Cowboy kommt aus Belgien und ist dort seit gut einem Jahr erhältlich, nun kommt es auch nach Deutschland, Frankreich und die Niederlande. Das E-Bike ist ein Single-Speed-Rad, hat also keine Gangschaltung. Der selbst entwickelte Motor leistet 250 Watt und sitzt im Hinterrad. Der Akku hat an der Sattelstütze seinen Platz und ist abnehmbar. Die Lichter sind in den Rahmen und den Akku integriert. Das besondere an dem minimalistischen, mattschwarzen Gefährt ist die App, die zusammen mit dem Rad entwickelt wurde. Statt einer Kette kommt ein Riemenantrieb zum Einsatz.

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Wie fährt sich das Cowboy Bike?

Das Cowboy Bike ist ein ziemlich schnelles Rad und ganz klar für die Stadt konzipiert. Die Übersetzung von 3,1:1 ist sportlich, ohne Motor ist das Anfahren am Berg ein wenig zäh. In der Ebene und bei freier Straße ist man auf dem E-Bike im Test aber richtig flott unterwegs, vor allem dann, wenn man es eilig hat. Da werden aus 45 Minuten, die Google Maps für eine Strecke quer durch Berlin berechnet, schon mal nur 30 Minuten, und das trotz Beachtung der Ampeln und Verkehrsregeln. Die Sitzposition ist recht sportlich, der Lenker mit 54 Zentimeter Breite gut bemessen. Rahmen und Gabel bestehen aus Aluminium 6061. Die 16,1 Kilogramm Gewicht machen das Rad kaum schwerer als viele normale Fahrräder ohne Motor.

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Mit dem Cowboy Bike ist man flott unterwegs. / © NextPit Bildquelle: NextPit

Das Cowboy Bike ist schnell, das muss man anderswo Abstriche machen. Das E-Bike verfügt über keine Federung, weder an der Gabel noch am Hinterrad oder in der Sattelstütze. Schutzbleche, Gepäckträger und ähnlichen Firlefanz hat sich der Hersteller gespart. Die Marken-Komponenten und die saubere Verarbeitung sorgen für ein hochwertiges, stabiles Fahrgefühl – da knirscht und knistert nichts.

Was macht die Cowboy-App?

Um das Cowboy Bike aufzuschließen und den Motor zu aktivieren, braucht Ihr die entsprechende App, die es für Android und iOS gibt. Einmal gekoppelt, verbindet sich die App via Bluetooth mit dem E-Bike. Sie zeigt während der Fahrt mit einem Balken stets genau an, wie stark der Motor gerade unterstützt. Auch das Licht lässt sich ausschließlich über die App ein- und ausschalten. Wenn das Rad einmal eingeschaltet ist, kann das Smartphone auch ausfallen, Ihr könnt trotzdem mit Motorunterstützung weiterfahren. Der Startscreen der App zeigt Euch stets den Standort des Rades an, wenn es im abgeschlossenen Zustand bewegt wird, erhaltet Ihr eine Benachrichtigung. Eine eigene Smartphone-Halterung für das Rad bietet Cowboy zwar nicht an, die von Quadlock empfiehlt der Hersteller allerdings.

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Die Cowboy-App hat jede Menge Funktionen. / © NextPit Bildquelle: NextPit

Doch die App macht noch mehr als das Rad auf- und abschließen und das Licht anschalten. Ihr könnt über die App auch navigieren und gelangt so stets sicher ans Ziel. Außerdem lassen sich Parameter des Rades einstellen, etwa der selbstredend auf öffentlichen Straßen illegale Offroad-Modus, mit dem der Motor bis 30 statt 25 km/h aushilft. Über die App habt Ihr zudem stets einen direkten Draht zum Support von Cowboy – und der geht in beide Richtungen. Entdeckt Cowboy etwa beim Einspielen eines Updates für die Motor-Steuerung über die App, dass der Akku einen Defekt hat, kontaktiert der Hersteller direkt den Besitzer des Rades und schickt Ersatz. Man merkt, dass Cowboy die App direkt parallel mit dem Rad entwickelt und nicht nur irgendwie mit hinzu genommen hat. Die Funktionen werden künftig noch erweitert.

Übrigens: Ihr könnt das Cowboy Bike natürlich auch mit mehr als einem Smartphone paaren, um Euch das Rad etwa mit dem Partner oder Mitbewohner zu teilen. Es müssen dann aber alle den selben Cowboy-Account verwenden.

Das gefällt mir am Cowboy Bike

Die vielen Funktionen der Cowboy-App sind tatsächlich herausragend und ein Alleinstellungsmerkmal im unübersichtlichen Dschungel der E-Bikes. Die Verzahnung des Rades mit der App fühlt sich sehr durchdacht und praktisch an.

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Das Cowboy Bike ist für die Stadt wie gemacht. / © NextPit Bildquelle: NextPit

Die eingebaute SIM-Karte sorgt zwar nicht für einen besseren Schutz gegen Diebstahl, dafür ist ein ordentliches Schloss und die richtige Wahl des Stellplatzes entscheidend. Das eingebaute GPS-Tracking erhöht aber zumindest die Chance, das Rad wieder zu bekommen, wenn es doch einmal gestohlen wurde. Die Benachrichtigung über die App, wenn das Rad bewegt wurde, geben einen wichtigen Zeitvorteil, denn je schneller man den Diebstahl bemerkt und darauf reagiert, desto höher die Chance, sein Rad wieder zu bekommen.

