Pros des Reolink Altas PT Ultra

  • Sehr gute Bildqualität inklusive 360-Grad-Pan-and-Tilt
  • Einfache Installation und Einrichtung – ganz ohne Account und Cloud
  • Tolle Akkulaufzeit dank 20.000-mAh-Akku
  • Kompatibel zu Solar Panel 2 von Reolink

Contras des Reolink Altas PT Ultra

  • microSD-Karte in der Kamera nicht gesichert
  • Kaum Smart-Home-Features
  • Keine Speichermöglichkeit über Netzwerkspeicher

Kurzfazit & Kaufen

Mit der PT-Funktion, einer sehr guten Bildqualität samt 4K-Auflösung und farbiger Nachtsicht kann die Hardware der Reolink Altas PT Ultra im Test sehr überzeugen. Bei einem Preis von 229,99 Euro ist es zudem erfreulich, dass sich die meisten Funktionen auch ohne Cloud-Abo nutzen lassen. Leider fehlen die meisten smarten Features, die für Aufnahmen benötigte microSD-Karte ist nicht geschützt und man kann die Kamera nicht dauerhaft mit Strom versorgen. Angesichts der sehr langen Akkulaufzeit dank 20.000-mAh-Akku ist letzteres aber durchaus verkraftbar!

Design & Einrichtung

Mit ihrem Pan-and-Tilt-Mechanismus und einer ausklappbaren WLAN-Antenne gehört die Altas PT Ultra zu den größten Sicherheitskameras, die wir bisher getestet haben. Dank ausreichendem Zubehör für die Anbringung an der Häuserwand sollte die Installation aber in wenigen Minuten gelingen. Die anschließende Einrichtung ist selbsterklärend. Schön zu sehen: Die Kamera ist nach IP65 gegen Wasser und Staub geschützt.

Gefällt: 

  • Guter Abstand zur Wand für die Rundumsicht
  • Einfache Anbringung dank Aufsteck-Mechanismus

Gefällt nicht:

  • Nicht für die Nutzung auf Stativen oder Standfüßen vorgesehen
  • microSD-Karte sitzt frei zugänglich hinter einer Gummiklappe

Für unseren Test hat uns Hersteller Reolink noch vor dem Launch der Altas PT Ultra das Bundle mit dem „Solar Panel 2“ geschickt, das wir bereits von der Argus 4 Pro kennen. Bei der Installation sollten also beide Geräte fest mit einer Häuserwand verschraubt werden. Hierfür legt Reolink die benötigten Schrauben, Dübel und eine Halterung für das Solar-Paneel mit in den Karton. Die Altas PT Ultra hingegen kommt ohne Stativ aus, stattdessen wird eine Halterung an die Wand geschraubt, auf welche das Kameragehäuse aufgesteckt wird.

Nahaufnahme eines Reolink Altas PT Ultra Sicherheitskameralins und LED-Leuchten.
Dank einem lichtstarken Objektiv braucht die Altas PT Ultra keine Infrarotleuchten für die Nachtsicht.
Quelle: nextpit
Nahaufnahme eines Reolink Altas PT Ultra Geräts mit einem Netzlautsprecher.
Der Speaker sitzt an der Unterseite der Kamera und ist überraschend laut.
Quelle: nextpit
Nahaufnahme des USB-C-Anschlusses und des QR-Codes einer Reolink Altas PT Ultra Kamera.
Der USB-C-Anschluss dient zum Aufladen – das Ladekabel des Solar-Paneels dichtet den Anschluss ab.
Quelle: nextpit
Nahaufnahme des microSD-Kartensteckplatzes an einer Reolink Altas PT Ultra Kamera.
Schwierig: Der microSD-Steckplatz ist frei zugänglich.
Quelle: nextpit
Nahaufnahme einer Reolink Altas PT Ultra-Kamera, die mit einer Antenne an einer Wand montiert ist.
Die Antenne soll für eine bessere WiFi-Reichweite sorgen.
Quelle: nextpit

Diese Lösung deutet schon darauf hin, dass es sich bei der Altas PT Ultra eher um eine Outdoor-Sicherheitskamera handelt. Natürlich kann man die Kamera auch an Innenwänden anbringen, da sie aber etwa 18 cm aus der Wand ragt, ist sie für den Innenbereich recht klobig. Da ich den Außenbereich meiner Wohnung nicht überwachen darf, habe ich die Kamera in meinem Büro genutzt und mit einem Eigenbau-Mechanismus auf einem Bücherregal drapiert.

