Pros des Nokia 6 (2018)

  • Android One, schnelle Updates und aktuell Sicherheitspatches
  • Gutes Display
  • Gute Akkulaufzeit
  • Klinkenanschluss
  • Keine Notch

Contras des Nokia 6 (2018)

  • Zu breite Bauweise
  • Fingerabdrucksensor zu niedrig untergebracht
  • Die Kamera ist etwas langsam und hängt manchmal

Günstiges Smartphone mit Android One

Das Nokia 6.1 ist schon im Handel erhältlich und liegt bei günstigen 279 Euro für das Modell mit 4 GByte Arbeitsspeicher und 32 GByte Hauptspeicher. Offiziell ist in Deutschland nur diese Variante in der Farbe Schwarz/Kupfer erhältlich. Die weiteren Farben sind allerdings bei manchen Online-Händlern auch hierzulande verfügbar. 

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Liebe auf den ersten Blick

Wer sagt, dass es nicht auf das Äußere ankommt, ist nicht ganz ehrlich. Das soll nicht heißen, dass es nur darauf ankommt, aber der erste Eindruck zählt nunmal. Und ja, mein erster Kontakt mit dem Nokia 6.1 hat mich direkt überzeugt. Es ist zwar nicht das schönste Smartphone, das ich je gesehen habe, aber es hat meine Aufmerksamkeit durch seine Originalität und Eleganz sofort auf sich gezogen.

Das Gehäuse, das aus Glas auf der Front und mattem Aluminium auf der Rückseite besteht, sticht in der heutigen Zeit aus der Masse heraus. Und allein das ist schon ein klarer Pluspunkt. Ich bin einfach kein Fan von den ganzen glänzenden Glas-Rückseiten, die immer voll mit Fingerabdrücken sind. Die Eleganz und der Purismus – ja, ich bin ein Fan von Minimalismus – werden von einer dünnen, kupferfarbenen Kante rundherum abgerundet. Und damit nicht genug: Kupfer kommt auch rund um die Kamera, den Fingerabdrucksensor und die physischen Tasten zum Einsatz. Dieses Design gibt dem Nokia 6.1 eine sehr persönliche Note.

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Die kupferfarbenen Akzente sind beim Design des Nokia 6.1 entscheidend. / © NextPit Bildquelle: NextPit by Irina Efremova

Auf der Front ist keine Spur einer Notch zu finden – danke Nokia! Sie kommt auch noch eher klassisch daher, mit für heutige Zeiten recht großen Rändern oben und unten. Wie schon beim letztjährigen Nokia 6 befindet sich das Kameramodul mittig auf der Rückseite, direkt darunter der Blitz. Auch der Fingerabdrucksensor ist auf der Rückseite untergebracht, leider etwas zu tief, um immer angenehm erreichbar zu sein. Die Entscheidung, den Sensor nicht noch auf die Front zu packen, hat leider nicht für kleinere Rahmen um das Display gesorgt. Positiv: Die Kamera steht kaum ab, was leider bei vielen Smartphones anders ist.

Am oberen Rand findet noch der gute alte Klinkenanschluss Platz. Auch hier: Danke Nokia! Er gehört ja bekannterweise zu einer vom Aussterben bedrohten Art. Auf der rechten Seite befinden sich die klassischen Tasten für das Ein- und Ausschlaten und für die Lautstärkeregelung. Der Hybridschlitten für die zwei SIM-Karten bzw. eine SIM- und eine MicroSD-Karte ist im linken Rahmen untergebracht.

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Kamera, Blitz, Fingerabdrucksensor und Nokia-Logo sind alle mittig untergebracht. / © NextPit Bildquelle: NextPit by Irina Efremova

Das Nokia 6.1 wirkt mit 172 Gramm sehr robust. In der Hand wirkt es zwar nicht auffällig schwer, aber es macht mit dem Aluminium-Rahmen einen sehr stabilen Eindruck. Typisch Nokia eben. Meiner Meinung nach ist es allerdings etwas zu breit geraten, was vor allem bei kleinen Händen durchaus ein gewisses Problem darstellen kann.

Gutes Display im klassischen Format

Das neue Nokia ist regelrecht nostalgisch. Daran hält sich auch das 5,5-Zoll-Display im 16:9-Format, was nicht wirklich im Trend liegt. Das IPS-LCD-Panel löst mit 1080 x 1920 Pixeln auf und kommt somit auf eine Pixeldichte von 403 ppi. Es wird mit Gorilla Glas 3 geschützt. Im Alltag hat es stets gut reagiert und die Farben sind kräftig. Ein 18:9-Format hätte dem Smartphone aber vielleicht ganz gut gestanden, die Ränder ober- und unterhalb sind für heutige Zeiten doch recht groß geraten. Das Bildschirm-zu-Gehäuse-Verhältnis liegt bei nicht so guten 73,2%.

