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Nothing Phone (1) im Test: Hype? Dieses Smartphone ist ultrarelevant!

Update: kompletter Test
NextPit Nothing Phone 1 Review Test
© NextPit

Ich habe das Nothing Phone (1) einige Monaten für NextPit getestet und Ihr bekommt hier meine ausführliche Einschätzung zu diesem Smartphone, dessen Hype zumindest teilweise gerechtfertigt ist.

Bewertung

Pro

  • Ein unbestreitbar cooles Design
  • Der Bildschirm ist trotz Kalibrierungsproblemen gut.
  • Gute Fotoqualität mit dem Hauptobjektiv
  • Die Akkulaufzeit ist einfach hervorragend
  • Nothing OS: ein schlankes Overlay
  • Sehr gute Update-Politik

Contra

  • Das Fotomodul, das nicht vielseitig genug ist
  • Die 33-W-Ladung per Kabel ist zu langsam
  • Die Farbgebung des Bildschirms ist nicht optimal.
  • Der Nachtmodus ist zu langsam

Nothing Phone (1): Preis und Verfügbarkeit

Das Nothing Phone (1) ist in Europa in drei Konfigurationen mit 8/128 GB, 8/256 GB und 12/256 GB für 469, 499 und 549 Euro erhältlich. Ihr könnt es über den offiziellen Nothing-Shop und bei Amazon kaufen.

Ich habe lange gebraucht, um diesen Test abzuschließen, aber hey – besser spät als nie. Vor allem, weil die vielen Updates, die Nothing bereitgestellt hat, das Nutzererlebnis des Phone (1) erheblich verbessert haben. Das Nothing Phone (1) ist trotz des ganzen Hypes den es umgibt, kein Flaggschiff. Es ist ein Mittelklasse-Smartphone, ein Premium-Smartphone, aber eben nur ein Mittelklasse-Smartphone.

Aber bietet es wirklich mehr als LEDs und eine transparente Rückseite? Aber ja doch! Die größte Qualität des Nothing Phone (1), abgesehen vom Bling-Bling, ist seine innere Einfachheit und sein hervorragendes Preis-Leistungs-Verhältnis.

Antoine hält das Nothing Phone (1) in die Kamera
Das Nothing Phone (1) ist meiner Meinung nach eines der besten Smartphones, für das Ihr Euch 2022 entscheiden könnt. / © NextPit

Design: Das Unwichtige mit dem Angenehmen verbinden

Das Design des Nothing Phone (1) gefällt mir auch nach mehreren Monaten der Nutzung noch. Die Rückseite aus transparentem Glas, auf der einige Komponenten sichtbar sind, und die aufleuchtenden LEDs, die Nothing als "Glyph-Schnittstelle" bezeichnet, verleihen dem Phone einen eindeutigen "Cool Factor".


Gefällt:

  • Das transparente Design macht einen guten Eindruck
  • Das Glyph-Interface ist eher ein Gimmick, peppt das Erlebnis aber auch ein bisschen auf.
  • IP53, doppelte Stereo-Lautsprecher

Gefällt nicht:

  • Formfaktor, der sehr stark an den eines iPhone 13 angelehnt ist (kein Fehler an sich, sondern relativiert die avantgardistische Seite des Designs).


Nothing Phone (1) liegt mit Rückseite nach oben auf einem Schreibtisch
Das Glyph-Interface soll die Art und Weise, wie Ihr mit Eurem Smartphone interagiert, verändern. Aber man muss zugeben, dass es trotzdem ein bisschen wie ein Gimmick wirkt. / © NextPit

Aus der Ferne betrachtet hat das Nothing Phone (1) eindeutig die Form und die Züge eines iPhones. Die Rückseite aus Glas, der flache Bildschirm, die geraden Kanten und die abgerundeten Ecken. Es ist ein Formfaktor, den jeder kennt. Es ist ein vertrautes Design, das vielleicht ein wenig beruhigend wirken soll, um die Extravaganz der Glyph-Oberfläche auszugleichen.

Das Nothing Phone (1) ist in zwei Farben erhältlich: Weiß und Schwarz. Ich persönlich finde die schwarze Version eleganter.

Das Design des Nothing Phone (1) folgt den gleichen Codes wie die Kopfhörer Nothing Ear (1). Das Smartphone lässt uns einen Blick aufs Innenleben und einige Komponenten werfen. Es geht hier darum, die verbaute Technik und die Ästhetik des Geräts miteinander in Einklang zu bringen. Das bedeutet, dass es nicht einfach nur damit getan wäre, auf ein Handy eine durchscheinende Rückseite zu verbauen – das wäre lame.

