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Digital nein danke! Verein startet Petition gegen "Digitalzwang"

Petition gegen Digitalzwang
© Jens Reimerdes, CC-BY 4.0
Dieser Beitrag ist von unserem Partner:

Die Deutsche Bahn macht es, die Deutsche Post macht es und auch viele andere halten es für eine gute Idee: Einige Angebote dieser Unternehmen lassen sich nur nutzen, wenn man ihre Apps und Dienste nutzt. Das darf so nicht weitergehen, meint der Verein Digitalcourage.

Wie viel Digitalisierung ist gut/tut gut?

Digitalcourage hat daher kürzlich eine Petition gegen Digitalzwang gestartet, um dem Trend etwas entgegenzuwirken. Ziel ist es, ein "Recht auf Leben ohne Digitalzwang" in das Grundgesetz aufzunehmen. Diese Forderung kommt pünktlich zum 75. Geburtstag des Grundgesetzes.

Dabei kann man zu Technik stehen, wie man will - einen zwingenden Grund, eine Dienstleistung oder ein Produkt nur erhalten zu können, wenn man seine Daten digital hinterlässt, sollte es nicht geben. Datenabgaben und Teilhabe am digitalen Leben sollte nur auf freiwilliger Basis laufen.

Ein Zwang zum Digitalen heißt dabei auch immer Ausgrenzung und Diskriminierung. Laut Digitalcourage ist es "eine handfeste Benachteiligung bis hin zum kompletten Ausschluss von Diensten, und zwar nicht nur für alte, arme und kranke Menschen."

Die Petition gegen Digitalzwang wird die Forderung an den Bundestag übergeben. Die Unterschriftenaktion ist natürlich auch offline verfügbar.

"Unsere Petition kann auch auf Papier unterzeichnet werden. Dafür haben wir ein PDF erstellt, das Sie ausdrucken, unterschreiben und an uns zurücksenden können. Und wenn Sie schon dabei sind, drucken Sie doch gleich ein paar weitere Exemplare aus und verteilen diese an Freunde, Bekannte und Kolleginnen. Sie haben keine Möglichkeit zu drucken? Kein Problem! Gerne senden wir Ihnen einige Exemplare zu. Schicken Sie uns dazu eine E-Mail mit gewünschter Anzahl und dem Betreff 'Vordruck zur Petition' an mail@digitalcourage.de oder einen Brief an Digitalcourage, Marktstraße 18, 33602 Bielefeld", informiert der Verein.

BigBrotherAwards

Der Digitalcourage e.V. engagiert sich laut seinen Statuten seit 1987 "für Grundrechte, Datenschutz und eine lebenswerte Welt im digitalen Zeitalter". Die Vereinsmitglieder sind keine Technikfeinde, sondern beabsichtigen mehr Rechte durchzusetzen und wehren sich dagegen, dass Demokratie "verdatet und verkauft" wird.

Bekannt ist der Verein unter anderem durch die medienwirksamen Verleihungen der sogenannten BigBrotherAwards, die es seit dem Jahr 2000 gibt. Dieser Award ist ein Negativpreis, der besonders dreiste Datenschutzverfehlungen ebenso aufzeigt wie Datenzwang und Datenkraken.

Zusammenfassung

  • Digitalcourage startete eine Petition gegen Digitalzwang in Deutschland
  • Ziel ist ein "Recht auf Leben ohne Digitalzwang" im Grundgesetz
  • Zwang zur Nutzung digitaler Dienste führt zu Ausgrenzung und Diskriminierung
  • Petition kann online und offline unterzeichnet werden
  • Digitalcourage engagiert sich seit 1987 für Grundrechte und Datenschutz
  • Bekannt durch die Verleihung der BigBrotherAwards seit dem Jahr 2000
  • BigBrotherAwards prangern Datenschutzverfehlungen und Datenzwang an

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Zu den Kommentaren (33)

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33 Kommentare
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  • Olaf Gutrun 57
    Olaf Gutrun vor 3 Wochen Link zum Kommentar

    Finde ich eine gute Sache.

    Außerdem sollte es immer eine offline Alternative geben, so bricht bei einer großen "Digitalstörung " nicht alles zusammen.

    Ich kenne Firmen dort stehen andauernd die Bänder wenn das Firmennetzwerk ausfällt.

    Genauso kenne ich Firmen, welche die Alte Papierform noch immer als Back Up halten und sich weniger abhängig machen.

