Im ersten Teil sind wir auf die Anfänge der Motorola-Handys eingegangen. Im zweiten Teil zeigen wir Euch, welche Motorola-Handys in der GSM-Ära bleibenden Eindruck hinterlassen haben.

Inhaltsverzeichnis der Geschichte von Motorola-Handys

MicroTAC 9800X:

Ganz zu Beginn starten wir mit einem kurzen Schritt zurück: Zum Motorola MicroTAC aus dem Jahr 1989. Warum? Erstmals sehen wir hier eine optische Gestaltung, die schon recht nah an unserem heutigen Bild von einem Handy ist. Eher flach, dafür etwas breiter. Das erste Modell war noch für analoge Handynetze gedacht, später erschienen MicroTAC-Handys auch für die digitalen GSM-Netze.

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Motorola MicroTAC 9800X/ © LENOVO/MOTOROLA Bildquelle: LENOVO/MOTOROLA

Mikrofon und der Lautsprecher für den Klingelton befanden sich im ersten Modell in der Abdeckung, die nach unten geklappt werden konnte. Bei den Nachfolgern wanderten diese Komponenten in das Gehäuse. Diese verfügten zum Teil auch über ein LC-Display und nicht mehr den Look von roten LEDs.

Noch immer waren Handys im Jahr 1989 aber sehr teuer: Das MicroTAC 9800X kostete zwischen 2.495 und 3.495 US-Dollar. Inflationsbereingt sind das zwischen 4.850 und 6.800 US-Dollar.

StarTAC: Das erste echte Klapphandy

Aus dem Design des MicroTAC und seiner Nachfolger entwickelte sich eines der spektakulärsten Handy-Designs: Das Motorola StarTAC. 1996 waren Handys oftmals klobig und wirkten sehr technisch. Dabei zeigten viele Science-Fiction-Filme schon viel ansprechendere und funktionalere Design-Visionen. Mit dem StarTAC hatte Motorola ein Handy entwickelt, das offensichtlich vom Communicator der TV-Serie Star Trek inspiriert war.

motorola startac 1996
Motorola StarTAC / © LENOVO/MOTOROLA Bildquelle: LENOVO/MOTOROLA

Das Klapphandy wog gerade einmal 88 Gramm – und somit waren Handys wirklich dort angekommen wo sie schon mehr als 20 Jahre hin wollten: In die Hemd- oder Hosentaschen der User. Echte Mobilität heißt eben auch: kompakte und praktische Ausmaße – handy eben. Dass daraus in Deutschland schon Anfang der 90er die Bezeichnung Handy wurde, die andernorts nicht verwendet wird, ist so gesehen kaum verwunderlich. In anderen Sprachen gibt es diese semantische Verknüpfung nicht – im Englischen ist beispielsweise schlicht von mobile phones die Rede.

Eine Liste von PCWorld.com aus dem Jahr 2005 setzte das StarTAC auf Platz 6. Der Titel: Die 50 besten Gadgets der vergangenen 50 Jahre. Damit wird das StarTAC zwar zum Beispiel vom iPod oder dem Walkman geschlagen, aber es steht auch vor einflussreichen Gadgets wie dem Gameboy (Platz 26) und der Playstation 2 (Platz 11).

Hello Moto: Der Kult-Klingelton kehrt zurück

„Hello Moto“, so begrüßten einige Motorola-Handys Ihre User beim Start. Der Klingelton hat inzwischen Kult-Status erlangt und er soll künftig wieder vermehrt zu hören sein. 

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RAZR V3 / ROKR: 

motorola razr v3 hello moto
Motorola RAZR V3 / © LENOVO/MOTOROLA Bildquelle: LENOVO/MOTOROLA

Der indirekte Nachfolger des StarTAC landet in der PCWorld-Liste übrigens auf Platz 12. Es ist das Motorola RAZR V3 aus dem Jahr 2004. Das konnte tatsächlich einen optischen Glanzpunkt setzen: Die Tastatur war aus einem Stück Metall gefräßt. Technisch war das RAZR V3 nicht tadellos, immerhin war schon damals die VGA-Kamera (640×480) eher unterdurchschnittlich. Der Nachfolger erhielt dann immerhin eine 1,3-Megapixel-Kamera.

Natürlich war das RAZR V3 kein günstiges Vergnügen: 749 Euro sollte es kosten – knapp 900 Euro, wenn man die seither aufgelaufene Inflation berücksichtigt.

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Motorola RAZR V3 in verschiedenen Farben / © LENOVO/MOTOROLA Bildquelle: LENOVO/MOTOROLA

Ein kleines Kuriosum gibt es dann auch noch zu berichten: Das erste Handy mit iTunes-Verbindung stammt nämlich nicht von Apple, sondern von Motorola. Das Motorola ROKR konnte kopiergeschützte Lieder von iTunes speichern und abspielen. Leider war es nur möglich, 100 Lieder zu speichern und in puncto Design konnte es auch nicht mit dem prominenten Vorläufer, dem RAZR V3, mithalten – was möglicherweise auch dazu beigetragen hat, dass das ROKR eher eine Randerscheinung blieb. Trotzdem ermöglichte das ROKR einige Jahre vor dem iPhone, iTunes-Lieder mit einem Handy abzuspielen. Und das war durchaus wegweisend, immerhin war iTunes einer der ersten kommerziell erfolgreichen Musik-Download-Shops.

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Motorola ROKR: Das erste iTunes-Handy / © LENOVO/MOTOROLA Bildquelle: LENOVO/MOTOROLA

Auf dem Weg zum Smartphone

Das Ende der klassischen Handys war aber bereits eingeläutet, denn Apple präsentierte im Januar 2007 den vielleicht größten Coup der Handy-Ära: Das iPhone. Die Gründe dafür sind Teil einer ganz anderen Story, allerdings mussten alle Firmen im Markt umdenken. Manche schafften das, zum Beispiel Samsung. Andere hingegen scheiterten grandios – Nokia und BlackBerry sind prominente Beispiele dafür. Motorola ordnet sich irgendwo dazwischen ein.

Denn mit dem Sidekick Slide gab es 2007 einen ersten zaghaften Versuch, sich der neuen Ära der Smartphones zu nähern. Das Sidekick Slide setzte auf das kurzzeitig populäre Betriebssystem Danger OS. Diese Plattform musste sich allerdings schon bald einer neuen Generation von mobilen Betriebssystemen geschlagen geben: iOS und Android.

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Motorola Sidekick Slide / © NextPit Bildquelle: NextPit

Erst die Marke Droid sollte das Handy-Urgestein Motorola in das neue Zeitalter katapultieren – mit zunächst durchwachsenem Erfolg. Doch darauf kommen wir im dritten Teil zu sprechen.

Hattet Ihr ein StarTAC oder ein RAZR V3 im Einsatz? Schreibt es in den Kommentaren.