Google: Geringere Provisionen im Playstore – doch nicht ohne Haken

Google: Geringere Provisionen im Playstore – doch nicht ohne Haken

Google kündigt den Start der "Play Media Experience" an. Bei dem Programm handelt es sich um eine Möglichkeit für Entwickler:innen, die mit 30 Prozent recht hohen Provisionen des Play Stores zu kürzen. Allerdings ist die Senkung auf 15 Prozent an einige Bedingungen geknüpft.

  • Das Play Media Experience-Programm ermöglicht es Entwicklern, die Provisionsabgaben auf 15 % zu reduzieren
  • Google stellt bestimmte Teilnahmebedingungen auf, wie z. B. die Notwendigkeit, 100.000 monatliche Installationen zu haben
  • Google empfiehlt Entwicklern zudem, ihre Apps für die Teilnahme an die Kompatibilität mit Google TV, Wear OS und Android Auto anzupassen

Nach Kartellbeschwerden in den USA und Europa versuchen Google und Apple weiterhin ihre weiße Weste zurückzugewinnen. Im März kündigte Google an, dass Entwickler:innen ab dem 1. Juli von geringeren Abgaben im Play Store profitieren können. Sofern der Umsatz unter einer Million US-Dollar liegt, fällt die Provision von 30 auf 15 Prozent. 

Nun kündigte das Unternehmen das Programm "Play Media Experience" an. Dieses zielt darauf ab, das Angebot an Multimedia-Inhalten im Play Store zu fördern und für Endverbraucher:innen zu optimieren. Dabei sollen Inhalte komfortabler auf Drittanbieter-Apps, Smartphones, Smartwatches, Smart-TVs und weiteren Geräten landen.

google play media experience programm
Das Play Media Experience-Programm steht nicht allen Entwicklern offen und deckt nicht alle Anwendungen ab / © Google

Medienkonsums jenseits des Smartphones optimieren

Das primäre Ziel ist es also nicht, Entwicklern eine Option zum Geldsparen zu bieten. Nein, die Reduzierung der Play Store-Provision ist nur ein Zuckerbrot, um Entwickler zu ermutigen (zu zwingen?), die Kompatibilität ihrer Apps mit Android Auto, Google TV und Wear OS sicherzustellen. Dieser Anreiz unterscheidet sich je nach der Art der von der App angebotenen Medien:

  • Video: Ziel ist es, hochwertige Inhalte für das Wohnzimmer anzubieten. Google will Integrationen mit Android TV, Google TV und Google Cast.
  • Audio: Das Ziel ist es, dass Abo-Musik-Apps und Audio-Dienste überall funktionieren. Google will Integrationen mit Wear OS, Android Auto, Android TV und Google Cast.
  • Bücher: Das Ziel ist, dass das Leseerlebnis "auf größeren Bildschirmen fesselnd ist." Google will ein optimiertes Erlebnis auf Tablets, faltbaren Geräten und die Integration mit dem neuen "Entertainment Space".

"Durch diese Integrationen bieten wir Entwicklern neue Entdeckungs- und Re-Engagement-Möglichkeiten, um ihr Gesamtwachstum auf der Webseite zu beschleunigen. Play Store und wir bieten eine Servicegebühr von 15 % für die Dauer des Programms an, um den Entwicklern zu helfen, hervorragende Erfahrungen zu liefern."

Was ist mit den Indie-Entwicklern, die am meisten von der Gebühr betroffen sind?

Klar verstehen wir alle, dass von Googles festgelegten Bedingungen kein Zwang ausgeht. Auch werden Entwickler:innen durchaus davon profitieren können. Allerdings hat der US-amerikanische Riese auch einige sehr klare Teilnamebedingungen festgelegt. Die wohl herausragendste ist, dass die Anwendung mehr als 100.000 aktive Installationen pro Monat haben soll.

Wie oben erläutert, sind nur Apps betroffen, die Premium-Video-, Audio- oder Leseinhalte anbieten. Also keine Apps mit lesergenerierten Seiten. Die Hauptnutznießer dieses Programms werden daher Entwickler von Mainstream-Anwendungen sein, die in der Regel kostenpflichtig sind oder In-App-Käufe enthalten.

Es ist also nicht gerade wahrscheinlich, dass dieses neue Programm für weniger Ungleichheit im Play Store sorgt und unabhängigen Entwickler:innen das Leben erleichtert. Denn obwohl diese am meisten unter den 30 % an Play-Store-Provision leiden, sind sie in den meisten Fällen vom Programm ausgeschlossen.

Via: 9to5google

4 Kommentare

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  • Tim vor 1 Monat Link zum Kommentar

    "Video: Ziel ist es, hochwertige Inhalte für das Wohnzimmer anzubieten. Google will Integrationen mit Android TV, Google TV und Google Cast."
    Vielleicht sollte Google damit erstmal selbst anfangen - gerade auf den Nicht-Google-Produkten wie FireTV. Dort läuft YouTube bspw. oft wie Abfall aus dem letzten Jahrzehnt.

    Ist auch recht interessant, dass hier hauptsächlich nur die Rede von Smartphones, -watches und SmartTVs die Rede ist und nicht etwa von Tablets und damit bspw. auch Foldables.


  • olli64 vor 1 Monat Link zum Kommentar

    Oh man, lasst es mit dem gendern oder nehmt normale Worte.
    "Teilnehmer:innenbedingungen" = Teilnahmebedingnungen
    So tut man keiner Seite einen Gefallen, auch wenn es gut gemeint sein soll.

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