Pros des Samsung DeX Pad

  • Ideal fürs Büro
  • Kompakter als die erste DeX-Generation
  • Das Smartphone kann als Touchpad genutzt werden
  • Unterstützt Auflösungen höher als Full-HD
  • Geräte können über USB angeschlossen werden
  • Aktives Kühlsystem

Contras des Samsung DeX Pad

  • Display-Port-Anschluss fehlt
  • Kein Ethernet-Anschluss
  • Nicht alle Apps funktionieren im Vollbildmodus

Der Preis stimmt

Das DeX Pad ist schon bei den meisten Online-Händlern und im Einzelhandel erhältlich. Die Dockingstation, die Euer Smartphone in einen PC verwandelt, wird offiziell zu einem Preis von 99 Euro verkauft, sie ist aber mitunter schon deutlich günstiger erhältlich.

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Im Lieferumfang ist alles wichtige enthalten. / © NextPit Bildquelle: NextPit by Irina Efremova

Schlichtes Design und genügend Anschlüsse

Die neue Dockingstation ist einzig in Schwarz erhältlich und bedenkt man die Zielgruppe, überrascht das auch nicht wirklich. Im Gegensatz zum Vorgänger ist das DeX Pad ein unauffälliger Kunststoffquader mit abgerundeten Ecken.

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Die Gummifüße sorgen für sicheren Halt auf dem Schreibtisch. / © NextPit Bildquelle: NextPit by Irina Efremova

Auf der Oberseite ist der USB-Typ-C-Anschluss untergebracht, an dem wir unser Smartphone anschließen müssen. Ein Case macht hier keine Probleme, da der Anschluss sich geringfügig bewegen lässt. Am oberen Rand ist ein dünner Gummistreifen untergebracht, um das Smartphone fix in Position zu halten.

Ca. auf der Hälfte ist ein Gitter eingelassen, das der Belüftung dient. Diese Kühlung zieht die Wärme des Smartphones ab und führt sie über Auslässe unten am DeX Pad ins Freie.

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Ein paar mehr Anschlüsse hätten es sein können. / © NextPit Bildquelle: NextPit by Irina Efremova

Am oberen Rahmen des DeX Pad befinden sich mehrere Anschlüsse: ein USB-Typ-C-Anschluss für die Stromversorgung, ein HDMI- und zwei USB Typ-A-Anschlüsse für die Verbindung mit Maus und Tastatur. Ein Ethernet-Port und ein Display-Port fehlen leider, beide wären in der Büroumgebung durchaus hilfreich gewesen. In vielen Fällen wird dieses Problem aber wohl nicht von großer Bedeutung sein.

Nur ein einziger Video-Ausgang

Wie schon erwähnt, ist die Verbindung zum Bildschirm einzig über HDMI möglich. Es gibt keine weiteren Display- oder USB-Typ-C/Thunderbolt-Anschlüsse. Es ist daher nicht möglich, mehr als nur einen Bildschirm mit dem DeX Pad zu betreiben oder eine höhere Auflösung als 2160 x 1440 Pixeln bei 60 Hz zu erreichen.

Das hat wohl auch mit den technischen Einschränkungen des Smartphones zu tun, das eine Videoausgabe in einer 4K-Auflösung schlicht nicht bietet. Allerdings schafft es das Smartphone über den USB-Typ-C-Anschluss neben Bild auch weitere Daten gleichzeitig zu übertragen. Und seien wir ehrlich, die hier gebotene maximale Auflösung ist auch vollkommen ausreichend.

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Beim ersten Anschließen müsst Ihr noch Eure Bildschirm-Einstellungen anpassen. / © NextPit Bildquelle: NextPit

Der Einsatz von mehreren USB-Typ-C- statt USB-Typ-A-Anschlüssen hätte vielleicht die bessere Wahl sein können. Mit einem einfachen Adapter wäre es möglich gewesen, eine kabelgebundene Internetverbindung oder einen Videoausgang nach Wahl zu verwenden. Ich konnte einen USB-Typ-A- auf Ethernet-Adapter nicht selbst ausprobieren, meines Wissens nach sollte aber auch das funktionieren: Android unterstützt solches Zubehör nativ.

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Samsung DeX Pad in Aktion / © NextPit Bildquelle: NextPit by Irina Efremova

Maus und Tastatur sind sowas von 2017…

Im Vergleich zum Samsung DeX, das wir letztes Jahr ausprobieren konnten, ist das neue DeX Pad unkomplizierter zu nutzen – zumindest was die zusätzliche Hardware betrifft, die man benötigt. Ihr müsst einfach nur einen Monitor anschließen und schon könnt Ihr loslegen. Maus und Tastatur werden natürlich unterstützt, sind aber nun kein Muss mehr.

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Es ist nach wie vor angenehmer, eine physische Tastatur zu nutzen. / © NextPit Bildquelle: NextPit

Das Smartphone selbst fungiert nun als Touchpad und unterstützt auch Gesten mit zwei Fingern zum Durchblättern von Inhalten. Mit dem Zeiger könnt Ihr auch die Bildschirmtastatur bedienen, so unangenehm das auch sein mag. Samsung hat ein Update versprochen, das die Nutzung der Tastatur direkt auf dem Smartphone ermöglichen soll, aber bisher gibt es diese Option leider noch nicht.

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Das Touchpad funktioniert präzise und zuverlässig. / © NextPit Bildquelle: NextPit by Irina Efremova

Software-Einschränkungen sind überall sichtbar

Die vom DeX Pad dargestellte Desktop-Umgebung unterscheidet sich nicht so sehr von der, die Ihr gewohnt seid, wenn Ihr einen Windows-PC oder ein Chromebook nutzt. Vor allem mit letzterer Plattform hat diese Oberfläche so einiges gemeinsam.

