Netflix, Disney+, Amazon Prime Video: Sie alle eint vor allem eines – sie wollen Geld. Sky und DAZN erst recht, besonders wenn irgendwo ein Ball rollt. Und nun gibt es auch noch HBO Max. Wer alles sehen will, zahlt viel. Oder verzichtet. Nun tritt ein Anbieter auf den Plan, der Live-Sport, Filme, Kultur, Nachrichten und Unterhaltung kostenlos zeigt. Tausende TV-Sender, weltweit. Ohne Werbung, ohne Anmeldung, ohne Abo. Kein Formular, kein Probezeitraum, kein späterer Haken.

Tausende TV-Sender kostenlos: So geht’s

Welche Plattform liefert eigentlich die beste Qualität? Das wollte jüngst auch das Meinungsforschungsinstitut YouGov wissen und befragte fast eine Million Menschen. Das Ergebnis fiel ernüchternd für die Platzhirsche aus: Nicht Netflix gewann den Titel „Qualitäts-Champion 2025“, sondern die ZDF-Mediathek. Platz zwei ging an die ARD. Netflix landete auf Rang drei. Eine kleine Erinnerung daran, dass gute Inhalte nicht zwangsläufig teuer sein müssen. Und dass viele längst keine Lust mehr haben, für fünf Abos zu zahlen, um abends doch nur ziellos zu scrollen.

Diese Serie wird dich völlig zerstören – und du wirst sie trotzdem nicht ausmachen können!

Kostenlose Alternativen gibt es bereits, etwa Pluto TV. Nun kommt eine weitere hinzu – mit deutlich größerem Anspruch. TV Garden sammelt frei empfangbare Fernsehsender aus aller Welt. Das klingt zunächst technisch und fast sperrig. Ist es aber nicht. Das Interface setzt auf Neugier statt auf Listen: Man dreht einen virtuellen Globus, klickt Länder an oder lässt sich per „Random Channel“ überraschen. Fernsehen als Entdeckungsreise.

Ohne Kabel oder Satellit

Auffällig in einer Zeit, in der jede Plattform möglichst viel über ihre Nutzer wissen will: TV Garden verlangt keinen Account. Keine Daten, keine Profile, kein Tracking-Versprechen. Stattdessen verweist der Dienst auf Einfachheit und darauf, kaputte Links und unnötige Komplexität vermeiden zu wollen. Technisch basiert das Angebot auf einem offenen IPTV-Projekt auf GitHub – einer gemeinschaftlich gepflegten Sammlung frei zugänglicher TV-Streams. TV Garden selbst versteht sich nicht als Datenbank, sondern als Oberfläche.

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Zur Einordnung: IPTV steht für Internet Protocol Television – Fernsehen über das Internet statt über Kabel oder Satellit. Die Technik ist etabliert, die Landschaft allerdings unübersichtlich. TV Garden versucht Ordnung zu schaffen, ohne Kontrolle auszuüben. Nutzer können neue Sender vorschlagen, die Pflege übernimmt das Open-Source-Projekt IPTV-org. Eine dezentrale Zusammenarbeit, wie sie in der Softwarewelt Alltag ist, im Medienbereich aber noch immer die Ausnahme. Vielleicht ist genau das der eigentliche Reiz: kein Konzern, kein Abo, kein Algorithmus. Einfach Fernsehen.