Marvel gibt uns nun bereits den dritten Teaser zu Avengers: Doomsday, der im Dezember in die Kinos kommt. In den ersten Teasern durften sich die Fans über die Rückkehr von Steve Rogers und Thor freuen. Und diesmal sind es die X-Men, die für Gänsehaut sorgen. Doch dieser Schritt ist mehr als nur reiner Fan-Service – es ist eine kalkulierte Nostalgie-Strategie, die auch Fragen für das MCU (Marvel Cinematic Universe) aufwirft.
Was der Teaser zeigt
Der Trailer präsentiert zwei zentrale Momente: Charles Xavier alias Professor X (Patrick Stewart) und Magneto (Ian McKellen) spielen Schach in einer ziemlich runtergerockten Version der X-Mansion. Magnetos philosophische Worte durchdringen die Szene: „Der Tod ereilt uns alle!“
Außerdem kehrt James Marsden als Cyclops zurück – erstmals im comic-treuen Outfit, das Fans irgendwie ja schon seit Jahren fordern. Er nimmt seine Schutzbrille ab, wirkt angeschlagen und feuert seinen mächtigen Lichtstrahl ab. Im Hintergrund sehen wir die riesigen, mutantenjagenden Sentinels, was uns einen Konflikt von epischem Ausmaß vermuten lässt.
Auch, wenn sie in diesem Trailer nicht zu sehen sind, dürfen wir nach einer früheren Ankündigung darauf hoffen, dass wir uns im neuen Avengers-Film auch auf ein Wiedersehen mit Kelsey Grammer als Beast, Rebecca Romijn als Mystique, Alan Cumming als Nightcrawler und Channing Tatum als Gambit freuen dürfen. Marvel fährt hier noch einmal die gesamte alte Garde auf.
Nostalgie als Marketing-Waffe
Die Rückkehr von Stewart, McKellen und Marsden hat eine enorme emotionale Bedeutung, der sich Marvel bewusst sein dürfte. Der erste X-Men-Film von 2000 läutete das moderne Zeitalter der Comicverfilmungen mit ein – lange vor dem MCU. Diese Darsteller sind quasi so was wie das Fundament des Genres.
Marvels Strategie ist eindeutig: Man setzt auf die alte Garde, weil neuere MCU-Figuren allein nicht mehr die gleiche Aufregung erzeugen können. Es ist ein Eingeständnis, dass man Schauspieler aus einem Franchise braucht, das früher nicht mal zum MCU gehörte, um das Publikum zu elektrisieren. Diese Strategie könnte wieder funktionieren – und genau das macht sie brillant und problematisch zugleich.
Ein erzählerisches Minenfeld
Die größte Herausforderung liegt in der Integration dieser Charaktere. Aus welcher Zeitlinie stammen diese X-Men? Eine Live-Action-Version von X-Men ’97, wie Cyclops‘ Dress vermuten lassen könnte? Ich stecke in diesen verschiedenen Film-Universen zu wenig drin, um den Überblick zu haben, muss ich zugeben.
Schwierig ist auch, dass bei den X-Men inflationär oft gestorben wird: Charles Xavier ist bereits dreimal gestorben, Jean Grey alias Phoenix zweimal. Wenn der Tod zur Drehtür wird, verliert er jede emotionale Wucht. Marvel riskiert, sich in seinem Konstrukt aus Multiversum und verschiedenen Zeitlinien zu verzetteln.
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Deshalb wirkt die X-Men-Enthüllung wie ein zweischneidiger Geniestreich. Einerseits brillantes Marketing seitens Marvel und eine Hommage an die Wurzeln des Genres. Andererseits das Eingeständnis, dass die aktuelle Charakterriege nicht mehr die gleiche Zugkraft besitzt. Ob dieser Schritt das MCU zu neuen Höhen führt oder es unter dem Gewicht seiner eigenen Geschichte zusammenbrechen lässt, wird sich zeigen. Wann? Avengers: Doomsday startet am 16. Dezember 2026 in den deutschen Kinos. Spätestens dann wissen wir mehr!
Ich drücke Marvel die Daumen, dass sie nach einigen wirklich übelst schwachen Auftritten wieder die Kurve bekommen. Wie sieht es da bei Euch aus? Seid Ihr hyped – oder glaubt Ihr nicht mehr daran, dass sich Marvel wieder berappelt?