Es gibt verschiedene Texturen, von denen einige der Oberfläche eines Golfballs ähneln – mit kleinen Unebenheiten wie bei dem Plättchen rechts neben dem Kameramodul. Das längliche Rechteck in der Mitte hat eine kreisförmig geriffelte Oberfläche, die an Vinyl erinnert. Und die Plättchen unten sind so angeordnet, dass sie an die Form eines kleinen Elefanten erinnern.

Nothing Phone (1) von der Seite
Auch der Rahmen aus recyceltem Aluminium erinnert mit seinen geraden Kanten und abgerundeten Ecken stark an das iPhone. / © NextPit.

Die Abmessungen von 159,2 x75,8 x 8,3 mm und das Gewicht von 193,5 g machen es zu einem recht kompakten Smartphone, zumindest nicht zu klobig. Das Interessanteste ist jedoch die berühmte Glyph-Oberfläche. Im Grunde handelt es sich dabei um ein System visueller (aber auch akustischer) Signale, die als Benachrichtigungen fungieren. Und diese Benachrichtigungen sind kontextabhängig.

Das bedeutet, dass Ihr die Glyph-Schnittstelle so anpassen könnt, dass sich verschiedene Arten von Lichtsignalen mit verschiedenen Arten von Benachrichtigungen verknüpfen lassen. Ich habe diesem Thema ein komplettes Video gewidmet, das Ihr Euch unbedingt ansehen solltet (oder lest alternativ meinen Artikel über die besten Funktionen der Glyph-Schnittstelle).

Auf dem Papier finde ich das eine ziemliche Spielerei. Aber gleichzeitig sollten wir den Nutzen solcher Features nicht zu wichtig nehmen. Eine Funktion ist nicht nutzlos, nur weil sie optional ist. Ganz im Gegenteil: Ich finde diesen Gamification-Aspekt ganz nett, vor allem da der Hersteller plant, neue Signale auf Empfehlungen der Community zu implementieren. Ihr könnt Euch aber auch dafür entscheiden, das Glyph-Interface zu deaktivieren.

Der untere Rand des Nothing Phone (1) mit USB-C-Anschluss
Das Nothing Phone (1) hat keine proprietäre Ladetechnologie. / © NextPit

Display: 120 Hz OLED-Panel

Das Nothing Phone (1) verfügt über einen 6,55-Zoll-OLED-Bildschirm mit einer Full HD+ Auflösung von 2400 x 1080 Pixeln, HDR10+-kompatibel mit einer Bildwiederholrate von 120 Hz, einer Touch-Sampling-Rate von 240 Hz und einer maximalen Helligkeit von 1200 nits.


Gefällt:

  • Bildwiederholrate von 120 Hz
  • HDR10+-kompatibel
  • Keine Ränder und kein Kinn

Gefällt nicht:

  • Touch-Abtastrate von 240 Hz ist etwas niedrig

Nothing Phone (1) mit aktivem Display in einer Hand gehalten
Der 6,55-Zoll-OLED-Bildschirm des Nothing Phone (1) hat eine variable Bildwiederholrate von 60 bis 120 Hz bei FullHD+-Auflösung. / © NextPit

Das OLED-Display des Nothing Phone (1) entspricht voll und ganz dem, was wir von einem Smartphone in dieser Preisklasse erwarten dürfen. Ich finde die Farbgebung etwas zu gesättigt, wenn der Alive-Farbmodus standardmäßig aktiviert ist. Und als ich in den Standardmodus wechselte, konnte ich keinen deutlichen Unterschied feststellen, zumindest nicht mit dem bloßen Auge.

Ich habe gesehen, dass mehrere Tester mit speziellen Sensoren und Software die Farbdarstellung des Bildschirms auf dem Nothing Phone (1) als nicht besonders genau empfunden haben. Bei der Benutzung hat mich das nicht gestört. Aber es stimmt, dass die Wiedergabe etwas natürlicher hätte sein können.

Blick auf die Display-Einstellungen
Die Farbgebung des Nothing Phone (1) ist nicht optimal und die Einstellungen sind ziemlich begrenzt. / © NextPit

Die Bildwiederholrate ist nicht besonders anpassungsfähig, sie wechselt unter bestimmten Bedingungen automatisch von 60 auf 120 Hz, ohne dass es weitere Intervalle gibt. Die Änderungen werden ziemlich reaktiv vorgenommen. Allerdings finde ich die Touch-Sampling-Rate von 240 Hz etwas schwach, besonders für den Einsatz beim Spielen.

