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Motorola Moto G6

4,0

Pro

  • Design und Verarbeitung
  • Schnelle Aufladung
  • Dual-SIM und MicroSD

Contra

  • Träge Kamera
  • Gesichtserkennung bei schlechten Lichtverhältnissen
Foto: Handy Motorola motorola-moto-g6

Pros des Motorola Moto G6

  • Design und Verarbeitung
  • Schnelle Aufladung
  • Dual-SIM und MicroSD

Contras des Motorola Moto G6

  • Träge Kamera
  • Gesichtserkennung bei schlechten Lichtverhältnissen

Der Preis ist noch immer attraktiv

Das Moto G6 wurde in Sao Paulo zusammen mit dem G6 Play und G6 Plus vorgestellt. Das Trio findet auch den Weg auf den deutschen Markt. In diesem Lineup ist das Moto G6 mit einem Preis von 269 Euro in der Mitte angesiedelt. Das günstigere G6 Play liegt bei 199 Euro, die Plus-Variante bei 299 Euro.

Das Moto G6 gibt es in vier Farben: Schwarz, Rosegold, Silber und Idigo. Wir durften die letzte Version testen und ich kann Euch versichern, dass es sich hierbei um eine sehr angenehme Farbe handelt. In der bunten Box befinden sich neben dem Smartphone noch ein TurboPower-Ladegerät, ein Kabel, ein Schlüssel zum Öffnen des SIM-Kartenschachts und ein transparentes TPU-Case. Kopfhörer sucht man hier vergeblich.

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Das TurboPower-Ladegerät des G6 liefert viel Saft. / © NextPit
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Das erste elegante Moto G der Geschichte

Seit 2013 will Motorola mit der G-Serie alle Kunden ansprechen, die ein erschwingliches, leistungsstarkes und langlebiges Smartphone suchen. Neuere Marken wie Huawei und Honor haben den Handy-Pionier unter Druck gesetzt, aber mit dem G6 scheint Motorola den Titel des besten preiswerten Smartphone zurückzugewinnen. Aber wie schafft das der Hersteller? Zunächst einmal durch die Fokussierung auf ein neues, modernes Design.

Das Moto G6 ist das erste Moto G, das man wirklich als elegant bezeichnen kann.

Ich würde sagen, dass das G6 das erste Moto G ist, dass die Beschreibung elegant verdient. Ich persönlich war eigentlich noch nie ein Fan der G-Serie. Das lag vor allem am Design, aber darauf lag bisher auch nie der Fokus. Man sieht bei der neuen Generation aber schon auf den ersten Blick, dass sie mit dieser Tradition brechen will. Entsprechend lässt sie sich eher vom Moto X4 als vom Moto G5 inspirieren.

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Eine glänzende Hülle mit geschwungenen Kanten, die das Smartphone handlich und elegant macht. / © NextPit

Das G6 macht schon auf den ersten Blick eine gute Figur, dank seiner glänzenden Hülle, die angenehme Lichteffekte erzeugt. Bewegt man das Smartphone im Licht, entsteht durch die Reflexionen ein S auf der Rückseite. Die abgerundeten Kanten sorgen nicht nur für einen hochwertigen Look, sondern auch für eine gute Handlichkeit. Die geschwungenen Kanten auf der Rückseite erinnern an das Galaxy S7 Edge.

Auf der Rückseite befindet sich erneut eine recht Markante Erhebung, in der die Kamera-Einheit untergebracht ist. Sie steht wieder etwas vom Gehäuse ab, was mir nicht so richtig gefällt. Legt man das Moto G6 auf einer ebenen Fläche ab, wackelt es aber nicht auffällig.

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Der Steckplatz für die beiden SIM-Karten und die MicroSD-Karte befindet sich am oberen Rand. / © NextPit

Die Front ist mit 3D-Gorilla-Glas ausgestattet, die Rückseite besteht aus Kunststoff. Daran ist man heutzutage fast nicht mehr gewöhnt, aber dieser Umstand beeinträchtigt das Design des Smartphones nicht weiter. Im Gegenteil, die Wahl dieses Materials an dieser Stelle hat eher einen Vorteil: Es macht das Smartphone nicht so anfällig gegen etwaige Stürze. Hattet Ihr schon mal ein Smartphone, das komplett in Glas gehalten ist, im Einsatz, wisst Ihr wovon ich spreche. Neben Schäden, die entstehen können, sind natürlich auch Fingerabdrücke hier immer ein Thema.

