Das Betriebssystem Android wurde zwar von Google aus der Taufe gehoben, allerdings ließ sich der Konzern dabei helfen. Als Basis für die Entwicklung griff man auf einen Linux-Kernel zurück. Dieser steht jedoch unter einer eigenen Open-Source-Lizenz, die Google dazu zwingt, seinen darauf basierenden Programmcode unter denselben Bedingungen anderen zugänglich zu machen.
Gerade in den Anfangstagen des Betriebssystems versuchten sich zahlreiche Entwickler in Projekten wie CyanogenMod, das seit einigen Jahren unter dem Namen LineageOS bekannt ist, Phandroid oder GrapheneOS an alternativen Android-Versionen. Im Vergleich zu den Varianten, die die Hersteller auf den Smartphones installierten, begeisterten diese Alternativen nicht zuletzt mit mehr Funktionen, insbesondere im Hinblick auf die Sicherheit.
Lenovo setzt auf Zusammenarbeit mit freien Entwicklern
Diese Android-Alternativen sind Google jedoch ein Dorn im Auge. Immer wieder versucht der Konzern ihnen das Leben schwer zu machen. Zuletzt ließ die Forderung aufhorchen, dass sich Android-Entwickler generell bei Google registrieren sollen. Gerade die Entwicklergemeinschaft rund um GrapheneOS hat sich bisher aber nicht von Ankündigungen wie dieser verunsichern lassen. Nun erfährt sie zusätzlich Unterstützung von ungewohnter Seite: Auf dem Mobile World Congress, der aktuell im spanischen Barcelona stattfindet, hat Lenovo, der Konzern hinter der Marke Motorola, eine Partnerschaft mit der hinter dem freien Android stehenden Stiftung verkündet.
Die Informationen zu der Kooperation sind noch spärlich. Im Vordergrund steht zunächst die Entwicklung von Diensten, die für das B2B-Ökosystem Motorolas gedacht sind. Sie sollen vor allem Verbesserungen im Hinblick auf den Schutz von Daten sowie auf die Sicherheit mitbringen. Außerdem können Unternehmen, die auf die Modelle des Herstellers setzen, auf tiefgreifendere Möglichkeiten bei der Administration hoffen.
Alternatives Android für Motorola
Doch nicht nur geschäftliche Nutzer profitieren von der Zusammenarbeit. Auch für private Anwender ergibt sich eine neue Option. Gerade bei preiswerten Modellen ist der Support oftmals nur begrenzt. Smartphones, die GrapheneOS nutzen können, werden dagegen über lange Zeiträume unterstützt.
Aktuell profitieren davon lediglich die Pixel-Smartphones von Google. Künftig können aber auch Käufer von Motorola-Geräte auf eine vereinfachte Installation eines alternativen Androids hoffen. Das ist gerade mit Blick auf die aktuelle Speicherkrise, der günstige Smartphones zum Opfer fallen könnten, eine gute Nachricht. Wer nicht das nötige Kleingeld in der Tasche hat, kann dann also zu einem Refurbished-Gerät greifen, ohne einen veralteten Softwarestand befürchten zu müssen.