Aber ansonsten ist der flache, randlose Bildschirm angenehm anzusehen und vor allem hat er kein großes Kinn, wie es im Mittelklasse-Segment immer noch häufig der Fall ist. Außerdem hat er oben links eine kleines Punch-Hole, in dem die Selfie-Kamera untergebracht ist. Der Fingerabdruckleser unter dem Bildschirm ist sehr reaktionsschnell und der haptische Motor erzeugt ein sehr klares, sauberes Feedback. Es klingt dumm, aber es verstärkt das Premium-Gefühl, das das Smartphone vermittelt.

Nothing Phone (1) vu du dessus et de face avec le poincon en haut a gauche de l ecran
Das Display des Nothing Phone (1) würde einem iPhone zum Verwechseln ähnlich sehen, wäre da nicht die Punze in der oberen linken Ecke des Oled-Displays / © NextPit

Schnittstelle/OS

Das Nothing Phone (1) läuft unter Nothing OS, einem Overlay, das auf Android 12 basiert. Es ist eine sehr leichte Oberfläche mit einigen sehr gut durchdachten Anpassungen und visuell originellen Personalisierungselementen.


Gefällt:

  • Eine leichte, schlanke Oberfläche
  • Einige sehr nette Anpassungsmöglichkeiten
  • Die 4x4-Anwendungssymbole
  • Fast alle Funktionen von Android 12
  • Keine Bloatware
  • 3 Android-Updates und 4 Jahre Sicherheitspatches.

Gefällt nicht:

  • Spätes Update auf Android 13.
  • Für meinen Geschmack etwas zu minimalistisch
  • Nicht genug Nothing-Widgets

Screenshots der Nothing-OS-Oberfläche
Die Oberfläche von Nothing OS ist schlank und erinnert an Stock Android. / © NextPit

Ich mag Nothing OS sehr. Das Overlay ist schlank und gehört zu denjenigen, die am nächsten an Stock Android dran sind. Man hat alle Widgets von Android 12, wie die dynamischen Designs und das Privacy Dashboard. Die Oberfläche ist frei von Werbung und Bloatware (vorinstallierte Anwendungen) und die Anpassungsoptionen greifen die Designsprache von Nothing auf, ohne das Ganze zu überladen.

Man kann z. B. vergrößerte App-Symbole auf dem Startbildschirm erstellen. Das ist praktisch für Apps, die Ihr für gewöhnlich häufig öffnet, wie die Einstellungen oder Ähnliches.

Im Schnellzugriffsmenü stehen Euch sechs Plätze für Einstellungen und Funktionen, statt der üblichen vier zur Verfügung. Wischt Ihr nach unten, seht Ihr zwei große Kreise am oberen Bildschirmrand. Innerhalb des linken Kreises kann man durch drei Einstellungsebenen scrollen, um die mobilen Daten, WLAN und die gemeinsame Nutzung der Verbindung zu verwalten. Dieses Designelement entspricht in etwa dem Prinzip der Widget-Stacks in iOS 16 und macht das Menü optisch schlanker, ohne die Anzahl der zugänglichen Einstellungen zu beeinträchtigen.

In den "nativen" Apps (die Fotogalerie und der Dateimanager sind von Google) findet man einen etwas retroartigen Look, der aus gepunkteten Pixeln im Pixelart-Modus besteht. Das ist nett, aber ich finde Nothing hätte mehr Vielfalt bei seinen Widgets und vor allem eine stärkere Personalisierung in einigen Apps anbieten können.

Screenshots der Diktiergerät-App
Die Diktiergerät-Aoplikation des Nothing Phone (1) hat einen Retro-Look, den ich gerne mehr in Nothing OS gesehen hätte. / © NextPit.

Zum Beispiel gefiel mir das Design des Diktiergeräts, das an ein analoges Tonbandgerät erinnert. Ich hätte mir gewünscht, dass Nothing auch bei der Foto-App inspiriert gewesen wäre und in seinem Wahn noch ein bisschen weiter gegangen wäre. Manchmal war ich ein wenig frustriert über die - gewollte - Nüchternheit, die der Hersteller an den Tag gelegt hat.

