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Samsung Galaxy Note 3

5,0

Pro

  • Display
  • S-Pen-Integration
  • Performance
  • Kamera

Contra

  • Design
  • Kunstleder-Look
Foto: Handy Samsung samsung-galaxy-note-3

Pros des Samsung Galaxy Note 3

  • Display
  • S-Pen-Integration
  • Performance
  • Kamera

Contras des Samsung Galaxy Note 3

  • Design
  • Kunstleder-Look

Samsung Galaxy Note 3: Preis und Verfügbarkeit

Das Samsung Galaxy Note 3 wurde auf der IFA 2013 vorgestellt. Inzwischen kriegt man es bei Modeo zu einem Preis ab 429 Euro.

Samsung Galaxy Note 3: Design und Verarbeitung

Der Trend zu mehr Geradlinigkeit und klarer Formensprache, der seinerzeit im Galaxy S4 sichtbar war, fand sich auch im Note 3. Es ist kantiger als der Vorgänger und erinnert an das erste Note. Fast schon streng ist das Gerät geformt, die Ecken minimal gerundet, ein breiter, geriffelter Kunststoffstreifen in Chrom-Optik umfasst das Gehäuse. Die Abwendung vom verspielten Look der zweiten Galaxy-Generation zeigt sich deutlich auf der Rückseite: Statt des typischen Hochglanz-Plastiks ist der Akkudeckel mit einer Kunststoff-Abdeckung in schwarzer Lederoptik inklusive falscher Nähte überzogen.

So etwas kennt man im Jahr 2015 nur vom LG G4 (zum Test), nur dass wir es hier mit echtem Leder zu tun haben. Wer das Note 3 seinem Nachfolger Note 4 gegenüberstellt und dann ein Galaxy S6 (zum Test) daneben legt, sieht sofort, wie Samsung sich in Richtung Hochwertigkeit bewegt hat. In diesem Vergleich wirkt das Note 3 geradezu billig. Wie die Zeiten sich ändern.

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Pseudo-Chromrahmen und dezente Hardware-Tasten beim Note 3. / © nextpit

Deutlich hebt sich auf der Rückseite das Kamera-Element mit Linse und LED-Blitz hervor. Die Front ist minimalistisch gehalten, ein schmaler Chromsteifen umfasst den Homebutton, oberhalb des Displays glänzen das Samsung-Logo und der Telefon-Lautsprecher. Die Hardware-Elemente sind äußerst dezent untergebracht, der S Pen aus schwarzem Plastik und silbernem Stiftende steckt unten rechts im Gehäuse, oben liegen der Kopfhöreranschluss, ein kleines Zusatzmikro sowie der Infrarotsensor. 

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Kunstleder und erhabenes Kameramodul: Das Note 3 von hinten. / © nextpit

Größter Pluspunkt ist das herausragende Verhältnis von Bildschirm und Gehäuse: Trotz der Display-Diagonale von 5,7 Zoll ist das Note 3 schmaler und dünner als das Note 2, die Ränder rund um den Bildschirm wurden auf ein Minimum reduziert. Das ist erfreulich, da manche Hersteller den Trend zu schmaleren Displayrahmen und nicht unnötig großen Geräten im Jahr 2015 offenbar vergessen haben (siehe LG G4).

Wer heute nach einem hochwertigen Smartphone sucht, wird mit dem Galaxy Note 3 vermutlich nicht mehr glücklich, denn um ihn herum wird man zunehmend edlere Smartphones antreffen. Schlecht verarbeitet ist es aber dennoch nicht.

Samsung Galaxy Note 3: Display

Das Display ist ein wahres Schmuckstück und zementiert Samsungs Marktführerschaft im AMOLED-Bereich: Viel besser als beim Note 3 bekam man ein AMOLED mit Full-HD-Auflösung im Jahr 2013 nicht hin. Es ist ebenbürtig mit dem Display des S4, im Vergleich zum Note 2 deutlich leuchtstärker und unglaublich präsent, Elemente auf dem Bildschirm wirken regelrecht plastisch. Hinzu kommt die hervorragende Blickwinkelstabilität, aus fast jedem Betrachtungswinkel bleiben Farben und Kontraste konstant. Dadurch ist das Note 3 prädestiniert für einen Einsatz als Multimediazentrale.