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Die Beschaffenheit des Power-Buttons macht ihn stets erkennbar. / © NextPit

Beim Moto G6 befinden sich Power- und Lautstärketasten an der rechten Seite und sind so stets einfach zu erreichen. Es kommt sogar auch noch ein 3,5-mm-Klinkenanschluss zum Einsatz. Er befindet sich wie gewohnt unten, neben dem USB-2.0-Anschluss im Typ-C-Gewand. Der Schlitten für die zwei SIM-Karten und die MicroSD-Karte ist im oberen Rahmen untergebracht. Die linke Kante ist komplett ungenutzt.

Der ovale Fingerabdrucksensor befindet sich auf der Front und dient gleichzeitig als Homebutton. Darüber befindet sich auch der Moto-Schriftzug, durchaus eine fragwürdige ästhetische Wahl, aber das ist wohl Geschmackssache. Ich persönlich bin kein Fan dieser Entscheidung. Der schmal gehaltene Sensor sorgt dafür, dass der untere Rand des Smartphones nicht zu groß gerät. Oberhalb des Displays finden wir den Mono-Lautsprecher, die Frontkamera und ein paar Sensoren vor.

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Ihr braucht einen Klinkenanschluss? Das Moto G6 hat ihn. / © NextPit

Mit 167 Gramm kann das Moto G6 nicht wirklich als leichtes Smartphone bezeichnet werden, aber es ist kompakt und bequem in der Hand zu halten. Das Smartphone ist spritzwassergeschützt, aber nicht wasserdicht. Beim Schwimmen solltet Ihr es also lieber nicht mitnehmen.

Ein gutes 18:9-Display ohne Kerbe

Auch bei der Moto-Serie verzichtet Motorola nicht mehr auf das moderne Max Vision Display im 18:9-Format. Ein Muss für den Highend-Bereich, aber mittlerweile kommt auch die Mittelklasse nicht mehr ohne aus. Dieses Format erlaubt ein größeres Display, ohne die Gesamtgröße des Smartphones zu beeinflussen.

Das Moto G6 bietet ein 5,7 Zoll großes IPS-LCD-Panel.

Das neue Moto G6 besitzt ein 5,7 Zoll großes IPS-LCD-Panel mit Full-HD+-Auflösung, was zu einer Pixeldichte von 424 ppi führt. Der Bildschirm ist hell genug und bietet gute Blickwinkel. Im direkten Sonnenlicht ist es aber nicht immer gut ablesbar, hier muss die Helligkeit auf das Maximum eingestellt werden.

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Motorola verzichtet lieber ganz auf die Notch. / © NextPit

Die Farbdarstellung ist insgesamt gut, aber nicht sehr gesättigt. Weiß driftet leicht ins Blaue ab, aber die Farbtemperatur kann immer in den Einstellungen manuell angepasst werden. Die Schwarzwerte sind LCD-typisch nicht perfekt, aber alles in allem handelt es sich hierbei um ein gutes IPS-Panel.

In der Moto App kann unter Moto Display auch der Nachtmodus und ein Alway-on-Display eingerichtet werden. Ich habe das Moto G6 für Serien bei Netflix und meine Lieblingsvideos bei YouTube genutzt, und das Display war eine nette Überraschung für diese Preisklasse. Ganz wichtig noch: Motorola verzichtet auf die mittlerweile legendäre Notch!

Schnelle und unauffällige Software

Eine der Stärken des Moto G war bisher die aktuelle und cleane Software. Auf dem G6 ist Android 8.0 Oreo vorinstalliert, viel verändert Motorola daran nicht. Es handelt sich also nicht um die aktuellste Version von Android, aber immerhin Oreo mit dem Sicherheitspatch aus dem März. Es befindet sich praktisch keine Bloatware auf dem G6, es gibt nur sehr wenige Ausnahmen wie LinkedIn. Die Google Apps und Motorolas eigene Moto App sind aber natürlich ebenfalls vorinstalliert. Das System nimmt beim G6 gut 7 GByte Speicher ein.

Wenig Bloatware, Gesten und Entsperren per Fingerabdruck oder Gesichtserkennung

Zusätzlich zu Moto Display findet Ihr Moto Key, um Euch mit Eurem Fingerabdruck auch bei Websites anmelden zu können, Moto Actions, die bekannten Gesten der Moto-Smartphones, und Moto Voice Beta, ein Sprachassistent, in der Moto App. Letzteren habe ich bisher aber links liegen gelassen und mich stattdessen lieber auf den Google Assistant verlassen.