    Es ist ja mal so das viele auch von Microsoft abhängig sind und Microsoft kann die Preise erhöhen wie sie lustig sind, was die auch machen. Ich weiß nicht ob es erstrebenswert ist, ob Privat oder als Firma, sich komplett Gläsern und abhängig zu machen.


    Gerne möchte ich am die Probleme mit Kartenzahlungen erinnern, darf man sich nicht ausmalen hätte es kein Bargeld mehr gegeben sondern nur noch Digital Geld.


    Ist schon richtig so das es Regeln geben muss.
    Habe auch kein Bock für alles mögliche eine App nehmen zu müssen.

    Das wäre doch schrecklich...


    • 62
      René H. vor 3 Wochen Link zum Kommentar

      Apple und Adobe erhöhen auch ständig die Preise. Meist hat man aber keine Alternative, man muss Microsoft nutzen wenn die Softwarehersteller ihre Produkte nur für Microsoft anbieten und andere Betriebssysteme ignorieren. Außerdem können Firmen die Software ja abschreiben oder komplett absetzen. Ich z.B. muss Adobe nutzen, weil der Hersteller meines Signaturpads nur Add-Ons für Adobe bietet, und das Signaturpad nicht mit anderen PDF-Programmen nutzbar ist (Die bieten schlicht keine Schnittstellen für Signaturerstellungseinheiten, sondern meist oder immer nur "Cloud-Unterschriften" für viel Geld).


  • 62
    René H. vor 3 Wochen Link zum Kommentar

    Was mich ein wenig stört ist, dass dort nicht digitalisiert wird wo es gut wäre, und zwangsdigitalisiert wird wo es nicht zwingend ist.

    Franz HartmannTenten


  • 70
    Michael K. vor 3 Wochen Link zum Kommentar

    Schön wäre natürlich noch ein Link gewesen, unter dem man die Petition auch online unterzeichnen kann.
    Grundsätzlich kann ich den Zielen des Vereins nur zustimmen.
    Es ist ja überhaupt nichts dagegen einzuwenden, Dienste und Waren online anzubieten, im Gegenteil, das macht ihre Nutzung einfach und bequem, aber es gibt auch keine überzeugenden Gründe, den Zugang dazu ausschließlich auf diesem Weg offenzuhalten. Und es sind wirklich nicht nur arme, kranke und alte Menschen, denen so häufig der Zugang zu Diensten und Waren verstellt bleibt, ausser sie schaffen sich Gerätschaften und kostenpflichtige Dienste an, die sie ansonsten nicht brauchen. Aber auch wenn es nur diese Bevölkerungsgruppe wäre, die es ohnehin schon am schwersten im.Leben hat, hielt ich das für völlig ausreichend, Gesetze bis hin zu Grundgesetzänderungen vorzunehmen, die sie vor Diskriminierung und dem Ausschluss von Teilhabe schützt.

    Bestimmte Fahrkarten wie das "Deutschlandticket" oder Ermäßigungsmöglichkeiten wie die "Bahncard" in Zukunft nur noch "digital", damit die, für die solche Ermäßigungen am wichtigsten wären, keinen Zugang dazu mehr haben?
    Das halte ich nicht nur für diskriminierend und ungerecht, sondern auch im diametralem Gegensatz zu den Zielen eines Sozialstaates, die schließlich auch im Grundgesetz festgeschrieben sind.

    Olaf GutrunTenten


    • 104
      Tenten vor 3 Wochen Link zum Kommentar

      Gerade das Deutschlandticket hätte es als ausgedruckte Fahrkarte und auch ohne Abo geben müssen. So profitieren nur Pendler davon, die ohnehin schon mit der Bahn fahren. Die Hürden gerade für ärmere Menschen sind da zu hoch. Die App läuft auf vielen älteren Geräten nicht und ein Abo ist für viele eher Hindernis als Erleichterung. Aber was will man von der Bahn denn auch erwarten?

      Michael K.


      • Olaf Gutrun 57
        Olaf Gutrun vor 3 Wochen Link zum Kommentar

        Ja bis einmal das Internet ausfällt, server von der Bahn gehackt werden oder was auch immer und nichts geht mehr.

        So geht man nicht mit der Infrastruktur um. Ich finde es erschreckend welches Risiko viele Firmen mit der Digitalisierung eingehen.

        Firma wo ein Kumpel arbeitet stand letztens eine Woche still, weil die gehackt wurden, mal eben 1000 Leute die dort herum standen.

        Dumm und leichtsinnig finde ich so etwas

        Michael K.Tenten


    • 62
      René H. vor 3 Wochen Link zum Kommentar

      Das D-Ticket gibt es bei manchen VU auch als Chipkarte. Die passt in jede Geldbörse.