Die Einrichtung der Altas PT Ultra erfolgt über die Reolink-App, die es kostenlos für Android und iOS zum Download gibt. Per QR-Code wird eine erste Verbindung zur Kamera aufgebaut, anschließend verbindet man sie mit einem 2,4- oder 5-Ghz-WLAN-Netzwerk. Für eine bessere Sicherheit fordert Euch Reolink zudem dazu auf, die Kamera über ein Passwort zu schützen. So kann die Kamera nicht einfach auf einem anderen Handy per QR-Code eingerichtet werden.

Weiße Halterung an einer strukturierten Wand befestigt.
Zur Installation müsst Ihr zuerst diese Platte an die Wand schrauben.
Quelle: nextpit
Nahaufnahme einer an der Wand montierten Reolink Altas PT Ultra-Kamera.
Dann steckt Ihr die Kamera auf und schraubt die Kamera fest.
Quelle: nextpit
Weiße Reolink Altas PT Ultra Kamera an einer strukturierten Wand montiert.
Schon hängt die Kamera und kann vergleichsweise einfach wieder abmontiert werden.
Quelle: nextpit

Diesen Sicherheitsanspruch vermisse ich wie schon bei der Argus 4 Pro bei der Positionierung der microSD-Karte. Ohne kostenpflichtiges Cloud-Abo sind microSD-Karten bei der Verwendung der Altas PT Ultra essenziell. Denn hier werden die Videos gespeichert, die im schlimmsten Falle ja einen Einbrecher überführen sollen. Bei der Altas PT Ultra ist es aber möglich, die microSD-Karte ohne zusätzliches Werkzeug zu entnehmen.

App & smarte Funktionen

Dank der Reolink-App wird das Smartphone zur Schaltzentrale für die Smart-Home-Überwachung. Dabei könnt Ihr die PT-Funktion der Kamera sowie deren Einstellungen anpassen sowie andere Geräte zum Netzwerk hinzufügen. Für einen monatlichen Aufpreis gibt’s zudem eine Cloud-Anbindung. Bei der Smart-Home-Kompatibilität hält sich Reolink aber auch bei diesem Modell zurück.


Gefällt:

  • Einfache Bedienung
  • Gute Steuerung der PT-Funktion
  • Zusätzliche Sicherheit dank Kamerapasswort

Gefällt nicht:

  • Kaum Smart-Home-Funktionen
  • Extrem viele Benachrichtigungen, wenn man diese aktiviert
  • Alle Funktionen nur im Abo

Die Reolink-App gibt’s kostenlos für Android und iOS – und lässt sich erfreulicherweise auch ohne Account und ohne Cloud-Anbindung nutzen. Wer allerdings laufende Kosten mit der Reolink Altas PT Ultra vermeiden will, der muss auf die Cloud-Speicherung über AWS-Server verzichten. In diesem Falle speichert die Reolink-Kamera Aufnahmen auf der internen microSD-Karte. Und über dessen Sicherheit habe ich eben schon gesprochen. Leider bietet Reolink keine Speicheroptionen bei anderen Cloud-Diensten oder auf Speicherlösungen, die sich im Heimnetzwerk befinden. Möglich ist das nur über den „Reolink Home Hub“, der noch einmal 100 Euro zusätzlich kostet.

Reolink Atlas PT Ultra Kameraoberfläche mit Live-Übertragung und Steuerungen.
Tippt Ihr darauf, könnt Ihr einige weitere Funktionen steuern.
Quelle: nextpit
Reolink Atlas Pt Ultra-App-Oberfläche mit Live-Feed und Steuerungsoptionen.
Die PT-Funktion steuert Ihr über einen virtuellen Joystick.
Quelle: nextpit
Benutzeroberfläche der Reolink Atlas Pt Ultra App mit Wiedergabeoptionen und Videotimeline.
Alle Aufnahmen könnt Ihr in der Playback-Ansicht noch einmal anschauen.
Quelle: nextpit
Einstellungsmenü für die Reolink Atlas PT Ultra Kamera, zeigt Akku, WLAN und Alarmeinstellungen.
Alle Funktionen der Kamera findet Ihr in den Einstellungen.
Quelle: nextpit

Die Bedienung der Reolink-App überzeugte mich im Test allerdings. Es gibt eine Übersicht über alle eingerichteten Kameras, viele Einstellmöglichkeiten und eine auf Icons basierende Steuerung der Hauptfunktionen der Altas PT Ultra. Hier gibt es ein Digipad, über das sich die Pan-and-Tilt-Funktion steuern lässt und eine Übersicht über die aufgezeichneten Videoclips. Ins Kamerabild selbst könnt Ihr hineinzoomen, was dank der 4K-Auflösung auch durchaus sinnvoll ist.

