Preis und Verfügbarkeit

Das VanMoof S4 ist zusammen mit dem X4 seit dem 9. Mai 2023 vorbestellbar. Die unverbindliche Preisempfehlung der beiden E-Bikes liegt bei 2.198 Euro, und die Auslieferung soll ab August 2023 erfolgen. Wollt Ihr Euch die neuen Fahrräder kaufen, geht das über folgende Links direkt auf der VanMoof-Homepage.

Design & Verarbeitung

Das VanMoof S4 ist auf den ersten Blick kaum vom aktuellen Top-Modell des Hersteller zu unterscheiden. Wer es auf der Straße erkennen will, der sollte vor allem auf die dickeren Reifen und auf den Lenker achten. Denn bei diesem lässt VanMoof zwei Knöpfe weg und verzichtet nun ganz auf optische Anzeigen am Fahrrad selbst.

Gefällt:

  • Dickere Reifen sorgen noch einmal für mehr Fahrkomfort
  • Neue Farben machen echt was her

Gefällt nicht:

  • Weder mit Dot-Display noch mit Halo-Ringen
  • Mit 21,6 kg noch immer zu schwer

Beim Besuch im VanMoof-Store Berlin habe ich direkt versucht, das S4 zwischen allen anderen VanMoof-Modellen zu identifizieren. Ein guter Indikator für das neue Bike ist neben den neuen Farben der veränderte Lenker ohne Lichtringe und mit zwei statt vier Knöpfen. Da Nutzer des S5 noch immer auf das benötigte Update zur Konfiguration der weiteren Knöpfe warten, ist das aktuell noch kein wirklicher Nachteil.

VanMoof S4 in der Totalen
VanMoof gab uns für die Testfahrt das S4 im schicken Grün. / © NextPit Bildquelle: NextPit

Störend ist jedoch die fehlende Anzeige am Fahrrad selbst. Während ich die neuen Lichtringe in meinem Test des VanMoof S5 für ihren etwas mauen Informationsgehalt kritisiert habe, vermisste ich sie während der Testfahrt des S4 dann doch. Gerade für die Anzeige der restlichen Akkulaufzeit und zur Auswahl der Unterstützungsstufen waren die Lichtringe praktisch. Wer Informationen direkt am Fahrrad sehen will, der muss beim S4 gänzlich auf das Anbringen eines Smartphones am Lenker vertrauen. Hierfür ist auch das S4 mit einer Halterung für SP-Connect-Hüllen ausgestattet.

Designtechnisch unterscheiden sich das S4 und das S5 sonst nur recht wenig. Die Unterschiede werden vor allem im direkten Vergleich sichtbar, und so habe ich Euch einmal ein Bild mit den Seitenansichten beider Bikes zusammengebastelt. Das Fahrgefühl verändert sich allerdings aufgrund deutlich dickerer Reifen, die auf Kopfsteinpflaster und Waldböden noch einmal mehr wie eine Federung wirken. Doch dazu später mehr.

VanMoof S5 und S4 Vergleich
Im Vergleich lassen sich S4 und S5 nur schwer voneinander unterscheiden. / © NextPit Bildquelle: NextPit

Was VanMoof beim S4-Modell nicht verbessern konnte, ist das Gewicht des Fahrrads. Denn mit fest eingebautem Akku muss man das 21,6 Kilogramm schwere S4, das ausdrücklich als „Stadt-Fahrrad“ beworben wird, noch immer umständlich in die Wohnung tragen. Hierfür bekommt man aber noch immer ein wirklich hochwertiges E-Bike, bei dem alle Schrauben bombenfest sitzen und bei dem nichts klappert oder wackelt.

Dass man die gewohnte VanMoof-Qualität jetzt für knapp 2.000 € bekommt, stelle ich mir für viele Radfahrer durchaus attraktiv vor. Die Nachteile fallen meiner Meinung nach im Alltag kaum ins Gewicht.