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Das Display des Note 3 ist ein wahres Schmuckstück. / © nextpit

Auch wenn das Note-3-Display in die Tage gekommen ist, sollte es nach wie vor 95 Prozent aller Nutzer befriedigen, denn die erhöhte Pixeldichte des Nachfolgers wird in den meisten Fällen niemand feststellen. Und auch wenn Farbdarstellung und Leuchtkraft seit dem Note 3 weiter verbessert wurden, gibt es auch im Jahr 2015 absolut keinen Grund, vom Display des Galaxy Note 3 abzuraten.

Samsung Galaxy Note 3: Software

Im Note 3 kam ab Werk Android 4.3 zum Einsatz, darüber hat Samsung wie gewohnt seine TouchWiz-Benutzeroberfläche gelegt, die zum Zeitpunkt des Erscheinens jedoch noch schwerer und Bloatware-belasteter war als es im Note 4 und vor allem den Flaggschiffen des Jahres 2015 der Fall ist. Mittlerweile hat es aber sein Update auf Android 5.0 Lollipop erhalten und ist somit voll auf der Höhe der Zeit:

Die meisten Funktionen und Software-Features im Auslieferungszustand kannten wir schon vom S4, zum Beispiel die zahlreichen Möglichkeiten zur Gesten- und Augensteuerung sowie die Samsung-Apps wie S Voice, S Translator oder S Health inklusive Temperatur- und Luftfeuchtigkeitsmesser. 

Neu war der personalisierte Homescreen, den man vom herkömmlichen Homescreen aus durch Wischen von unten nach oben erreicht. Hier werden in großen Kacheln aktuelle Inhalte aus Nachrichtenquellen, persönlichen Anwendungen und sozialen Netzen gezeigt, die Reihenfolge und die Auswahl der Quellen sind personalisierbar. Durch horizontales Scrollen kann man zwischen den Bereichen “Nachrichten”, “Persönlich” und “Soziales” wechseln. Das Ganze erinnert in Funktion und Gestaltung stark an HTCs BlinkFeed. 

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Alle Neuigkeiten im Überblick: Samsungs Variante des BlinkFeed beim Note 3. / © nextpit

Die Multitasking-Funktionen hat Samsung beim Note 3 erweitert. Häufig verwendete Multitasking-Kombinationen könnt Ihr speichern und sie direkt aufrufen, Inhalte könnt Ihr zudem einfach per Drag & Drop zwischen den Anwendungen teilen, zum Beispiel ein Bild aus der Galerie direkt in die E-Mail-Anwendung ziehen und dieses als Anhang versenden.   

S Pen: Stiftbedienung Deluxe

Größter Unterschied zu anderen Samsung-Modellen ist natürlich der digitale Stift S Pen und die zahlreichen dazugehörigen Software-Features. Hier liegt das wahre Alleinstellungsmerkmal des Note 3 und seines Nachfolgers: Die Bedienung mit dem S Pen ist nur am Anfang gewöhnungsbedürftig und fühlt sich schnell ganz natürlich an. 

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Der S Pen ist das wahre Alleinstellungsmerkmal des Note 3. / © nextpit

Die Handschrifterkennung funktioniert zudem so zuverlässig und verzögerungsfrei, dass ich in meinem Test schnell alle Eingaben per Handschrift gemacht habe, vom Eintippen von Web-Adressen über Notizen und das Anlegen neuer Kontakte bis zum Schreiben von SMS und Mails. Die Fehlerquote ist gering, und zumindest ich schreibe mit dem Stift deutlich schneller als mit der Tipp- oder Wischtastatur. Das Note 3 erkennt und wandelt Zahlen und Buchstaben gleichermaßen zuverlässig um. Zu erwähnen ist an dieser Stelle, dass Samsung gerade die Stiftbedienung im Galaxy Note 4 noch einmal spürbar verbessert hat, weshalb bestimmte Nutzer durchaus über das Nachfolgemodell nachdenken sollten.