Ein weiteres Beispiel: Die Wetter-App hat nette Widgets, aber wenn man sie anklickt, wird man auf die Webversion von Accuweather weitergeleitet. Die Uhr präsentiert sich im ganz gewöhnlichen Stock-Android-Look. Ich habe auch einige sehr ungenaue Übersetzungen gefunden. Die Funktion "Flip to Glyph" heißt auf Deutsch "Zurück zu Glyph".

Nothing garantiert drei große Android-Updates und vier Jahre lang Sicherheitsupdates. Der Übergang zu Android 13 wird jedoch ein wenig mühsam sein. Carl Pei hatte zunächst die Bedeutung der Android-Versionen für die Nutzererfahrung relativiert. Der Hersteller bestätigte jedoch schnell, dass die Einführung nicht vor der ersten Hälfte des Jahres 2023 stattfinden wird. Die Beta soll bis Ende 2022 beginnen.

Leistung

Das Nothing Phone (1) ist mit einem Qualcomm Snapdragon 778G+ (6 nm) und der "Adreno 642L"-GPU ausgestattet. Das Ganze wird mit 8 oder 12 GB RAM und 128 oder 256 GB Speicherplatz kombiniert.


Gefällt:

  • Außergewöhnliche Stabilität
  • Keine Überhitzung
  • Keine aggressiven thermischen Beschränkungen

Gefällt nicht:

  • Grafische Zugeständnisse müssen gemacht werden
  • Es ist schwierig, mit 60 FPS oder mehr zu spielen.

Der Snapdragon 778G+ ist ein Mittelklasse-Chipsatz. Das ist der Grund für die Enttäuschung derer, die hofften, dass das Nothing Phone (1) ein Ultra-Premium-Flaggschiff sein würde.

  Realme GT Neo 3
Dimensity 8100
Nothing Phone (1)
Snapdragon 778G+
3DMark Wild Life 3509 2809
3DMark Wild Life Stress Test

Bester Loop: 3514

Schlechtester Loop: 3406

Bester Loop: 2832
Schlechtester Loop: 2816
Geekbench 5 Single: 963
Multi: 4056
Single: 796
Multi: 2889

Es ist eine Plattform, die Qualcomm optimiert hat und die deutlich weniger Energie verbraucht als ihre höherwertigen Pendants und vor allem weniger überhitzt. Die Rohleistung ist nicht gerade berauschend, da sind wir uns einig. Aber die Stabilität ist ziemlich außergewöhnlich.

Im Wild Life Stress Test Benchmark von 3DMark hat das Nothing Phone (1) eine Stabilität von 99,4 % über die gesamte Testdauer von 20 Minuten beibehalten. Das Smartphone wurde bei diesem Benchmark nicht wärmer als 31 Grad, obwohl es eine intensive Gaming-Nutzung simuliert.

Screenshots des Benchmark-Tests
Die Leistung des Nothing Phone (1) ist superstabil. / © NextPit.

Freut Euch aber bitte nicht zu früh. Es bleibt bei einer sehr mittelmäßigen Leistung. Ihr werdet in den meisten Fällen bei 30 FPS mit durchschnittlichen oder sogar schwachen Grafiken in den meisten Spielen festhängen. Aber zumindest erlebt Ihr keine abrupten Framerate-Verluste oder aggressives Thermal-Bridging.

Für mich ist das ein Erfolg von Nothing. Ich sehe sehr selten eine so stabile Leistung, wenn ich ein Android-Smartphone teste.

Foto: Zwei Knipsen, keine Probleme

Das Nothing Phone (1) verfügt über eine Dual-Cam, die von einem 50-MP-Weitwinkelobjektiv (Sony IMX766) sowie einem 50-MP-Ultraweitwinkelobjektiv getragen wird. Die Selfie-Kamera hat eine Auflösung von 16 MP.


Gefällt:

  • Das Hauptobjektiv ist bei Tageslicht sehr gut.
  • Hohe Detailgenauigkeit und hoher Dynamikbereich im Weitwinkelbereich.
  • Guter Nachtmodus mit natürlicher Wiedergabe (beleuchtet die Szene nicht zu stark).

Gefällt nicht:

  • Beliebiger digitaler Zoom
  • Ultraweitwinkelobjektiv eher durchschnittlich
  • Der Nachtmodus ist zu langsam

Blick auf den Kamerabereich des Nothing Phone (1)
Das Nothing Phone (1) verzichtet auf einen unnötigen 2-MP-Makro-Sensor. / © NextPit

Es ist lobenswert, dass Nothing keine unnötigen 2-MP-Makro- oder Tiefensensoren verbaut. DANKE! Bei Tageslicht macht sich das Hauptobjektiv natürlich sehr gut. Wir kennen den Sony IMX766-Sensor von vielen Smartphones in diesem Jahr.