Eher anstrengend wird’s, wenn Ihr die Benachrichtigungen der Kamera auf Eurem Smartphone aktiviert. Innerhalb von 15 Minuten schickte mir die Reolink-App sage und schreibe 47 Benachrichtigungen, da ich mich im überwachten Raum aufgehalten habe. Zwar könnt Ihr das Sichtfeld einschränken und die Sensibilität einschränken – allerdings wäre es deutlich smarter, wenn die Kamera Personen im Sichtfeld als „anwesend“ registrieren würde und dann nicht neu auslösen würde.

Was mich bei der Altas PT Ultra allerdings am meisten stört: Es gibt keine wirklichen Smart-Home-Funktionen. Nativ unterstützt die App lediglich eine Anbindung an die Google-Home-App. Und in diesem Falle könnt Ihr Euch das Kamerabild nur auf smarten Displays von Google anzeigen lassen. Automatisierungen oder sonstige Smart-Home-Funktionen sucht man vergebens. Das ist wirklich äußerst mau! 

Bildqualität & Audio

Reolink möchte vor allem bei der Bildqualität und bei der Akkulaufzeit neue Maßstäbe setzen. Während wir uns gleich auf den Akku stürzen, schauen wir uns die Videos der Überwachungskamera einmal an. Maximal löst die Altas PT Ultra mit 4K auf, kommt dank einem besonders lichtstarken Objektiv ohne IR-Lampen aus und bietet bei Ereignissen eine spannende Pre-Capture-Funktion. Das Potenzial des PT nutzt Reolink aber zu wenig aus.


Gefällt:

  • Sehr hohe Bildqualität mit farbiger Nachtsicht
  • Pre-Capture-Funktion durchaus sinnvoll
  • Erkennungs-Features auch ohne Abo
  • 2-Wege-Audio

Gefällt nicht:

  • PT bietet nur wenig Automatismen
  • Infrarot-Lampen wären bei absoluter Dunkelheit von Vorteil
  • Dedizierter Bewegungsmelder wäre sinnvoll

Die kompakte Reolink Argus 4 Pro überzeugte uns im Test bereits mit einer sehr guten Bildqualität und einer farbigen Nachtsicht. Die ColorX-Technologie integriert der Hersteller nun auch in die Altas PT Ultra. Dabei sollen ein besonders lichtstarkes Objektiv mit einer Offenblende von f/1 und ein 1/1,8″ großer Sensor dafür sorgen, dass Infrarotlampen für die Nachtsicht überflüssig werden.

Diese Rechnung geht durchaus auf, wenn ein wenig Restlicht vorhanden ist. In diesem Falle holt die Altas PT Ultra sogar Farben aus der Dunkelheit, schaltet in den meisten Fällen aber einen Flutscheinwerfer dazu. Dieser kann – zusammen mit einem akustischen Signal – bereits für einen guten Abschreckungs-Effekt sorgen. Allerdings erkennt die Altas PT Ultra nur Bewegungen, die sich innerhalb des Sichtfeldes der Kamera befinden.

Reolink Atlas PT Ultra Bildqualität 01
Bildqualität mit aktiviertem Flutlicht
Quelle: nextpit
Reolink Atlas PT Ultra Bildqualität 01
Bildqualität bei völliger Dunkelheit.
Quelle: nextpit
Reolink Atlas PT Ultra Bildqualität 02
Bildqualität ohne Flutlicht bei externer Lichtquelle.
Quelle: nextpit

So wäre es durchaus clever, noch einen dedizierten Bewegungsmelder in die Kamera zu integrieren. Bei einer erkannten Bewegung könnte die Kamera das gesamte Sichtfeld abfahren und nach Bewegungen im Bild suchen. So ließe sich die PT-Funktion möglichst effektiv ausnutzen. Reolink versäumt es aber letztendlich ein wenig, dieses Feature sinnvoll in die App zu integrieren. Während es eine Fernsteuerung mit anpassbarer Geschwindigkeit, festgesetzte Monitoring-Punkte und eine Grundposition gibt, in welche die Kamera automatisch zurückfährt, fehlt es mir an Automatismen. So wäre es praktisch, wenn die Kamera automatisch bestimmte Punkte abfahren könnte oder von alleine von rechts nach links schwenkt.

So ließe sich auch die Bewegungserkennung der Kamera optimal ausnutzen. Denn die Reolink Altas PT Ultra kann ohne zusätzliches Abo Personen, Fahrzeuge und weitere Motive erkennen. Auf Wunsch schickt sie mir dann Benachrichtigungen aufs Smartphone, sodass ich das Kamerabild überprüfen kann. Dank integriertem 2-Wege-Audio ließe sich dann etwa mit Postboten kommunizieren, auch wenn ich gerade auf der Arbeit bin.

