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Apple iPhone 7

3,5

Pro

  • Schönes Geräte-Design
  • IP67 zertifiziert
  • Hohe Qualität der Apps
  • Vollständiges Backup
  • Langfristige Update-Versorgung

Contra

  • Kein Klinkenanschluss
  • Hoher Preis für geringe Leistung
  • Niedrige Akkulaufzeit
  • Apps nur aus einer Quelle
  • Schlechte Anbindung an fremde Ökosysteme (Google)
Foto: Handy Apple apple-iphone-7

Pros des Apple iPhone 7

  • Schönes Geräte-Design
  • IP67 zertifiziert
  • Hohe Qualität der Apps
  • Vollständiges Backup
  • Langfristige Update-Versorgung

Contras des Apple iPhone 7

  • Kein Klinkenanschluss
  • Hoher Preis für geringe Leistung
  • Niedrige Akkulaufzeit
  • Apps nur aus einer Quelle
  • Schlechte Anbindung an fremde Ökosysteme (Google)

Apple iPhone 7: Preis und Verfügbarkeit

Das iPhone 7 ist in den Farben Diamantschwarz, Schwarz, Silber, Gold oder Roségold und mit 32, 128 oder 256 GByte internem Speicher erhältlich. Die Preise liegen zwischen 759 und 979 Euro. Auf Android-Seite erhält man für so viel Geld ziemlich viele Smartphones. Wenn es genau so teuer sein soll, greift Ihr am besten zum Google Pixel oder zum Huawei Mate 9.

Apple iPhone 7: Design und Verarbeitung

Das iPhone präsentiert sich gewohnt schick. Im Test hatten wir das silberne und das diamantschwarze Modell hier. Letzteres ist neunfach eloxiert und poliert und glänzt wie ein Piano. Sowohl die glänzenden als auch die matten Modelle sind anfällig für Fettfinger und Kratzer, nutzen sich also im Laufe der Zeit sichtbar ab. Zumindest die Fingerabdrücke könnt Ihr dank IP67-Zertifizierung mit klarem Wasser abwaschen.

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Das iPhone 7 hat das runde Profil des iPhone 6 übernommen. / © NextPit

Mit 138,3 x 67,1 x 7,1 mm und 138 g ist das iPhone kleiner und leichter als alle aktuellen Android-Top-Geräte. Falls der kompakte Formfaktor Euer Kaufkriterium ist, lohnt der Blick auf Konkurrenten wie das Xperia Z5 Compact oder X Compact von Sony. Mit beiden Geräten würdet Ihr ähnlich zufrieden sein und mit einer Akkuladung weiter kommen.

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Wie aus einem Guss: Das diamantschwarze iPhone 7 ist eine Augenweide. / © NextPit

Das Design des iPhone 7 unterzieht sich einer Minimalisierung. Klinkenstecker und Homebutton-Mechanik entfallen. An deren Stelle tritt ein Adapter für den Lightning-Port respektive Vibrationsfeedback für den jetzt Kapazitiven Button.

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Ihr könnt nur eine Nano-SIM-Karte einlegen. / © NextPit

Der Schieberegler zum schnellen Stummschalten des iPhones hingegen bleibt: Legt ihn um, damit Tastentöne, Vibration und Klingeltöne abgeschaltet werden. Dieses Feature finden wir bei Android lediglich im OnePlus 2 oder OnePlus 3.

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Die Wippe zum Stummschalten ist praktisch. / © NextPit

Als Zubehör liegt dem iPhone 7 ein Headset, ein Lightning-Kabel sowie ein Adapter Lightning-auf-Klinke bei. Wie man das iPhone beim Musikhören aufladen will, ist mir allerdings schleierhaft. Es gibt immerhin bei Apple einen Adapter von Belkin - der aus einem Lighning-Anschluss zwei Lightning-Anschlüsse macht.

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Der Klinkenstecker findet beim iPhone 7 leider keinen Abnehmer mehr. / © NextPit

Also könnt Ihr erst den Lightning-zu-zweifach-Lightning-Apdapter und daran den Lightning-zu-Klinke-Adapter anschließen, um Euer Klinken-Headset und das Lightning-Ladegerät gleichzeitig zu verbinden. Simpel, oder? Bei Android haben die meisten Smartphones noch einen Klinken-Anschluss und immer mehr Geräte zusätzlich den exzellenten Typ-C-Anschluss nach USB-Standard.

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Apples Kabel sind minderwertig und teuer. / © NextPit

Ganz zu schweigen von dem Umstand, dass Apples Kabel keinen guten Ruf genießen. Sollbruchstellen an den Enden und teurer Ersatz frustrieren den Android-Nutzer, der dank Micro-USB nahezu allgegenwärtiges Ladezubehör gewohnt ist. Mit den verschärften Spezifikationen von USB-Typ-C steigt dessen Qualität zudem an, sodass Kabel länger halten und die elektrische Sicherheit erhöht wird.