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Das Nokia 6.1 hat noch recht große Ränder ober- und unterhalb des Displays. / © NextPit Bildquelle: NextPit by Irina Efremova

Auch im Inneren schön

Schaut man sich das Nokia 6.1 noch etwas genauer an, hat es noch viele weitere Überraschung parat. Das Wichtigste als erstes: Das Nokia 6.1 ist mit Android One ausgestattet. Nokias Entscheidung die Software Google zu überlassen, wurde auch bei uns gefeiert. Direkte Updates von Google heißt eben immer zeitnah auf dem neuesten Stand zu sein. Auch die Sicherheitspatches kommen verlässlich (Stand während des Tests: April 2018). Entsprechend überrascht es nicht, dass auf dem Nokia 6.1 Android 8.1 Oreo läuft.

Nokia 6.1: Benchmark-Ergebnisse

  3D Mark Sling Shot Extrem ES 3.1 3D Mark Sling Shot Vulkan 3D Mark Sling Shot ES 3.0 3d Mark Ice Storm Unlimited ES 2.0 Geekbench 4 Single Core / Multi Core PassMark Memory PassMark Disk
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Mehr Leistung für 2018

Der Nokia-Mid-Ranger verfügt über einen Snapdragon 630 Prozessor, der auch in anderen leistungsstarken Smartphones seiner Klasse wie dem Motorola Moto X4 und Moto G6 Plus zu finden ist. Der Unterschied zum Snapdragon 430 des Nokia 6 ist spürbar.

Auch anspruchsvolle Spiele wie Need for Speed: No Limits oder PUBG laufen auf dem 6.1 reibungslos, aber mit runtergeschraubter Grafik. Die GPU gehört nicht zu den leistungsstärksten, sorgt aber für anständige Grafik und auch die Ladezeiten sind nicht auffällig lang. Spiele laufen flüssig und ohne weitere Probleme. Spielt man etwas länger, wird das Nokia 6.1 etwas warm, aber das ist wohl durchaus zu erwarten. Ich muss gestehen, dass ich gar nicht so viel von einem solchen Mittelklasse Smartphone erwartet hatte, besonders PUBG ist doch recht leistungshungrig. Für Vollzeit-Gamer ist es sicherlich nicht das passende Smartphone, aber für Gelegenheitsspieler wie mich, ist es optimal. In der Praxis entpuppt sich das Nokia 6.1 als deutlich besser als auf dem Papier überhaupt zu erwarten war.

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Sogar mit einem Mittelklasse-Smartphone kann ich bei PUBG Siege einfahren! / © NextPit Bildquelle: NextPit

Bluetooth 5.0 für besseren Klang

Im Vergleich zum Vorgänger, macht das Nokia 6.1 beim Thema Sound eine klar bessere Figur. Die Lautsprecher sind nach wie vor nach unten gerichtet, liefern aber Stereosound. Klar, mit Kopfhörern klingt es deutlich besser, schlecht sind die Lautsprecher aber nicht. Mit Bluetooth 5.0 ist leider noch kein doppeltes Pairing möglich, die Audioqualität für kabellose Kopfhörer wird aber verbessert.

Wie schon oben erwähnt, bietet das Nokia 6.1 noch einen Klinkenanschluss, was mich sehr freut – wie gesagt, ich bin da altmodisch. Sound kann das Smartphone aber auch über den USB-Typ-C-Anschluss am unteren Rand ausspielen.

Dem Nokia 6.1 liegen auch gleich passende Kopfhörer bei. Auf den ersten Blick machen sie aber keinen guten Eindruck. Und der verbessert sich auch nicht, wenn man sie ausprobiert. Sie erinnern mich etwas an die Zugaben, die man manchmal im Flugzeug erhält. Reines Plastik der günstigsten Sorte, verzerrter Klang – da will kein Spaß aufkommen. Diese miese Qualität vergisst man aber schnell, sobald man den guten Klang mit anständigen Kopfhörern genießt. Für ein kurzes Telefonat reichen die kleinen kabelgebundenen Kopfhörer aber aus. Für mehr allerdings nicht.

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Der Lautsprecher ist nach wie vor unten. / © NextPit Bildquelle: NextPit by Irina Efremova

Eine gewöhnliche Kamera

Hinsichtlich der Kamera kommt beim Nokia 6.1 ein 16-Megapixel-Sensor mit f/2.0-Blende auf der Rückseite zum Einsatz. Bei Tageslicht liefert diese Kamera ganz gute Ergebnisse. Die Fotos zeigen lebendige Farben und viele Details, aber sobald es dunkel wird, wendet sich das Blatt etwas. Die Selfie-Kamera löst mit 8 Megapixeln auf und die Blende beträgt f/2.0. Die Fotos sind eher durschnittlich, so richtig begeistern können sie nicht.