Moto G6
Die Moto Actions sollen beim Benutzen des Smartphones Zeit sparen./ © NextPit

In dieser Hinsicht lernt man das G6 erst so richtig zu schätzen: Wenig Bloatware und Funktionen wie die Gesichtserkennung, die das Gerät schnell entsperrt, wissen zu gefallen. Letztere hat allerdings bei schlechten Lichtverhältnissen mitunter so ihre Probleme und erkennt daher nicht immer das Gesicht. Hier benötigt man dann immer wieder eine Lichtquelle, damit die Kamera das Gesicht entsprechend einfangen kann.

Ihr könnt aber stattdessen auch einfach den Fingerabdrucksensor nutzen, welcher meine Meinung nach auch etwas schneller funktioniert. Motorola hat beim Moto G6 auch einige nützliche Gesten eingerichtet. Ich habe mich schnell an sie gewöhnt und während meiner Testphase tatsächlich auch häufig genutzt:

  • Startet die Kamera durch zweimaliges Drehen des Handgelenks.
  • Aktiviert die Taschenlampe durch Schütteln.

Eine solide Performance

Das Moto G6 verfügt über einen Qualcomm Snapdragon 450 Octacore-Porzessor mit einer maximalen Taktrate von 1,8 GHz. Ihm zur Seite steht eine Adreno 506 GPU mit 600 MHz. In dem von mir getesteten Modell standen 3 GByte Arbeitsspeicher und 32 GByte Speicher zur Verfügung, die per MicroSD-Karte um bis zu 128 GByte erweitert werden können. Es gibt allerdings auch eine Version mit 4 GByte RAM und 64 GByte Hauptspeicher.

Der Snapdragon 450 kann als einer der neuen Qualcomm-Chips angesehen werden, auch wenn er nicht zu den leistungsstärksten gehört. Im täglichen Gebrauch zeigte das Moto G6 keine Problem mit Anwendungen wie Spotify, Instagram, Facebook, Gmail und WhatsApp. Es ist sicherlich kein Gamer-Smartphone, aber mit Spielen, die nicht zu anspruchsvoll sind, kann das G6 einwandfrei umgehen. In Spielen wie PUBG werdet Ihr aber die Grenzen der Hardware spüren: Ihr könnt es zwar spielen, aber die Gesamtperformance ist nicht bemerkenswert. Das ist aber eher normal für ein Smartphone in dieser Preisklasse.

Moto G6: Benchmarkergebnisse

 Smartphone  3D Mark Sling Shot Extreme ES 3.1 3D Mark Sling Shot ES 3.0 3D Mark Ice Storm Unlimited ES 2.0 Geekbench 4 - single core Geekbench 4 - multi core
Moto G6 442 810 12799 757 3965
Honor 9 Lite 332 231 12303 943 3712
Alcatel 5 306 456 8394 604 4268
           

Das Smartphone verfügt über WLAN a/b/g/n Dualband, GPS und Bluetooth 4.2 mit EDR und LE. Die Gesprächsqualität ist gut, es waren keine Probleme festzustellen, auch nicht in der U-Bahn. In den Einstellungen könnt Ihr Dolby Audio mit verschiedenen Presets für Kino, Musik, Gaming und Stimme aktivieren. Der Klang ist insgesamt sauber und laut.

Auch NFC und FM-Radio, heutzutage eher eine Rarität, beherrscht das Moto G6. In den Einstellungen könnt Ihr die SIM-Karten typisch Dual-SIM-Smartphone im Detail verwalten.

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Das G6 kommt ohne viel Bloatware, aber einer ansprechenden Alltags-Performance. / © NextPit

Gute Fotos, aber den perfekten Moment einzufangen, ist nicht einfach

Neu ist auch die Dual-Kamera auf der Rückseite, die von einem LED-Blitz flankiert wird: ein Sensor mit 12 Megapixel mit f/1.8-Blende und Autofokus mit Phasenerkennung und einer mit 5 Megapixel, der für die Tiefenschärfe zuständig ist. Die Kamera-App bietet mehrer Modi, darunter Porträt-, Panorama- und Gesichtsfilter.