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Die Handschrifterkennung funktioniert beim Note 3 so gut, dass man gerne damit herumspielt. / © nextpit

Praktisch ist, dass die Stiftbedienung auf das ganze Gerät ausgeweitet wurde und auch die kapazitiven Tasten umfasst. Nur der Homebutton muss nach wie vor physisch heruntergedrückt werden.  

Air Command

Die Software-Features zum S Pen wurden sinnvoll erweitert, allen voran das “Air Command”-Menü, das sich öffnet, sobald man den Stift aus dem Gehäuse zieht oder in geringem Abstand zum Display die Taste am S Pen drückt, egal in welcher App man gerade ist (kann deaktiviert werden). Hier könnt Ihr auf fünf S-Pen-Funktionen direkt zugreifen: Aktionsmemo, Scrapbooker, Screenshotnotiz, S Finder und S Pen-Fenster. 

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Wenn der S Pen herausgezogen wird, öffnet sich beim Note 3 das Air-Command-Menü. / © nextpit

Aktionsmemo

Eine schnelle Notizfunktion, mit der Ihr Memos mit Aktionen verknüpft. So könnt Ihr zum Beispiel eine Nummer und einen Namen notieren und über einen Shortcut daraus direkt einen neuen Kontakt erstellen, oder Ihr könnt einen Suchbegriff eingeben und via Shortcut direkt im Netz danach suchen. Über ein kleines Overlay-Icon kommt Ihr immer wieder zur Ursprungs-Memo zurück.

Scrapbooker

Hiermit könnt Ihr ganz einfach einen bestimmten Bildschirmbereich einkreisen und dessen Inhalt, zum Beispiel Text oder Bilder, zusammen mit wichtigen Metainformationen in einem Album, dem sogenannten “Scrapbook”, speichern.  

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Einblick in Aktionsmemo (links) und das Scrapbook. / © nextpit

Screenshotnotiz

Erstellt direkt einen Screenshot, auf dem Ihr dann mit dem S Pen oder per Hand Notizen schreiben könnt, ähnlich wie man das von LGs “Quick Memo” kennt. 

S Finder

Ermöglicht eine geräteinterne Suche nach Inhalten in allen Anwendungen und Einträgen, die auf dem Handy gespeichert sind oder mit denen Ihr durch Euren Google-Account verknüpft seid. Als ich in meinem Test nach “Berlin” suchte, spuckte mir der S Finder zum Beispiel einen Flug von Berlin nach Köln im Mai 2013 aus, also lange bevor ich das Note 3 bekommen habe.  

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Screenshotnotiz zum Kritzeln in Screenshots (links) und der S Finder für die geräteinterne Suche, inklusive Anschluss ans Web. / © nextpit

S Pen-Fenster

Hiermit könnt Ihr ein beliebig großes Rechteck auf das Display ziehen und darin eine der Multitasking-Apps öffnen, die auch über das ausziehbare Menü an der Seite erreichbar sind.

Samsung Galaxy Note 3: Performance

Das Note 3 ist ein bärenstarkes Smartphone, das alle Befehle und Eingaben ohne Murren, ohne Ruckler oder Verzögerung erledigt. In meinem Test stellte sich bei mir ein bekannter Effekt ein: Weil die Oberfläche so fix reagierte, alle Apps so schnell luden und auch Browser-Seiten sich sehr schnell aufbauten, wurden meine Eingaben auch zügiger. Zusammen mit der verzögerungsfreien Stiftbedienung lässt sich das Note 3 dadurch sehr komfortabel und flott bedienen. Die überragende Performance bestätigte auch das Ergebnis aus dem AnTuTu-Benchmark, in dem das Note 3 mit Werten von über 30.000 Punkten ganz oben mitspielte. Durch das Update auf Android 5.0 Lollipop ist hier aber sicherlich auch noch mal etwas nach oben hin passiert.