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Das ist kein Button. / © NextPit

Eine schräge Design-Entscheidung von Apple war das Streichen des Homebuttons. Er wurde durch einen Force-Touch-Button ersetzt. Quetscht Ihr den Kreis unter dem Display, klopft der Vibrator von innen gegen Euren Daumen. Im Einrichtungsassistenten stellt Ihr ein, wie fest er das tun soll; abschalten lässt sich das Vibrationsfeedback nicht. Ich habe die Funktion einigen Leuten gezeigt, und alle waren von dieser Funktion irritiert. Auch nach vielen Wochen habe ich mich mit dem Vibrationsknopf nicht wohlgefühlt.

Apple iPhone 7: Display

Das Display des iPhone 7 stagniert auf dem Entwicklungsstand der vergangenen Generationen und reißt in Sachen Schärfe, Helligkeit oder Kontrast keine Bäume aus. Android-Geräte von Samsung oder Sony haben da deutlich mehr zu bieten und liefern interessantere Alternativen.

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So richtig knallig ist das Display nicht. / © NextPit

In Zahlen handelt es sich um ein 4,7 Zoll großes IPS-Panel mit 1.334 x 750 Pixeln. Damit kommt es auf ausreichende 325 ppi; für den Einsatz in einem VR-Headmount eignet sich diese Auflösung nicht - weshalb Apple dieses Feature nicht anbietet. Android-Smartphones hingegen werden derzeit zunehmend mit dem VR-Feature Daydream ausgestattet und somit zum VR-Spielzeug.

Apple iPhone 7: Software

Das iPhone 7 wird mit iOS 10 ausgeliefert. Im Verlaufe des Tests erhielt es zwei System-Updates und befindet sich zum Zeitpunkt der Veröffentlichung dieses Tests bei Version 10.1.1. Die Software ist tief ins Apple-Ökosystem integriert und kommuniziert über Schnittstellen wie Apple Home, Health, Siri oder Wallet mit Drittanbieter-Apps und -Diensten.

Durch die Erweiterung der Schnittstellen konnte Apple in Ansätzen zu der Offenheit aufschließen, die man von Android kennt. Es gibt auffallend viele Funktionen, die man bereits von Android kennt. So könnt Ihr Inhalte wie Links, Bilder oder Zitate über ein Teilen-Menü in eine andere App übertragen. Ihr könnt Siri inzwischen sagen, dass es die Nachricht mit Telegram und nicht mit iMessage absenden soll. Und Ihr habt einen Widgets-Bereich, der ähnlich wie Google Now proaktive Benachrichtigungen liefert.

Sowohl Apples iPhone als auch Googles Android-Smartphones erfordern es, dass Ihr viele Daten an den Hersteller preisgebt. Erst dann werden die Online-Dienstleistungen für Euch verwendbar. Dann werdet Ihr schon morgens gewarnt, dass auf Eurer Pendelstrecke Stau ist und Ihr früher oder auf einer alternativen Route fahren solltet. Überdies behält das Smartphone die Termine im Auge und wird zu Eurem digitalen Sekretär.

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Siri bekommt vom Google Assistant Konkurrenz. / © NextPit

Unerfreulicherweise machte ich als Umsteiger von Android die Erfahrung, dass Apple das alte Google-Konto nur stiefmütterlich einbindet. Falls Ihr dauerhaft umsteigt, lege ich Euch nahe, das Google-Konto stillzulegen und in die iCloud zu wechseln. Diese integriert sich erheblich besser mit dem iPhone, beschleunigt die Einrichtung und auch die Migration, wenn Ihr ein Backup erstellt und auf einem anderen iPhone wiederherstellt.

Das iCloud-basierte Backup-System von Apple ist grandios, vollständig und einfach zu bedienen. Android-Smartphones können da nur eingeschränkt mithalten. Samsungs Backup-System kommt noch am nächsten heran und kann auch die Anordnung Eurer Homescreen-Symbole vom alten aufs neue Smartphone übertragen. beim iPhone hingegen werden alle Daten und Einstellungen übertragen, also Hintergrundbild, SMS, Anrufliste, Kontakte, Apps, App-Einstellungen, Log-ins, Homescreen-Anordnung und System-Einstellungen.

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Dir gefällt die App-Übersicht im iPhone nicht? Pech gehabt. / © NextPit

Weniger Freiheit

Android hingegen bietet mehr Freiheiten, die man beim iPhone vermisst. Ihr habt nur genau eine SMS-App und das ist und bleibt iMessage. Ihr habt nur genau einen Launcher, der keine App-Übersicht bietet und Euch zum Ordnen der Symbole zwingt. Ihr habt nur genau eine Kamera-App, die aus den Systemeinstellungen heraus konfiguriert wird.

Ihr könnt nicht einfach das iPhone per USB-Kabel mit dem Computer verbinden und Dateien darauf kopieren. Der überzeugte iPhone-Kunde fragt dann: "Warum würdest Du das tun wollen?", aber das Recht auf Freiheit sollte nicht hinterfragt werden.