  • ChromeOS: Das ist noch nicht die Zukunft für Android-Tablets
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Die Oberfläche kommt einem schnell bekannt vor. / © NextPit Bildquelle: NextPit

Am unteren Rand finden fast alle wichtigen Smartphone-Befehle und Informationen ihren Platz. Auf der linken Seite befinden sich ein Button zum Öffnen des App-Drawers und die drei typischen Android-Schaltflächen Home, Zurück und Letzte-Apps. Direkt rechts daneben sind die Symbole der geöffneten Apps untergebracht. Auf der rechten Seite des Bildschirms findet Ihr die Informationen zu Uhrzeit, Datum, Ladezustand des Smartphones, WLAN-Signalstärke und Datennetzstärke.

Es gibt insgesamt vier Tastenkombinationen, mit denen Ihr einen Screenshot machen, den Klingelton des Smartphones aktivieren bzw. deaktivieren, die virtuelle Tastatur öffnen und eine lokale Suche auf Eurem Smartphone starten könnt. Zusätzlich gibt es natürlich einen dedizierten Bereich für Benachrichtigungen.

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Nicht alle Apps laufen auf dem DeX Pad optimal. / © NextPit Bildquelle: NextPit

Nicht alle Apps können im Vollbildmodus verwendet werden , viele wie Instagram oder einige Spiele werden nur in einem kleinen Fenster angezeigt, dessen Größe auch nicht angepasst werden kann. Glücklicherweise wurden die nützlichsten Anwendungen wie die Office-Suite, E-Mail-Clients und Google Chrome entsprechend angepasst. Letzterer nutzt allerdings die mobile Ansicht, was natürlich nicht gerade optimal ist. Seid Ihr auf der Suche nach weiteren an DeX angepassten Apps, hilft Samsung mit einem eigenen Bereich im Galaxy Apps Store weiter.

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Die wichtigsten Apps sind auch für DeX erhältlich. / © NextPit Bildquelle: NextPit

Eine weitere Einschränkung des DeX Pad ist wahrlich unangenehm: Der Google Assistant kann nicht gestartet werden, während sich das Smartphone in dem Dock befindet. Auch Bixby, Samsungs eigener smarter Assistent, kann nicht gestartet werden. Letzteren wird aber wohl keiner so schnell vermissen.

  • Bixby 2.0: Samsung drückt den Reset-Button
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Digitale Assistenten lassen sich mit DeX Pad nicht nutzen. / © NextPit Bildquelle: NextPit

Kleiner Hinweis an dieser Stelle: Eure eingerichtete Bildschirmsperre am Smartphone gilt auch für DeX. Das heißt, habt Ihr ein Muster eingerichtet, müsst Ihr es am großen Bildschirm nachzeichnen, um DeX freizuschalten. Das ist besonders nervig, wenn Ihr keine Maus angeschlossen habt und somit das Smartphone als Touchpad nutzt.

Hier wäre ein dediziertes DeX-Passwort oder die Möglichkeit, DeX über das Smartphone zu entsperren, z.B. mit dem Fingerabdrucksensor, deutlich angenehmer gewesen. Vielleicht wird diese Funktion dann mit dem Galaxy S10 eingeführt, wir können nur darauf hoffen.

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Es kann auch mal ein paar Minuten dauern, DeX zu entsperren. / © NextPit Bildquelle: NextPit

Eine gute Idee mit Luft nach oben

Das Samsung-Zubehör ist einem sehr kleinen Benutzerkreis gewidmet. Das DeX Pad eignet sich nicht, einen Laptop oder einen PC im Alltag komplett zu ersetzen, es kann nur wenige Dinge wirklich gut und hier liegt die Schuld nicht unbedingt bei Samsung: Android-Apps sind nach wie vor nicht wirklich für einen großen Bildschirm geeignet, und das kennen wir mittlerweile leider nur zu gut von Tablets und Chromebooks.

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Der App Drawer zeigt Euch alle Apps an, die auf Eurem Smartphone installiert sind. / © NextPit Bildquelle: NextPit

Die Idee selbst finde ich tatsächlich fantastisch und nach all den erfolglosen Versuchen – im Gewand von Ubuntu Touch, Windows Phone und weiteren – zu sehen, dass die Hersteller die Idee der Konvergenz noch nicht aufgegeben haben, ist wunderbar. Eines Tages brauchen wir weder Laptop noch stationären PC, sondern nur “leere” Docks und Gehäuse, in die wir unsere leistungsfähigen Smartphones einsetzen können, um die Produktivität zu steigern. Diese Zukunft ist jedoch nach wie vor weit entfernt, und die Grenzen des DeX Pad sind immer wieder deutlich spürbar.

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Die Übersicht der geöffneten Apps ähnelt der Ansicht am Smartphone. / © NextPit Bildquelle: NextPit

Wenn Ihr bereits ein kompatibles Smartphone besitzt und eine Möglichkeit sucht, im Unternehmen oder zu Hause auf einem großen Bildschirm E-Mails zu lesen und andere Smartphone-typische Aufgaben zu erledigen, könnte dieses Zubehör nahezu perfekt sein, ohne gleich mehrere hundert Euro zu verschlingen. Ihr benötigt eben lediglich einen Bildschirm und das DeX Pad.

Solltet Ihr allerdings die Anschaffung eines Laptops oder PCs mit einem Galaxy S9 und dem DeX Pad ersetzen, möchte ich Euch an dieser Stelle deutlich davon abraten. Mit den gleichen Kosten könntet Ihr gleich ein Mittelklasse-Smartphone und ein Laptop oder Chromebook kaufen. Und dann habt Ihr zwei spezialisierte Geräte, die vieles besser können als die Kombination aus S9 und DeX-Station.

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