Wenn Netflix in Deutschland ein neues Prestigeprojekt startet, horcht Ihr inzwischen genauer hin. Zu oft haben Serien aus hiesiger Produktion gezeigt, dass sie international mithalten können. Genau in diese Kerbe schlägt nun Unfamiliar – eine Serie, die nicht laut trommelt, sondern mit Spannung, Tempo und einer gehörigen Portion Misstrauen lockt.
Ein Starttermin mit Ansage
Am 5. Februar 2026 geht „Unfamiliar“ weltweit auf Netflix an den Start. Sechs Folgen, alle sofort verfügbar. Perfekt für ein Wochenende, an dem Ihr eigentlich nur „eine Folge“ schauen wolltet. Schon vor dem Release wird klar: Das hier soll kein Lückenfüller sein. Netflix positioniert die Serie auffällig selbstbewusst, als wäre man sich ziemlich sicher, einen Nerv zu treffen. Die Erwartungen sind hoch, denn deutsche Produktionen haben zuletzt mehrfach bewiesen, dass sie mehr können als solides Mittelmaß.
Spionage-Thriller made in Berlin
Inhaltlich setzt die Serie auf ein bewährtes, aber wirkungsvolles Fundament. Im Mittelpunkt steht ein verheiratetes Agentenpaar, das in Berlin ein geheimes Safe House betreibt. Ein Job, bei dem Diskretion über Leben und Tod entscheidet. Als eine alte Bedrohung zurückkehrt, zerbricht die Tarnung. Plötzlich stehen Auftragskiller, russische Agenten, der BND und unbequeme Figuren aus der eigenen Vergangenheit vor der Tür. Vertrauen wird zur knappen Ressource, jede Entscheidung fühlt sich an wie ein Würfelwurf mit scharfen Kanten. Der Ton erinnert an die nervöse Intensität der Bourne-Filme, während die Beziehungsdynamik klar Anleihen bei „Mr. & Mrs. Smith“ nimmt – nur deutlich kälter und europäischer.
Warum ausgerechnet diese Serie überraschen könnte
Die Hauptrollen übernehmen Susanne Wolff und Felix Kramer als Meret und Simon. Beide sind keine Unbekannten, wirken hier aber bewusst geerdet statt glamourös. Unterstützt werden sie von einem Ensemble, das sich wie ein Best-of deutscher Serienlandschaft liest: Andreas Pietschmann, Samuel Finzi, Henry Hübchen und viele weitere bekannte Gesichter. Ihr merkt schnell: Hier wird nicht auf einen Star gesetzt, sondern auf ein funktionierendes Ganzes.
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jetzt ansehenProduziert wird „Unfamiliar“ von Gaumont, einem Studio, das mit Serien wie „Lupin“ längst gezeigt hat, wie internationales Erzählen funktioniert. Diese Erfahrung spürt Ihr auch hier. Die ersten Bilder deuten auf eine hochwertige Inszenierung hin, die Berlin nicht als Postkartenmotiv nutzt, sondern als raues Spielfeld für Macht, Angst und Loyalität. Genau diese Mischung aus vertrautem Setting und internationalem Anspruch könnte der Serie den entscheidenden Schub geben.
Ein heißer Kandidat für den Serien-Talk 2026
Ob „Unfamiliar“ wirklich der große Wurf wird, zeigt sich erst nach dem Start. Doch die Zutaten stimmen: ein klares Genre, ein starkes Ensemble und eine Geschichte, die nicht alles erklärt, sondern Euch mitdenken lässt. Wenn Ihr Serien mögt, die Spannung nicht nur aus Action ziehen, sondern aus Entscheidungen mit Folgen, solltet Ihr Euch den Februar freihalten. Diese Netflix-Serie hat das Zeug dazu, sich leise anzuschleichen und dann ziemlich laut im Gedächtnis zu bleiben. Ob sie an den Erfolg anderer deutscher Netflix-Produktionen wie „Dark“ anknüpfen kann, werden wir schon bald erfahren.
