Pros des Bose Noise Cancelling Headphones 700

  • Sehr gutes ANC
  • Sehr angenehmer Tragekomfort
  • Geräuschminimierung auch bei Telefonaten
  • Verbindung mit zwei Geräten möglich

Contras des Bose Noise Cancelling Headphones 700

  • Bose AR ist (noch?) Spielerei
  • Kein Kabel mit In-Line-Mikro und Fernbedienung

Bose Noise Cancelling Headphones 700: Preis und Verfügbarkeit

Bevor wir direkt in den Test- & Erfahrungsbericht zum Bose Headphones 700 einsteigen, muss man erst einmal erklären, dass diese nicht die direkten Nachfolger der QC35 II sind. Stattdessen platziert Bose die 700er oberhalb dieser, was man auch am Preis merkt. Satte 399,95 Euro werden für Boses Raum der Stille in Form von Kopfhörern fällig. Bei der farblichen Auswahl bleibt es, wie für Bose typisch, bei Schwarz und Silber.

Bose goes Lifestyle

Ganz ehrlich: Die Bose QuietComforts waren gute Kopfhörer, aber eine Augenweide waren diese nicht. Mit den neuen Headphones 700 ändert sich das gänzlich. Geschickt reduzierte Bose die Anzahl der physischen Tasten in dem man in die rechte Ohrmuschel ein Touchfeld integriert. Die drei übrig geblieben Tasten steuern Noise Cancelling, schalten die Kopfhörer an oder versetzen diesen in den Pairing Mode und aktiviert den Sprachassistenten. Bei letzteren handelt es sich eher um einen Taste für den Sprachassistenten des jeweiligen Smartphones. In der Bose-App lässt sich auswählen, ob man lieber Google Assistant, Amazon Alexa oder auch Siri verwenden will, wenn man ein Apple-Gerät nutzt.

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Weniger Buttons: Bose hat die Tastenanzahl beim Headphone 700 auf insgesamt drei plus ein Touchfeld reduziert. / © NextPit Bildquelle: NextPit

Besonders ist die Justierung der Ohrhörer. Die Ohrhörer hängen am vollkommen starren Kopfband, anstatt ein verschiebbares Kopfband zu nutzen. Man verschiebt also die Ohrteile, um die Headphones 700 von Bose dem eigenen Kopf anzupassen. Das sieht sehr schick aus, hat aber auch einen Nachteil, denn man kann die Kopfhörer nur flach stellen, in dem man die Ohrhörer nach innen dreht, einen zusätzlichen Faltmechanismus gibt es nicht.

Für die Verbindung zum Smartphones stehen zwei Wege zur Verfügung. Primär soll das NC 700 via Bluetooth mit dem Abspielgerät gekoppelt werden. Praktisch und dank Bluetooth 5.0 lässt sich Boses neuster ANC-Kopfhörer parallel mit zwei Geräten verbinden. Vor allem wenn man die Kopfhörer auf der Arbeit verwendet ist das praktisch, da man sowohl sein Laptop, als auch Smartphone parallel kabellos verbinden kann.

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Zum Wechseln der Ohrpolster empfiehlt Bose den Besuch eines seiner Shops. / © NextPit Bildquelle: NextPit

Alternativ legt Bose noch ein 2,5 mm auf 3,5 mm Klinkenkabel bei. Schade ist allerdings, dass dieses Kabel keine Inline-Fernbedienung samt Mikrofon beinhaltet, so dass man trotz leerem Akku noch telefonieren und die Lautstärke verändern kann. Bei einem Kopfhörer, der immerhin beinahe 400 Euro kostet, sollte das doch beigelegt werden können. Wer sich behelfen will, der muss knapp 30 Euro investieren, um das passende Zubehör bei Bose zu kaufen.

Passt wie angegossen

Durch die doch großen Designänderungen, befürchtete ich schon, dass der Tragekomfort der 700er gegenüber dem QC35 gelitten hätte, aber ich habe mich getäuscht und kann Entwarnung geben. Die Headphones 700 bieten einen sehr angenehmen Druck, die Ohrhörer umschließen sehr gut die Ohren und auch die Polster sind angenehmen. Angenehm ist auch das Gewicht der Kopfhörer. Mit 250 Gramm fallen diese auch beim langen Tragen nicht unangenehm auf. 

Leider hat die Designänderung einen aus meiner Sicht gravierend Nachteil: Die Ohrpolster lassen sich nicht austauschen, so wie man es von der QC-Serie von Bose gewohnt war. Sehr schade, denn bei einem Preis von 400 Euro sollte es möglich sein diese Verschleißteile einfach auszutauschen und gegen neue zu ersetzen.

