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Oladance Wearable Stereo: Vielleicht die besten Open-Ear-Kopfhörer

NextPit Oladance Wearable Stereo B1 Test
© NextPit

In der NextPit-Redaktion sind vergangene Woche ein paar Open-Ear-Kopfhörer der Marke Oladance gelandet. Das Besondere an den Kopfhörern ist, dass sie nicht wie allgemein bekannte In-Ear-Kopfhörer in dem Gehörgang stecken, sondern ganz bequem auf den Ohren aufliegen. Praktisch wie ein großer Over-Ear-Kopfhörer, aber ohne die Geräte bedingten Ausladungen. In diesem Hands-on teile ich mit Euch meine ersten Eindrücke und Erfahrungen mit den "Oladance Wearable Stereo"-Open-Ear-Kopfhörer.

Pro

  • Außengeräusche wahrnehmbar
  • Überragender Tragekomfort
  • Wassergeschützt nach IPX4
  • Sie können auch laut
  • Bis zu 16h Laufzeit

Contra

  • Das Design ist gewöhnungsbedürftig
  • Es fehlt Bass

Oladance Wearable Stereo: Preis und Verfügbarkeit

Die unverbindliche Preisempfehlung (UVP) der Oladance Wearable Stereo – wie die Open-Ear-Kopfhörer exakt auf der Homepage des vermutlich hierzulande unbekannten Herstellers genannt werden – beträgt 199 Euro. Damit möchte Oladance vermutlich seinen Anspruch auf echte Premium-Kopfhörer kennzeichnen. Dennoch bleibt es angesichts der zunehmenden Mitbewerber nicht bei der UVP. Sowohl auf der Homepage als auch bei Amazon ist immer wieder von einem Rabatt von bis zu 40 Euro zu lesen.

Der Hersteller bietet seine Bluetooth-Kopfhörer in den Farben Interstellar Blau (eher Schwarz), Marsianer Orange, Wolken weiß und wie unser vorliegendes Modell in Raumfahrt Silber an. Also für die Kreativität der Namensgebung gibt es schon einmal einen Gummipunkt außerhalb der Wertung.

 

Oladance Wearable Stereo: Design und Verarbeitung

Wer die Open-Ear-Kopfhörer von Oladance das erste mal sieht, wird sehr wahrscheinlich wie ich vermuten, dass es sich hierbei um Hörgeräte oder einen Knochenleitungskopfhörer handelt, wie ihn zuletzt Xiaomi vorgestellt hat und auch Ben schon mit den Haylou PurFree BC01 testen durfte. Weit gefehlt: Zwar liefern sie ähnliche Vorteile, doch sie leiten den Schall wie herkömmliche Kopfhörer via Schallwellen durch den Gehörgang an das Trommelfell. Nicht via Vibrationen an den Schädelknochen, weswegen diese meist auch das Ohr komplett frei lassen und den Schall hinter dem Ohr übertragen.

Der Vorteil den diese überwiegend mit einem Nackenbügel verbundenen Kopfhörer mit sich bringen, ist dass sie zum einen nicht im Gehörgang sitzen, was aus hygienischen Gründen nicht immer ganz so lecker ist und so auch den Gehörgang auch nicht komplett isolieren. Das wiederum bietet den unschlagbaren Vorteil, dass beispielsweise die Open-Ear-Kopfhörer von Oladance auch im öffentlichen Straßenverkehr genutzt werden können. Auf dem Fahrrad, im Auto oder nur so als Fußgänger im belebten Verkehrsgeschehen. 

Die Verarbeitung der Open-Ear-Kopfhörer ist sehr gut und liefert auch bei längerem Musikgenuss durch das Mehrpunkt-Stützsystem kein unangenehmes Tragegefühl. Die 58 x 40 x 20 Millimeter großen Kopfhörer sind mit 12,7 Gramm pro Seite sehr leicht und sogar gegen das Eindringen von Wasser nach IPX4 zertifiziert. Das macht sie nicht nur beim Laufsport, sondern auch beim Kitesurfen als idealer Begleiter, wo man noch immer seine Außengeräusche wahrnehmen kann. Vom Schwimmen würden wir jedoch abraten, da es sich hier um einen Spritzwasserschutz handelt. Durch den sicheren Halt sind auch Körper betonte Sportarten möglich. Zusätzlich hat das Design auch in diesem Jahr (2022) den Red Dot Award gewonnen.

Wir sehen die kabellosen Open-Ear-Kopfhörer von Oladance.
Die "Oladance Wearable Stereo" bieten einen hervorragenden Tragekomfort. / © NextPit

Beide Ohrhörer sind mit einer seitlichen Touchfläche ausgestattet, über die sich die Oladance gleichberechtigt bedienen lassen. Sowohl das "Touchen" als auch das "Sliden" führen entsprechende Befehle wie Lautstärke, Skippen, Aufrufen des Sprachassistenten oder Annehmen und Ablehnen von Telefonaten aus.

 

Oladance Wearable Stereo: Software

Natürlich gibt es auch eine entsprechende Software im jeweiligen App-Store unter dem Suchbegriff "Oladance" wird man schnell fündig. Wer wie ich trotz einer bestehenden Bluetooth-Verbindung die Kopfhörer nicht in der App angemeldet bekommt, dem empfehle ich einen Neustart des Smartphones. Über die Anwendung lassen sich zusätzliche Einstellungen wie die Klangreglung mit einem Equalizer, einen Ausgleich vom rechten und linken Ohr, veränderte Berührungsgesten, die aktuelle Akku-Kapazität und viele weitere Dinge ablesen und einstellen.

