iPhone 12: Mein erstes Wochenende mit dem neuen Apple-Handy

iPhone 12: Mein erstes Wochenende mit dem neuen Apple-Handy

Am Freitag trudelten zwei neue iPhone-Modelle bei mir ein: das iPhone 12 und iPhone 12 Pro. In diesem Artikel möchte ich meinen ersten Eindruck mit Euch teilen. Wie schlägt sich Apples neues Flaggschiff im Alltag?

iPhone 12: Ein neuer Formfaktor

Das iPhone 12 ist das erste Apple-Smartphone, das nicht federführend von Jony Ive konzipiert wurde und trotzdem erkennen wir die Signatur Ives im neuen, alten Formfaktor wieder. Das iPhone 12 aus seiner deutlich geschmälerten Schachtel zu holen, die nun keinen Ladebrick mehr beinhaltet, versetzte mich für einen kurzen Augenblick in die Vergangenheit. Es ist faszinierend, wie ähnlich das neue iPhone dem 4er und 5er Modell ist. Es ist fast so, als habe das iPhone seine Teenager-Phase voller Selbstfindung und experimenteller Optik abgelegt. Die Frage nach dem Sinn, nach dem "Wer bin ich?", beantwortet dieses Modell auf anmutige Art und Weise: Ich bin ein iPhone. Die beste Version von mir selbst. 

Wirklich die beste Version? Nun, ja. Das iPhone 12 Pro ist wirklich schön. Die Rückseite behält die matte Glasplatte, die bereits beim iPhone 11 Pro zum Einsatz kam. Wenn ich mit dem Finger darüber streiche, entsteht ein angenehmes Rauschen, etwa so, als würde man die Stelle hinter seinem Ohr, zwischen Haaransatz und Ohrläppchen, streicheln. Genau so hört und fühlt sich die Beschaffenheit des matten Glases an. Diese nerdig-sinnliche Erfahrung bleibt beim 12er-Modell aus.

NextPit iPhone 12 side
Der Rahmen des 12er Modells ist matt. / © NextPit

Hier ist das Glas nicht mattiert und der Finger stockt leicht beim Versuch, das iPhone zu liebkosen. Das sorgt aber nicht nur für einen hervorragenden Halt, sondern auch für jede Menge Fingerabdrücke. Und während das alte, geschwungenere Design generell eher ein unsicheres Gefühl beim Halten der teuren Technik hervorgerufen hat, liegt das neue iPhone 12 nun sicher und fest in meiner Handfläche. Grund dafür sind flachen Kanten, die beim Pro-Modell aus Edelstahl und bei der Basis-Version aus Aluminium gefertigt sind. 

NextPit iPhone 12 Pro screen
Das iPhone 12 Pro kommt mit glänzendem Edelstahl-Rahmen. / © NextPit

Gerade der Edelstahl-Rahmen des iPhone 12 Pro sticht hier hervor. Beim neuen blauen iPhone wirkt der Rahmen alles andere als kühl und massiv. Stattdessen nimmt das Smartphone die Körperwärme auf und fühlt sich sehr angenehm an. Während beim Basis-Modell die Rückseite mit meinen Fingerabdrücken gespickt ist und der Alu-Rahmen schön matt glitzert, ist es beim iPhone 12 Pro der glänzende Edelstahlrahmen, der öfter am Tag poliert werden möchte. 

Keine CE-Kennzeichnung mehr auf der Rückseite

Noch etwas ist anders, wenn wir uns die Rückseite des neuen iPhones genauer ansehen. Die hässliche CE-Kennzeichnung ist mehr direkt unter dem Apfel-Symbol in das Glas eingelassen, sondern wandert auf den flachen Rahmen. Nur bei genauem Hinsehen sind die in der EU verpflichtenden Symbole erkennbar, was für die aufgeräumteste Rückseite eines iPhones sorgt, die ich je gesehen habe. Wäre da nicht die riesige Kamera-Insel.