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Zwei Apps, zwei Betriebssysteme und ein bunter Strauß von Fragezeichen

Mit den neuen Headphones 700 führt Bose auch eine neue App ein. Satt Bose Connect benötigen die neuen Bluetooth-Kopfhörer nun Bose Music. Diese App ist einfach gehalten, verlangt aber, dass man sich einen Account bei Bose zulegt. Warum das so ist, ist leider nicht zu erfahren. Hauptsächlich nutzt man die App um die Geräuschunterdrückung in 10 Stufen zu regulieren. Außerdem kann man drei Stufen auswählen, die dann durch den Druck der ANC-Taste am Kopfhörer genutzt werden können. Während meines Tests habe ich aber nach der Einrichtung die App gar nicht mehr genutzt, da diese kaum einen Mehrwert bietet.

Bose Music App
Bose AR ist vorläufig nur für iOS verfügbar und auch die App-Anzahl ist sehr überschaubar. / © AndrodiPIT Bildquelle: nextpit

Was ist Bose AR: Feature mit Zukunft, oder nur Spielerei?

Eine softwareseitige Neuerung, die aus Boses Sicht in der Zukunft einen Mehrwert schaffen soll, heißt Bose AR. Um diese Funktion nutzen zu können, benötigt man eigentlich nur die Bose Music App. Ist ein kompatibles Gerät verbunden, zur Zeit sind es die Bose Frames und die Headphones 700, erscheint ein neues Logo neben dem Bluetooth-Logo in der Music App. Leider musste ich feststellen, dass die Android-Version der App noch nicht für den neuen Kopfhörer und die Bose AR-Funktionalität angepasst wurde. Wer also die neuen AR-Funktionen der Bose 700 Kopfhörer testen will, muss sich noch gedulden. Besser sieht es aus, wenn man ein ein Apple iPhone besitzt, da die iOS App schon ein paar Schritte weiter ist.

Der Nutzen von Bose AR ist mir noch nicht klar, was sicherlich noch an der sehr geringen Anzahl an Apps liegt. Bisher gibt es ganze sechs Apps, wovon allesamt bisher nur in englischer Sprache zur Verfügung stehen. Theoretisch soll man dank Bose AR das Smartphone in der Hosentasche lassen und den Kopf als Eingabegerät nutzen können. Dazu muss es aber die passenden Apps erstmal geben und aktuell bezweifel ich stark, dass Bose genug Entwickler für solche Apps begeistern kann.

Musik genießen in einem Raum der Stille

Kommen wir nun endlich zu dem Teil der bei einem Kopfhörer am wichtigsten ist: Der Klang und in diesem Falle auch der aktiven Geräuschunterdrückung. Vorweg kann man schon mal sagen, dass Bose mit dem Headphones 700 seine Fans nicht enttäuscht. 

Insgesamt verbaut Bose acht Mikrofone in den Außenseiten der Ohrmuscheln um Umgebungsgeräusche aufzunehmen und entsprechend gegenläufige Wellen zu erzeugen. Das funktioniert am besten, wenn es gleichbleibende Hintergrundgeräusche sind, wie Fahrgeräusche (Zug, Flugzeug, Auto) oder aber auch Haushaltsgeräte wie Staubsauger und Kühlschränke. Geräusche, die schnell ihr Wellenbild verändern, kann eine aktive Geräuschunterdrückung schwer eliminieren. Hier greift aber die physische Abschirmung ein. Die geschlossenen Ohrmuscheln dämpfen schon ohne elektronische Hilfe gut.

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Schon die geschlossenen Ohrmuscheln dämpfen viel von den Außengeräuschen. / © NextPit Bildquelle: NextPit

Endlich Ruhe!

Aktiviert man die elektronische Geräuschunterdrückung und wählt die höchste Stufe, dann zeigt sich, wie effektiv das Noise Cancelling von Bose ist. Man fühlt sich wie in einem Raum der Stille, in dem nur sehr fein im Hintergrund Geräusche wahrgenommen werden können. Ein leichtes Rauschen ist ebenfalls zu vernehmen Aber die Konkurrenz, wie der Sony WH-1000MX3, ist hier auf gleichem Niveau. 

Wenn dann doch mal der Kollege mit einem sprechen will oder man auf seiner Reise vom Schaffner oder Stewardess angesprochen wird, dann lässt sich das Bose NCH 700 per längerem Druck auf die ANC-Taste in einen Talk-Through-Modus versetzen. Musik wird ausgeblendet, die Außenmikros aktiviert, so dass man die Umgebung elektronisch verstärkt wahrnehmen und mit dieser interagieren kann.