      • 104
        Tenten vor 3 Wochen Link zum Kommentar

        "Das D-Ticket gibt es bei manchen VU auch als Chipkarte. Die passt in jede Geldbörse."

        Das stimmt, ist aber maximal umständlich wenn du das Ticket nicht als Abo brauchst, sondern es dir nur gelegentlich leisten willst oder kannst. Ich kenne so einen Fall aus dem Bekanntenkreis, deshalb weiß ich das erst überhaupt. Ist also in keinster Weise ein Ersatz für eine Karte, die ich einfach mal schnell am Automaten oder Schalter kaufen kann.


      • 62
        René H. vor 3 Wochen Link zum Kommentar

        Auch ohne Abonnement wäre Chipkarte möglich. Zum Beispiel eine Bürgerkarte mit freien Speicherbereich für VDV-Fahrkarten, da kann dann jedes VU eine VDV-konforme Fahrkarte an seinen Fahrkartenautomaten oder Schaltern auf die Karte laden. Der elektronische Personalausweis würde dann endlich mal vernünftig genutzt, anstatt nur zum Ausweisen. Für Schnellentschlossene ist das D-Ticket eh nicht optimal.


      • 104
        Tenten vor 3 Wochen Link zum Kommentar

        Der elektronische Personalausweis...

        Du merkst selbst, es wird immer komplizierter.


      • Klaus E. 24
        Klaus E. vor 3 Wochen Link zum Kommentar

        wenn man das nur gelegentlich braucht, dann kauft man sich halt eine normale Fahrkarte


  • Olaf 45
    Olaf vor 3 Wochen Link zum Kommentar

    Auch ich stehe - nicht zuletzt des Berufes wegen - einer Zwangsdigitalisierung durchaus skeptisch gegenüber, sehe aber auch die Kehrseite der Medaille, wenn sofort mit Schlagwörtern wie "Ausgrenzung" und "Diskriminierung" um sich geworfen wird.

    Natürlich kann ich heute noch mit Briketts heizen, ist dann halt bloß ökologisch und ökonomisch Kacke.

    Die Geschichte der Mobiltelefonie beginnt schon in den 80er Jahren, die 90er waren Hochzeit von Nokia-"Handys", auch schon mit Intetnetzugang. Mit Apples iPhone schließlich begann die Ära der heutigen Smartphones. Wir reden hier also von einem Zeitraum, der locker 40 Jahre umfasst.

    Wenn dann jetzt ein 70-Jähriger ankommt, kein Smartphone nutzt und u.a. was von "brauch ich nicht" faselt, dann hat er schon mit 30 Jahren die Technologieentwicklung günstigstenfalls verpennt, sonst schlicht ignoriert. Ubd Ignoranz war schon immer ein ganz schlechter Ratgeber.

    Klaus E.Tenten


    • 104
      Tenten vor 3 Wochen Link zum Kommentar

      "Natürlich kann ich heute noch mit Briketts heizen, ist dann halt bloß ökologisch und ökonomisch Kacke."

      Und erst die Umstellung auf dieses Geld!! Früher ging man auf den Markt und hat seine selbstgezogenen Rüben gegen ein paar Kartoffeln getauscht. Und dann brauchte man dafür plötzlich dieses neumodische Geld, das man noch nicht mal selbst herstellen kann!!
      Umstellungen gab es immer schon, aber es sollte niemanden ausgrenzen. Alle Welt spricht von Inklusion, aber bei vielen Dingen des Fortschritts agiert man eher rückständig und schließt an einer Stelle ein und an anderer wieder aus.

      Klaus E.Michael K.route 9


      • route 9 21
        route 9 vor 3 Wochen Link zum Kommentar

        Danke für die treffenden Worte, lieber Tenten. In der gegenwärtigen digitalisierten Welt haben ja sogar schon affine Nutzer so ihre Probleme mit all dem Durcheinander grundverschiedener Systeme und deren komplexer Umsetzung. Alleine die Hürden bei der mittlerweile allgegenwärtigen Anmeldung mit Mehrfachauthentifizierung. Kaum jemand weiß was er da drückt und was da im Hintergrund passiert oder zu welchem Ergebnis er geleitet wird. Das Chaos wird von Jahr zu Jahr undurchsichtiger. Man selber ist dem zunehmend hilflos ausgeliefert. Bei Problemen oder Beschwerden kann man dann ausschließlich mit Bots kommunizieren - So eine Welt braucht man nicht, egal ob alt oder jung.