Die Kamera-App ist einfach aufgebaut und gut zu bedienen. Es steht auch ein manueller Modus zur Verfügung, bei dem der ISO-Wert und der Fokus manuell eingestellt werden können. Der Weißabgleich kann für eine bessere Helligkeit des Bildes auch angepasst werden. Es ist sicherlich keine Kamera für Enthusiasten, das muss man zugeben, aber für ein Mittelklasse Smartphone ist die Leistung schon ganz ordentlich. Ich hatte allerdings manchmal etwas Probleme mit dem Fokus. Mir passiert es nicht recht häufig, dass ich unscharfe Bilder aufnehme, aber mit dem Nokia war es soweit. Auch hat mich die Kamera ab und zu mal im Stich gelassen, wenn ich mehrer Bilder hintereinander aufnehmen wollte. Denn dann hängt sich die Kamera gerne mal kurz auf und muss neu gestartet werden. Das hat auch mal für Frust gesorgt, besonders, wenn man dadurch den perfekten Moment verpasst.

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Bei optimalen Lichtverhältnissen können sich die Bilder wirklich sehen lassen. / © NextPit Bildquelle: NextPit

Das Nokia 6.1 kann Videos in 4K-Auflösung aufnehmen, es folgt also damit dem aktuellen Trend. Meiner Erfahrung nach spürt man hier eher Veränderungen beim Sound als beim Bild. Auch bei der Videoaufnahme ist ab und zu mal etwas Geduld gefragt. Der Fokus ist leider bei Videos auch ein gewisses Problem. Ich kann zwar den Fokus durch Tippen auf den Bildschirm manuell wählen, kurze Zeit später scheint das Nokia diesen Punkt aber wieder vergessen zu haben, und macht was es will.

Wir alle wissen wohl, dass Geschwindigkeit oftmals wichtig ist, um gute Fotos und Videos aufzunehmen, und hier lässt das Nokia 6.1 etwas zu wünschen übrig. Dass es mich im Stich lässt, wenn ich schnell ein paar Schnappschüsse machen will, ich beim Arctic Monkeys Konzert einfach kein anständiges Video hinbekomme… Nein, das sollte so nicht sein.

Eine beneidenswerte Akkulaufzeit und schnelle Aufladung

Das Nokia 6.1 besitzt einen 3000 mAh starken Akku und weiß damit zu überraschen. Den Abend erreicht man ohne jegliche Probleme, ganz ohne Aufladen natürlich. Surfen, WhatsApp-Nachrichten senden, mit Google Maps navigieren und auch Fotografieren – alles ist möglich, ohne zwischendurch eine Steckdose suchen zu müssen.

Auch bei unseren Benchmark-Test mit PCMark Battery Work 2.0 macht das Nokia 6.1 eine gute Figur. Mit satten 9 Stunden und 13 Minuten schlägt es sich besser als zu erwarten. Mit einem solchen Wert liegt es auch über Smartphones wie dem OnePlus 6 und hält fast so lange durch wie sein großer Bruder, das Nokia 8.

Ein großer Vorteil des diesjährigen Modells im Vergleich zum Nokia 6 ist die schnelle Aufladung. Auch hier zeigt sich die stetige Weiterentwicklung der Nokia-Geräte unter HMD Global. Für eine volle Aufladung benötigt das Nokia 6.1 gerade einmal 1 Stunde und 40 Minuten. Nokia gibt an, das eine halbe Aufladung in 15 Minuten erreichbar wären. Diesen Wert können wir leider nicht bestätigen, aber mit 32 Minuten wollen wir uns auch nicht wirklich beschweren.

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Das Zubehör des Nokia 6.1 im Überblick. / © NextPit Bildquelle: NextPit

Nokia 6 (2018): Technische Daten

Gut, schön und günstig: ein Erfolgsrezept

Die neue Version des Nokia 6 hat mich überrascht. Mehr Leistung, 1 GByte mehr RAM, Android One und Android Oreo machen diese neue Version zur logischen und notwendigen Weiterentwicklung ihres Vorgängers. Schneller, bessere Akkulaufzeit, perfekt in der Lage, meine alltäglichen Aufgaben zu bewältigen, und das alles zu einem anständigen Preis. Was will man mehr von der Mittelklasse erwarten? Bei der nächsten Version könnte Nokia noch zwei Dinge verbessern: Das Nokia 6.1 könnte etwas schmaler gebaut sein und der Fingerabdrucksensor könnte etwas besser positioniert sein. Und die Kamera könnte ehrlich gesagt etwas schneller reagieren. Also drei Dinge.

Ansonsten sollten man sich immer bewusst sein, was für ein Smartphone man in den Händen hält und es nicht mit anderen, teureren Geräten vergleichen. Das Smartphone von HMD Global kann sich gegen seine Konkurrenten behaupten und manche auch schlagen, wie z.B. die neue G-Serie von Motorola, auch wenn das G6 Plus den 18:9-Bildschirm hat, den ich hier vermisst habe. Für ein Mittelklasse-Smartphone ist das Nokia 6.1 aber sehr gut. Und auch noch hübsch. Und günstig. Viel mehr kann man von einem solchen Smartphone wahrlich nicht erwarten.