Beim iPhone 12 haben wir zwei Linsen und den LED-Blitz als Dual-Kamera-Setup, das auf einer matten dünnen Glasplatte aufliegt. Beim iPhone 12 Pro kommen drei Linsen auf glänzendem Untergrund zum Einsatz. Über das Kamera-Design lässt sich streiten, und jeder Hersteller ordnet die Knipse anders auf der Rückseite an, aber ganz ehrlich: Ich sehe mein Handy die meiste Zeit von vorne – und hier kann sich das iPhone 12 sehen lassen. 

iPhone 12: Das OLED-Panel des Pro-Modells ist gewachsen

Beim ersten Auspacken beider Modelle fiel mir direkt auf, dass das Display der Pro-Version größer geworden ist. Ich war positiv überrascht, denn für mich bedeutet dies, dass meine Wahl in diesem Jahr nicht auf das Pro-Max-Modell fallen wird. 6,1 Zoll (im Vergleich zu 5,8 Zoll beim iPhone 11 Pro) sind für mich persönlich ausreichend. Beide 12er-Modelle empfinde ich bereits als eher groß. Das Display des iPhone 12 unterscheidet sich vom Pro-Modell in Sachen Helligkeit (800 Nits vs. 625 Nits), ansonsten ist es das gleiche Display, das bereits in den Vormodellen der Pro-Version zum Einsatz kam. Wir haben es in beiden iPhone 12 also mit einem 6,1 Zoll OLED-Panel zu tun, das Apple Super Retina XDR-Display nennt. Im Vorjahr kam das iPhone 11 noch mit LC-Display, während OLED den Pro-Modellen vorbehalten war.

NextPit iPhone 12 camera
Die Dual-Kamera des iPhone 12. / © NextPit

iPhone-Nutzer, die von einem älteren Modell – mit Ausnahme des iPhone 11 Pro – wechseln, können hier also nur gewinnen. Wer allerdings von einem Android-Smartphone mit einer Bildwiederholfrequenz von 90 Hz oder mehr wechselt, wird den Unterschied beim Scrollen bemerken. Ich hatte auf ein verbessertes Display beim iPhone 12 gehofft, aber Apple entschied sich laut Insidern aufgrund der 5G-Kompatibilität gegen ein Panel mit höherer Bildwiederholrate und für eine angemessene Akkulaufzeit, die ich in meinem ausführlichen Test näher beleuchten werde. Ich finde das Display des iPhone 12 trotzdem großartig. Es visualisiert knackig scharf, während die Inhalte direkt unter dem Glas zu liegen scheinen.

iPhone 12 Pro: Die ersten Testbilder

Ich habe mich am Wochenende auch ein wenig mit der Kamera des Pro-Modells beschäftigt. Im Vergleich zum 11 Pro hat Apple hier den Weitwinkel-Sensor verbessert. Wir finden im Datenblatt eine größere Blende (ƒ/1.6 vs. ƒ/1.8) und Smart HDR 3. Beim iPhone 12 Pro ist das Teleobjektiv dabei, das beim 12er-Modell fehlt. An der Front gibt’s nun ebenfalls einen Nachtmodus für Portrait-Bilder. Die Frontkamera wurde durch Smart HDR 3 verbessert und knipst zuverlässige Bokeh-Bilder. Im ausführlicheren Test werdet Ihr mehr über das Kamera-Setup der neuen iPhones erfahren.

iphone 12 pro portrait
Die ersten Foto-Versuche mit dem iPhone 12 Pro. Das Hunde-Baby heißt Cookie. / © Julia Froolyks / NextPit
iphone 12 pro selfie
Die Selfie-Kamera des iPhone 12 Pro kommt wieder mit zahlreichen Bokeh-Filtern. / © NextPit

MagSafe auf dem iPhone 12

Unseren Testgeräten legte Apple auch zwei Handyhüllen und das neue MagSafe-Ladegerät bei. Magnete in der Rückseite der iPhones und in speziellem MagSafe-Zubehör ermöglichen kabelloses Aufladen mit bis zu 15 Watt. Was ich nach einem Wochenende mit den iPhone-Modellen sagen kann: Das MagSafe-Ladegerät dockt ordentlich an und bleibt an Ort und Stelle. Auch in Kombination mit den MagSafe-Cases hält die runde Platte auf der Rückseite. Ich werde in den kommenden Tagen noch einige Experimente im Bereich Akku und Aufladen der neuen iPhones vornehmen müssen, um aussagekräftige Schlussfolgerungen zu ziehen. Mein erster Eindruck ist allerdings, dass mir das Aufladen per MagSafe-Ladegerät deutlich zu lange dauert und ich lieber den 20-Watt-Brick verwende.