Der Motor schiebt extrem sanft und trotzdem richtig kräftig an. Die Tatsache, dass das Cowboy Bike an sich schon ein schnelles Rad ist, führt dazu, dass man sehr schnell an der Motor-Höchstgeschwindigkeit von 25 km/h angelangt ist und mit vertretbarer Muskelkraft locker bis zu 35 km/h schafft. Das Rad schiebt also vor allem an, die Beine machen dann den Rest. Das schont einerseits den Akku, da der Motor bei höheren Geschwindigkeiten nicht mehr unterstützt, und sorgt für ein bisschen mehr sportliche Betätigung.

Die Reichweite des Akkus mit 10 Ah/360 Wh ist großzügig. Ich fahre generell eher schnell und bin vergleichsweise schwer, kam aber mit einer Akkuladung trotzdem mindestens die versprochenen 70 Kilometer weit, meist sogar weiter. Bei vielen anderen E-Bikes ist die Reichweite deutlich geringer. Das Ladegerät bringt den Akku in weniger als vier Stunden wieder auf 100 Prozent.

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Der Akku sitzt hinten am Rahmen und hat viel Power. / © NextPit Bildquelle: NextPit

Was die reinen Fahrrad-Komponenten angeht, gefallen vor allem die hydraulischen Scheibenbremsen von Tektro, die fest zupacken, aber jederzeit gut zu kontrollieren sind. Auch die Standardreifen – 42 mm breite Gravelking Panaracer – sind gut und so breit, dass die Gefahr, in eine Straßenbahnschiene zu geraten, vergleichsweise gering ist.

Der Riemenantrieb des Cowboy Bike ist wartungsfrei, er muss nicht geschmiert werden wie eine Kette. Der Austausch ist zwar etwas aufwendiger, da hierfür das Rahmenschloss geöffnet werden muss, dafür verschleißen die Zahnräder im Antriebsstrang deutlich langsamer. Die Kraftübertragung ist sehr direkt.

Das gefällt mir nicht am Cowboy Bike

So gut die App auch ist, eine Alternative zum Aufschließen und Starten des E-Bikes wäre wünschenswert. Wenn das Smartphone oder die App nicht funktioniert, lässt sich das Rad nicht aktivieren. Zwar lässt sich das Rad auch ohne Motor recht gut fahren, wenn das Gelände nicht zu hügelig wird, aber so ist das halt nicht gedacht. Cowboy hätte das beispielsweise über den Schlüssel am Akku lösen können, hat darauf aber verzichtet.

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Ohne App geht nichts bei Cowboy. / © NextPit Bildquelle: NextPit

Apropos Akku: Der muss immer abgenommen werden, um ihn zu laden, da der Anschluss für das Ladegerät an der Innenseite steckt. Vor allem für diejenigen, die ihr Rad in der Garage parken, ist das unnötig umständlich. Die Tatsache, dass das Rücklicht im Akku steckt, gefällt optisch, macht den Austausch aber schwierig, wenn die LED einmal den Geist aufgeben sollte.

So nackt, wie das Cowboy Bike verkauft wird, ist es zudem trotz der integrierten Beleuchtung nicht wirklich alltagstauglich. Der Hersteller bietet selbst keinerlei Zubehör an, also keine Schutzbleche, Reflektoren, Gepäckträger oder ähnliches. Zwar gibt es die üblichen Aufnahmen an Rahmen und Gabel für Standard-Zubehör, doch bei einem mit so viel Aufwand gestalteten Design-Rad wäre es schön, optisch passendes Zubehör zu haben. Der Platz zwischen Vorderreifen und Gabel ist zudem arg knapp bemessen, viele Universal-Schutzbleche werden da nicht passen.

Das für das E-Bike angegebene Gesamtgewicht beträgt 110 Kilogramm. Das klingt ausreichend, allerdings zählt das Gewicht des Rades mit dazu. Bleiben 94 Kilogramm für Fahrer und Gepäck. Ich bin also schon zu schwer für das Cowboy Bike, zumindest auf dem Papier. Die Zuladung ist vor allem für Pendler, die immer noch eine Tasche oder einen Rucksack dabei haben, schon arg knapp bemessen.

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Um den Riemen zu wechseln, muss das Rahmenschloss geöffnet werden. / © NextPit Bildquelle: NextPit

Cowboy bietet das E-Bike nur in einer Rahmengröße an, die für Menschen zwischen 1,70 und 1,95 passen soll. Die Sattelhöhe ist verstellbar, der Lenker nicht. Ich bin 1,87 Meter groß, und da ist die Sittzposition durch den tiefen Lenker schon recht sportlich. Mindestens eine, besser zwei Rahmengrößen mehr im Angebot sollte Cowboy in Zukunft anbieten.

Fazit

Das Fahren mit dem Cowboy Bike macht richtig viel Spaß, der Motor schiebt extrem komfortabel und trotzdem kräftig an, das Rad ist leichtgängig und die Bremsen beißen knackig zu. Mir gefällt auch der minimalistische Look, zudem wirkt die App durchdacht. Die Schwächen sind aber ebenfalls da, und hier stört mich neben der geringen Zuladung und den fehlenden alternativen Rahmengrößen vor allem die Tatsache, dass das E-Bike ohne Smartphone nicht benutzbar ist. Das hätte man ziemlich einfach anders lösen können, ein Schloss mit Schlüssel ist ja ohnehin vorhanden. Das E-Bike ist zudem vor allem auf den Einsatz in der Stadt ausgelegt, ausgedehnte Touren mit Gepäck sind kaum möglich.

Das Cowboy Bike kostet 1.990 Euro. Das erscheint angemessen angesichts der Leistung und Austattung. Wenn Ihr Euch nicht sicher seid, ob das E-Bike aus Belgien tatsächlich was für Euch ist, bucht einfach eine kostenlose Probefahrt auf der Webseite von Cowboy. Der Hersteller bringt das Rad zu Euch und Ihr könnt es ausprobieren, wenn Ihr in einer der verfügbaren Städte lebt.