Auch hier gilt: Das Galaxy Note 4 und spätere Modelle liefern selbstverständlich mehr Leistung, aber auch im Jahr 2015 sollte die Performance des Galaxy Note 3 praktisch niemandem störend auffallen, zumal das Galaxy Note 3 das erste Smartphone mit 3 GB RAM war, was erst heute wirklich zum Standard wurde. Wer also heute über einen Kauf nachdenkt, kann das guten Gewissens tun. 

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Im AnTuTu schneidet das Note 3 hervorragend ab. / © nextpit

Samsung Galaxy Note 3: Kamera

Samsung ist dafür bekannt, in seinen Smartphones gute Kameras zu verbauen, und das Note 3 ist da keine Ausnahme. Ich habe im Testzeitraum einige Bilder bei Tageslicht und am Abend, in geschlossenen Räumen und unter freiem Himmel gemacht. Mein Eindruck: In allen Szenarios schlägt sich das Note 3 hervorragend und ist bei schlechten Lichtverhältnissen noch deutlich besser als viele andere Smartphone-Kameras.

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Makroaufnahme eines ca. 3,5 Zentimeter breiten Steins bei Glühlampenlicht, rechts ein 100-Prozent-Ausschnitt. / © nextpit

Der HDR-Modus erzielte teilweise erstaunliche Ergebnisse, Makroaufnahmen gelingen mit einer hohen Detailschärfe. Das Kamera-Interface ähnelt dem S4, allerdings sind mit einer 360-Grad-Panorama-Funktion und einem “Golf”-Modus für das Darstellen von Bewegungsabläufen zwei Modi hinzugekommen.

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Ein mächtiges Instrument: Mit der HDR-Funktion (unten) konnte ich aus dieser Aufnahme mit dem Note 3 deutlich mehr Details herausholen. / © nextpit
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Bei Tageslicht liefert das Note 3 gewohnt gute Ergebnisse. / © nextpit

Samsung Galaxy Note 3: Akku

In meinem Testzeitraum zeigte sich der Akku ergiebig, jedoch nicht außergewöhnlich leistungsstark. Am ersten Testtag kam ich bei voller Displayhelligkeit, Hintergrundsynchronisation, einigen Fotoaufnahmen, Browsen im Internet und ein bisschen Gaming mit dem Handy durch den Tag beziehungsweise durch die Nacht, mit dem zweiten Ladezyklus hielt der Akku jedoch schon deutlich länger. Es dauert bekanntlich ein paar Zyklen, bis der Akku die volle Laufzeit erreicht hat, dann aber sollten ein bis zwei intensive Nutzungstage kein Problem sein.

Insgesamt gilt das Galaxy Note 3 als ein Smartphone mit respektabler Akkulaufzeit. Die Batterie ist beim Nachfolger Note 4 nicht gewachsen, hier führen lediglich sparsamere Hardware und das vermeintlich akkuschonendere Android Lollipop zu einem leichten Laufzeitplus. Wer auf eine gute Laufzeit Wert legt, findet im Galaxy Note 3 auch heute noch einen nicht uninteressanten Kandidaten.

Samsung Galaxy Note 3: Technische Daten

Abschließendes Urteil

Samsung hat mit dem Note 3 wieder einmal gezeigt, wer im Android-Universum (in Sachen technische Machbarkeit) den Ton angibt. 2013 hatte kein anderer Hersteller ein derart komplexes und ausgefeiltes Software-System mit vollwertiger Stylus-Integration im Portfolio. Samsung hat mit der Note-Reihe die Kategorie des Phablets erfunden, längst sind viele Hersteller nachgefolgt. Doch den großen Unterschied macht der S Pen. Die Software-Funktionen für die Einbindung des digitalen Stiftes sind so ausgefeilt, dass dem Anwender ein echter Mehrwert geboten wird, der weit über den großen Bildschirm hinausgeht. Das Design der Benutzeroberfläche und des Gehäuses, vor allem die Kunstleder-Rückseite, bleiben eine Geschmacksfrage, doch abgesehen davon ist das Note 3 auch heute noch ein Produktivitätswerkzeug, das man jedem Nutzer uneingeschränkt empfehlen kann, wenn er die Preise für das Note 4 beziehungsweise das kommende Note 5 nicht zahlen möchte.