Mit „Bring Her Back“ landete am 16.02.2026 ein absolutes Genre-Schwergewicht modernen Horrors im Programm von Netflix. Damit sicherte sich der Streaming-Riese den AACTA-Gewinner (Australian Academy of Cinema and Television Arts) für den besten Film und die beste Regie. Dass dieser Erfolg der Hit-Schmiede A24 kein Zufall ist, wissen Genre-Kenner:innen spätestens seit dem viralen Geniestreich der Philippou-Brüder namens Talk to Me.

Die ehemaligen YouTube-Könige vom Kanal „RackaRacka“ haben endgültig bewiesen, dass sie keine Eintagsfliegen sind, sondern die Speerspitze moderner Horror-Inszenierungen bilden. In einem Kinojahr 2025, das mit Highlights wie „Weapons“, „Blood & Sinners“ oder „28 Years Later“ bereits extrem stark besetzt war, stach dieses Werk als düsteres Ausrufezeichen hervor. Fun Fact: Um diesen Film drehen zu können, haben sie sogar der “Street Fighter”-Verfilmuing einen Korb verpasst. Für diejenigen unter Euch, die den Kinostart von “Bring Her Back” verpasst haben, gibt es für diesen 104-minütigen Albtraum den absoluten Anschau-Befehl!

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Ein Film wie ein australischer Albtraum

Der Kern des Terrors liegt in einer zutiefst verstörenden narrativen Struktur, die das Subgenre des „Psycho-Biddy“-Horrors mit gnadenloser Härte neu definiert. Die Geschichte dreht sich um den 17-jährigen Andy und seine sehbehinderte Stiefschwester Piper. Nach dem Tod ihres Vaters landen beide bei der liebenswert wirkenden, exzentrischen Pflegemutter Laura. Sally Hawkins (Paddington) liefert hier eine Tour de Force ab, die weit über ihre bekannten Rollen hinausgeht.

In diesem Haus des Schreckens wird die Patchwork-Familie der etwas anderen Art vom mysteriösen, verstummten Jungen Oliver komplettiert. Was es mit ihm auf sich hat, und welchen Schicksalsschlag Laura zu bewältigen hat? Das werde ich Euch natürlich hier nicht spoilern. Geht am besten generell komplett unvorbereitet in diesen Film, damit er seine Wucht am besten entfalten kann.

Die Philippous als neue und ambitionierte Horror-Hoffnung verzichten auf billige Jumpscares. Sie setzen stattdessen auf eine Atmosphäre, die Euch die Luft zum Atmen nimmt. Technisch agiert der Film auf einem Level, das bei einem Budget von nur 15 Millionen US-Dollar fast schon surreal wirkt. Ihre Liebe zum Detail überträgt sich auf den gesamten Film, von den praktischen Effekten bis hin zum drastischen Body-Horror. Mit einem weltweiten Einspielergebnis von 39,1 Millionen US-Dollar und einer Rotten-Tomatoes-Wertung von 89 Prozent ist das Urteil der Fachwelt klar. „Bring Her Back“ ist eine nihilistische Untersuchung von Trauer und Verlust. Eine, die Euer Herz erst berührt und es dann systematisch vernichtet. Mich persönlich hat der Film letzte Nacht echt fertiggemacht. Genau deswegen lege ich ihn den Horror-Fans mit starken Nerven jetzt auch dringend ans Herz.

Was haltet Ihr denn von der Entwicklung der Philippou-Brüder – glaubt Ihr, sie sind endgültig die neuen Herrscher des Horror-Genres?