Um auf einer positiven Note zu enden und zur Akkulaufzeit überzugehen: Reolink spendiert der Altas PT Ultra eine Pre-Capture-Funktion. Dabei kann sie das Videobild 10s vor erkannten Bewegungen speichern. Alternativ eignet sich die Kamera aber auch zur Daueraufzeichnung. 

Akku und Aufladen

Mit einem gewaltigen 20.000 mAh großen Akku soll die Altas PT Ultra der neue Champion unter den akkubetriebenen Sicherheitskameras werden. Dadurch soll eine Daueraufzeichnung von 8 Tagen bei 12 h täglicher Nutzung möglich sein. Aufgeladen wird entweder an der Steckdose oder über ein optionales Solar-Paneel. Letzteres soll einen Tag Akkulaufzeit bei nur 10 Minuten Sonneneinstrahlung ermöglichen.


Gefällt:

  • Lange Akkulaufzeit dank 20.000-mAh-Akku
  • Kompatibel mit „Reolink Solar Panel 2“

Gefällt nicht:

  • Nicht für feste Stromverbindungen vorgesehen

In meinem Testzeitraum musste ich mir immer wieder aktiv ins Gedächtnis rufen, dass die Altas PT Ultra eine akkubetriebene Überwachungskamera ist. Dabei habe ich sie mit dem „Solar Panel 2“ betrieben, welches ich hinter mein Bürofenster gestellt habe. Auch wenn das Solarpaneel nicht viel Sonne abbekommen hat, blieb der Akkustand konstant bei etwa 40 Prozent stehen. Da das Zubehörteil einen zusätzlichen Tag Akkulaufzeit bei nur 10 Minuten Sonneneinstrahlung bieten soll, denke ich, dass Ihr Euch im Sommer keine Sorgen um die Batterie machen müsst.

Reolink Argus 4 Pro Solar-Paneel
Das 6W starke Solarpaneel von Reolink ist auch mit der Altas PT Ultra kompatibel – kostet aber extra! / © nextpit Bildquelle: nextpit

Und auch im Winter sollte sich dank des großen Akkus eine gewisse Sorglosigkeit einstellen. Dass Reolink die Akkulaufzeit bei der Daueraufzeichnung mit 8 Tagen angibt, dabei aber davon ausgeht, dass man die Kamera nur 12 h am Tag verwendet, finde ich irreführend. Rechnerisch sollte die Kamera bei einer Rundum-Überwachung aber immerhin vier Tage lang durchhalten.

Etwas umständlich ist die Aufladung der Überwachungskamera. Wie bei der Argus 4 Pro ist es eher unpraktisch, die Kamera dauerhaft mit Strom zu versorgen. Ein entsprechendes Netzteil mit Spezialkabel, das wie das Kabel des Solar-Panels die Wasserdichtigkeit sicherstellt, bietet der Hersteller nicht an. Und somit muss man die Kamera zum Aufladen immer wieder abschrauben und wieder aufschrauben.

Abschließendes Fazit

Eine erstklassige Bildqualität mit 4K-Auflösung und farbiger Nachtsicht, eine Pan-and-Tilt-Funktion für ein größeres Sichtfeld und eine mehrtägige Akkulaufzeit. Zusammen mit der Kompatibilität zu Reolinks „Solar Panel 2“ weiß der Hardware der Altas PT Ultra im Test zu überzeugen. Angesichts der moderaten UVP von 229,99 Euro ist Reolinks smarte Überwachungskamera echt eine Ansage.

Dazu kommen bei diesem Modell clevere Features wie die 10 sekündige Voraufzeichnung und die Möglichkeit, die Kamera ganz ohne Account und Cloud-Anbindung betreiben. Dieser Zugewinn an Privatsphäre geht aber leider auf Kosten der smarten Funktionen. Wie schon die Argus 4 Pro bietet die Altas PT Ultra kaum smarte Features, abgesehen von einer Anzeigemöglichkeit über smarte Displays, die über Google Home funktionieren.

Alternative gesucht? Das sind die besten smarten Überwachungskameras

Damit verspielt Reolink viele der Qualitäten, wegen derer man sich eine smarte Überwachungskamera kauft – angefangen von der Einbindung in Smart-Home-Apps bis hin zur Smart-Home-Automation wie etwa dem Auslösen einer Lampe, wenn eine Bewegung erkannt wird. Zu dieser Makel kommt eine sehr unsichere Platzierung der microSD-Karte und die fehlende Möglichkeit hinzu, die Kamera dauerhaft mit Strom zu versorgen.

Technisch ist die Altas PT Ultra trotzdem überzeugender als die Argus 4 Pro – bedeutet 4 Sterne!

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