Apple iPhone 7: Performance

Das iPhone ist noch immer sehr schnell, schneidet in Benchmarks so gut ab wie Android-Top-Geräte und eignet sich für Spiele, Bildbearbeitung und intensives Websurfen. Die Vergrößerung des internen Speichers im kleinsten Modell auf 32 GByte gibt Euch mehr Spielraum, Fotos und Apps auf dem iPhone zu lagern. Zuvor kam es oft zu Problemen mit vollem Speicher, der sich im Gegensatz zu vielen Android-Smartphones nicht per MicroSD-Karte erweitern lässt.

Die Stärke des iPhones liegt im globalen LTE-Support (Bänder 1, 2, 3, 4, 5, 7, 8, 12, 13, 17, 18, 19, 20, 25, 26, 27, 28, 29, 30) und der flotten Leistung. Im Test des iPhone 7 mit LTE-SIM-Karte von O2 hatten wir auffallend kurze Ladezeiten an allen möglichen Orten. Auch die Sprachqualität ist super. VoLTE von Telekom oder Vodafone werden nativ unterstützt; das bei Android oft nötige Provider-Branding ist bei dem Apple-Gerät nicht nötig.

Apple iPhone 7: Audio

Der interne Lautsprecher liefert Mono-Sound und ist nur als Freisprech-Lautsprecher geeignet; weniger für YouTube oder Musik. Das mitgelieferte Headset liefert einen guten Klang, sitzt aber aufgrund seiner harten Plastikköpfe nicht in jedem Ohr gut. Die Telefonqualität ist zu jeder Situation gut.

Apple iPhone 7: Kamera

Die iPhone-Kamera liefert scharfe, gute Fotos. Die interne Nachbearbeitung von Nachtaufnahmen, das Zusammensetzen von Panoramas und die Bildstabilisierung arbeiten zuverlässig. Die meisten Schnappschüsse geraten scharf und detailreich. Ähnlich gute Qualität erhaltet Ihr bei Android allenfalls im Nexus 5X, Google Pixel, HTC 10 oder Huawei Mate 9.

Das iPhone 7 hat eine 12-Megapixel-Kamera mit f/1,8er Blende und vierfachem Dual-Tone-LED-Blitz. Sie wird unterstützt von einem optischen Bildstabilisator, biet HDR und zeichnet Zeitlupenvideo in 1080p mit 120 fps oder 720p mit 240 fps auf. Damit liegt es technisch auf Augenhöhe mit dem Google Pixel. Die Stabilisierung des letzteren hat sich im direkten Vergleich jedoch als kompetenter erwiesen.

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Die knubbelige Kamera verrichtet gute Arbeit. / © NextPit

Apple iPhone 7: Akku

Die Akkulaufzeit des iPhone 7 ist schlecht. Auch die Android-Smartphones haben eine vergleichbar schlechte Akkulaufzeit. Mit sieben Messengern, aktiver SIM-Karte, regelmäßigen Einsatz als Kamera oder Navigationssystem und gelegentlichem Herumlümmeln auf Facebook muss man das iPhone nachmittags nachladen, damit es dem Heimweg nach der Arbeit übersteht.

Der 1.960 mAh große Akku wird binnen zwei Stunden vollständig aufgeladen. Ein Schnellladefeature, wie man es vom Samsung Galaxy S7 oder von etlichen Android-Smartphones mit Typ-C-Anschluss gewohnt ist, fehlt dem iPhone noch immer. Auch drahtloses Aufladen mit einem Qi-Charger ist nicht vorgesehen. Der Akku lässt sich nicht austauschen. Wenn also Euer iPhone in zwei Jahren aufgrund von Abnutzung noch weniger Akkulaufzeit hat, braucht Ihr ein externes Akkupack oder ein neues Smartphone.

Apple iPhone 7: Technische Daten

Abschließendes Urteil

Ich habe dieses Jahr schon viele teure Handys ausprobiert, getestet, lange verwendet, gequält und bewundert. Aber das iPhone 7 zählt mit Sicherheit nicht zu den letzteren. Die Nutzererfahrung mit dem Gerät ist mittelmäßig und man fühlt sich in vielerlei Hinsicht eingeschränkt, wenn man Android gewohnt ist.

Das erste Kaufargument für das iPhone bleibt der Halo-Effekt, der vom ihm ausgeht. Ähnlich wie Brillenträger immer ein bisschen intellektuell aussehen, sehen Apple-User mit dem iPhone ein bisschen moderner aus. Natürlich ist beides Unsinn, aber unterbewusst funktioniert das wunderbar.

Hinzu kommt, dass der Apple-Service einen guten Ruf genießt, die Software aufgrund ihrer Einschränkungen einfacher zu bedienen ist und das Ökosystem zuverlässig integriert ist. Das Android-Ökosystem hat die Schwierigkeiten seiner Gerätevielfalt nie überwunden und dies macht sich in abstürzenden Apps, fehlerhaft dargestellten Websites und Malware bemerkbar. Beim iPhone kommt das nicht so oft vor, doch kann ich nicht empfehlen, deswegen gleich doppelt so viel Geld auszugeben.