VanMoof S4 Hinterreifen
Die Reifen des S4 sind deutlich dicker als beim S5. / © NextPit Bildquelle: NextPit

E-Motor und Fahrspaß

Im Vorderreifen des S4 sitzt ein 250 W starker Elektromotor, dem Ihr per Knopfdruck 59 zusätzliche Newtonmeter entlocken könnt. Mit dickeren Reifen und einem recht großen Radstand entsteht auch beim S4 das gewohnte Cruiser-Fahrgefühl. Anders als beim S5 arbeitet die Gangschaltung nicht mehr elektronisch, sondern per Fliehkraft – dabei stehen zwei statt drei Gänge zur Verfügung.

Gefällt:

  • Sehr hoher Fahrkomfort dank dickerer 27,5-Zoll-Reifen
  • Boost-Knopf lächelt auch mit 59 Nm ein Lächeln aufs Gesicht

Gefällt nicht:

  • Manuelle Fliehkraftkupplung mit zwei Gängen ist gewöhnungsbedürftig
  • Vorderreifen dreht gerne mal durch

Ein Alleinstellungsmerkmal der VanMoof-Bikes ist der Boost-Knopf, der gut erreichbar mit dem rechten Daumen bedient wird. Haltet Ihr diesen gedrückt und tretet in die Pedale, werdet Ihr mit zusätzlichen 59 Nm nach vorn bewegt. Die Leistung gibt der 250 W starke Elektromotor an den Vorderreifen ab. Wie beim Brompton Electric (zum Test) entsteht dabei ein Gefühl, als würdet Ihr samt Fahrrad nach vorn gezogen. Das ist durchaus spaßig, während meiner Testfahrt drehte der Reifen aber gerne mal durch.

VanMoof S4 Frontmotor
Der Frontmotor bietet bis zu einem gewissen Grad weniger Leistung als beim S5. / © NextPit Bildquelle: NextPit

Das liegt unter anderem daran, dass sich der Schwerpunkt beim Trampeln etwas nach hinten verlagert und somit weniger Gewicht auf der Frontgabel lastet. Eine gute Überleitung zur automatischen Gangschaltung, die anders funktioniert, als beim teureren VanMoof S5. Während hier elektronisch auf Eure Trittstärke sowie die Umdrehungen des Tretlagers reagiert wird, arbeitet das S4 mit einer Fliehkraftkupplung.

Das Fahrgefühl ist zunächst ein wenig ungewohnt, da die Kupplung erst bei einer gewissen Trittfrequenz schaltet. Hierdurch tritt man häufig ins Leere, wenn man während der Fahrt kurz aufhört zu trampeln. Das ist ein wenig unangenehm, lässt sich aber dadurch vermeiden, dass man die Pedale immer ein wenig in Bewegung hält. Da VanMoof die Automatikschaltung mit einer sehr bequemen Übersetzung ausstattet, überzeugt die Schaltung nach einer Eingewöhnungsphase durchaus.

VanMoof S4 Rücklicht
Das hintere Licht ist im rechten Winkel angebracht – beim S5 ist es leicht abgeschrägt. / © NextPit Bildquelle: NextPit

Obwohl das S4 ein Quäntchen weniger Leistung als das S5 bietet und eine andere Art Gangschaltung verwendet, sind sowohl der Fahrspaß als auch der Komfort beim Cruisen sehr hoch.

Akkuleistung und smarte Funktionen

Die Reichweite des VanMoof S4 liegt laut Herstellerangaben zwischen 60 und 150 km – damit liegt das günstigere Fahrrad gleichauf mit dem Top-Modell. Komfort-Funktionen wie das typische Kick-Lock, die Diebstahlsicherung samt Team an Bike-Huntern im Falle eines Diebstahls sowie die clevere App-Anbindung sind ebenfalls vorhanden. Auf ein paar Luxus-Details müsst Ihr beim S4 jedoch verzichten.