Und genau hier sehen wir auch, wie Motorola auf Kreativität setzt und nicht hier der Konkurrenz zurückbleiben möchte. Neben dem Modus zum Zuschneiden und den speziellen Farbmodus, der es erlaubt ein Bild in Schwarz-Weiß darzustellen und nur eine Farbe hervorzuheben, bietet die Kamera die Erkennung von Objekten. Hier müsst Ihr allerdings ein wenig Geduld an den Tag legen: Richtet Eure Kamera auf das gewünschte Objekt und wartet, bis auf dem Bildschirm die entsprechende Info angezeigt wird. Leider ist das nicht immer akkurat, und recht lange dauert es leider auch.

Der Porträt-Modus besteht aus dem mittlerweile bekannten Bokeh-Effekt: Er ist ganz gut, aber nicht exzellent, Ungenauigkeiten sind an den Rändern festzustellen. Um einen wirklich unscharfen Hintergrund zu erreichen müsst Ihr den Regler auf das Maximum stellen und das Bild auch nachträglich noch bearbeiten. Wirklich zufriedenstellend ist das nicht.

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Dual-Kamera auf der Rückseite, 8-Megapixel-Knipse mit LED-Blitz auf der Vorderseite für schöne Selfies / © NextPit

Die Kamera gehört leider auch nicht zu den schnellsten. Wollt Ihr den perfekten Moment festhalten, müsst Ihr zum einen schnell sein, aber auch Eure Hand besonders ruhig halten. Der Fokus ist fix genug, aber die Software ist insgesamt einfach zu langsam. Wenn die Lichtverhältnisse gut sind, sind die Aufnahmen detailliert und auch die Dynamik stimmt. Die Details gehen verloren, sobald die Lichtquellen weniger werden. Dann tritt auch Rauschen auf. Der HDR-Modus leistet gute Arbeit bei dunklen und hellen Bereichen.

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Wollt Ihr gute Fotos, müsst Ihr beim G6 recht schnell sein. / © NextPit

Die Selfie-Kamera löst mit 8 Megapixeln auf und hat auch einen LED-Blitz, damit Eure Gesichter auch bei schlechten Verhältnissen gut in Szene gesetzt werden können. Und der Blitz enttäuscht auch nicht. Videos kann das G6 mit 1080p bei 60 fps aufnehmen, die Stabilisierung funktioniert nur bei 30 fps.

Betrachtet man den Preis des Moto G6, ist die Kamera gar nicht mal so schlecht. Aber macht Euch am Besten mit Hilfe unserer Galerie ein eigenes Bild:

Der Akku bringt Euch bis zum Abend

Das Moto G6 bietet einen nicht austauschbaren Akku mit 3000 mAh. Das ist nicht besonders viel auf dem Papier, aber eine Laufzeit bis zum Abend mit Nachrichten, E-Mails, Fotos und Videos ist kein Problem. Im PC Mark Batterie Benchmark-Test schafft das G6 gute 8 Stunden und 11 Minuten, und übertrifft damit das Alcatel 5 (7 Stunden und 21 Minuten).

Das Moto G6 kann dank TurboPower schnell wieder aufgeladen werden.

Das Moto G6 bringt noch einen kleinen Vorteil in der Mittelklasse mit: Die sogenannte TurboPower-Technologie, die schnelles Aufladen ermöglicht. In 1 Stunde und 15 Minuten schaffte es das G6 so von 11% auf 96%.

Motorola Moto G6: Technische Daten

Ein gutes Smartphone, aber die Konkurrenz ist hart

Die neueren Generationen der G-Serie scheinen das Charisma verloren zu haben, das die Serie einst ausgemacht hat. Zudem haben vor allem mit Huawei und Honor neue Konkurrenten den europäischen Markt erobert, indem sie gut gemachte Smartphones zu einem attraktiven Preis auf den Markt gebracht haben.

Das Moto G6 ist meiner Meinung nach ein gut gemachtes Smartphone, was sich in mehrerer Hinsicht auszeichnet. Die gute alte G-Serie ist zurück und bietet potenziellen Käufern ein tolles Preis-Leistungs-Verhältnis. Das G6 hat keine wahren Schwachstellen, ich würde sie eher Unvollkommenheiten nennen, die für diese Preisklasse akzeptabel sind. Die Konkurrenz mit Honor 9 Lite und Honor 7X schläft aber ganz sicher nicht.

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