Die Farbgebung ist ziemlich genau, die Schärfe ist gut und der Dynamikbereich wird ziemlich gut verwaltet. Die Nothing-Software ist sehr effizient bei komplexeren Szenen. Es gelingt ihr, einen ausgewogenen Kontrast bei Gegenlicht zu erhalten, und die Schatten überlagern nicht den Rest des Bildes.

Der rein digitale Zoom ist ziemlich unspektakulär. Die 2-fache Vergrößerung tut ihren Dienst, aber darüber hinaus sind die Ergebnisse nicht überzeugend genug. Das ist schade, denn dadurch verliert das Nothing Phone (1) ein wenig an Vielseitigkeit. Aber es ist nicht außergewöhnlich schlecht im Vergleich zu anderen Modellen in dieser Preisklasse, bei weitem nicht.

Das Ultraweitwinkelobjektiv hat Schwierigkeiten, eine Farbgebung zu bieten, die mit der des Hauptobjektivs übereinstimmt. Die Detailgenauigkeit sinkt ebenfalls erheblich und das FOV von 114 Grad ist nicht gerade top. Auch die Makroaufnahmen haben mich nicht beeindruckt. Ich bezweifle aber, dass ein dedizierter 2-MP-Makrosensor besser funktioniert hätte.

Der Porträtmodus ist sehr effektiv. Die Freistellung ist sauber, auch wenn die Fokussierung, um das richtige Motiv im Vordergrund zu erkennen, oftmals etwas hakelig ist. Eine besondere Erwähnung verdient die Glyph-Funktion, die den LED-Blitz ersetzen kann und das Bild bei Porträtaufnahmen von anderen Personen bei schlechten Lichtverhältnissen weniger ausbrennen lässt.

Videos sind auf 4K-Auflösung mit 30 FPS mit dem Hauptobjektiv beschränkt.

Akkulaufzeit: Kabellose und umgekehrte kabellose Aufladung

Das Nothing Phone (1) verfügt über einen 4500-mAh-Akku, der mit 33 Watt per Kabel, 15 Watt per Qi-Funk und 5 Watt per Reverse-Wireless-Charging schnell aufgeladen wird.


Gefällt:

  • Ausgezeichnete Akkulaufzeit
  • Drahtloses Aufladen ist in dieser Preisklasse selten.

Gefällt nicht:

  • Ladegerät nicht im Lieferumfang enthalten
  • Schnelles Aufladen auf 33 Watt zu langsam

Auch hier wiederholt Nothing, was bei seinem Ear (1) bereits gut funktionierte. Es bietet kabelloses und umgekehrtes kabelloses Aufladen in einer Preisklasse, in der auf diese Funktionen fast immer verzichtet wird.

Ich war besorgt, dass die Glyph-Schnittstelle die Akkulaufzeit zu sehr beeinträchtigt. Ich war angenehm überrascht, als ich feststellte, dass dies absolut nicht der Fall ist. Im PC-Mark-Benchmark benötigte das Nothing Phone (1) 14:15 Stunden, bevor die verbleibende Akkulaufzeit unter 20 % fiel. Das ist einfach ein hervorragendes Ergebnis. Das ist ein Spitzenwert auf dem Android-Markt.

In der Praxis übersteht Ihr problemlos eineinhalb bis zwei volle Tage. Das kabelgebundene Aufladen ist mit seiner Leistung von 33 Watt allerdings etwas langsam. Mit dem offiziellen USB-C-Ladegerät mit 45 W (das aber nicht im Lieferumfang enthalten ist) brauchte ich 30 Minuten, um von 0 auf 50 % zu kommen, und fast 1,5 Stunden für eine vollständige Aufladung.

Akku-Benchmark Screenshots
Die Akkulaufzeit des Nothing Phone (1) liegt im oberen Bereich des Android-Marktes. / © NextPit.

Beachtet einfach, dass der Hersteller keine proprietäre Ladetechnologie anbietet. Um die 33-Watt-Schnellladung per Kabel zu nutzen, genügt jedes Ladegerät, das mit dem USB PD 3.0-Standard kompatibel ist.