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So wird das MagSafe-Ladegerät ans iPhone 12 gedockt. / © Apple

Zwischenfazit: All eyes on iPhone 12

Ich konnte das iPhone 12 und das Pro-Modell am Wochenende einigen Leuten in die Hand drücken. Die Meinung bezüglich des Designs ist hier zweigeteilt. iPhone-Kenner waren eher begeistert und erkannten Apples "Back to the Roots"-Schritt auf Anhieb. Andere finden das Design zu kantig, zu massiv. Mir persönlich gefallen die flachen Kanten sehr gut; in erster Linie sorgt das nämlich für eine ordentliche Griffigkeit, und das iPhone 12 ist das erste Modell seit Jahren, bei dem ich mir wieder vorstellen kann, es ohne Hülle zu verwenden. 

Habt Ihr Fragen zu unserem Test des iPhone 12 und iPhone 12 Pro? Was interessiert Euch besonders? Lasst mir unter diesem Artikel doch gerne ein paar Kommentare da.

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Top-Kommentare der Community

  • Michael vor 3 Wochen

    Verfolgen kannst Du das leider nicht:-) Ich bin Ingenieur und leite den Einkauf und die freien rep. bei uns. Wir machen zum Beispiel Garantiegeschichten für verschiedene Hersteller. iPhones reparieren wir in mehreren Filialbetrieben.(allerdings frei) Und wenn ein Flagship kommt zerlege ich es immer. Kalkuliere dann eben die Arbeitszeiten usw. für die Techniker...Ganz trocken eigentlich :-)

  • Michael vor 3 Wochen

    Bei Apple teilweise ja. Bei den Anderen natürlich da wir zertifiziert sind und Garantieabwicklungen machen.(OnePlus, Samsung, teiweise Nokia) Bei Apple haben wir uns bewusst dagegen entschieden und die Zertifizierung vor 2 Jahren nicht verlängert. Apple lässt nur wenig Raum, die Margen sind pervers gering. Lohnt also überhaupt nicht. So können wir dem Kunden mehr anbieten. Da wir zum Beispiel auch IC"s tauschen was bei Apple überhaupt nicht gemacht werden darf und die Geräte dann sofort Totalschaden sind. Bestes Beispiel vor einigen Jahren Millionen defekte Iphone 7 mit der Audio IC.(telefonieren geht von jetzt auf gleich nicht mehr; Mikro funktioniert nicht mehr). Wurde von Apple quasi totgeschwiegen, war aber ne riesen Sauerrei da ein Verarbeitungsmangel. So, und jetzt bin ich lieber wieder still da eigentlich ganz privat hier unterwegs ;-))

31 Kommentare

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  • Samsung hat Apple dicke überholt, besonders da wo Apple ier gut war, ist Samsung vorbei gezogen.
    Damit meine ich z.b Die Smoothnes, oder auch den Onboard Klang.
    Display und Preis sind natürlich auch um einiges besser, das gepaart mit Speicherkarten u d beiligendem richtig guten Lader, lassen das Iphone alt aus sehen!

    https://youtu.be/5r2TkjqFzTk

    Z.b den Übergang von Display zum Rahmen mit der minimalen edge und einem schmaleren Gerät. Kann mir kaum vorstellen das bei so einem Eckrahmen ein gleich gutes handling erreicht werden kann.

    Wo sich bei Samsung die Displays im 6 Monatstakt sichtbar verbessern 120hz und bis zu 1200nit gegen 800 nits und nie das selbe Display wie zuvor.

    90 oder 120hz hätte Apple schon bieten sollen.

    Samsung bekommt ja es ja auch hin 5g und 120hz mit guten Display on Zeiten zu bieten. ( Auch mit der angeblich so schlechten Exynos.)

    Kamera mit dem Weitwinkel nur versuche nach zu ziehen aber auch nicht besser...

    Preisunterschied auch in bezug auf Speichergrößen da sieht Apple echt alt gegen aus. Fehlender in display Fingerscanner und und und

    Immernoch kein Usb typ c

    die Liste ist lang.


  • Mein letztes Huawei (schon einige "Tage" her) hatte eine planebene Kamera - und keine "Buckelpiste" auf der Rückseite. Unästhetisch und unpraktisch, was einem die Hersteller heutzutage "für teuer Geld" aufbürden...