        Tenten


    • 70
      Michael K. vor 3 Wochen Link zum Kommentar

      Das mag ja stimmen, ändert aber nichts daran, dass ein Smartphone und insbesondere der notwendige Vertrag, ohne den es oft praktisch gar nicht nutzbar ist (nicht überall gibt es offene WLANs, die ihrerseits unter Sicherheitsaspekten bedenklich sind), für Menschen mit geringem Einkommen oft unerschwinglich teuer sind. Für Menschen mit Sehbehinderung oder haptischen Problemen kann es auch dann schlicht unbedienbar sein, wenn sie es sich leisten könnten. Das Deutschlandticket ist eine Initiative des Bundes, und wird mit Millionen an Steuergeldern subventioniert, die Bahn ist praktisch zu 100% in seinem Besitz.
      Der Bund hat aufgrund der Vorgaben des Grundgesetzes eine besondere Fürsorgepflicht, gerade für Arme und Kranke. Wenn er dann aus kaum nachvollziehbaren Gründen ausgerechnet die von den Vorteilen von Deutschlandticket und Bahncard, nur um zwei Beispiele zu nennen, teilweise ausschließt, halte ich auch Begriffe wie "Diskriminierung" oder "Ausgrenzung" für nicht zu stark gewählt, denn darauf läuft es faktisch hinaus, auch wenn das so nicht bewusst geplant war. Dann war es eben nur schlecht geplant.
      Bei der Steuererklärung geht es ja auch. Die ist grundsätzlich online abzugeben. Kann man aber begründen, warum man sie nur auf Papier ausfüllen kann, bekommt man auch die gedruckten Formulare. Allerdings ist die auf Verlangen des Finanzamts auch verpflichtend abzugeben, der Besitz eines Smartphones oder PCs aber ist keine Pflicht.

      Tenten


      • Olaf 45
        Olaf vor 3 Wochen Link zum Kommentar

        Grundsätzlich nachvollziehbar, allerdings gibt es gerade bei der erwähnten digitalen BahnCard durchaus abweichende Möglichkeiten, wie auch Menschen ohne Smartphone an eine solche gelangen können.

        Das Deutschland-Ticket war und ist weder eine Initiative der Bahn, noch der Länder- hier wie dort wurde günstigstenfalls über die Finanzierung gestritten. Das Bundesverkehrsministerium hielt es halt - ohne nennenswerte Vorlaufzeit - für eine brillante Idee, die Umsetzung freilich wurde dann wieder großzügig abgetreten.

        Im Zeitalter der Globalisierung ist "digital" nun einmal das allumfassende Wort, und vielmehr wird beinahe panisch darauf verwiesen, dass Deutschland im internationalen Vergleich den Anschluss verliert. Da gibt es zumindest mittelfristig kein "entweder - oder". Die Digitalisierung soll ja alles schneller, unkomplizierter, besser machen. Eine dauerhaft parallel laufende "Analogisierung" würde da vor allem eines verursachen: Kosten. Und dieses Wort scheuen Länder, Bund ubd Industrie wie der Teufel das Weihwasser.

        Die Arztpraxis nebenan arbeitet ja auch mit PC, elektronischer Versicherungskarte und E-Rezept - und nicht mit der guten alten Karteikarte. Sicherlich gibt es Möglichkeiten, analog und digital noch eine Weile parallel laufen zu lassen, insbesondere dort, wo es unter sozialen Aspekten notwendig ist. Aber ich gehe davon aus, dass es ein Spiel auf Zeit sein wird. Und den Zeitrahmen dafür zu bestimmen, darum reißt sich sicherlich niemand.


      • 104
        Tenten vor 3 Wochen Link zum Kommentar

        Ich habe selbst ein Bahnabo für den ICE und das gibt's nur digital. Bis vor ich glaube 2 Jahren gab es das Ticket noch auf Papier, das wurde aber ersatzlos gestrichen. Probleme habe ich damit nur insofern, dass ich immer dafür sorgen muss, dass das Smartphone noch Akku hat und dass es vorkommen kann, dass man keinen Empfang hat und dann zeigt die App das Ticket auch nicht an. Das kommt nicht selten vor, ich erlebe es bei jeder zweiten Fahrt, dass jemand das Ticket nicht aufrufen kann. Man hat hier etwas extrem simples unnötig verkompliziert und setzt die Kunden einem unnötigen Druck aus. Service ist das für mich nicht, eher fühle ich mich gegängelt. Und ich habe mit Digitalisierung überhaupt kein Problem. Wie mag es da erst Menschen gehen, die mit Smartphones, Computern, Onlinebezahlung und dgl. kaum bis keine Erfahrung haben?