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In Sachen Geräuschminimierung zählt der Bose Headphone 700 zur Spitzenklasse. / © NextPit Bildquelle: NextPit

Spannend wird es, wenn man mit dem Bose Headphones 700 auch noch telefonieren will, denn auch hier werden die Außenmikros, zwei der acht, zur Geräuschunterdrückung verwendet. In der Praxis funktioniert das sehr gut, so dass der Gesprächspartner selbst bei sehr lauten Umgebungen von vielen nervigen Hintergundgeräuschen verschont bleibt, oder diese nur sehr gedämpft wahrnimmt. Leider –  und das ist durch die Bauart bedingt – nimmt der Gesprächspartner Euch so wahr, als ob ihr das Telefon weiter weg haltet, da die Mikrofone sich natürlich nicht in der Nähe des Mundes befinden.

Audio-Genuss a la Bose

Gut, die Außengeräusche kann das Bose Headphone aus der Kombination aus geschlossenem System und sehr effektiver Geräuschunterdrückung abblocken, aber kann es mich auch gut unterhalten? Liegen die Stärken eher bei Musik, Gaming oder Videos? Hier spielen selbstverständlich die eigenen Präferenzen sehr stark hinein. Für meinen Musikgeschmack, eher Mainstream, R&B und Pop, klingen die Bose Headphone im Test etwas zu stark mittenbetont. Höhen und Bässe sind weniger präsent, aber das sind natürlich nur die Grundeinstellungen. Wer will, der kann das Klangbild mit einem Equalizer noch verfeinern und den eigenen Ansprüchen anpassen.

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ANC zum Dank, kann man die Umwelt wieder ohne Lärm genießen. / © NextPit Bildquelle: NextPit

Bei Videos ist es wichtig, dass Bild und Ton synchron laufen. Nichts ist nerviger, wenn das Bild schon weiter ist, als der Ton, vor allem bei Videos, in denen man den Sprecher aus der Nähe sieht. Aber keine Panik, die Bose Kopfhörer sind durchaus videotauglich und es ist kaum ein Versatz zwischen Bild und Ton wahrzunehmen. Gleiches gilt auch für die Spiele. Auch hier ist kaum ein Versatz spürbar.

Ein Akku für Langstreckenflüge

Bei kabellosen Kopfhörern, die auch noch über aktives Noise Cancelling verfügen, spielt die Akkulaufzeit eine wichtige Rolle. Bose verspricht bis zu 20 Stunden Laufzeit und tatsächlich erreicht der Kopfhörer diese 20 Stunden annähernd. Solange hält sicherlich das eigene Smartphone nicht durch. Steht die Akkuanzeige auf Null Prozent, dann kann immerhin ein Kabel benutzen und den Kopfhörer ohne ANC oder Headset-Funktion nutzen.

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Über den USB-Typ-C wird der Bose NCH 700 aufgeladen. / © NextPit Bildquelle: NextPit

Gut ist, dass Bose beim Headphones 700 daran gedacht hat, den Anschluss für das Ladekabel auf USB-Typ-C umzustellen. Ein entsprechendes Ladekabel ohne Netzteil legt Bose in dem Transportbox bei. Für eine Akkuladung bis 100 Prozent vergehen satte 2,5 Stunden. 

Abschließendes Urteil

Der Markt für Kopfhörer mit aktiver Geräuschminimierung ist groß und es rücken auch immer mehr Hersteller in dieses Segment. Bose geriet mit der Quiet-Comfort-Serie unter Druck, nicht nur von namenhaften Herstellern wie Sennheiser, Sony und Co., sondern auch von relativ unbekannten, meist aus dem asiatischem Raum, kommenden Herstellern. Mit dem neuen Noise Cancelling Headphones 700 zeigt Bose aber wie man seine Stärken und Erfahrung aus der Geräuschminimierung nutz und wieder einmal ein qualitativ sehr gutes Produkt zaubert. Ob sich die aktuell kaum nutzbare Bose AR Technologie durchsetzen wird, bleibt abzuwarten. Erstmal muss Bose gemeinsam mit interessierten Entwicklern die eine oder andere Killer-Applikation hervorbringen. Aktuell ist es mehr als Konzept zu verstehen. 

Lohnt sich die Investition in einen knapp 400 Euro teuren Kopfhörer, wie dem Bose Headphones 700? Wenn das eigene Bankkonto es zulässt, verdient der Bose NCH 700 definitiv eine Kaufempfehlung. Belohnt wird man dann mit einem Kopfhörer, der eines der besten aktiven Geräuschunterdrückung auf dem Markt besitzt. Das damit auch klasse telefoniert werden kann, ist für Euren Gesprächspartner ein Plus. Bose hat vorgelegt, nun muss die Konkurrenz nachziehen. 

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