Technische Daten

  Technisches Datenblatt
Name des Geräts
Abbildung Nothing Phone 1 design deux coloris blanc et noir
Bildschirm 5,9 Zoll OLED, Full HD+ Auflösung, 120 Hz Bildwiederholrate.
Abmessungen & Gewicht 159,2 x 75,8 x 8,3 mm | 193,5 g
SoC Qualcomm Snapdragon 778G Plus
Speicher 8/128 GB | 8/256 GB | 12/256 GB
OS Android 12 | Nothing OS
Erweiterbarer Speicher Nicht
Hauptkamera 50 MP | Blende f/1,9 | Brennweite 24 mm | Pixelgröße 1,0 µm | PDAF | OIS.
Ultra-Weitwinkel-Kamera 50 MP | Blende f/2.2| FOV 114°.
Selfie 16 MP | Blende f/2.5
Video 4K bei max. 30 fps
Audio 2 Stereo-Lautsprecher
Akku 4500 mAh
Schnelles Aufladen 33 W kabelgebunden | 15 W drahtlos QI | 5 W drahtlos umgekehrt

Fazit

Ist der Hype um das Nothing Phone (1) übertrieben? Nein. Das Versprechen eines ausgewogenen, preisgünstigen Smartphones mit einem auffälligen Design wurde meiner Meinung nach voll und ganz eingehalten.

Es ist eines von zwei Smartphones, die ich in den nächsten Monaten ernsthaft für einen Kauf in Betracht ziehen werde. Das andere ist das Samsung Galaxy Z Fold 4, das aber 1800 Euro kostet. Psychologisch gesehen kann ich mir nicht wirklich vorstellen, eine Zahlung in 24 Monatsraten zu übernehmen, auch wenn es mich sehr reizt.

Daher ist das Nothing Phone (1) mit einem Preis von unter 600 Euro etwas leichter zu kaufen. Und ich glaube wirklich, dass das Preis-Leistungs-Verhältnis, das der Hersteller anbietet, zu den besten auf dem Markt gehört.

Das Smartphone ist cool, es spricht als Objekt an. Die Leistung ist sehr solide, was die Stabilität und die Temperaturkontrolle angeht. Das Kameramodul ist gut und die Akkulaufzeit ist einfach hervorragend.

Ernsthaft, habt Ihr wirklich ein Flaggschiff erwartet? Ich finde, Nothing war von Anfang an sehr clever und hat es bisher geschafft, Produkte anzubieten, die leistungsstark genug sind, um relevant zu sein. Die preiswert und gleichzeitig cool oder originell genug sind, um Nutzer:innen anzusprechen, die nicht so sehr auf Spezifikationen fixiert sind wie ein großer Geek wie ich.

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Antoine Engels

Antoine Engels

Französischer Techjournalist, der auch fließend Englisch und Deutsch spricht. Ich bin für NextPit France verantwortlich, die französischsprachigen Abteilung der NextPit GmbH, einem auf Technik spezialisierten Online-Medium. Testberichte, Vergleiche, Kaufanleitungen, Interviews und Berichte über die Smartphone-, Wearables- und AIoT-Branche.

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Top-Kommentare der Community

  • Thomas_S vor 4 Monaten

    Nein, 3.5mm Anschluss klingt auch Anno 2022 immer besser als die wireless Bluetooth Bottlenecks und Speichererweiterung mit SD ist immer günstiger als die völlig überteuerten Upgrade Optionen.

37 Kommentare

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  • Jörg W. vor 2 Monaten Link zum Kommentar

    Ist vielleicht was für die jüngere Fraktion aber mir würde das Geblinke auf den Zünder gehen .


  • Tim vor 2 Monaten Link zum Kommentar

    "Ein unbestreitbar cooles Design"
    Doch, ehrlich gesagt schon, denn ich finde es ehrlich gesagt eher affig und nicht besonders "cool".

    Auch finde ich es persönlich mehr als fragwürdig, ein VERSPRECHEN an einen guten Update-Support in die Wertung mit einfließen zu lassen. Nur weil Nothing es verspricht, ist der gute Support noch lange nicht da.
    Besonders nach den Aussagen, dass Versionsnummern nicht wichtig sind und Android 13 so extrem spät kommen soll, sollten dahingehend eher alle Alarmglocken losgehen und ein potentieller - bis dato nicht existenter - Support nicht auch noch gelobt werden.