        Michael K.Olafroute 9


      • Olaf 45
        Olaf vor 3 Wochen Link zum Kommentar

        Leider darf ich dir keine weiteren Auskünfte zur Problematik geben, aber zum Troste sei gesagt: Das eine oder andere wird sich tatsächlich noch ändern. Wie üblich dauert es nur ein wenig. Je größer der Konzern, umso komplizierter die Wege. ;-)

        Tenten


    • 39
      dieCrisa vor 3 Wochen Link zum Kommentar

      "Wir reden hier also von einem Zeitraum, der locker 40 Jahre umfasst."

      Die Aussage trifft in den Grundzügen zu, enthält aber einige Ungenauigkeiten:

      Die Geschichte der Mobiltelefonie begann tatsächlich schon in den 1980er Jahren mit den ersten tragbaren (!!!) Mobiltelefonen wie dem Motorola DynaTAC 8000X (800 g, 33 × 4,5 × 8,9 cm, damals knapp 4.000 US-Dollar) aus 1983.

      In den 1990ern war Nokia einer der führenden Handy-Hersteller und brachte viele erfolgreiche Modelle auf den Markt, darunter auch erste Geräte mit eingeschränktem (!!!) Internetzugang über WAP wie das Nokia 7110 aus 1999 („text on 9 keys” - sorry, aber das war eine Katastrophe!). Die Hochzeit von Handys mit Internetzugang begann eher Ende der 2000er...

      Das iPhone von Apple aus 2007 gilt als Durchbruch für die heutigen modernen Smartphones mit berührungsempfindlichem Bildschirm und erweiterter Funktionalität.

      Der beschriebene Zeitraum von rund 40 Jahren seit den Anfängen der Mobiltelefonie in den 1980ern ist also korrekt. Allerdings gibt es frühestens erst seit dem iPhone einen Massenmarkt und mehr oder weniger leichter Bedienbarkeit - insbesondere zur Nutzung von digitalen Diensten. Insofern reden wir hier von maximal 17 Jahren.

      Die Verallgemeinerung, dass jemand mit 30 Jahren die Technologieentwicklung "verpennt" oder "ignoriert" hat, wenn er heute mit 70 kein Smartphone nutzt, ist etwas zu undifferenziert: nicht jeder Mensch hat das Bedürfnis oder die Notwendigkeit, ständig die neuesten Technologien zu nutzen und z.B. 4000 Dollar zu investieren.

      Gerade bei älteren Generationen kann eine Ablehnung neuer Technologien auch mit Überforderung oder Sicherheitsbedenken zusammenhängen. Eine pauschale Abwertung ist hier unangebracht. Die Verurteilung älterer Nicht-Nutzer von Smartphones erscheint zu hart und undifferenziert.

      Ein ähnlicher Zeitraum betrifft die digitalen Dienste. Insbesondere die breite Nutzung durch z.B. Facebook (ab 2004) oder Twitter (ab 2006) mit Smartphones und die damit verbundenen Herausforderungen für Verbraucherschutz und Regulierung waren ein Hauptgrund für das 2022 eingeführte Gesetz zur Regulierung digitaler Dienste (Digital Services Act) auf EU-Ebene.

      Ich selbst nutze digitale Dienste mit dem SmartPhone seit 2011. Alle früheren Geräte waren mobile Telefone mit mehr oder weniger unnützen Spielereien und für digitale Dienste schlicht nicht zu gebrauchen. Von "locker 40 Jahren" zu sprechen, ist maßlos übertrieben.


      • Olaf 45
        Olaf vor 3 Wochen Link zum Kommentar

        Dann an dieser Stelle meinen herzlichen Dank für die Differenzierung. Und meine Entschuldigung dafür, dass dir insbesondere die Formulierung "locker 40 Jahre" ganz offenbar zu pauschal war.

        PS: Ich habe nicht umsonst von Menschen geschrieben, deren Argumentation "brauche ich nicht" lautet. Das wäre dann weder die von dir erwähnte 4.000 Dollar-Klientel, noch die mit wie auch immer gearteten Sicherheitsbedenken (kenne ich insbesondere beim Online-Banking durchaus von meiner Mutter), sondern schlichtweg die ignorante. Und da bin ich tatsächlich der Auffassung, dass man nicht jeder Person den Allerwertesten hinterhertragen kann - und vor allem auch nicht zwingend sollte.

        Tenten

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