Wir sehen die kabellosen Open-Ear-Kopfhörer von Oladance.
Eine App gibt es im Apple-App- und Google-Play-Store ebenfalls. / © NextPit
Wir sehen die kabellosen Open-Ear-Kopfhörer von Oladance.
Die Kopfhörer haben einige Steuerungsmöglichkeiten über eine touch- und slidefähige Fläche. / © NextPit

 

Oladance Wearable Stereo: Audio

Na klar bekommt Ihr von mir auch ein paar Worte zu den Klangqualitäten mit auf den Weg. Oladance verbaut zwei 16,5 Millimeter große Treiber. Wenn diese Lautsprecher eines können, dann laut! Bei der Klangqualität verhält es sich ähnlich wie bei den Knochenleitungskopfhörern, wo hauptsächlich die Tiefen fehlen. Es ist sicherlich nicht ganz so dramatisch, aber deutlich hörbar. 

Ich würde tatsächlich soweit gehen, dass ich diese Open-Ear-Kopfhörer nicht für einen abendlichen „High Fidelity“-Musikgenuss im großen Rinderleder-Ohrensessel mit einem Dujardin Imperial und einer Montecristo No. 4 (danke Stefan) empfehlen würde. Der Leser Torsten hatte hier einen hervorragende Empfehlung, wie beispielsweise dem Konsum von Hörbüchern. Auch als Freisprecheinrichtung mit Möglichkeit trotz dem Führen eines Fahrzeuges Musik zu konsumieren ist ein hervorragendes Einsatzgebiet der Oladance-Kopfhörer.

Wir sehen die kabellosen Open-Ear-Kopfhörer von Oladance.
Den Open-Ear-Kopfhörern von Oladance mangelt es ein wenig an Bass. / © NextPit

 

Oladance Wearable Stereo: Akku

Bei kabellosen Kopfhörern ist das Thema Akkukapazität und Laufzeit ein nicht ganz unerhebliches Kaufkriterium. Die puren Fakten werden mit 160 mAh Kapazität angegeben. Das soll für einen Musikgenuss von 16 Stunden ausreichen. Natürlich nicht ganz ohne Hilfe des Ladecases, welche mit knapp 130 x 48 x 26,5 Millimetern und einem Kampfgewicht von 60 Gramm auch nicht ganz unscheinbar daher kommt. Der Ladeanschluss ist ein USB-Type-C-Port, womit man schon fortschrittlicher als Apple bei seinem iPhone 14 ist.

Wir sehen die kabellosen Open-Ear-Kopfhörer von Oladance.
Die "Oladance Wearable Stereo" kommen mit einem praktischen Ladecase. / © NextPit

 

Vorläufiges Urteil

Die "Oladance Wearable Stereo"-Kopfhörer gehören zu den besten Open-Ear-Kopfhörer am Markt. Der Fairness halber sollte man aber auch erwähnen, dass die Auswahl an derartige Kopfhörer sehr begrenzt ist. Sie besitzen eine spezielle Zielgruppe, welche natürlich auch bedient werden möchte. Diese dürfte sich darüber definieren, wer im öffentlichen Straßenverkehr nicht über den Musikgenuss mit gleichzeitiger Freisprechfunktion verzichten möchte. Auch Sportler, Arbeiter und Angestellte, welche trotz Musikgenuss noch ihre Umwelt akustisch wahrnehmen wollen, als auch ganz simple Hörbuch-Nutzer sind die ideale Zielgruppe für die Open-Ear-Kopfhörer von Oladance. Denn echte HiFi-Klangwunder sind die tragefreundlichen Kopfhörer nicht. 

Wir sehen die kabellosen Open-Ear-Kopfhörer von Oladance.
Die "Oladance Wearable Stereo" kommen in einem praktischen Ladecase. / © NextPit

 

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4 Kommentare

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  • Anon vor 5 Tagen Link zum Kommentar

    Nach meinem Empfinden haben die Kopfhörer richtig viel Bass. Besonders natürlich im Vergleich mit Knochenschall Kopfhörern (genauer: Aeropex). Das Klangbild ist also deutlich auf der wärmeren Seite.
    Ich habe per EQ den Bass etwas und die Höhen minimal reduziert.
    Hören ist eben sehr subjektiv und natürlich stark von der Form der Ohren abhängig.


    • Matthias "MaTT" Zellmer
      • Staff
      vor 5 Tagen Link zum Kommentar

      Hallo Anon,
      vielen Dank für Deinen ersten Eintrag hier bei NextPit!
      Cool das Du Dir augenscheinlich die Oladance bereits gekauft hast, und dass sie Dir so gut im Klang gefallen.


  • Michael K. vor 1 Monat Link zum Kommentar

    "nach IPX4 zertifiziert. Das macht sie nicht nur beim Laufsport, sondern auch beim Schwimmen als idealer Begleiter, wo man noch immer seine Außengeräusche wahrnehmen kann."

    Bei IPX4, das nur einen Spritzwasserschutz bietet, würde ich von Schwimmen mit den Hörern abraten. Schnell geraten die Ohren mal unter Wasser, und dann? IPX7 oder IPX8 wären für Schwimmsport schon eher geeignet.
    Was auch ein Problem bei solchen Hörern werden könnte ist, dass auch Sitznachbarn die eigenen Inhalte gut hören können sollten. Und die gehen die nicht nur nichts an, u.U. beschweren sie sich auch über die "gute eigene Musik", weil sie nicht wissen, was gut ist.^^

    https://de.m.wikipedia.org/wiki/Schutzart

    Quelle: Wikipedia


    • Matthias "MaTT" Zellmer
      • Staff
      vor 1 Monat Link zum Kommentar

      Oh ja, das mit dem Mithören hatten wir sogar noch getestet. Das hatte ich tatsächlich vergessen mit rein zu nehmen. Ich werde das am WE noch nachholen. Danke für die "Erinnerung".

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