  • Habe das 12er samt Pro gerade im Laden in der Hand gehabt. Sehen ja ganz gut aus. Etwas winzig gegen mein Note 20 U. Und dann die Rundungen der (nicht-) Ecken haben ja einen Radius von über einem cm!
    Wenn ich da ein Video im vollen Rechteck sehen will, wird das ganz schön klein.


  • Ich stelle nach nun 2 Wochen fest, dass bei Apple auch nicht alles Gold ist was glänzt. Btw: Ich habe nicht das Pro genommen weil ich die polierte Kante wirklich unschön finde.
    Generell bin ich als iOS Neuling von einigen Funktionen angenehm überrascht aber das habe ich offen gesagt bei dem Preis auch erwartet.

    Das man Face ID im Laden heutzutage nicht verwenden kann ist natürlich Pech. Das Unlock per Pin, um mit der Revolut zu zahlen, funktioniert manchmal gut und manchmal nicht.

    Auch die AirPods Pro sind eine coole Sache - wenn sie Features wie Siri denn funktionieren. Der Sitz im Ohr war bei den Samsung EarBuds+ jedenfalls besser.

    Vielleicht hatte ich einfach auch zu hohe Vorstellungen.


  • Da sieht man mal wie unterschiedlich die Meinungen sind . Bei YouTube und auch bei mir kommt das Gerät in Bezug auf B edienbarkeit nicht so gut an . Auch die Kamera ist kaum besser als die des 11Pro Mag Safe läd wesentlich langsamer als von Apple angegeben . Wollte mir eigentlich auch eins holen aber bleibe jetzt bei meinem 11Pro . Umstieg lohnt einfach nicht .


  • Ich habe das iPhone zwölf im Handel mal in der Hand gehabt und fand es echt gut aber die Notch extrem unpassend. Hat nicht so ins Design gepasst.


  • "...Zwischen Haaransatz und Ohrläppchen..." Hoffentlich ohne Schuppen!
    "...das iPhone zu liebkosen..." Schnurrt es dann auch?
    Da finde ich die Vorstellung der 12er- Reihe auf Apples eigener Seite weniger subjektiv und wesentlich mehr informativ.


  • Hatte seit dem Desire HD immer "Handschmeichler" und vermisse die scharfen Kanten bis heute nicht. Besser in der Hand liegen kann ein Smartphone auch einfach durch eine griffige Oberfläche und nicht dadurch, dass es sich in meine Hand einfräst :D Jaja, etwas übertrieben, will nur verdeutlichen, dass ich auch lieber Werkzeug mit runden Griffen als mit kantigen Griffen benutze. Keine Ahnung, warum diese Kanten nun auf einmal "Back to the roots" heißen. Es ist unergonomisch, finde ich.

    PS: Nicht verwechseln mit den assigen Edge-Kanten von Samsung, die sind wirklich unnütz, unhandlich, unpraktisch und nervig ;)


  • Grauenhaft, kein 90/120Hz Display und keine vernünftige Schnelllade Technik verbaut, siehe Realme, geht mit 65 Watt.


  • Immer noch diese grauenhafte Monster-Notch. :-((


  • Die Form des 12er gefällt mir sehr gut 👍.
    Leider das falsche BS 😉.


  • Tim vor 3 Wochen Link zum Kommentar

    Bin echt froh, dass auf dem Markt der abgerundeten Smartphones endlich mal wieder was wirklich kantiges komme (ja, auch mMn bspw. ein Note20 Ultra ist sehr rundlich). Mir fällt spontan ehrlich gesagt kein wirklich kantiges Gerät der letzten Jahre mehr ein. Alles wurde aufgrund von Pseudo-Handschmeichlerei immer rundlicher und glatter, was mMn aber eher dafür sorgt, dass die Geräte schlechter und schlechter in der Hand liegen... 😅 auch die iPhones gehören da bis zum 12er alle dazu...
    Hoffe das alles ändert sich zumindest ein wenig jetzt mit den 12ern.

    Den wirklichen Sinn vom 12 Pro sehe ich aber nach wie vor nicht... es gibt exakt zwei Hardware-Unterschiede zum 12, nämlich der Tele-Zoom und LiDAR. Die restlichen, auch nicht gerade zahlreichen, Unterschiede sind reine Software-Limitierungen. Warum genau braucht es dafür zwei verschiedene Geräte?

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