Gefällt:

  • Reichweite gleichauf mit dem VanMoof S5
  • Kick-Lock noch immer genial

Gefällt nicht:

  • Akku fest installiert
  • Keine automatische Lichtsteuerung und Verzicht auf Umweltsensoren

Für meine Testfahrt konnte ich das VanMoof S4 etwa für 45 Minuten durch Berlin bewegen. Für Aussagen über die Reichweite muss ich also auf die Angaben des Herstellers vertrauen. Dass VanMoof günstigstes Modell dieselbe Reichweite wie das Top-Modell bietet, ist sehr begrüßenswert. Wollt Ihr das volle Potenzial des E-Bikes nutzen, wird die Reichweite aber wohl wie beim S5 eher in Richtung 50 bis 60 km gehen. Das ist ausdrücklich nur ein Verdacht, den ich im späteren ausführlichen Test zum VanMoof S4 überprüfen werde.

VanMoof Schriftzug auf dem VanMoof S4
Die Farbkombination beim getesteten Modell ist echt hübsch! / © NextPit Bildquelle: NextPit

Das Kick-Lock im S4, durch welches Ihr den Hinterreifen über einen beherzten Tritt sperren könnt, wurde laut Mitarbeiterinformationen extra für das S4 entwickelt. Es funktioniert genauso wie im S5 und auch beim günstigen Modell könnt Ihr im Falle eines Diebstahls auf die GPS-Ortung sowie auf das wieder Aufspüren durch VanMoofs „Bike-Hunter“ vertrauen. Eine Sorglosigkeit, für die VanMoof bekannt ist – schön also, dass man hier keine Abstriche machen muss.

Dasselbe gilt für die meisten smarten Funktionen, auch wenn ich diese ohne Einrichtung am Smartphone während der Testfahrt nicht ausprobieren konnte. Man bestätigte mir allerdings vor Ort, dass in der App hauptsächlich die Einstellungsmöglichkeiten der elektronischen Gangschaltung fehlen. Weiterhin fehlen dem S4-Modell die Umweltsensoren, die beim S5 im Rahmen installiert sind.

VanMoof S4 Kick-Lock
Wieder mit am Start: Das VanMoof-typische Kick-Lock. / © NextPit Bildquelle: NextPit

Ihr bekommt also weder Informationen über die Außentemperatur in der App angezeigt, noch wird das Licht automatisch aktiviert. Ein paar Luxus-Features fehlen dem S4 also am Ende doch.

Vorläufiges Fazit

Wie gefällt mir VanMoofs neuestes Fahrrad also nach der ersten Testfahrt? Nun, mindestens genauso gut wie das S5, das ich im Frühjahr 2023 eine Woche lang testen konnte. VanMoof bietet jetzt dieselben Vor- und Nachteile aus dem teuersten Modell für etwa 2.000 Euro an. Mit einer Preiserhöhung auf knapp 3.500 Euro positioniert man die Modelle S5 und A5 also als Luxus-Fahrräder, in welche man die neuesten Technologien auf dem E-Bike-Markt integriert.

VanMoof S4 Lenker
Im Vergleich zum S5 fehlen zwei Knöpfe und die Lichtringe am Lenker. / © NextPit Bildquelle: NextPit

Und genau deshalb ist das S4 meinem ersten Eindruck nach das empfehlenswertere Fahrrad. Denn für genau 2.198 Euro bekommt man ein Fahrgefühl, einen Funktionsumfang und ein Qualitätslevel, das zu 95 Prozent auf dem des aktuellen VanMoof-Flaggschiffes liegt. Dadurch wird es meiner Meinung nach kompliziert, den Aufpreis von fast 1.500 Euro für die Top-Modelle zu rechtfertigen.

Neues Rad für den Sommer gesucht? Diese E-Bikes empfiehlt NextPit für den Sommer 2023

Die neuen Modelle S4 und X4 werden Neukunden begeistern – und einige Bestandskunden, die sich kürzlich das S5 oder das A5 gekauft haben, verärgern. Ob das S4 im Alltag weitere Nachteile offenbart, werde ich demnächst in einem Langzeit-Testbericht herausfinden. Eure Fragen und Anregungen könnt Ihr mir gerne in die Kommentare schreiben!

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