  • M.E.0815 vor 4 Monaten Link zum Kommentar

    Das sieht von vorne wie das Pixel 5 aus


  • C. F.
    • Admin
    vor 4 Monaten Link zum Kommentar

    Das Ding taugt nix: keine 3,5mm Klinke, kein MicroSD-Kartenslot.


    • Tech-Geek vor 4 Monaten Link zum Kommentar

      Ernsthaft 🤔

      Klinke und Slot ist sowas von 90er 😉😁


      • Thomas_S vor 4 Monaten Link zum Kommentar

        Nein, 3.5mm Anschluss klingt auch Anno 2022 immer besser als die wireless Bluetooth Bottlenecks und Speichererweiterung mit SD ist immer günstiger als die völlig überteuerten Upgrade Optionen.


      • Antiappler vor 4 Monaten Link zum Kommentar

        Schon Mal versucht, bei schlechter Verbindung, wie z. B. im Zug Daten in oder aus der Cloud zu laden? Da merkt man erst den unschlagbaren Vorteil einer MicroSD!

        Und nur weil es für DICH 90er ist, heißt das nicht, dass es auch für andere Leute so ist.

        H G


      • rolli.k vor 4 Monaten Link zum Kommentar

        Genauso ist es, aus dem Grund fällt es mir schwer mein Note9 zu ersetzen.


      • Tech-Geek vor 4 Monaten Link zum Kommentar

        Nur eigenartig das scheinbar alle User Klinke und Slot wollen, aber kaum ein Hersteller das noch verbaut 🤷‍♂️
        Unfähige Entwicklungsabteilungen überall, gehören alle entlassen 😉😁

        Das ist genau das gleiche wie mit den kleinen Smartphones, die ja ALLE wollen und kaum ein Hersteller noch anbietet 😉


      • Tech-Geek vor 4 Monaten Link zum Kommentar

        Thomas_S
        „Nein, 3.5mm Anschluss klingt auch Anno 2022 immer besser als die wireless Bluetooth Bottlenecks“

        Ich bin immer wieder fasziniert über welch audiophile Fähigkeiten einige User scheinbar verfügen 👍


      • Thomas_S vor 4 Monaten Link zum Kommentar

        @Tech-Geek:
        SD slots werden nicht mehr verbaut um DIR die überteuerten Speicher Upgrades anzudrehen.
        3.5mm Klinke wird nicht mehr verbaut um DIR die Wegwerf Bluetooth Kopfhörer anzudrehen. In Kombination mit Spotify wird die Musik dann gleich zweimal verkrüppelt.
        Wechselakkus werden auch nicht mehr angeboten um sicher zu gehen dass DU nach 3-4 Jahren ein neues Handy kaufst.
        Das sind nicht die Entwicklungsabteilungen die dies entscheiden sondern das Shareholder-Management.
        #BraveNewWorld


      • Tech-Geek vor 4 Monaten Link zum Kommentar

        Ganz genau, ICH und den Millionen anderen denen Klinke u. Slot völlig egal sind 🤷‍♂️
        Kann ja eh jeder handhaben wie er will, aber dieses ewige Geheule wegen Dingen, die heutzutage, für die Mehrheit der Nutzer, keinerlei Relevanz mehr darstellen, dass nervt halt 😬

        Ach so, ich kaufe übrigens jedes Jahr mind. ein neues Smartphone, also sind mir auch wechselbare Akkus völlig egal 😉 Zumal Akkus, bei entsprechender Pflege, heutzutage locker 3-4 Jahre durchhalten, und ganz ehrlich, wer benutzt so lange ein Gerät 🤔


      • Antiappler vor 4 Monaten Link zum Kommentar

        Ich habe in den letzten Wochen 1 Realme, 1 Oppo, und 2 Samsung getestet. Und alle hatten Klinke UND einen Slot!

        Ist vielleicht doch nicht so selten. 🤔

        Wobei ich selber noch nie die Klinke benutzt habe, aber vom ersten Tag, wo ich ein Smartphone hatte, hatte ich auch immer ein Gerät, wo ich eine externe Speicherkarte einsetzen konnte. Und das ist mittlerweile gute 18 her und ich hoffe, dass es noch mindestens weitere 18 Jahre diese Möglichkeit gibt. 👃

        "Zumal Akkus, bei entsprechender Pflege, heutzutage locker 3-4 Jahre durchhalten, und ganz ehrlich, wer benutzt so lange ein Gerät 🤔"

        Solange die Technik mitmacht, Ich! Aber vielleicht bin ich auch ein Einzelschicksal, wer weiß das schon? 🤔🤓

        Und die Leute, die auch nach mir das Gerät nutzen möchten, oder schmeißt Du Dein Gerät nach einem Jahr auf den Müll?


