Ihr kennt dieses Gefühl: Alles ist ruhig, fast zu ruhig. Genau dort setzt Coldwater an. Die neue Thriller-Serie spielt nicht mit Schockmomenten, sondern mit Erwartungen – und dreht sie langsam, aber gnadenlos auf links. Statt Lärm und Action gibt es Blicke, Pausen und das mulmige Gefühl, dass hier etwas ganz und gar nicht stimmt.

Andrew Lincoln zeigt sich von einer anderen Seite

Für viele von Euch bleibt Andrew Lincoln für immer Rick Grimes aus „The Walking Dead“. In Coldwater schlägt er jedoch leisere Töne an. Er spielt John, einen Mann, der an sich selbst zweifelt. Der Auslöser: Er griff bei einer gewalttätigen Situation nicht ein – und dieses Zögern lässt ihn nicht mehr los.

Der Umzug mit seiner Familie in ein kleines schottisches Dorf soll ein Neustart werden. Keine Sirenen, kein Großstadtstress, keine moralischen Grauzonen. Doch genau diese scheinbare Idylle wird schnell zum Nährboden für neue Zweifel. Lincoln spielt das zurückhaltend, fast zerbrechlich – und genau das macht seine Figur so glaubwürdig.

Ein Dorf, das mehr verbirgt, als es zeigt

Coldwater lebt von seiner Atmosphäre. Das Dorf wirkt ruhig, strukturiert, fast mustergültig. Johns Nachbar Tommy scheint der Inbegriff des perfekten Bürgers zu sein: engagiert, gläubig, beliebt. Gespielt wird er von Ewen Bremner, der dieser Figur eine unangenehme Mischung aus Charisma und Unberechenbarkeit verleiht.

Während John sich zu Tommy hingezogen fühlt, bleibt Fiona skeptisch. Indira Varma spielt sie als wachsame Beobachterin, die spürt, dass hinter der freundlichen Fassade etwas nicht stimmt. Und genau dieses Spannungsfeld treibt die Serie voran: Wem kann man trauen, wenn alle nett sind?

Psychologischer Thriller statt lauter Schockeffekte

Coldwater ist kein Thriller, der Euch mit Cliffhangern anschreit. Die Serie arbeitet mit leisen Mitteln. Gespräche, die zu freundlich wirken. Gesten, die minimal zu lange dauern. Entscheidungen, die sich falsch anfühlen, ohne klar benennen zu können, warum.

Erdacht wurde die Serie von David Ireland für den britischen Sender ITV. Die erste Staffel umfasst sechs Episoden und wurde bereits im September 2025 im britischen Fernsehen ausgestrahlt. In Nordamerika startet Coldwater am 9. Januar 2026 exklusiv bei Paramount+. Ob und wann die Serie auch in Deutschland verfügbar sein wird, ist derzeit noch offen.

Warum sich Coldwater lohnt

Wenn Ihr Thriller mögt, die nicht erklären, sondern fühlen lassen, seid Ihr hier richtig. Coldwater ist eine Serie über Zweifel, über moralische Unsicherheit und über die Frage, wie gut wir unsere Mitmenschen wirklich kennen. Die größte Bedrohung kommt nicht aus dem Dunkeln – sie sitzt beim Nachbarn am Küchentisch. Und genau deshalb fühlt sich Ruhe hier so verdammt bedrohlich und authentisch an.