsselung soll erhalten bleiben, keine Konsequenzen für AGB-Verweigerer

Neben den neuen Funktionen soll die Ende-zu-Ende-Verschlüsselung bei WhatsApp nicht aufgeweicht werden. Mit dieser ist die Kommunikation zwischen Sender und Empfänger selbst vor WhatsApp geschützt. Cathcart nutzt diesen Umstand um den Spieß umzudrehen und die Verantwortung weiterzuschieben: "Ich hoffe, dass Regierungen mit der Zeit einsehen, dass die wichtigste Rolle, die sie spielen können, ist, für mehr Sicherheit zu sorgen."

Das Argument hierbei ist, dass einige Regierungen und Behörden gerne die Komplett-Verschlüsselung bei Chat-Diensten aushebeln wollen würden, um bei beispielsweise bei Aufklärung und Prävention von Verbrechen auf die Kommunikation zugreifen zu können.

WhatsApp self destructing messages NextPit
Die Selbstzerstörung könnt Ihr auch jetzt schon aktivieren – allerdings nur für gesamte Chats. / © NextPit

Dass man es bei Facebook genau damit an sich nicht so genau nehmen wollte, sieht Cathcart indes nicht. Im Gegenteil: Der WhatsApp-Chef denkt, das Unternehmen sei falsch verstanden worden und nimmt dabei gleichzeitig auch Schuld auf sich. WhatsApp habe nicht deutlich genug gemacht, was man mit den neuen Nutzungsbedingungen vorhabe. "Es wurde erst klarer, als wir die Verwirrung sahen. Das geht auf unsere Kappe.", so Cathcart. Die angedrohten Einschränkungen bei einer Nichtannahme der neuen Nutzungsbedingungen sind mittlerweile vom Tisch.

Viele Menschen in Deutschland sehen WhatsApp kritisch, wechseln aber den Anbieter nicht

Eine Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Appinio zeigt, dass die Deutschen zwar grundsätzlich besorgt seien, was WhatsApp anbelange, aber nur die wenigsten Konsequenzen daraus ziehen möchten. Rund 85% der Befragten würden sich für WhatsApp entscheiden, müssten sie aus allen Messengern einen wählen. Dagegen würden sich lediglich 18 Prozent für Telegram und nur 10 Prozent für Signal als Messenger entscheiden.

Rund zwei Drittel (68 Prozent) der Befragten sind grundsätzlich besorgt, wie WhatsApp und Facebook mit personenbezogenen Daten umgehen. Aber nur rund 13 Prozent würden auf WhatsApp verzichten wollen. 

Quelle: Tagesschau.de

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7 Kommentare

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  • omi uhr vor 1 Monat Link zum Kommentar

    eins ist sicher, diese daten sind keinem bekannt, nicht einmal mir selber, keiner weiß wie viele pupse mir heute nicht entwichen sind. das nennt man datenschutz.


  • Sebastian vor 1 Monat Link zum Kommentar

    OT zum Thema "Staatstrojaner":
    Im Netz wird gerne Schwarz-Weiß-Malerei betrieben. Aber viele Themen, wie z.B. der im Volksmund genannte "Staatstrojaner" und die damit im Zusammenhang stehende Entschlüsselung von WA-Chats für Ermittlungsbehörden in D, können so nicht diskutiert werden.

    "Wir hätten dieses Unglück verhindern können, aber leider waren die ausschlaggebenden Chats der Täter verschlüsselt." will ebenso wenig jemand in den Nachrichten hören wie die Aussage, dass nun jeder verschlüsselte Chat von Ermittlungsbehörden mitgelesen werden kann.

    Fakt ist, Telefonate und SMS können schon lange mitangehört, bzw. mitgelesen werden. Private Lebensräume dürfen auf Anordnung betreten und durchsucht werden, ohne die betreffende Person darüber informieren zu müssen. Stört aber nicht wirklich jemanden, oder?

    Ja, der Staatstrojaner darf vom Verfassungsschutz seit der neusten Gesetzesänderung ohne richterliche Anordnung eingesetzt werden, wenn bestimmte Bedingungen erfüllt sind. Auch wenn es die Gewaltenteilung in D umgeht, unterliegt diese Maßnahme einer im unmittelbaren Anschluss folgenden Überprüfung durch die zuständige G-10-Kommission (leitet sich ab von Art. 10, GG; auch als Postgeheimnis bekannt).

    Beide Seiten (WA und die Bundesregierung) haben überzeugende Argumente. Man darf allerdings nicht vergessen, dass es hier nicht um Datenschutz á la Google geht oder um das Ausspähen der Bundesbürger zu deren Nachteil. Die Bundesregierung hat ganz andere Ziele und die fokussieren sich auf eine ganze bestimmte und sehr kleine Zielgruppe.


  • C. F.
    • Blogger
    vor 1 Monat Link zum Kommentar


  • Aries vor 1 Monat Link zum Kommentar

    Nebelkerze von WhatsApp und nichts anderes! An den kritisierten Punkten ändern sie nichts. Dafür kommen sie mit etwas neuem um die Ecke und verknüpfen es mit "Datenschutz"

    > keine Konsequenzen für AGB-Verweigerer
    Muss es auch gar nicht geben. Einmal - aus welchen Gründen auch immer - WhatsApp neu installiert und schon hat man den neuen AGB zugestimmt, weil es dann gar keine Wahl gibt. WhatsApp muss also nur abwarten.


  • San Blarnoi vor 1 Monat Link zum Kommentar

    > dass einige Regierungen und Behörden gerne die Komplett-Verschlüsselung
    > bei Chat-Diensten aushebeln wollen würden
    ...während andere, wie zB Deutschland, das bereits tun ("Staatstrojaner") - wurde da nicht gerade erst eine deutliche Ausweitung der Befugnisse und eine Herabsetzung der Hürden beschlossen?

    Da ist aber vermutlich auch wieder keiner besorgt ;)


    • Fabien Roehlinger
      • Admin
      • Staff
      vor 1 Monat Link zum Kommentar

      Doch, ich denke, dass auch da viele sehr besorgt sind. Es wird ja auch in Politik-Magazinen deutlich thematisiert.

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