      • Tech-Geek vor 4 Monaten Link zum Kommentar

        Dann hast du dir die Geräte aber alle auch so rausgesucht, wenn die den Klinke & Slot hatten, weil der Standart ist das nicht 🤷‍♂️
        Klar wird es immer User geben die das so wollen, aber ich glaube trotzdem das die in der Minderheit sind, ohne dass das diskriminierend sein soll 😬
        Klar hat eine SD Card diverse Vorteile, aber selbst mit tausende Fotos und Videos auf dem Smartphone, schaffe ich es auch nicht annähernd 256GB zu füllen. Ja das Speicher-Upgrade beim Hersteller kostet mehr wie eine SD Card, wobei auch das sich, je nach Speicherkarte relativiert.

        Am Ende aber wie alles im Leben, Geschmacksache und wer sagt „ich brauche das“ ok, Bitteschön 🤷‍♂️

        Mir persönlich ist das Display und die Kamera wichtiger und so hat halt jeder seine Prioritäten 😁


      • Tenten vor 4 Monaten Link zum Kommentar

        Also ich finde ja eher sich auf 256 GB beschränken zu müssen so richtig Neunziger ;)


      • Antiappler vor 4 Monaten Link zum Kommentar

        Dafür, dass die Geräte auch eine Klinke hatten, konnte ich nichts. 😄 Aber nach dem Slot hab ich bewusst geschaut. Und ohne hätte ich es nicht genommen.

        Meine Speicherkarten haben 32 GB, was MIR total reicht. Davon sind 15,69 GB belegt. Mit Liedern, ein paar Fotos, Screenshots, sowie Daten von einer Haushaltsapp. Und 7 Videos von Techseiten, wo es um mein eventuelles, neues Tablet geht, die ich mir in Ruhe, auch mehrmals, ansehen will.

        Allerdings geht es mir nicht um die Größe von Speicher ohne Slot, sondern dass ich einfach die Speicherkarte aus einem anderen Gerät nehmen kann, und kann sofort meine ganzen Daten auf mein neues Gerät packen. Was ich in den letzten Wochen sehr genossen habe, nachdem ich es dabei 1x mit Daten versucht habe, die bei Google gesichert waren. Ein Schneckenrennen wäre an dem Tag noch ganz sicher schnell gewesen. 🤣🐌


      • Thomas_S vor 4 Monaten Link zum Kommentar

        @Antiappler
        Und Sony nicht vergessen🤗


      • Tech-Geek vor 4 Monaten Link zum Kommentar

        @Tenten
        Also ich finde ja eher sich auf 256 GB beschränken zu müssen so richtig Neunziger ;)

        Muss man ja nicht, auch ohne Slot nicht, weil es neben diversen Cloud-Lösungen, auch Card-Reader gibt und genauso, übertrage ich zb. Fotos von der Kamera auf das Smartphone. Mit einem ordentlichen Reader und schneller SD-Card, laufen auch mehrere GB problemlos und schnell👍


      • Tenten vor 4 Monaten Link zum Kommentar

        Da ist mir doch der integrierte Cardreader (denn nichts anderes ist der Slot ja) doch hundertmal lieber als ein externer, den ich dann noch jedesmal dabei haben muss. Praktisch ist da gar nichts, sondern nur umständlich. Sorry, aber das ist höchstens eine Notlösung, aber keine Alternative. Und Clouds sind mobil für ein paar kleinere Daten noch nutzbar, aber garantiert nicht mehr, wenn du mit mehreren GB arbeiten willst. Da wünsche ich zum Beispiel im Zug viel Spaß.


      • Antiappler vor 4 Monaten Link zum Kommentar

        @Thomas_S

        Die Geräte sind mir leider zu kantig geworden, was mir nach einer gar nicht Mal langen Zeit in der Hand ziemlich unangenehm bis schmerzhaft wird.

        Seit dem Xperia Arc S und dem Neo hatte ich kein Gerät mehr von Sony, obwohl das damals ja noch Sony-Ericsson war. Aber für mich hat Sony es nicht geschafft, nach der Trennung von Ericsson ein so tolles Gerät wie das Arc S weiter zu entwickeln, sondern sind von Jahr zu Jahr schlechter geworden. Leider. 😭

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